Saschinsky schrieb:
Mit dem Rauchen kann man von einem Tag auf den anderen aufhören, wenn man wirklich will oder muss, und das ist bei Heroin eben garnicht so ganz einfach.
Natürlich kann MAN mit dem Rauchen von einem Tag auf den anderen aufhören. Nur, die Masse der Raucher kann es eben nicht. Für die psychische Abhängigkeit ist es recht unerheblich, um welche Substanz es sich handelt. Nicht ohne Grund waren Zigaretten in der Nachkriegszeit quasi eine Art zweite Währung, so wie es der Tabak heute noch im Knast ist.
Für viele Raucher hat das Rauchen einen höheren Stellenwert als die Nahrungsaufnahme. Auch in dieser Hinsicht lassen sie sich durchaus mit Trinkern, aber auch mit Junkies vergleichen. Da Tabak heutzutage nicht zu Schwarzmarktpreisen gehandelt wird ist es natürlich kaum nötig, Haus und Hof für seinen Tabakkonsum verkaufen zu müssen. Auffällig ist aber durchaus, daß gerade diejenigen Raucher, welche von staatlicher Unterstützung abhängig sind, häufig eher am Essen sparen als am Rauchen. Na, wenn das mal keine Sucht ist.
Saschinsky schrieb:
Ein Rauchverbot oder ein Verkaufsverbot für Tabak hätte einfach nur zur Folge dass fast niemand mehr raucht, und dass der Staat sich eine andere Quelle für seine entgangenen Steuern suchen müsste.
Diese Ansicht halte ich für äußerst naiv. Warum wird trotz der inzwischen wesentlich höheren Steuern dennoch weitergeraucht, warum mißachten immer mehr Raucher Rauchverbote und warum wird der Konflikt zwischen Rauchern und Nichtrauchern und umgekehrt immer dogmatischer und mitunter militanter? Etwa, weil es immer weniger Raucher gibt? Selten so gelacht.
Faehnrich schrieb:
Das magst du als Raucher so sehen, aber ich habe es schon x-mal anders herum erlebt.
Ich fürchte, in dieser Hinsicht nehmen sich beide nichts. Um es einmal etwas pauschal auszudrücken: genauso wie die Radfahrer auf die Autofahrer schimpfen, verhalten sie sich Fußgängern gegenüber genauso, wie es Autofahrern ihnen gegenüber tun. Jeder schimpft auf den anderen. Aber im Grunde genommen sind es alle kleine Egoisten.
Mit den Rauchern und den Nichtrauchern ist es ähnlich. Nur weil ein Mensch nicht raucht, deswegen ist er noch lange nicht rücksichtsvoll, genausowenig wie jemand ein intoleranter Mensch sein muß, nur weil er raucht.
Zur Zeit fällt es natürlich leichter, sich gegen das Rauchen zu äußern, ist es doch derzeit politisch opportun. Als ehemaliger Kettenraucher, der immer auf Ausgleich bemüht war, verstehe ich die Situation aktiver Raucher durchaus, auch wenn die Situation mit der heutigen nicht mehr ganz vergleichbar ist.
Auch wenn es ein wenig offtopic ist, letzten Endes ist es doch gleich, womit wir uns zu Tode reglementieren. Die Luft wird dadurch kaum sauberer. In was für einer Welt leben wir eigentlich, in der man schon Kinder vor dem Haus mit Helm herumfahren lässt, während man bei Tieren eine artgerechte Haltung erwartet. Gilt diese für uns nicht mehr und sind wir schon so weit?