Ach, twinky, für jedes Argument lässt sich ein treffliches Gegenargument finden. Deswegen geschieht auch nichts, weil keine Maßnahmen ergriffen werden, sondern mit Argumente und Gegenargumente auf Zeit gespielt wird. Durch Argumentieren lässt sich diese Krise aber wohl kaum lösen, sondern nur durch Handeln.
Bei zu niedrigen Löhnen zahlt der Kunde sowieso den Aufschlag und sei es auch nur aufgrund seiner Eigenschaft als Steuerzahler. Der Wahn, daß Löhne grundsätzlich rentabel sein müssen, führt ohnehin nur in eine Sackgasse.
Ausbildung und Verwaltung bringen zunächst einmal kein Geld ein und auch der gesamt Handel schafft abgesehen von der erhöhten Nähe der Ware zum Konsumenten keinerlei spürbaren Mehrwert. Der gesamte Pflegebereich rentiert sich nicht, da Alte und Kranke mehr Aufwendungen in Anspruch nehmen, als sie dafür bezahlen können.
Selbst in der Produktion sind viele Jobs ihr Geld letztendlich nicht wert, weil sie im Ausland billiger verrichtet werden können oder durch maschinelle Leistungen zu ersetzen sind.
Es ist Unsinn, angeblich staatlich nicht in die Lohnpolitik einzugreifen, um dann über die Zusatzleistungen doch eingreifen zu müssen. Mir jedenfalls ist es lieber, eine Preiserhöhung für ein Produkt oder eine Dienstleistung in Kauf zu nehmen, damit derjenige, welcher diese Arbeit verrichtet, ein angemessenes Entgelt dafür erhält, als sie stattdessen dafür in Kauf nehmen zu müssen, damit der Gewinn des Unternehmens steigt. Zumal ersteres im Grunde genommen überflüssige staatliche Aufwendungen zu reduzieren hilft.
Stellen werden übrigens keineswegs nur abgebaut, wenn es nicht anders geht. Sobald es rentabler ist, wird es gemacht, es sei denn, man stößt dabei an moralisch nicht mehr zu vertretende Grenzen. Aber die sieht jeder anders.
Gruß Konradin