RAF-Zugehöriger Christian Klar

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Wir sollten wir uns erstmal die Frage stellen, warum "strafen" wir? Welchen Zweg verfolgen wir damit jemanden hinter Gittern zu sperren?

Wenn die Antwort lautet, dass wir die Bevölkerung vor weiteren Taten schützen wollen, dann ist natürlich zu Prüfen ob er Nochmal Morden würde....
Wenn er keine Gefahr mehr darstellt, dann kann man Ihn unter diesem Gesichtspunkt freilassen. Seine politische Meinung hingegen darf auf diese Entscheidung keinen Einfluss haben.

Wenn wir jetzt aber "Strafe" anwenden mit dem Ziel, dass Jemand seine Taten bereut... dann dürfte Ihn man nicht freilassen... denn Reue zeigt er ja ganz offensichtlich nicht....
 
hab ich das jetzt so richtig verstanden, dass einige das ganze hier so sehen:

raf=gut, weil die raf hat endlich mal aufm putz gehauen. das gewalt angewendet wurde, war auch ok, weil so erst wer zugehört hat.

klar hat mit seinen aussagen recht, und wegen meinungsfreiheit etc sollte er doch beknadigt werden, denn nach aktuellem stand der dinge ist er mehr oder weniger ungefährlich.

mir reicht ein ja oder nein und wenn nein bitte ne korrektur?

danke
 
raf=gut, weil die raf hat endlich mal aufm putz gehauen. das gewalt angewendet wurde, war auch ok, weil so erst wer zugehört hat.

Ich sehe das so.
Die Menschen, die umgekommen sind (und ihre Angehörigen) tun mir leid. Aber nur so konnte die Nachricht ankommen. Mr, Anderson hat das doch sehr schön ausgeführt.

klar hat mit seinen aussagen recht, und wegen meinungsfreiheit etc sollte er doch beknadigt werden, denn nach aktuellem stand der dinge ist er mehr oder weniger ungefährlich.

Ob er Recht hat ist doch egal. Er stellt keine Gefahr mehr dar, und hat gebüßt. Also ist er meiner Meinung nach freizulassen...

MfG
trxag
 
Ich sehe das so.
Die Menschen, die umgekommen sind (und ihre Angehörigen) tun mir leid. Aber nur so konnte die Nachricht ankommen. Mr, Anderson hat das doch sehr schön ausgeführt.

das heisst dann aber auch, du legimierst terrorismus wenn die "message" die diese "gruppe" rüber bringen kann, für dich richtig ist.

richtig?nur dass, ich das auch nicht falsch versteh. geh jetzt mal von aus es stimmt so.

weiter heisst das ja dann, terrorismus ist für dich durchaus akzeptabel als politisches mittel. die opfer dabei nunja "passiert halt" bzw. gehört zum geschäft dazu - teilweise.

richtig?

das heisst dann weitergedacht, du siehst gewalt als politisches mittel an - immer vorrausgesetzt du findest die dinge natürlich richtig, für die man "kämpft".

hab ich das so richtig verstanden?

jajaja ich weiss, die franz. rev, der sieg der allierten u.v.m. waren auch politisch und auch brutal.
 
Nein @ sprudel....immer noch nicht richtig ;)

Niemand hier hat explizit diese Mittel - sprich Gewalt / Tötung - zur Durchsetzung von vllt. durchaus gerechtfertigten gesellschaftlich notwendigen Veränderungen auf Grund diverser pol. Analysen gebilligt.
Das nebenbei die Analysen der RAF tw. einen gesellschaftlichen Stellenwert hatten (oder auch noch haben), spielt dabei überhaupt keine Rolle, gelle
Es gilt eben NICHT das Motto:
Das Ergebnis rechtfertigt die Mittel

Das auch durch diese (abzulehnenden) Mittel (der RAF) - in den Medien und der öffentlichen Diskussion - ein gesellschaftlicher (Diskussions-) Prozeß in Gang kam, ist einerseits zu begrüßen, ABER anderseits NICHT zwangsläufig positiv mit dieser Art von terroristischen Aktivitäten und deren Opfern in Verbindung zu setzen !

Gewalt, dies wurde hier doch schon eindeutig benannt, ist grundsätzlich abzulehnen!
Eine Ausnahme stellt eben nur die Notwehrsituation dar.
Inwieweit Gewalt auch als politisches Instrument der Gegenwehr/Notwehr missverstanden und missbraucht werden kann, hat die Geschichte oft genug gezeigt.....
ob sie nachträglich dann als Notwehr/Widerstand (z.B. Hitlerattentat) oder als Terrorismus bezeichnet wird, liegt allzuoft ja nur im Auge des subjektiven Betrachters bzw. in der nachträglichen Anerkennung durch die jeweilige Gesellschaft, gelle
und ....diese Gedankengänge hat u.a. Neo hier auch aufgegriffen.

Zu Christian Klar's Grußworten bleibt nur zu sagen:
Sie beinhalten hier keinerlei Aufruf zur Gewalt !
Sie sind eine - in zugegebenermaßen 'antiquierter' Form gehaltene - politische Meinungsäußerung, die man teilen oder ablehnen kann...nothing more

Unser Rechtstaat hat ihn auf Grund seiner damaligen Taten rechtskräftig verurteilt und .....genau diese Rechtsstaatlichkeit sieht nach dem Verbüßen eines gewissen Teils seiner Strafe auch Hafterleichterungen bis hin zur Haftverschonung (Begnadigung) nach angemessener Frist vor.
Dasselbe Urteil hat ihn allerdings nie verpflichtend zu tätiger 'Reue' in Worten oder Taten verurteilt.
Zudem...sein Grußwort zu einem politischen Kongreß nahm natürlicherweise zum dortigen Thema Stellung....und nicht zu seinen ehemaligen Taten.
Inwieweit Christian Klar sich anderweitig zu Reue und Schuld geäußert hat, entzieht sich bis jetzt unserer Kenntnis,
ist aber bzgl. o.g. Haftveränderungen völlig irrelevant und darf insofern nicht zu nachträglichen 'Korrekturen' bei seiner Strafe führen.
Denn dies hiesse ja:
es würde je nach Gusto und aktueller öffentlicher Meinung nicht Jeder vor dem Gesetz gleich behandelt.....
das dies - nach neuerer Ansicht der Öffentlichkeit - manchmal oder öfters eh nicht geschieht (Ackermann/Hartz) darf grundsätzlich dabei keine Rolle spielen ;)

@ trxag
Deine Differenzierung zum Begriff Mörder / Mittäter teile ich, auch wenn Neo es hier lediglich drastisch auf den Punkt gebracht hat ;)
und
zu dem von Dir eingeforderten
Beispiel, welche perfekte Theorie kurzzeitig umgesetzt existiert hat
lass mich - mit meiner Meinung nach guten Beispielen - für ihn mal in die Bresche springen

Der spanische Anarchosyndikalismus
ist für mich ein solch - leider recht kurzer - geschichtlicher Moment, der sowohl durch den faschistischen Franko (unter Mithilfe Hitler's), wie auch durch bewußte Verweigerung von Hilfe des stalinistischen Russlands zerschlagen wurde !
Desweiteren liessen sich die (Bremer) Räterepublik, der Widerstand im Ruhrgebiet während des Kappputsches sowie die Linke Bewegung in Norditalien vor, sowie im Widerstand gegen Mussolini bis hin zu seiner Beseitigung noch während des Weltkrieges nennen.
Auch die portugiesische 'Nelkenrevolution' Ende der siebziger Jahre schließt in gewisser Weise an diese Tradition an.
Leider werden derartige Prozeße von der linken, rechten wie allgemeinen Geschichtsschreibung weitgehend unerwähnt gelassen...warum...überlasse ich hier auch mal der Phantasie des Lesers :)
 
ich sehe unser politisches system durchaus als suboptimal an, allerdings halte ich es für eines der kleineren übel (man möge mir den populismus verzeihen:) ).
auch wenn ich dieser diskussion keine neuen impulse beisteuern kann, so will ich doch allen beteiligten meinen dank aussprechen. denn eine opposition, sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher ebene ist das lebenselixier einer jeden demokratie. denn ohne fortwährendes kritisches hinterfragen der handlungen, der in führungspositionen befindlichen menschen, sowie der bestehenden gesetzeswerke, wäre eine demokratie zum scheitern verurteilt, denn in dieser welt laufen so viele dynamische prozesse ab und kommen neue entwicklungen auf(zb. globalisierung), dass selbst ein "perfektes system" anpassungen vornehmen muss.
also nochmal an dieser stelle meinen dank an all die von euch, die hier gepostet haben und versuchen sich differenziert und reflektiert über solch wichtige themen auszutauschen. kritikfähige bürger braucht unser land:drum:


ps:ich verabscheue die taten der raf-mitglieder zutiefst und es betrübt mich sehr, dass Mr, Anderson hier eine formulierung wie "reue ist christlich" benutzt, denn für dich steht doch das wohl der menschen über dem glauben an bestimmte systeme, oder? wie kannst du dann das wohl bestimmter, jetzt noch nachteilig behandelter menschen über das wohl von menschen stellen, die mit dem von dir kritisierten system konform gehen?
nach dem von dir wohl kaum zu widerlegenden gleichheitsgrundsatz kann man kein leben über das eines anderen stellen. wie kann es dann sein, dass du im extremfall legitimieren würdest, das wohl vieler über das einiger weniger zu stellen?


aber jetzt auch genug davon! ich hoffe einfach, dass ihr, egal welche ideologie ihr vertretet, nie vergesst, dass es am ende immer die menschen sind, um die es geht und dass andere ansichten jemanden nicht zu deinem feind machen müssen, geschweige, dass man ihnen gewalt antun muss, um ein exempel zu statuieren. vertraut auf die macht der worte und auch wenn alle müh dann vergebens war, ist das immer noch besser, als einem menschen das leben genommen zu haben, um sein ziel zu erreichen.
untätigkeit ist verachtenswert, aber mord ist, egal um welches system es geht und in welchem er sich abspielt, ein verbrechen, das mit nichts zu rechtfertigen ist!

am ende nochmal: danke an alle beteiligten, dass ihr bereit seid, nachzudenken, wie man unsere gesellschaft besser machen kann.
 
aber mord ist, egal um welches system es geht und in welchem er sich abspielt, ein verbrechen, das mit nichts zu rechtfertigen ist!

Aber darum geht es doch eigentlich nicht. Es will doch hier "fast" keiner den Mord rechtfertigen.

Es geht doch darum, dass die GEsellschaft der Meinung ist, dass er seine Strafe verbüßt haben könnte und jetzt begnadigt werden kann. Und es geht darum, zu prüfen, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen


Und eigenltich müsste jetzt geprüft werden, ob nach wie vor Gefahr von ihm ausgeht. Es müsst geprüft werden, ob er weiterhin gewaltbereit ist. Tatsächlich sieht es aber so aus, als ob nur seine linke Gesinnung geprüft wird. Und das ist eigentlich nicht rechtens.
 
Tatsächlich sieht es aber so aus, als ob nur seine linke Gesinnung geprüft wird. Und das ist eigentlich nicht rechtens.

Im Grunde genommen ist diese Aussage so nicht richtig.
Ich denke diejenigen, die im Endeffeckt tatsächlich über die Begnadigung zu entscheiden haben, werden sich in der Öffentlichkeit bis zur Entscheidung darüber gar nicht äussern. Verbessert mich wenn ich da sonst was nicht mitbekommen habe.
Alles andere sind Meinungen von Menschen wie du und ich, die genauso wie wir hier ihre Ansichten mitteilen.
Persönlich würde mich interessieren, ob man sich für die Begnadigung eines andersartigen Täters, wie zum Beispiel eines Kindermörders ähnlich einsetzen würde. Auch diese werden in den Medien sicherlich nicht rein objektiv präsentiert. Aber ich denke ein weiterführender Vergleich würde dieses Thema noch weiter auseinaderdriften lassen.
 
@ Surfix ;)
Ich greife mal auch dazu diesen Satz von Mc Kilroy auf
eigentlich müsste jetzt geprüft werden, ob nach wie vor Gefahr von ihm ausgeht
denn dies ist doch der "springende Punkt" bzgl. aller Veränderungen im Strafvollzug.
Aber auch hier gilt - nach Meinung mancher Leute: 'leider' - ein wesentlicher Grundsatz unseres Rechtssystems:
Im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten

Natürlich muss sowohl im Fall von Christian Klar als auch z.B. bei Anderen die Gemeinschaft (evtl. noch) gefährdenden Menschen möglichst genau auf eine noch bestehende Gewaltbereitschaft geprüft werden.

Nur dies ist ohne Gedankenleserei und reale Zukunftsvoraussicht kaum jemals objektiv zu gewährleisten.
Auch hier machen Menschen immer mal Fehler, weil sie
- oft alleine (alleingelassen) vor derartigen Entscheidungen stehend
- immer nur relativ - unter Bezug auf (subjektives) bestehendes Wissen um diese Person - urteilen können
- und oft auch dem Einfluß der nur teilweise informierten Medien oder Öffentlichkeit unterworfen sind.

Da zudem in der Öffentlichkeit und den Medien dann eben oft nur diese (vereinzelt vorkommenden) Fehler (Fehleinschätzungen) breitgetreten werden, aber die breite Masse der - sich auch zum positiven hin - Veränderten kaum einmal wahrgenommen wird,
wird oft vorschnell nach härteren Konsequenzen gerufen bzw. auch ein Vorurteil gebildet.
Bei den von Dir als Beispiel genannten (kranken) Triebtätern gilt dies genauso, wie bei anderen Straftätern.

In anderen Fällen wird allerdings häufig auch zweierlei Maß angelegt.

Denn inwieweit unterscheidet sich in letzter Konsequenz ein Täter, der betrunken einen Menschen überfährt/tötet von einem ebenso durch Krankheit/Sucht gehandikapten Sexualmörder oder einem durch Ideologien blind agierendem Terroristen.
Für mich eine sehr schwierige Frage, denn am Ende dieser Handlungen stehen immer Tote und trauernde Hinterbleibene, die mit diesen Schicksalschlägen fertig werden müssen....
denn ....
kann man den o.g. Tätern in jedem Fall immer bewußtes, durchdachtes, vorbedachtes Handeln hundertprozentig zuordnen bzw. nachweisen ?
 
Ich denke diejenigen, die im Endeffeckt tatsächlich über die Begnadigung zu entscheiden haben, werden sich in der Öffentlichkeit bis zur Entscheidung darüber gar nicht äussern.

Es ist derjenige.

Und derjenige wird sich vorher sicher nicht äußern, derjenige wird aber durch das beeinflusst, was in den Medien vor sich geht. Und derjenige wird sich hüten, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.


dichter76 schrieb:
deshalb kann er erzählen und meinen was er will, der typ sollte nie wieder die sonne sehen - mörder bleibt mörder.

Ich versuch jetzt mal mit einem Beispiel das Problem dieser Denkweise zu verdeutlichen:

Wenn ein Attentat auf Hitler (oder auch Saddam oder auch ...) geklappt hätte, dann wäre derjenige, dem es gelungen wäre, logischerweise ein Mörder. Und da Mörder bleibt Mörder hätte derjenige mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe oder mit dem Tod (wie es sich manche wünschen) bestraft werden müssen. Ist doch logisch, oder?


Irgendwie hängt doch alles von dem Standpunkt des Betrachters ab.


Deshalb müsste man sich eigentlich mal auf einen völlig neutralen Standpunkt zurückziehen und solche Sachen von da betrachten.
 
Und eigenltich müsste jetzt geprüft werden, ob nach wie vor Gefahr von ihm ausgeht. Es müsst geprüft werden, ob er weiterhin gewaltbereit ist. Tatsächlich sieht es aber so aus, als ob nur seine linke Gesinnung geprüft wird. Und das ist eigentlich nicht rechtens.

da geb ich dir völlig recht, aber der einzige auslöser für seine gewaltbereitschaft waren doch die missstände in unserer gesellschaft bzw. dass sein weltbild im krassen widerspruch zu den tatsächlichen gegebenheiten stand. wenn man sich jetzt seine aktuellen aussagen anschaut, so liegt dieses missverhältnis anscheinend noch in fast dem gleichen maße vor. was widerum impliziert, dass er handlungsbedarf sieht und seine handlungen waren nunmal äußerst gewalttätig.

grundsätzlich ist es sicherlich völlig falsch, bei einem gnadengesuch nach politischer gesinnung zu entscheiden, aber hier verhält es sich(rein exemplarisch!) wie zb. mit einem pädophilen. es wird untersucht, ob das verlangen noch besteht. im fall von christian klar ist das verlangen, die gesellschaft unter allen umständen zu verändern, was ja gleichbedeutend mit seiner gesinnung ist.
sein einziger antrieb für gewalttaten, also seine verachtung unserer gesellschaftsmechanismen, sind noch in dem maße vorhanden wie früher...warum sollte er also weniger radikale mittel als wirksam ansehen, wenn die missstände noch ebenso groß sind wie früher? warum also sollte sich seine gewaltbereitschaft gemindert haben?
mal ganz davon abgesehen, welchen einfluss es auf die jungen menschen haben könnte, die ebenfalls einer linken gesinnung fröhnen, wenn ein mörder vor ihnen steht und reden verliest und er und seine handlungen von ihnen glorifiziert werden...werden sie dann noch in der lage sein differenziert und mit der gewissen, ihnen eigenen, geschichtlichen distanz, über seine handlungen zu reflektieren?...denk mal bitte darüber nach...

edit:
quote by mckilroy:
"Wenn ein Attentat auf Hitler (oder auch Saddam oder auch ...) geklappt hätte, dann wäre derjenige, dem es gelungen wäre, logischerweise ein Mörder. Und da Mörder bleibt Mörder hätte derjenige mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe oder mit dem Tod (wie es sich manche wünschen) bestraft werden müssen. Ist doch logisch, oder?"

du vergleichst die ermordung zweier massenmörder und schlimmsten tyrannen, die die menschheit je gesehn hat, mit der ermordung von geschäftsläuten?
entschuldige bitte, aber da hörts bei mir auf!
 
Es ist derjenige.

Und derjenige wird sich vorher sicher nicht äußern, derjenige wird aber durch das beeinflusst, was in den Medien vor sich geht. Und derjenige wird sich hüten, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

Sicher ist es "einer" der zu entscheiden hat, sicher ist aber auch, das er Berater haben wird. Ich glaube mal nicht das er auch für pädagogische Gutachten federführend sein soll.
Was die Beeinflussung betrifft, so sehe ich das relativ. Erstens ist sie nicht zu vermeiden, Beeinflussung findet immer und überall statt und es ist seine Aufgabe, seine Entscheidungen so frei wie möglich davon zu treffen. Bei ihm bin ich mir auch ziemlich sicher, das er weniger nach populistenschen Kriterien handelt. Das er sich wie ein Wetterfähnchen bisher in seinem Amt verhalten hat, kann man ihm wohl bisher noch nicht vorwerfen.
Ich denke Herr Klar wird mit Abstand eine fairere Behandelung erfahren, als er selber anders denkende behandelte!
 
GRRR....:(
@ LBJ 23
Jetzt schmeisst Du aber Fakten und Mutmassungen/Interpretationen wunderschön durcheinander :(

Ich dachte wirklich, wir wären schon weiter !

Ad 1
Annahmen sind keine Beweise, sondern oft/zumeist...nur Vorurteile ;)
Aus Ausagen eines Menschen auf seine zukünftigen Taten zu schliessen, ist sehr suspekt....ja, im Nachherein ist man ja vllt. in seltenen Fällen schlauer, aber...vorher ?
Man könnte bei Ch. Klar's Äußerungen etwas Ähnliches daraus schliessen...ja...aber genauso wäre das Gegenteil denkbar.
Woraus begründest Du denn dann 'de facto' quasi eine Verurteilung ?

Ad 2
In einer früheren post hast Du Mord als etwas mit nichts zu Rechtfertigendem abgelehnt....
ergo...trifft dieser (Mord)Vergleich zwar Emotionen, ist aber für sich logisch begründet
Du hingegen misst jetzt plötzlich mit zweierlei Maß, in dem Du Tyrannenmord in eine andere Schublade packst als 'normalen' Mord....
fällt Dir der Widerspruch nicht auf......
dieses Dilema hat Mr, Anderson auch schon Kritik eingetragen.
Denn auch hier ist eben nur Deine subjektive Sichtweise der Zensor

Objektiv betrachtet bleibt Mord/Gewalt eben Mord/Gewalt
Wer daraus dann - je nach Gusto und Gesinnung - etwas anderes macht,
begibt sich erstens auf unlogisches, zweitens auf ideologisches, und drittens eben auf sehr subjektiv gefärbtes Pflaster.
Damit verschone mich bitte....
Mit dergleichen sind Holocaust und andere Verbrechen auch schon vorab gerechtfertigt worden....eben je nach Sichtweise :rolleyes:

Denn wer nur die nachträgliche Betrachtungsweise/Wertung der Geschichtsbücherweisheiten als massgeblich betrachtet, landet allzuoft in Szenarien wie Orwells '1984' oder anderen Geschichtsfälschungen diverser Diktaturen und Gewaltregime.
Ergo...Rechtfertigungen sind also ein höchst zweischneidiges Schwert.
 
Denn wer nur die nachträgliche Betrachtungsweise/Wertung der Geschichtsbücherweisheiten als massgeblich betrachtet, landet allzuoft in Szenarien wie Orwells '1984' oder anderen Geschichtsfälschungen diverser Diktaturen und Gewaltregime.

Ganz genau. "1984" ist sehr zu empfehlen, wenn man etwas über die Problematik von Geschichte und Gewalt lernen will.

Ich denke Herr Klar wird mit Abstand eine fairere Behandelung erfahren, als er selber anders denkende behandelte!
Nun ja, wieder eine Annahme...
Warten wir mal ab, was passieren wird. Ich bin mir da nämlich nicht so sicher...
Ich hoffe natürlich, dass er freigelassen wird, weil die Medien dann nichts mit ihrem Geheule erreicht hätten...

MfG
trxag
 
schön das das Thema während meiner Abwesenheit so qualitativ hochwertig weitergeführt wurde. :)

@ trxag - Post 40
Gib mir mal ein Beispiel, welche perfekte Theorie kurzzeitig umgesetzt existiert hat
Es gab einige Leute die versucht haben ein System für das Volk durchzusetzen, nur sind sie nach kurzem Erfolg entweder abgetzt worden oder haben sich selbst zu jemand schlechteren verändert.
Namen kann ich dir Moment leider nicht nennen, es gab sowohl bei den Kelten als auch bei den Griechen ein paar erfolgreiche Anläufe.

Ich finde, diese Sache solltest du differenzierter sehen. Nenn uns meinetwegen Mitmörder oder sowas, aber nicht einfach nur Mörder.
Ob jetzt Mitmörder oder Mörder finde ich in der Tat egal, da wir immer schuldig sind.
Und ich glaube schon das wir Mörder und nicht nur Mitmörder sind, denn wir wissen ganz genau, das wenn wir dies und jenes tun, dadurch einen Menschen direkt schädigen.
Natürlich stoßen wir ihm nicht den Dolch ins Herz, aber wenn hundert Menschen einen anderem jeweils eine kleine Dosis Gift geben und dieser dann an der Gesamtmenge stirbt, sind alle Mörder.

Es gibt tatsächlich Menschen in Europa, die keine Mörder in dem von dir postulierten Sinne sind... die sich bemühen, die Welt fairer zu machen und dabei auf unsere "sündigen" Genüsse verzichten...
Klar, da gibt es einige. :)
Nur sehe ich diese nicht unbedingt als Teil der Gesellschaft an, da sie sich ja auch ausdrücklich davon distanzieren und dagegen wirken.


@ muesli - Post 45

Danke muesli für die Erklärung an Sprudel, das drückt (zumindest größtenteils :D) meine Meinung aus.
Und auch für die Beispiele, da kannte ich viele selbst noch nicht. ;)


@ LBJ 23 - Post 46
nach dem von dir wohl kaum zu widerlegenden gleichheitsgrundsatz kann man kein leben über das eines anderen stellen. wie kann es dann sein, dass du im extremfall legitimieren würdest, das wohl vieler über das einiger weniger zu stellen?
Ganz einfach, wenn wir jedem Leben dem Wert x geben, können wir mathematisch sagen, das es insgesamt besser ist, wenn 3 Menschen sterben, als wenn 20 sterben. Eben gerade weil alle gleich sind.

Ich weiß, das ist nicht immer leicht zu verstehen, insbesondere wenn es unschuldige Leben sind/wären, aber meiner Meinung nach ist das beste für jeden einzelnen Menschen das Wohl der gesamten Menschheit, da mathematisch gesehen so wieder jeder einzelne am meisten profitiert. :)

und es betrübt mich sehr, dass Mr, Anderson hier eine formulierung wie "reue ist christlich" benutzt, denn für dich steht doch das wohl der menschen über dem glauben an bestimmte systeme, oder?
Ich habs mir grade nochmals bei Reue - Wikipedia durchgelesen und Reue ist in der Tat nicht durch die Religionen bedingt, mein Fehler.
Allerdings wurde es von den Religionen missbraucht, und dadurch zu etwas anderem gemacht, als es war.
Denn heute verbinden die meisten Reue mit Schuldgefühlen, die sie zu empfinden haben, weil sie eine bestimmte Tat getan haben, die von einer Gruppe, derer sie zugehören, als schlecht empfunden werden.
Die wahre Reue ist jedoch die Selbsterkenntnis und nicht die Aufdrängung.

untätigkeit ist verachtenswert, aber mord ist, egal um welches system es geht und in welchem er sich abspielt, ein verbrechen, das mit nichts zu rechtfertigen ist!
Untätigkeit ist, zumindest wenn sie zu Mord führt, mit diesem gleichzusetzen.
Ob ich einen Menschen töte indem ich etwas tue oder indem ich es nicht verhindere, ist meiner Meinung nach das gleiche.
In beiden Fällen führe ich die Ermordung eines Menschen herbei, legidlich die Handlung ist eine andere.

am ende nochmal: danke an alle beteiligten, dass ihr bereit seid, nachzudenken, wie man unsere gesellschaft besser machen kann.
dem schließe ich mich mal an :)


@ McKilroy - Post 50
Deshalb müsste man sich eigentlich mal auf einen völlig neutralen Standpunkt zurückziehen und solche Sachen von da betrachten.
Diese Objektivität, die wir alle gerne erreichen würden, könnte man vermutlich mit dem Stein der Weißen vergleichen, den im Grunde ist beides das gleiche. ;)


@ LBJ 23 - Post 51
"Wenn ein Attentat auf Hitler (oder auch Saddam oder auch ...) geklappt hätte, dann wäre derjenige, dem es gelungen wäre, logischerweise ein Mörder. Und da Mörder bleibt Mörder hätte derjenige mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe oder mit dem Tod (wie es sich manche wünschen) bestraft werden müssen. Ist doch logisch, oder?"
du vergleichst die ermordung zweier massenmörder und schlimmsten tyrannen, die die menschheit je gesehn hat, mit der ermordung von geschäftsläuten?
entschuldige bitte, aber da hörts bei mir auf!
Warum?
Das ist es doch genau worum es geht.
Christian Klar sah in den "Geschäftsleuten" Massenmörder, und das wohl nicht ganz zu unrecht.
Sie haben genauso wie Hitler oder Saddam oder sonstwer (meistens) nur indirekt gemordet.

Aus unserer Sicht mag alles klar erscheinen, Hitler ist ein Mörder, Schleyer ein Opfer, da wir es so eingebleut bekommen und nach gewissen Denkmustern handeln.
Aber das ist alles subjektiv.
Wie sieht es da objektiv aus?


So das wars erstmal. :D

Nacher lese ich mir das ganze dann nochmals in Ruhe durch, da kommt dann wahrscheinlich nochmal das eine oder andere. :)

mfg
neo
 
In einer früheren post hast Du Mord als etwas mit nichts zu Rechtfertigendem abgelehnt....
ergo...trifft dieser (Mord)Vergleich zwar Emotionen, ist aber für sich logisch begründet
Du hingegen misst jetzt plötzlich mit zweierlei Maß, in dem Du Tyrannenmord in eine andere Schublade packst als 'normalen' Mord....
fällt Dir der Widerspruch nicht auf......
dieses Dilema hat Mr, Anderson auch schon Kritik eingetragen.
Denn auch hier ist eben nur Deine subjektive Sichtweise der Zensor

Objektiv betrachtet bleibt Mord/Gewalt eben Mord/Gewalt
Wer daraus dann - je nach Gusto und Gesinnung - etwas anderes macht,
begibt sich erstens auf unlogisches, zweitens auf ideologisches, und drittens eben auf sehr subjektiv gefärbtes Pflaster.
Damit verschone mich bitte....

oki, ich entschuldige mich dafür, denn deine argumentation ist schlüssig und ich gesteh hier meinen fehler gerne ein!:)
da kann man sagen, dass muesli, das subversive element:D , mich doch glatt "umgedreht" hat;)
ne scherz beiseite, in dem punkt hast du recht und ich möchte die diskussion auch nicht weiter aufhalten!
 
@trxag

"Ich denke" beinhaltet, das es eine Annahme ist.
Schön das du das feststellst ;)

Ich bin allerdings auch froh, wenn dieser Mann freikommt. Die Aufmerksamkeit, die ihm im Momment zu Teil wird, steht ihm bei weitem nicht zu. Er ist Geschichte und wird es auch bald wieder sein.

Zitat: Vor fast 28 Jahren, am 14. Mai 1970, entstand in einer Befreiungsaktion die RAF. Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte

mit abschliessendem Gruss
Surffix
 
Ich bin allerdings auch froh, wenn dieser Mann freikommt. Die Aufmerksamkeit, die ihm im Momment zu Teil wird, steht ihm bei weitem nicht zu. Er ist Geschichte und wird es auch bald wieder sein.
Er mag Geschichte sein, aber dennoch können wir für immer von ihm, bzw der RAF, genauso wie aus den vielen anderen Ereignissen der Geschichte lernen und uns dadurch verbessern.
Bzw könnten wenn wir nur wöllten. :(

mfg
neo
 
Wenn wir nur wÖllten ^^

Im Übrigen streite ich diese Aussage ab!
Die Menschheit als Gesamtheit wird wohl nie wirklich groß dazulernen...
Wir, die etwas gebildeteren lernen daraus einigeres, aber wir sind nicht die Mehrheit.
Aber ist ein anderes Thema...

MfG
trxag
 
Die Menschheit als Gesamtheit wird wohl nie wirklich groß dazulernen...
Deswegen sagte ich könnten, wenn wir wöllten. ;)

Wir, die etwas gebildeteren lernen daraus einigeres, aber wir sind nicht die Mehrheit.
Es hat weniger was mit Bildung zu tun, auch wenn diese wichtig ist, sondern mehr mit der Bereitschaft sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen und Fehler zu erkennen.

mfg
neo
 
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Für weitere Antworten geschlossen.

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