"Sozialschmarotzer"

...Noch Fragen Kienzle?

Ja, Hauser.
Wenn auch nur rein informativ. In welcher Richtung suchst du eigentlich? Es gibt da nämlich einige Berufe mit guten Chancen, wieder etwas zu finden, und einige mit Chancen die gegen Null tendieren. Ich weiß beispielsweise von einigen Verkäuferinnen, die hier in der Gegend absolut nichts finden, was über einen Job mit 4 bezhlten Stunden (bei 6 gearbeiteten) und eine Bezahlung von 5, 6 Euro die Stunde hinausgeht.
Und eben diese Leute sind keine Sozialschmarotzer, es sind die wenigen, über die man ständig hört und liest, und die damit die große Masse der wirklich Arbeit suchenden mit i den Dreck zieht.
 
Eigentlich herrscht doch hier weitgehend Einigkeit darüber, dass:
- Leute, die lange berufstätig waren, bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit, viel zu schnell ins soziale Abseits geraten
- Arbeitssuchende nicht in einen Topf gehören mit Arbeitsunwilligen
- Abfindungen und Bonizahlungen an unfähige Manager und Banker nicht weniger asozial sind
- Peter Hartz als Krimineller sicher der falsche Namensgeber ist für Einstufung als Sozialhilfeempfänger
- Die Globalisierung und die Raffgier der Großkonzerne und Banken grenzenlos und verantwortungslos erscheint.
- Die Behörden und Verwaltungen des öffentlichen Dienstes Geld und Arbeitszeit ohne Ende vergeuden, dies aber auch ohne Konsequenzen.


Doch kann man nicht alle diese Themen in einem Diskussionsthread befriedigend besprechen. Hier sollte es zunächst mal um arbeitsunwillige Faulenzer gehen, denen die Regelsätze ausreichen und die sonst noch ein paar 'Tricks' auf Lager haben. Die weiteren, oben angesprochenen Themen übe rSozialschmarotzertum und unsozisales Verhalten, sind nicht weniger interessant, sie aber beständig zu den Faulenzern in Relation zu setzen, ist hier dennoch verkehrt.
 
So, jetzt gebe ich auch noch meinen Senf dazu :D:

1. Es braucht eine differenzierte Betrachtungsweise, um herauszufinden, wer momentan nicht mehr arbeiten kann oder darf und wer nicht mehr will. Es ist aber durchaus möglich, der Motivation auf den Grund zu gehen (Analyse der bisherigen Stellen, Bereitschaft, sich auf Stellenangebote einzulassen, Freizeitverhalten, Grundhaltung gegenüber der Arbeit, etc).

2. Als Sozialpädagoge ist die Arbeitsintegration von jungen Erwachsenen mein tägliches Brot. Es gibt eben beide Kategorien. Die erste Kategorie benötigt unbedingt jegliche Förderprogramme (wir haben in der Schweiz gute Wiedereingliederungsprogramme), um auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen zu können. Hier braucht es auch viel Geduld, Zuspruch und manchmal auch unendlich viele Bewerbungen. Es ist ein steiniger, aber lohnender Weg. Diese Leute dürfen finanziell nicht bestraft werden, denn sie beweisen täglich ihre Arbeitswilligkeit und leiden unter ihrer Situation.

3. Nachweislich Arbeitsunwillige müssten auf einen absoluten Mindestsatz gesenkt werden, damit die "gewollte" Arbeitslosigkeit keinen Anreiz darstellt. Nur das Ueberleben (Sozialwohnung, Krankenkasse, Nahrung, Kleider) auf tiefstem Niveau sollte gesichert werden. Es kann und darf nicht sein, dass solche Leute noch besser wegkommen, als jene, die jeden Tag um 7:00 Uhr bei der Arbeit erscheinen, um im Schweisse ihres Angesichts sich und ihre Familien durchzubringen. Dies ist (wäre) ein schwerer Systemfehler.

Gruss freefloating
 
3. Nachweislich Arbeitsunwillige müssten auf einen absoluten Mindestsatz gesenkt werden, damit die "gewollte" Arbeitslosigkeit keinen Anreiz darstellt.

Das wird ja auch so hier gehandhabt..
Wenn Sie eine zumutbare Arbeit ablehnen, wird Ihr Arbeitslosengeld II für drei Monate um 30 Prozent der für Sie maßgebenden Regelleistung gekürzt. Sollten Sie einen befristeten Zuschlag erhalten, wird dieser gestrichten.

Lehnen Sie innerhalb eines Jahres eine zweite zumutbare Arbeit ab, erfolgt eine weitere dreimonatige Kürzung um dann 60 Prozent Ihrer Regelleistung. Bei jeder weiteren Ablehnung innerhalb eines Jahres wird das Arbeitslosengeld II vollständig gestrichen.
Quelle

Nur aber, wie kann man sie bei der Masse heraus filtern.? Abgesehen davon, dass die Nachweisspflicht bei den Behörden liegt und da ist das problem.



Gruß
Uludag
 
Offenbar werden hier ständig zwei Problemkreise miteinander vermengt, die kausal NICHTS miteinander zu tun haben. Das Existenzminimum ist der eine, niedrige Löhne der andere.

Da wir hier in Deutschland (Schweiz/Österreich) leben sollte klar sein, daß die Beträge, welche für ein menschenwürdiges (Über)Leben nötig sind sich an den Kosten orientieren müssen, welche hierzulande üblich sind. Die Miete muß hier bezahlt werden und nicht z.B. in Südostasien. Diese Kosten müssen unabhängig von der Lohnsituation gesehen werden, da sie auch unabhängig davon entstehen. Kein Vermieter gibt einem einen Rabatt, weil man weniger verdient.

Wer wenig hat, der kann sich auch nur eine kleine und billige Wohnung leisten, doch wenn deren Miete seine bescheidenen Möglichkeiten übersteigt, dann ist er auf Hilfe angewiesen.

Der zweite Problemkreis ist derjenige der Niedriglöhne und genau dort liegt das eigentliche Problem. Ich persönlich halte die Kopplung der Löhne an deren Ertrag für einen ausgemachten Blödsinn und nur durch diese Kopplung lassen sich Niedrigstlöhne überhaupt rechtfertigen.

Solange es Billiglohnländer gibt (aber auch Kinderarbeit und Industrialisierung) wird es immer Arbeiten geben, die nicht rentabel sind. Und dadurch, daß man diese Arbeiten umstrukturiert und Dritte mit ins Boot holt, die auch noch absahnen wollen, wird die Situation keineswegs besser.

Warum arbeiten die Leute eigentlich? Ach ja, man arbeitet, um Geld zu verdienen, von dem man leben kann. So sollte es zumindest sein. Und eine Arbeit, deren Lohn für ein menschenwürdiges (Über)leben nicht reicht ist schlicht und einfach überflüssig. Zumindest für den, der sie ausübt. Denn er arbeitet bestimmt nicht zum Spaß. Diesen Luxus können sich nur diejenigen leisten, die genug haben, denn vom Spaß allein kann man nicht leben.

Ich höre immer als Rechtfertigung z.B. für das niedrige Lohnniveau der Friseusen, daß sie eben nicht genug Geld einbringen und somit auch nur so wenig verdienen können. Ich frage mich, warum das Lohnniveau in den Büros deutlich höher liegt, obwohl deren Mitarbeiter selten direkt Geld einbringen. Oder auch die ganzen Zwischenhändler. Letztendlich verteuern sie die Ware nur, ohne für deren Entstehung oder Verfügbarkeit wirklich notwendig zu sein.

Welchen Betrag bringt eigentlich ein Polizist in Heller und Pfennig, oder ein Richter, oder ein Staatsanwalt oder auch ein Lehrer? Sind auch dort die Löhne nach deren Ertrag gestaffelt? Mitnichten. Nur im Niedriglohnsektor braucht man diese Rechtfertigung, sonst nirgendwo.

Wenn man wirklich den Ertrag einer Arbeit fürstlich entlohnen würde, dann wäre Mutter ein gutbezahlter Beruf. Denn Kinder sind unsere Zukunft. Ist er aber nicht, denn der Ertrag einer Arbeit ja nicht wirklich.

Ich habe gestern mal wieder etwas Zeit vor dem Fernseher verbracht und bin dabei über einige interessante Sätze gestolpert. Egoismus gibt es in allen Gesellschaftsschichten und Betrüger ebenso. Warum sollte dies ausgerechnet bei denen, die Hartz IV beziehen, anders sein? Mit welchem Recht erwartet man, daß sie die besseren Menschen seien?

Meines Erachtens lenkt diese ganze Kampagne mit den Sozialbetrügern nur einmal mehr von den eigentlichen Problemen ab. Sozialbetrüger interessieren mich genauso sehr oder wenig wie andere Betrüger auch und dadurch, daß man darüber redet, ändert sich daran nichts. Es sei denn, der fortschreitende Sozialabbau führt dazu, daß sie Zulauf bekommen, weil einige, für die es zum (Über)Leben so nicht mehr ganz reicht, sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Denn auch 8 Euro Zuzahlung für die Krankenkasse sind nicht für jeden leicht zu verkraften und immerhin fast 100 Euro im Jahr.

Zum Abschluß meiner Worte möchte ich noch daran erinnern, wer eigentlich die derzeitige Finanzkrise verursacht hat. Die Sozialbetrüger am unteren Ende der Einkommensskala waren und sind es jedenfalls nicht.

Gruß Konradin
 
Das wird ja auch so hier gehandhabt..

Clevere Arbeitsunwillige kündigen nicht sondern werden gekündigt. Und das wird man als Arbeitnehmer in der Probezeit recht schnell wenn man sich bereits im ersten Monat eine längere Zeit krank meldet.

Letztendlich gibt es keine reelle Möglichkeit die wirklichen Schmarotzer/Arbeitsunwilligen von den Arbeitslosen/Arbeitswilligen zu separieren... man wird immer ein Schlupfloch finden und sich durchmogeln.
Genauso wie es Tipps für den Idiotentest (MPU) oder für die Kriegsdienstverweigerung gibt würde es auch Tipps für das Gespräch mit einem möglichen Sozialpsychologen/-pädagogen beim Amt geben.
Allein schon mit groben Rechtschreibfehlern in der Bewerbung und absolut unangepasstem Benehmen im Bewerbungsgespräch wird auch der letzte Schmarotzer weiter ohne Arbeit sein (wer kann schon gute Rechtschreibung und ein vernünftiges Auftreten verlangen und kontrollieren?).
 
Zitat Konradin: "Zum Abschluß meiner Worte möchte ich noch daran erinnern, wer eigentlich die derzeitige Finanzkrise verursacht hat. Die Sozialbetrüger am unteren Ende der Einkommensskala waren und sind es jedenfalls nicht."

Mit dieser Aussage hast du natürlich recht, Kondradin, aber es ist nicht das Thema dieses Threads. Ich bin aber auch der Meinung, dass der volkswirtschatliche Schaden, der von Sozialschmarotzern verursacht wird, vermutlich in keinem Verhältnis zu dem grossen Schaden der raffgierigen Banker steht. Gruss freefloating
 
Wie hieß doch gleich der Blockwart in der DDR?
Ach ja, der Abschnittsbevollmächtigte, ABV*, genannt. Wohl eher zu vergleichen mit dem Denunzianten in Göttingen.
* Abschnittsbevollmächtigter ? Wikipedia

Aber nein, so was darf man wirklich nicht dulden, dass Ämter hier willkürlich vorgehen und ohne Befragung eines Betroffenen ins Blaue hinein entscheiden. Dass der OB der SPD angehört, macht die Sache auch nicht besser,
 
Der Hass auf "Sozialschmarotzer" und Bänker folgt doch den gleichen miesen Ressentiment, aber der Bürgermob braucht halt seine Feindbilder zum draufhauen.

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Der hessische Ministerpräsident Roland Koch und der Außenminister Guido Westerwelle verkörpern hier den Status der „Rudelführer“. Die Aknekrater auf ihren Wangen legen beredtes Zeugnis über die schmerzlichen Verheerungen nicht gelungener Bewältigung ödipaler Traumata ab. Immer wieder, so scheint es, muss die Ebenbürtigkeit mit einer unbewusst gehassten Vaterfigur unter Beweis gestellt werden, indem man sich als erfolgreicher Jäger von stets neu entdeckten Feinden mütterlicher Zuneigung präsentiert. Koch und Westerwelle haben aktuell diese Feinde unter den Ärmsten, den Hartz-IV-Empfängern, ausgemacht. Ein anderer „scharfer Hund“, der übergewichtige SPD-Chef Sigmar Gabriel, sieht die Feinde hingegen an der Spitze der sozialen Pyramide, unter steuerhinterziehenden Multimillionären. Beiderlei Feinderklärungen kommen ungeachtet ihrer unterschiedlichen Zielrichtungen beim vergemeinschafteten Staatsvolk ebenso gut wie bei Politikerkollegen an und sie sind auch in der Tat nicht so verschieden, wie es zunächst erscheinen mag. Der öffentlichen staatsbürgerlichen Debatte in Deutschland gelten sie, wenngleich hier und da Kritik an der verbalen Schärfe geübt wird, als ernstzunehmende Beiträge für die Gestaltung des staatsfamiliären Wohls.
[...]
„Leistung muss sich lohnen“, lautet Westerwelles Credo, und das heißt, der Durchschnittslohn muss noch geringer werden. „Wenn man schon dafür angegriffen wird“, verkündet Westerwelle mit der Verve verfolgender Unschuld, „dass derjenige, der arbeitet, mehr haben muss als derjenige, der nicht arbeitet, dann ist das geistiger Sozialismus“. Im Klartext: Derjenige, der arbeitet, hat dann mehr, wenn der Arbeitslose noch weniger als 359 Euro bekommt. „Geistiger Sozialismus“ gilt ihm als gefährliche mentale Infektionskrankheit, geeignet, die Harmonie der deutschen Staatsfamilie zu zersetzen. „Sozialismus“ hat in dieser wahnhaften Projektion nichts mit realen Phänomenen und Inhalten des historischen Sozialismus zu tun, sondern verkörpert die als bedrohlich wahrgenommene Möglichkeit – die ja immerhin sogar in Deutschland noch allgemein vorhanden sein könnte – der wirksamen Artikulation von Partikularinteressen der zur profitablen Vernutzung Verurteilten.

Prodomo-Zeitschrift in eigener Sache
 
Nicht dass ich je auf die Idee käme, Politiker wie Koch oder Gabriel zu verteidigen, aber der Tenor des kopierten Artikels ('Aknekrater', 'übergewichtig') ist bisweilen mehr als unsachlich und dient der Sache wenig.
 
Wie hieß doch gleich der Blockwart in der DDR?
Ach ja, der Abschnittsbevollmächtigte, ABV*, genannt. Wohl eher zu vergleichen mit dem Denunzianten in Göttingen.
So ein dümmlicher Schwachsinn! Wenn man keine Ahnung hat, sollte man doch bitte den Mund halten. Der ABV war ja nun alles andere als ein Blockwart, allein dieser Vergleich ist schon eine Frechheit zumal die Mentalität des Blockwarts doch eher in der Westzone bis heute überlebt hat.
Der Abschnittsbevollmächtigte war ein Polizeibeamter der sein Revier in einem Wohngebiet oder Dorf hatte. Er kümmerte sich um Kleinkriminalität wie Fahrradklau, Kellereinbrüche, Ruhestörung, Vandalismus aber auch Fahrzeugkontrollen oder Knöllchen für Falschparker auszustellen. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch mit den Menschen zu sprechen, zu erfahren ob es irgendwo Probleme gibt oder Händler, Betriebe, Schulen und Kindergärten in seinem Revier zu besuchen.
Übrigens gibt es sowas in der Art auch heute wieder. Nennt sich jetzt allerdings Kontaktbeamter.
 
@ Henry277:
Dann leb weiter in deiner Illusion des netten ABV von einst.
Manche denken noch heute, die Stasi wäre nur ein Gerücht gewesen. :D
Glaubst du bestimmt auch noch an den antiimperialistischen Schutzwall, wie?

Ich wüsste nicht, dass ein Kontaktbeamter von heute ein 'Hausbuch' eines Mehrfamilienhauses kontrollieren und ggf. Daten weitergeben würde. Geschweige denn, er kümmert sich um Hartz-4 Bezieher, die sich vielleicht sonstwie ein Zubrot verdienen!
 
Schon mal gehört das es auch in der heutigen Bundesrepublik Geheimdienste gibt die Daten sammeln? Was meinst du woher sie diese bekommen? Denk mal drüber nach.

Und selbst verständlich hat ein ABV als Angehöriger der staatlichen Organe auch mit der Stasi zusammen arbeiten müssen. Das bestreitet auch niemand. Das war aber nicht seine Hauptaufgabe. Und die meisten ABV's waren bei den Bürgern hoch angesehen und das nicht weil sie rumgeschnüffelt haben, sondern weil sie sich um die Bürger in ihrem Abschnitt kümmerten. Und das hat nichts mit glauben zu tun sondern mit erleben.
Aber wahrscheinlich haben wir auch hier wieder den Fall das diejenigen die es nicht erlebt haben es wieder besser wissen als diejenigen die dabei waren. Und einen ABV mit einem Blockwart zu vergleichen ist einfach nur dumm!
 
Der Hass auf "Sozialschmarotzer" und Bänker folgt doch den gleichen miesen Ressentiment, aber der Bürgermob braucht halt seine Feindbilder zum draufhauen.

Vielleicht ist die Ursache aber auch nur ein tief im Innern verwurzeltes Erkennen von Ungerechtigkeiten.

Sowohl was am oberen Rand, als auch das, was am unteren Rand abläuft ist, aus Sicht der Evolution gesehen, unnatürlich.

In der Natur wird sich ein Rudelführer zwar vielleicht zuerst satt fressen, aber wenn er satt ist, können die anderen nach Belieben zuschlagen.

Dazu passen die unersättlichen gierigen Abzocker nicht.


In der Natur wird ein Lebewesen, das sich nicht mehr aktiv am Rudelleben beteiligt, einfach links liegen gelassen. Es kann sich von den Resten ernähren oder kratzt eben ab (hört sich hart an, ist aber so).



Es gibt daher ein sehr genaues Empfinden, was Ungerechtigkeit angeht. Da ändern auch solch unpassende Schlagwörter wie "Bürgermob, Feindbilder" usw. nichts daran.


Das Anbiedern an die Sozialschmarotzer ist doch nur eine Folge der Demokratie, eine Folge davon, dass diese Leutz auch Wähler sind.

Vielleicht wäre es besser, wenn nur die Leutz wählen dürften, die sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen?
 
Dein Vergleich mit der Tierwelt hinkt gewaltig, schon allein, weil es doch gerade den Menschen auszeichnet andere eben nicht auf seine reine Nützlichkeit für die (Volks) Gemeinschaft zu reduzieren.

Außerdem muss es darum gehen, die strukturellen Ursachen für die genannten Phänomene zu untersuchen und zu beseitigen, aber dadurch, dass sich der Bürgermob an solchen Popanzen austobt und auf ihnen alles übel dieser Welt projektiert, werden diese ja gerade verschleiert.

Aber "Gemeinwohl geht vor Eigenwohl" war ja immer schon das deutsche Prinzip schlechthin, ob die Volksschädlinge nun deshalb zur Projektionsfläche werden, weil
sie zu erfolgreich oder weil sie nicht erfolgreich genug ihre Arbeitskraft zu Markte tragen.

Vielleicht wäre es besser, wenn nur die Leutz wählen dürften, die sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen?
Weil es dir nicht passt, dass Menschen, die wenig haben, für mehr Umverteilung stimmen, willst du sie einfach vom demokratischen Vermittlungsprozess ausschließen?
Ich hoffe, dass ist nicht dein ernst.
Es doch konstitutiv für eine Demokratie, dass jedeR seine Partikularinteressen äußern kann.
 
Hero schrieb:
...Volksschädlinge...
Hmmmm, woher kenne ich diesen Begriff nur? :D

Mehrheiten finden sich übrigens für (fast) jede Schweinerei, fragt sich nur, wie sie zustandekommen. Ungebremster Mehrheitsterror ohne jeglichen Mindeheitenschutz hat mit Demokratie wenig zu tun.

Es ist wie bei den Statistiken. Sie sind auch für alles und jeden gut und spiegeln Mehrheiten so wider, wie man sie gerade benötigt. :)

In der Tierwelt gibt es so etwas natürlich nicht. :löl:
 
Ich weiss nun nicht ob ich McKilroy in seinem Beitrag (#337) richtig verstanden habe......

Soll das heissen Hartz IV darf es garnicht geben???
Die Langzeitarbeitslosen sollen sich vom Müll ernähren oder verrecken???
Da sie auch nicht am "Rudelleben" beteiligen (...KÖNNEN...!!!)haben sie kein Wahlrecht mehr???

Ich kann das einfach nicht glauben......das hast du doch nicht so gemeint, oder???
 
Ich weiss nun nicht ob ich McKilroy in seinem Beitrag (#337) richtig verstanden habe......

Soll das heissen Hartz IV darf es garnicht geben???

Hast du nicht.

Es ging um die Frage, warum viele Leutz kein Verständnis dafür haben, dass diejenigen, die sowieso schon komplett von der Gesellschaft versorgt werden, immer mehr fordern.

Zitat von Hero:
Der Hass auf "Sozialschmarotzer" und Bänker folgt doch den gleichen miesen Ressentiment, aber der Bürgermob braucht halt seine Feindbilder zum draufhauen.

Ich habe lediglich erklärt, dass es kein Hass ist, dass es keine miesen Ressentiments sind sondern ein ganz natürliches Empfinden.


GEnau mit diesen Schlagwörtern soll nämlich jeder mundtot gemacht werden, der mal was gegen eine Erhöhung von Hartz-IV sagt (und das ist die Mehrheit, die kaum zu Wort kommt).


Hero schrieb:
Es doch konstitutiv für eine Demokratie, dass jedeR seine Partikularinteressen äußern kann.

Ja, aber nur in Grenzen. Solange es eine Minderheit ist, die überstimmt werden kann.

Wir können gerne jedem Hartz-IV-Empfänger 5000 Euro bar auf die Hand geben. Nur wer bezahlt es? ;)

Dann braucht ja kaum noch einer arbeiten zu gehen, weil er ja auch so ein super Einkommen hat.

Ich verstehe nicht, wieso da nicht schon die Politiker drauf gekommen sind. Die Arbeit macht sich ja von alleine, oder?

Hero schrieb:
Außerdem muss es darum gehen, die strukturellen Ursachen für die genannten Phänomene zu untersuchen und zu beseitigen, aber dadurch, dass sich der Bürgermob an solchen Popanzen austobt

Ich finde es eine Frechheit, dass du den arbeitenden Teil der Bevölkerung permanent als "Bürgermob" usw. bezeichnest. Dieser arbeitende Teil der Bevölkerung sorgt dafür, dass der Laden hier am Laufen bleibt.
 

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