Schorschinho, Du selbst ermahnst doch dazu, daß man das vom Papst gebrauchte Zitat nicht aus dem Zusammenhang gerissen bewerten solle, doch gleichzeitig stützt Du die These eines Gewalt propagierenden Islam auf einige total aus dem Kontext gerissene Suren. Will man aber die Aussage richtig deuten, muss man sowohl die Suren davor als auch die Suren danach mit berücksichtigen, da die eigentliche Aussage durch das Weglassen ganzer Passagen und dem damit einhergehenden Übersehen des Gesamtkontexts total verfälscht dargestellt wird. Wäre jemandem dran gelegen, das Christentum schlecht dastehen lassen zu wollen, wäre es genauso möglich, aus der Bibel Textstellen aus dem Zusammenhang zu zitieren, die den Anschein erwecken, die Bibel würde zu Mord und Totschlag aufrufen und das Christentum sei eine Gewalt propagierende Religion.
Desweiteren sind Deine Übersetzungen teilweise einfach fehlerhaft. Schon alleine auch aus dem Grund, weil jede Übersetzung auch schon eine Interpretation bzw. eine Wertung beinhaltet, die die persönliche Meinung des Übersetzers widerspiegelt. Ein Beispiel wäre das in Deinen Übersetzungen ständig auftauchende Wort "Ungläubige". Im Koran gibt es dort eine sehr feine Unterscheidung des Begriffs mit verschiedenen Worten, so wird z.B. zwischen Heide, Götzendienern, Andersgläubigen, Falschgläubigen und Schriftbesitzer bzw. Teilgläubigen unterschieden, in Deinen hier aufgeführten Übersetzungen aber meist einfach ohne zu differenzieren als "Ungläubige" übersetzt. Das erweckt dann natürlich auf einen Islam unkundigen Leser den Eindruck, als würde der Koran auch zu Gewalt gegen Christen und Juden aufrufen, Kriegen gegen Christen, Juden, christliche und jüdische Staaten gutheissen. bzw. eine aggressive Missionierung propagieren. Aber das ist falsch, denn weder Christen noch Juden gelten im Islam als Ungläubige, denn sie glauben wie die Muslime auch an den einen Gott. Christen und Juden gelten im Islam als "Schriftbesitzer" bzw. "Leute des Buches" (arabisch: ahl al-kitâb) und somit als potentielle Offenbarungsempfänger und werden als "Teilgläubige" toleriert. Es gibt mehr als eine Koranstelle, die zu Frieden und gegenseitigem Respekt mit den Anhängern der anderen abrahamitischen Religionen (Christentum, Judentum) ermahnt.
Es gibt im Koran keine Aufforderung dazu, Christen und Juden gewaltsam zum Islam zu bekehren. Mit Ungläubigen sind vielmehr die Anhänger der vorislamischen heidnischen Religionen im Orient gemeint. Denn schliessluch muss man die zur Gewalt aufrufenden und manchmal auch grausam erscheinenden Koranverse auch im historischen Kontext sehen, nämlich dem ständigen Kriegszustand zwischen der noch jungen und kleinen islamischen Gemeinde in Medina zur Zeit der Offenbarung des Koran und den sie umgebenden, ihnen feindlich gesonnen, heidnischen arabischen Stämme.
Schorschinho schrieb:
und noch eine quelle:
"Ich hörte den Gesandten Allahs sagen, mir ist von Allah befohlen worden, dass ich die Menschen solange bekämpfe, bis sie sagen, ,Kein Gott ist da außer Allah', und ich bin sein Gesandter. Und wer dies sagt, rettet sich und sein Geld." (Al-Nisai, Bd. 3, Teil 6, Seite 5, Hadith Nr. 3087)
Und ein weiteres Beispiel, für eine bewußt falsche Übersetzung! "La ilaha illa'llah", in Deinem Zitat mit "Es gibt keinen Gott ausser Allah" übersetzt wird, obwohl es richtig übersetzt heissen müsste "Es gibt keinen Gott ausser Gott!". Dadurch, daß ein und das selbe Wort in einem Satz unterschiedlich übersetzt wird, wird die gesamte Aussage verfälscht. Das zeigt sehr deutlich, daß dem Übersetzer scheinbar sehr an der Trennung zwischen christlichen und muslimischen Glauben gelegen ist, indem er den Eindruck vermitteln will, Muslime würden an Allah, die Christen aber an Gott glauben, und die Muslime würden "Allah" über den "Lieben Gott" der Christen und über "Jahwe" der Juden erheben.