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nach dem
Sinn.
©2005 by Kanonenfutter
Warum glauben Menschen an Gott?
Der moderne Mensch hat ein von Naturwissenschaft und Technik geprägtes Weltbild – braucht somit keinen Gott um Geschehen und Ursachen in der Natur zu erklären. Deshalb stellt sich mir die Frage:
Warum macht der Glaube an Gott heute keinen Sinn mehr?
Inhalt
Seite 3 Inhalt
Seite 4 Geschichte
Seite 5 Fakten unserer Zeit
Seite 6 Verschwendungssucht der Kirche
Seite 7 Glaube contra Wissenschaft
Seite 8 Atheismus
Seite 9 Psychoanalytischer Atheismus
Seite 10 Fragen für Diskussionen
Geschichte
Grundlage für das Weltbild im Mittelalter bildete die christliche Lehre. Eigentlich ist der Begriff christliche Lehre hier ja nicht ganz richtig, da die Kirche den Ton angab und die Kirche viele Teile des ursprünglichen Christentums verfälscht und für ihre Zwecke missbraucht haben. Uns ist bis heute noch keine völlige Rekonstruktion des christlichen Glaubens gelungen und einige Kircheoberhäupter lehnen noch heute die alten Wahrheiten ab.
Man meinte, dass mit der Geburt von Jesus Christus das letzte Kapitel der Menschheitsgeschichte angefangen hat, welches mit dem Tag des Jüngsten Gerichts enden sollte. Zuvor sollte noch der Antichrist auf Erden erscheinen. In Krisenzeiten wurden dann Natur- und Wirtschaftskatastrophen als Vorboten des Weltuntergangs gedeutet, teils aus der bereist manifestizierten Angst und teils um den Machtausbau der Intuition Kirche weiter zu sichern. In Wahrheit jedoch ist
z. B. in der Bibel und in allen ur-christlichen Schriften keine Rede von einem Antichrist. Das ist eine Erfindung des Mittelalters.
Menschen die sich trauten die Lehre, die die Kirche vertrat, anzuzweifeln wurden als Ketzer von der Kirche verfolgt und meist verbrannt. Das war ein grausamer Akt und vor allem dafür da, den christlichen Glauben und somit den Glauben an die Kirche nicht zu schwächen.
Nehmen wir z. B. Jan Hus. Er wurde von der Inquisition verhaftet und getötet weil er gegen die Kirche aussagte. Vor allem ging es dabei um die Korruption, Verschwendungssucht und den Reichtum der Kirche. Doch der Klerus wollte seinen Reichtum und auch seine weltliche Macht nicht aufgeben und verbrannte ihn als Ketzer auf dem Scheiterhaufen. Andere wie John Wycliffe schworen unter Androhung des Mordes nicht mehr zu predigen. Nach seinem natürlichen Tod wurde er aber von der Kirche posthum verurteilt; seine Überreste wurden ausgegraben und verbrannt.
Fakten unserer Zeit
Immer weniger Menschen besuchen den Gottesdienst. Kein Wunder, denn wer glaubt der Kirche heute noch bei Nachrichten wie:
Skandal im Priesterseminar St. Pölten
Sexuelle Fehltritte in einem Priesterseminar erschüttern die ostösterreichische Diözese St.Pölten. Es ist ein Gebräu aus pornographischen Streifzügen im Internet, sexuellen Beziehungen von Seminaristen mit Vorgesetzten, einem ungeklärten Selbstmord, Manipulationen bei Ermittlungen und der Uneinsichtigkeit der örtlichen Kirchenleitung.
oder
Bostoner Kirchenskandal: Priester missbrauchten 1000 Kinder
Der Kirchenskandal um missbrauchte Kinder in Boston hat ein weit größeres Ausmaß als bisher bekannt. Mehr als 1000 Kinder seien in den vergangenen 60 Jahren in der Diözese missbraucht worden, teilte der Justizminister des Bundesstaates Massachusetts, Tom Reilly, am Mittwoch mit Das Ausmaß des Skandals sei schockierend Er sprach von 250 Priestern und Kirchenmitarbeitern, die sich an den Kindern vergangen hätten.
Man kann diese Fehltritte nicht auf die ganze Kirche ausweiten, aber meiner Meinung nach sind solche Meldungen Grund dafür, dass immer weniger Menschen Vertrauen in die Kirche haben.
So ist es auch verständlich, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten. Meistens ist es aus Glaubensgründen, oder eben weil man nicht mit der Kirche einer Meinung ist – manche tun das aber auch nur um die Kirchensteuer zu sparen.
Gut man kann sich jetzt sagen die 500 € im Jahr für einen guten Zweck kann ich aufbringen – Aber ist das Geld den für einen guten Zweck???
Verschwendungssucht der Kirche
Prunkvolle, große Kirchen zieren selbst das ärmste Dorf. In Großstädten finden wir häufig Kirchen, die nur einen Steinwurf weit voneinander entfernt sind. Katholische und evangelische Kirchengemeinden benutzen fast nie gemeinsam Immobilien, wodurch sicherlich viel Geld gespart werden könnte. Daneben gibt es noch viele Pfarr- und Gemeindehäuser. Die Unterhaltskosten verschlingen Milliarden...
Ein Pfarrer verdient gut 4.000 € im Monat, das Gehalt eines Bischofs liegt bei 6.000 € im Monat. Jeder andere Arbeitnehmer müsste für dieses Geld hart arbeiten. Hingegen gibt es in den Niederlanden häufig "ehrenamtlich" tätige Pfarrer, und in Frankreich "leben" viele Pfarrer von der Sozialhilfe...
Berücksichtigt man, dass selbst kleine Kirchen gut 200 Personen fassen, dass an jedem Sonntagvormittag drei Gottesdienste stattfinden können, und dass ohnehin höchstens 2 % der Bevölkerung die Messe besuchen, würde jede Kirche für etwa 30.000 Menschen ausreichen. Doch zumindest in unserer Region liegt die Kirchendichte bei 4.000 Einwohnern pro Kirche.
Das bedeutet: Gut 90 % der Kirchen sind überflüssig!
Sicher hat die Investition nicht nur schlechte Seiten: In den meisten Gemeinden gibt es viele Angebote für jede Altersgruppe bei denen es nicht unbedingt um Gott geht. Ich selber bin seit vielen Jahren aktiver Helfer in der Johannes-Brenz-Gemeinde.
Glaube contra Wissenschaft
Die Frage ist so alt wie die Antwort. Die Wissenschaft behandelt die Frage "wie" und der Glaube die Frage "warum". Solange die Arbeitsbereiche klar getrennt sind, können sich die Diszipline gegenseitig motivieren. Ehrlicherweise muss man aber gestehen, dass diese Arbeitsteilung im Laufe der Geschichte nur in Ausnahmefällen funktionierte. Immer schon gab und gibt es die Tendenz, die Wissenschaft zu missbrauchen um Glaubensaussagen als wissenschaftliche Aussagen zu verkaufen.
Aber wir wissen nun mal, dass alles in der Natur eine natürliche Ursache hat.
Dabei stellt sich immer noch die Frage: Welcher Baumeister steht hinter der Komplexität der Natur, oder ist es möglich, dass keine Intelligenz dahinter steht? Aber diese Frage bringt uns wieder zum Ausgang, Glaube contra Wissenschaft oder Schöpfung contra Evolution.
Welche Behauptung ist nahe liegender?
Was wir über die Schöpfung wissen steht in nur einem Buch –
der Bibel. Aber die Bibel ist ein Buch voller mythologischer Vorstellungen. Diese Vorstellungen sind dem neuzeitlichen Menschen fremd und erschweren den Zugang zu biblischen Texten.
Aber was wissen wir über die Evolution?
Die Wissenschaftler unserer Zeit sind in der Lage die Entstehung der Erde beinahe bis ins letzte Detail rekonstruieren.
Urknall - Entstehung ersten Lebens - Leben und Sterben der Dinosaurier – Entwicklung der Affen bis zum Menschen.
Für mich ist diese Hypothese verständlicher und vernünftiger als ein Buch, indem von einer Entstehung der Erde in 7 Tagen die Rede ist.
Der „Kampf“, Glaube gegen Wissenschaft hat klar die Wissenschaft gewonnen, denn wer ist es im Endeffekt der Impfstoffe entwickelt oder Menschen auf der ganzen Welt durch Internet und Telefon vereint - Die Wissenschaft.
Gott - eine infantile Illusion?
Atheismus
Ich bin davon überzeugt, dass Gott von den Menschen erschaffen wurde - und nicht umgekehrt. Aus der Behauptung, dass der Mensch Gott erschaffen oder erfunden hat, folgt allerdings, dass ein großer Teil der Menschheit an einer Selbsttäuschung leidet.
Philosophen wie Thomas Hobbes und Baruch de Spinoza waren der Auffassung, dass der Glaube an Gott seinen Ursprung in Angst und Aberglauben hat. Sigmund Freud, Karl Marx und andere behaupteten, das der Trug anhalte, weil der Glaube an Gott den Wunsch nach einem schützenden Vater und nach Unsterblichkeit befriedige oder weil er als Betäubungsmittel gegen Elend und das Leiden der menschlichen Existenz wirke.
Menschen, die an Gott glauben, sind entweder davon überzeugt, dass Beweise für ihren Glauben existieren, oder sie denken einfach, dass es keinen Grund gibt, nicht an Gott zu glauben. Erstere halten die Argumente der Atheisten für albern, arglistig, irreführend, schwach, substanzlos oder lächerlich. Letztere betrachten die Atheisten als Sturköpfe, die nicht bereit seien, ein Risiko einzugehen, um zu einer möglichen, erhabenen Wahrheit zu gelangen. Keine der beiden Gruppen betrachtet jedoch ihre eigenen Argumente und Ansichten mit dem gleichen kritischen Blick, den sie auf die Atheisten wirft.
Psychoanalytischer Atheismus
Grundsätze von Sigmund Freud zum Wesen der Religion
1) Freud erkennt die Stärke der religiösen Vorstellungen, die in der Vergangenheit die Weltgeschichte beeinflusst haben. Gleichzeitig erkennt er aber auch, dass sich kein Beweis für sie finden lässt, der ihren Anspruch gerechtfertigt.
2) "Religiöse Vorstellungen sind nicht Niederschläge der Erfahrung oder Endresultate des Denkens, sondern Illusionen, Erfüllungen der ältesten, dringendsten Wünsche der Menschheit; der Geheimnis ihrer Stärke ist die Stärke dieser Wünsche."
3) Sie entspringen der kindlichen Vatersehnsucht, den Wünschen nach Schutz vor den Gefahren des Lebens, Erfüllung der Gerechtigkeit in dieser ungerechten Gesellschaft, Verlängerung der Existenz durch ein irdisches Leben, Wissen um die Entstehung der Welt und die Beziehung zwischen Körper und Seele.
4) Durch die unklare Wahrnehmung des psychischen Apparats werden sie nach außen projiziert.
5) Es handelt sich dabei um infantile Wünsche, die sowohl der Kindheitsphase des Individuums als auch der menschlichen Gattung entspringen; denn die Ontogenese (Entwicklung der Persönlichkeit des Individuums) ist die Kurzform der Phylogenese (Entwicklung der Gattung).
6) Individualpsychologisch ist die religiöse Vatergestalt (Gott) eine Verlängerung der Vatergestalt der Kindheit. Sie ist bedingt durch einen nicht - überwundenen Konflikt, den man ins Erwachsenenalter hinüberträgt. Mit dem Vater-Gott geht eine Entlastung der Psyche einher, indem auf ihn die Probleme der Menschheitserfahrungen projiziert werden.
7) Sozialpsychologisch erfüllen die Götter eine dreifache Aufgabe: Bann des Schreckens der Natur Versöhnung mit Schicksal und Tod Entschädigung von Leiden und Entbehrungen im kulturellen Zusammenleben (jede Kultur gründet auf Arbeitszwang und Triebverzicht). Das bedeutet auch Sanktionierung von Moralgesetzen und das Liefern eines höheren Lebenszwecks.
8) Religiöse Praktiken gleichen neurotischen Zwangshandlungen. Die Religion trägt neurotische Züge, weil der Mensch in ihr vor der Wirklichkeit flieht und nicht erwachsen werden will.
Schlussfolgerungen
9) Die aufgeklärte Wissenschaft wird unaufhaltsam die Religion als Weltanschauung verdrängen, sie auflösen und an ihre Stelle treten.
10) Der Mensch muss erwachsen werden und sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Erziehung zur Realität.
11) Die freiwerdende Energie, die bisher vom Jenseits vereinnahmt wurde, braucht der Mensch dringend für die Weltgestaltung.
12) Der Glaube an die Wissenschaft, die den Wahrheitsbeweis mannigfaltig erbracht hat, gibt mehr Halt als die Religion.
Fragen für Diskussionen
Mir sind nach diesem Aufsatz noch viele Fragen eingefallen für die ich einfach keine Antwort finden konnte:
Wo ist der Ursprung des ganzen Kultes um Gott und Jesus Christus!! Und vor allem auch Warum?
Die nächste Frage ist: Was wäre, wenn niemand an Gott glauben würde? Ist Gott wirklich eine moralische Instanz in unserem Leben?
Und zu guter letzt: Wenn sich rausstellen würde, dass alles eine Lüge wäre und Gott nur eine Erfindung der Kirche, genau wie Mittelerde eine Erfindung von Tolkien ist.
Würde die Kirche aufhören zu existieren, würde der Glaube an Gott aufhören - wahrscheinlich nicht aber warum?
Mit diesem Aufsatz wollte ich zeigen, dass Gott in unserer Gesellschaft völlig überflüssig geworden ist und die Menschheit ohne Gott genauso gut dran wäre, wie mit – eher noch besser.