@freefloating: Wenn ich sage dass ich "Teile der Bibel" gelesen habe, dann mein ich nicht, das ich 3 Seiten raus genommen habe und die mir angeschaut habe. Ich habe eben nicht alle Bücher gelesen, ganz ehrlich. Aber doch genug, dass ich mir glaube ein Urteil erlauben zu können. Zumal ich in Christenlehre und Konfirmationsunterricht das auch intensiv interpretiert habe. Ich glaube eigentlich nicht, dass ich um über die Bibel zu urteilen, diese mindestens 4 mal in stiller Klausur und Einkehr gelesen haben muss. In meinem Augen ist im Gegenteil ein Verständnis für Etwas nur dann möglich wenn man es nicht nur für sich selbst anschaut, sondern darüber spricht. Insbesondere etwas wie die Bibel die nun wirklich massive Interpretation nötig macht. Und auf dieser Basis hab ich auch die Zitate gewählt (die ich im übrigen natürlich nicht aus dem Kopf hergebetet habe, sondern nachgeschlagen habe). Nach meiner Interpretation.
Vielleicht liegt es aber an unserem Unterschiedlichen Verständnis was die Bibel ist. Für mich ist das ein Buch. Genauso wie jedes andere auch. Und damit lege ich da die gleichen Maßstäbe an. Für dich scheint, genau wie bei Stoffy, die Bibel etwas mystisches, übernatürliches zu sein, das man nicht mit normalen Mitteln erfassen kann. Das lassen mich solche "...der liest sie insbesondere für sich alleine und lässt sich auf einen intensiven Prozess ein" Aussagen annehmen.
Es gibt natürlich einzelne Fälle, dass Menschen in ihrem späteren Leben zu Gott finden. Aber bei 99% der Gläubigen sind diese durch ihre Eltern zu einer bestimmten Religion erzogen worden. Eine solche Annahme ist daher nicht wirklich weit her geholt.
Meine Eltern haben mich auch evangelisch erzogen. Nur haben sie mir (wie ich glaube zu meinem Glück) das nicht aufgezwungen, da sie auch nicht so streng gläubig sind, also mit dem ganzen jeden Sonntag in die Kirche gehen und genau nach jedem Gebot der Bibel leben. So dass ich durch meine Erziehung (Kinder werden nun mal stark durch die Erziehung von ihren Eltern geprägt) in der Lage war kritisch den Glauben in dem ich erzogen wurde zu hinterfragen. Und damit bin ich für mich zu der Überzeugung gelangt, dass das nicht stimmen kann, vollkommend unlogisch ist und für mich keine Erklärungen liefern kann.
Und ich wollte eben nichts anderes sagen, als dass jemand der von seinen Eltern sehr streng gläubig erzogen wurde, es sehr sehr schwer hat da auszubrechen und sehr wahrscheinlich einfach weil er gar nicht dazu erzogen wurde, Glauben zu hinterfragen. Ihm wurde beigebracht, dass sein Glauben und die Bibel absolute Wahrheiten sind, an denen man nicht zweifeln DARF. Und das prägt ein Kind.
Und mal ganz ehrlich Stoffy brauch mich überhaupt nicht um sich in eine Schablone zu pressen, das schafft er mit seinen fundamentalistischen Aussagen ganz allein.
@PS: Ich wüsste nicht wo ich "aufgeheult" habe. Solange man ordentlich mit mir diskutiert, wie du es hier tust, hab ich kein Problem. Mit Stoffy's Posts, hab ich das schon eher, weil es nervt wenn alles was man sagt mit "in der Bibel steht es anders, also hast du unrecht" widerlegt wird.
@PS2: Natürlich gibt es eine offizielle Übersetzung. Aber Fakt ist auch, dass sich verschiedene Subrichtungen des Christentums auf andere Versionen berufen. Aber das ist auch egal. Selbst die Lutherbibel wurde nach dessen Übersetzung mehrfach revidiert bis zu der heutigen Fassung. Das zeigt doch wieviel Interpretation da anscheinend nötig ist. Hinzu kommt, dass meines Wissens auch keine komplette Originalausgabe der Bibel mehr existiert. Selbst Luther hatte sicher kein Exemplar was zu dem Zeitpunkt 1200 Jahre alt war, sondern eine zu seiner Zeit aktuelle Abschrift. wie will man sicher sein, dass da nicht durch Interpretation bei der Abschrift schon Änderungen vorgenommen worden?
@Stoffy: Naturwissenschaftler sind sehr wohl in der Lage anzuerkennen, dass sie bestimmte Dinge nicht wissen. Gerade diese Tatsache treibt diese an um diese Lücken zu füllen.
Nicht dazu bereit, Lücken im Wissen anzuerkennen, sind Gläubige. Das ist doch genau der Grund, warum alle Lücken mit Gott als Erklärung gefüllt werden müssen. Während ich und viele Andere, einfach sagen können, dass wir etwas nicht wissen und nicht erklären können. Dass wir vielleicht eine logische Vermutung haben, aber sie noch nicht beweisen können. Ich muss eben nicht sagen, "Oh verdammt, da ist etwas was ich nicht weis, ich brauch dafür unbedingt eine Erklärung. Nehmen wir halt Gott."