Es gibt vieles, was Arbeitsplätze vernichten
kann. Aber es kommt auch nicht auf die rein rechnerische Anzahl der Arbeitsplätze, sondern auf die Qualität derselben an. Ein Arbeitsplatz, der seinen Mann (oder seine Frau) nicht ernährt ist letztendlich überflüssig.
Käme es nur auf die Anzahl der Arbeitsplätze an, dann müssten wir über Kriege, Katastrophen und Krankheiten jubeln, denn diese schaffen alle reichlich Arbeitsplätze.
Von der 'Arbeit und Wohlstand für alle'-Ideologie sind wir weit entfernt. Wir wollen zwar, daß jeder arbeitet, den Wohlstand für alle verbitten wir uns aber. Ein Aufschrei geht durchs Land, wenn einer mal nicht arbeiten will. Und will er gar einen gerechten Lohn, dann hallt der Aufschrei gleich doppelt. So geht es nun wirklich nicht. Wo kämen wir hin, wenn man von seinem Arbeitslohn auch ohne staatliche Unterstützung leben könnte, dann könnte der Staat einem ja nicht mehr ins Leben hineinreden.
Sehen wir es einmal positiv. Zumindest von Übergriffen á la Odenwaldschule ist der Nachwuchs der Billigverdiener ja einigermaßen sicher. Reicht es bei ihnen doch selten für den Besuch von Eliteschulen. Bescheidenheit ist angesagt. Erst immer weniger Bildung, dann keine Lehrstelle und irgendwann vielleicht auch keine Rente mehr.
Nein, Mindestlöhne sind es keineswegs, die unsere Arbeitsplätze gefährden. Denn Arbeitsplätze für einen Hungerlohn sind ihr Geld nicht wert. Mal ganz abgesehen davon, daß der Steuerzahler die Differenz zumindest zum Regelsatz ohnehin aufbringen muß. Wer dabei spart, das ist der Arbeitgeber.
Reguläre Arbeitsplätze werden (meist auf Kosten des Steuerzahlers) durch Billigjobs ersetzt, durch unbezahlte Praktika und durch Lohnsklaven (1-Euro-Jobber). Es ist oft lukrativer, Fördermittel für die zeitweilige Beschäftigung Langzeitarbeitsloser einzustreichen, die ohnehin anschließend nicht übernommen werden, weil der Nachfolger schon bereitsteht, als einen regulären Arbeitsplatz anzubieten. So etwas macht Jobs kaputt.
Und eine Personalpolitik, in welcher der kurzfristige Profit der Aktionäre mehr bedeutet als der Erhalt von Arbeitsplätzen, spottet ohnehin jeder Beschreibung. Dies nimmt man hin, aber Mindestlöhne? Weit gefehlt. So geht es schließlich nicht.
Heult nur, ihr werdet noch sehen, was ihr daran habt.
Ein schönes und besinnliches Wochenende wünscht Konradin.