Lange genug habe ich mich zurückgehalten und meinen Mund gehalten. Es ist schier unglaublich, welch verwegene Thesen hier einerseits zum Besten gegeben werden, aber andererseits auch noch erwartet wird, daß man es Ernst nimmt. Im Vergleich dazu scheint die Quadratur des Kreises ein einfaches Unterfangen zu sein.
Zunächst einmal ein kleiner Exkurs zum Thema Ursache und Wirkung. Wenn man Menschen lange genug ausgrenzt oder anderweitig traktiert, dann neigen sie nun einmal dazu, sich erst vereinzelt, später aber massiv zur Wehr zu setzen. Dies gilt ebenso für Gruppen von Menschen, ebenso für (nationale und auch andere) Minderheiten.
Daß dieser Widerstand aufgrund der Unverhältnismäßigkeit der Mittel mitunter von tiefer Hilflosigkeit geprägt ist verwundert dabei allerdings kaum. Je unorganisierter der Widerstand, je krasser das Verhältnis der angeblich gewährten Autonomie zur erlebten Realität, desto krasser auch die Reaktionen darauf, bis hin zum blanken Fanatismus. Aber auch hier sollte man keinesfalls vergessen: ohne Ursache keine Wirkung.
Widerstand lässt sich nicht einfach so brechen und schon gar nicht verbieten, geschichtliche Beispiele dafür gibt es zuhauf. Man muß an den Ursachen des Widerstandes arbeiten, wenn man ihn bekämpfen will, alles andere ist auf Dauer zum Scheitern verurteil.
Die Briten haben mehrere Jahrhunderte lang versucht, das, was sich heutzutage IRA nennt, erfolglos zu verbieten. Erst ein Dialog mit der IRA hat dazu geführt, daß sich die Situation dort langsam, aber nachhaltig ändert. Je mehr Kompromißbereitschaft (auf beiden Seiten), desto nachhaltiger die Erfolge. Erst der Abbau altbewährter Feindbilder bewirkt ein Auflockern der Fronten bis hin zur (hoffentlich gegenseitigen) Integration oder gar möglicherweise Assimilation.
In Nahost ist es durchaus vergleichbar. Angefangen bei radikal-orthodoxen Siedlern, welche sich Land nahmen, wie es ihnen gerade in den Kram passte, und welche ursprünglich von der Regierung, also letztendlich auch von der Armee auch noch unterstütz wurden, trat man die Rechte aller anderen, die nun einmal auch dort lebten, mit Füßen. Auf die historische Entwicklung durch Briten und andere möchte ich nicht näher eingehen, dann kommt man leicht vom Hundertsten ins Tausendste und letztendlich tut es doch nichts zur Sache.
Also zurück zu den Siedlern. Hätten sie sich nicht wie die Axt im Walde verhalten, es gäbe heutzutage keine Organisationen wie z.B. die Hamas oder aber sie hätten kaum Zulauf und wären völlig unbedeutend. Das heißt nicht, daß man für alles Verständnis haben muß, was die Hamas macht, aber zumindest sollte man erstehen, warum es sie gibt.
Nur macht erfinderisch und je mehr Druck Israel auf die dort lebenden Palestinenser ausübt, desto 'erfinderischer' werden diese zwangsläufig. Wie sich Konflikte auf diese Weise lösen hat schon der Kalte Krieg deutlich gezeigt, er verschwendet Resourcen, welche im Aufbau des Landes (für beide Seiten!) besser angelegt wären, radikalisiert die Situation völlig unnötig und führt auf Dauer dazu, daß beide Seiten die Verlierer sind.
Aber es gibt auf beiden Seiten nicht wenige Menschen, die fest daran glauben, daß es auf Dauer nur einen einzigen Weg gibt, dort gemeinsam zu überleben. Auch ich bin fest davon überzeugt und damals fehlte nicht viel und ich wäre einer von denen geworden, welche dort fest dafür eingestanden sind, daß beide Seiten dort ein Lebensrecht haben, aber letztendlich hat sich meine Vita anders ergeben.
Auf beiden Seiten haben viele ihren Glauben, daß eine Einigung möglich ist, mit dem Leben bezahlen müssen, aber auch für jeden, der dabei umkommt, wächst mindestens einer nach, der weitermacht. Genau das macht mir Mut, daß es nicht aussichtslos ist, im Kampf gegen Intoleranz und Fanatismus weiterzumachen und nicht aufzugeben.
Es geht nicht um Schuld oder Nichtschuld (auch wir Europäer haben übrigens gehörig zum derzeitigen Konflikt beigetragen), es geht um Ursache und Wirkung oder Sein oder Nichtsein. Und daran ändert auch ein Krieg nichts.
Gruß Konradin
Es mag schon sein, daß sie kurzen Prozeß machen wollten, aber allein diese Illusion als mögliche Realität darzustellen ist schon ein Dogmatismus allererster Güte. Ebenso müsste man (wohlgemerkt auch hier in Deutschland!) jedes Kind gleich an die Wand stellen, das mit dem Spielzeuggewehr herumfuchtelt und mit dem Kopf durch die Wand will, um sich vor ihm zu 'schützen'. Ein hoffnungsloses Unterfangen.
Nein, liebe Carmen, du treibst mit deiner sauberen 'Argumentation' die Gewaltspirale entschieden weiter nach oben, sonst nichts. Das ist genau die Unterstützung, welche eine isralische Armee bedarf, um weiter einen Menschen nach dem anderen zu töten ohne sich auch nur der geringesten Schuld bewusst sein zu müssen. Sorry, aber viel Verständnis habe ich für diese nicht gerade subtile Art der Kriegstreiberei nicht.
Und weil die zweitausend Jahre lang unterdrückt wurden haben sie heute das Recht, andere (daran unschuldige) zu unterdrücken? Gerade mit ihrer speziellen Geschichte sollten sie es verstehen.
Zunächst einmal ein kleiner Exkurs zum Thema Ursache und Wirkung. Wenn man Menschen lange genug ausgrenzt oder anderweitig traktiert, dann neigen sie nun einmal dazu, sich erst vereinzelt, später aber massiv zur Wehr zu setzen. Dies gilt ebenso für Gruppen von Menschen, ebenso für (nationale und auch andere) Minderheiten.
Daß dieser Widerstand aufgrund der Unverhältnismäßigkeit der Mittel mitunter von tiefer Hilflosigkeit geprägt ist verwundert dabei allerdings kaum. Je unorganisierter der Widerstand, je krasser das Verhältnis der angeblich gewährten Autonomie zur erlebten Realität, desto krasser auch die Reaktionen darauf, bis hin zum blanken Fanatismus. Aber auch hier sollte man keinesfalls vergessen: ohne Ursache keine Wirkung.
Widerstand lässt sich nicht einfach so brechen und schon gar nicht verbieten, geschichtliche Beispiele dafür gibt es zuhauf. Man muß an den Ursachen des Widerstandes arbeiten, wenn man ihn bekämpfen will, alles andere ist auf Dauer zum Scheitern verurteil.
Die Briten haben mehrere Jahrhunderte lang versucht, das, was sich heutzutage IRA nennt, erfolglos zu verbieten. Erst ein Dialog mit der IRA hat dazu geführt, daß sich die Situation dort langsam, aber nachhaltig ändert. Je mehr Kompromißbereitschaft (auf beiden Seiten), desto nachhaltiger die Erfolge. Erst der Abbau altbewährter Feindbilder bewirkt ein Auflockern der Fronten bis hin zur (hoffentlich gegenseitigen) Integration oder gar möglicherweise Assimilation.
In Nahost ist es durchaus vergleichbar. Angefangen bei radikal-orthodoxen Siedlern, welche sich Land nahmen, wie es ihnen gerade in den Kram passte, und welche ursprünglich von der Regierung, also letztendlich auch von der Armee auch noch unterstütz wurden, trat man die Rechte aller anderen, die nun einmal auch dort lebten, mit Füßen. Auf die historische Entwicklung durch Briten und andere möchte ich nicht näher eingehen, dann kommt man leicht vom Hundertsten ins Tausendste und letztendlich tut es doch nichts zur Sache.
Also zurück zu den Siedlern. Hätten sie sich nicht wie die Axt im Walde verhalten, es gäbe heutzutage keine Organisationen wie z.B. die Hamas oder aber sie hätten kaum Zulauf und wären völlig unbedeutend. Das heißt nicht, daß man für alles Verständnis haben muß, was die Hamas macht, aber zumindest sollte man erstehen, warum es sie gibt.
Nur macht erfinderisch und je mehr Druck Israel auf die dort lebenden Palestinenser ausübt, desto 'erfinderischer' werden diese zwangsläufig. Wie sich Konflikte auf diese Weise lösen hat schon der Kalte Krieg deutlich gezeigt, er verschwendet Resourcen, welche im Aufbau des Landes (für beide Seiten!) besser angelegt wären, radikalisiert die Situation völlig unnötig und führt auf Dauer dazu, daß beide Seiten die Verlierer sind.
Aber es gibt auf beiden Seiten nicht wenige Menschen, die fest daran glauben, daß es auf Dauer nur einen einzigen Weg gibt, dort gemeinsam zu überleben. Auch ich bin fest davon überzeugt und damals fehlte nicht viel und ich wäre einer von denen geworden, welche dort fest dafür eingestanden sind, daß beide Seiten dort ein Lebensrecht haben, aber letztendlich hat sich meine Vita anders ergeben.
Auf beiden Seiten haben viele ihren Glauben, daß eine Einigung möglich ist, mit dem Leben bezahlen müssen, aber auch für jeden, der dabei umkommt, wächst mindestens einer nach, der weitermacht. Genau das macht mir Mut, daß es nicht aussichtslos ist, im Kampf gegen Intoleranz und Fanatismus weiterzumachen und nicht aufzugeben.
Es geht nicht um Schuld oder Nichtschuld (auch wir Europäer haben übrigens gehörig zum derzeitigen Konflikt beigetragen), es geht um Ursache und Wirkung oder Sein oder Nichtsein. Und daran ändert auch ein Krieg nichts.
Gruß Konradin
Auch dann würde es so nicht funktionieren, die Waffen allein sind es nicht, welche der Hamas fehlen. Ihnen fehlt das Personal, damit hinreichend umzugehen, die Instruktoren, die Logistik, kurzum, die Hamas ist kein ebenbürtiger Gegner für die israelische Armee.Carmen schrieb:Ich habe den Eindruck gewonnen, das die Hamas, wenn sie die Waffen hätte die Israel hat, sofort kurzen Prozess machen würde!
Es mag schon sein, daß sie kurzen Prozeß machen wollten, aber allein diese Illusion als mögliche Realität darzustellen ist schon ein Dogmatismus allererster Güte. Ebenso müsste man (wohlgemerkt auch hier in Deutschland!) jedes Kind gleich an die Wand stellen, das mit dem Spielzeuggewehr herumfuchtelt und mit dem Kopf durch die Wand will, um sich vor ihm zu 'schützen'. Ein hoffnungsloses Unterfangen.
Nein, liebe Carmen, du treibst mit deiner sauberen 'Argumentation' die Gewaltspirale entschieden weiter nach oben, sonst nichts. Das ist genau die Unterstützung, welche eine isralische Armee bedarf, um weiter einen Menschen nach dem anderen zu töten ohne sich auch nur der geringesten Schuld bewusst sein zu müssen. Sorry, aber viel Verständnis habe ich für diese nicht gerade subtile Art der Kriegstreiberei nicht.
Und weil die zweitausend Jahre lang unterdrückt wurden haben sie heute das Recht, andere (daran unschuldige) zu unterdrücken? Gerade mit ihrer speziellen Geschichte sollten sie es verstehen.