Mmh....
Die teilweise 'Scheinheiligkeit', 'Oberflächlichkeit' und 'Verantwortungslosigkeit' im EIGENEN Denken
erschüttert mich hier fast mehr als die eigentliche Tat und deren Beweggründe,
um die es hier aber wohl doch vorrangig gehen sollte, oder
Da es hier aber immerhin einige Ansätze gibt, die es m.E. wert sind, intensiver betrachtet und überdacht zu werden, versuche ich es auch einmal mit einigen Fragen und nachfolgenden Gedankenansätzen, die natürlich jeder für sich selbst kritisch beantworten sollte
Medienwirksam werden zu diesem Thema und auch in diesem Kontext eh viel zu viele 'Schlagworte' gebraucht und nur 'scheinbar(e)' Ursachen benannt, die zumeist bei näherer, intensiverer Betrachtung doch ganz wesentlich an Bedeutung verlieren.
Sie bedienen m.M.n. nur den aktuellen Hype der Sensation und das unspezifische Entsetzen einer persönlich eh meist nicht nachvollziehbaren Tat.
Hintergründe, Vorgeschichte und reale Beweggründe fallen dabei meist unter den Tisch,
zum Einen wegen noch fehlender, genauerer Analyse und bisher noch unbekannten Fakten,
auch weil diese meist oft eher 'trivial' sind
und auch deswegen kaum medienwirksam 'vermarktet' werden können/werden.
'Amok'lauf (Blutrausch)
Amok ? Wikipedia <->
oder geht es hier vllt. doch eher ein lang geplantes, verzweifeltes "Auf sich aufmerksam machen", allerdings dann zusätzlich real durch Massenmord ('Rache' an vermeintlich Verantwortlichen) und begleitendem späteren Suizid?
Sind die Begriffe und Begründungen bei solchen Taten wirklich angemessen und führen sie letztlich wirklich zum Erkennen von Ursache und Wirkung sowie zu einer späteren wirksamen und vor allem individuellen 'Prävention'?
Waffen/Werkzeuge
In dieser (und früheren anderen) wohl sicherlich schon längerfristig angedachten Aktion wird m.E. viel zuviel einseitige Aufmerksamkeit den bereits bestehenden Waffengesetzen und deren Verschärfungen geschenkt.
Wenn, könnte man hier wie anderswo eher von tw. fehlender Kontrolle und der entsprechender Verantwortung der Besitzer sprechen...
Denn zum Einen bedarf es zu einer solchen Tat ja des möglichst 'einfachen' Zugangs zu den benötigten Werkzeugen einer solchen Tat.
Natürlich fände sich auch hierzulande letztlich immer auch ein Weg, wenn nur intensiv genug danach gesucht wird, aber wer beschreitet bzw. beschritt diesen Weg denn wirklich?
Anders als in den USA sind es in D doch immer noch nur Wenige, denen es hierbei so 'leicht' gemacht wird.
Gewaltverherrlichende Spiele
Sind hier wirklich virtuelle 'Gedankenspiele' (also auch graphisch Visualisierte)
ein wesentlicher Auslöser zu solchen Taten,
oder sind sie nicht vielmehr eher 'typische' Begleiterscheinungen einer entsprechenden sozialen 'Entwicklung'?
Stellt sich nicht vielmehr die Frage, warum solchen Spielen heutzutage eine derartige Relevanz von Ihren Spielern zugeordnet wird?
Selbstverständlich bewirken 'Gedankenspiele' immer auch eine 'Veränderung' des Spielenden,
wie jeder Denk- oder Visualisierungsprozeß,
aber gehört zur realen Umsetzung des (virtuell) Gedachten/Gesehenen nicht noch wesentlich mehr?
Sicherlich, Hemmschwellen könnten dadurch eventuell gesenkt werden,
das Interesse an den virtuell gebrauchten 'Werkzeugen' (Waffen) könnte gegebenenfalls zunehmen, so dass eine Recherche nach der realen Verwendung und dem Gebrauch derselben dadurch auch befördert werden könnte ...
Aber reicht dies alles allein schon aus, um sich derartiges (dann ehemals virtuelles) Werkzeug sowohl (illegal) zu beschaffen und dann auch noch real zu benutzen?
In diesem oder ähnlichen Fällen hierzulande ist dies alles wohl eher ein nur kleines Puzzleteil in einem wesentlich komplexerem Prozess, der gesellschaftlich dazu vorher stattfand.
Ich könnte mir übrigens dies bzgl. da schon eher vorstellen,
dass bei rasenden Autofahrern und/oder schweren Unfallverursachern auch ein Bezug zu früher bzw. aktuell gespielten Racer-Games nach gewiesen werden könnte

.
Das bei all dem sich eh noch die Frage
nach den mit solchen Spielen zu erzielenden 'Gewinnen' (und "Ablenkungen") stellt,
solte man übrigens auch nicht beschönigen

.
Die gesellschaftliche, aber auch mediale relevante Frage
Stellt sich bei solchen Gewaltexzessen nicht viel eher die Frage nach der persönlichen Verantwortung eines Jeden von uns

.
Wo schauen 'wir' weg?
Wo grenzen wir aus Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit, 'Zeitnot', Egoismus oder auch schlicht eigener 'Hilflosigkeit' aus,
zeigen Intoleranz gegenüber Anderen,
weil wir eben "dazu gehören" und Andere eben dann 'zwangsläufig' nicht.
Was ist denn wann, wirklich "cool", "in" und ab wann "uncool" oder "out"
Meiner Meinung liegen die Gründe auch darin,
wenn wir mit uns selbst (noch) nicht im Reinen oder Klaren sind,
uns und Andere dabei nicht wertschätzen oder lieben können,
und in der Ausgrenzung Anderer sogar eher unsere eigene "Erhöhung" und unseren 'Wert" suchen.
bemerkenswerte Beispiele aus Posts
Ohne jetzt diesen (oder ähnlich Denkende) User hiermit an den Pranger stellen zu wollen,
zeigen doch folgende Kommentare ganz exemplarisch,
wie einfach "wir" es uns bei derartigen "Problemen" machen.
Nämlich indem wir sie eher (auf Andere) "zurück"weisen,
obwohl wir selbst auch noch nach 'Antworten" suchen.
Astrachan schrieb:
# 28
Ich nehme an, der Typ hatte schlechte soziale Kontakte wie Fähigkeiten, aber anstatt sich um eine Besserung zu bemühen (was gar nicht mal schwer ist), entscheidet er sich für die vermeintlich einfachere Variante. Stark vereinfacht wird er wohl das gedacht haben:
Leute verstehen mich nicht = Alles Idioten, also müssen sie sterben
# 33
...aber wo soll man auch mit der Wut hin?
# 49
...Hoffentlich wird Perspektivlosigkeit nicht zum Massenphänomen
Im letzten Satz kann ich genau dieser Hoffnung nur noch stärker Ausdruck verleihen.
Übrigens auch hier in dieser Community

Ob die Realität mich in meinem Optimismus darin eher bestätigt,
liegt aber wohl in der kritischen Selbstbetrachtung eines jeden Einzelnen von uns (auch hier).
muesli
PS
Das es sich allerdings hier so einige SEHR EINFACH in der Bewertung von Menschen, deren Taten und Beweggründen machen, lässt meine Hoffnung doch schwinden, dass durch mehr Verständnis und Rücksichtnahme Aller u.a. auch Derartiges zukünftig vermieden werden könnte.
PPS
Neben meinem Widerwillen gegen so manche Form der "Berichterstattung" (eigentlich ist dies Wort in diesem Zusammenhang eher ein Witz

) von Medien und Politikern,
vermisse ich u.a. die Berücksichtigung "offensichtlicher" Fakten,
an deren 'Berücksichtigung' sich zur Zeit wohl noch kaum jemand herantraut.
Der 'Junge' hat doch wohl zuerst nur Mädchen und Lehrerinnen getötet...
Ein Zufall ?