Bin im Vergleich der "normalen" User in diesem Forum vermutlich recht alt (mit nahezu 40 Jahren). Ich verfolge die Entwicklung von Computersoielen nun schon an die 25 Jahre und schon damals , als man nur auf Pixel-Ufos geballert hat, gab's den Begriff Killer-Spiele und diejenigen, die darüber gemotzt haben. Nur die Beweggrnde waren damals andere "Da sitzt man den ganzen Tag vor dem Bildschirm und geht bei schönem Wetter nicht merh raus.." usw. Interessant finde ich aber, dass es damals keine Amok-Läufe (bei uns) gab. Witzigerweise sagt darüber niemand etwas. Die Frage ist doch also nicht, was sich an den Spiele geändert hat (zugegeben, sie sind realistischer geworden) sondern was sich in der Gesellschaft verändert hat. Ich habe seit 25 Jahren derartige Spiele gespielt und spiele sie noch immer zuletzt Modern Warfare 2. Ich bin durch, ich hab's komplett gespielt und ich habe auch die Mission auf dem Flugplatz gespielt. (Ok, die fand ich völlig unnötig) aber trotzdem renne ich nicht rum und erschiesse Leute und das, obwohl ich auch bei der Bundeswehr war (hat mir nicht wirklich gefallen). Ich denke, wenn ein Mensch einen in sich gefestigten Charakter hat, dann kann ihn auch ein Killerspiel nicht zum Massenmörder machen. Es geht doch eher um die Menschen, die sich im normalen Leben nicht mehr artikulieren können oder eben nicht angehört werden, keinen Anschluss haben, zuhause nicht beachtet oder unterstützt werden, sich zurückziehen und aufgrund von Frust und Wut irgendwelche Gewaltphantasien entwickeln. Ich habe selber 2 Kinder (3 und 6 Jahre) und versuche, dem älteren bereits jetzt ein gewisses Verständnis im Umgang mit Medien zu geben. Sicher spiele ich mit ihm KEINE Killerspiele sondern schaue mit ihm zusammen bei Youtube Filme über z.B. Vilkane an, für die er sich interessiert. Ein grundlegendes Verständnis für Medien überhaupt (geziehltes, überlegtes Fernsehen immer mit den Eltern zusammen) und vor allem REDEN wir über das was ist und was den Tag über war. Und auch ein ethisches Verständnis über Dinge, die man tut oder besser nicht tut. Ich denke, so wird sich mit der Zeit ein Charakter entwickeln, der schon sehr bald auch selbständig einschätzen kann, wie man mit dererlei Medien umgehen soll. Irgendwann werden sich die Taten meiner Kinder sicherlich der elterlichen "Kontrolle" entziehen, aber bis dahin kann ich einwirken.
Wenn sich die Menschen mehr mit ihren Kindern beschäftigen würden statt mit dem Fernseher oder Computer, kämen die sich auch nicht so überflüssig vor. Ansonsten denke ich, dass Killerspiele dieselbe Daseinsberechtigung haben wie "Mensch ärgere dich nicht", wobei mir Gesellschaftsspiele und Brettspiele lieber sind. Allerdings bringen die eben eine andere Spannung und nicht den Kick eines "Aliens vs. Predator Gold" nachts in meinem dunklen Kellerbüro rüber (man, da hab' ich noch immer Schiss beim spielen) und DAS macht für mich den Reiz dieser Spiele aus.
Hoffe ich langweile niemanden mit meiner Meinung.
Sonst Sorry, bin erst seit heute Mitglied.
Habt Spaß und lasst Euch nicht ärgern.
Gruß Nasenhaar