Wie groß kann die EU werden?

  • Ersteller Ersteller mike2hype
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...
In welcher Welt lebst du denn ?? wieso soll Türkei der EU viel kosten,...

Da solltest du dich lieber mal vorher informieren!
Nach dem derzeitigen Modus der Finanzhilfen würde die Türkei einen dreistelligen Milliardenbetrag in Euro an Subventionen (verteilt) erhalten. Die Wirtschaft der Türkei prosperierte zwar in den letzten Jahren gewaltig, aber man muss mal sehen, auf welchem Stand das gesamte Land immer noch ist. Die ländlichen Regionen sind nach wie vor wirtschaftlich völlig unterentwickelt.
 
@nedal
ekläre mir bitte mal warum wir so hohe schulden haben
wir haben in den 90'er den russen milliarden schulden erlassen und warum ist deutschland nicht aus der eu geflogen als wir einen blauen brief bekammen ?
weil die deutschen immer tief in die tasche greifen
auch nach kriegen bauen 'wir' doch alles wieder auf wo kommt das geld her vom deutschen steuerzahler
 
Was ist mit Georgien???

Deren Präsident spricht doch immer so toll vor einer EU-Fahne (das ist ein Hochheitszeichen und dies sollte eigentlich unterbunden werden, da Georgien nicht ein EU-Mitglied ist).

Entweder die EU gibt sich einen neuen Namen sowie neues Ziele und wir tenideren weiter nach Asien, oder man begrentzt es auf die europäische Staaten!

Thema Türkei:

ICH bin gegen einen EU-Beitritt der Türkei:

1. Geographische Lage: Osttrakien auf dem europäischen Kontinent ist nicht DIE Türkei sondern nur ein sehr sehr kleiner Teil der Türkei.

2. Geographische Lage unter berücksichtigung der politschen Lage: Will die EU tatsächlich an den Nahen Osten angrenzen und sich somit freiwillig den Konfliktherden dort aussetzen (Irak, Syrien, Libanon, Armenien etc.)?

3. Wirtschaft: Die Türkei ist ein überwiegend von der Agrarwirtschaft dominierendes Land wie kein anderes der EU, dass bedeutet dass die Türkei im Vergleich zur EU sehr rückständig ist und auch im Falle eines EU-Beitritts enorme Gelder der EU erhalten wirt (benötigen wird).

4. Rechtsstaat: Stichwort: Menschenrechtsverletzungen

5. Religion und der allgemeine Zusammenhang dieser: Die Türkei in die EU aufzunehmen wegen ihrer Religion ist vollkommener Blödsinn, da alle muslimischen Staaten die Türkei nicht besonders mögen (siehe die arabischen Länder). Ein Beitritt der Türkei würde nicht den Respekt der EU vor den Muslimen bedeuten sondern ein gegenteiliges Zeichen setzen. Die muslimischen Länder wären in ihrer anti-westlichen (europäischen) Sicht evtl. sogar gestärkt.

6. EU-Akzeptanz seitens der Türkei: Wie kann es sein dass die EU über einen möglichen Beitritt der Türkei verhandelt solange diese nicht die EU als ganzes und auch alle deren jetzigen Mitgliedsstaaten nicht anerkennt? Siehe hier Zypern das immer noch nicht von der Türkei offiziell anerkannt wurde!
Es ist doch das Mindeste von einem beitrittswilligen Staat verlangen zu dürfen alle anderen Mitgliedsstaaten anzuerkennen! Siehe an dieser Stelle auch die "noch"-Grenzstreitigkeiten mit Griechenland in der Ägäis.



-> aus Sicht der EU wäre also ein Beitritt der Türkei also eher verherrend zu werten!

Da aber die Türkei schon seit langem in die EU möchte und die EU immer wieder einen Beitritt in naher Zukunft zusichert wird es auch dazu kommen.



Ein Wort noch an die Türken in Deutschland: Wenn die Türkei in die EU kommt, dann wird euer "Heimaturlaub" auch wesentlich teurer in Zukunft. Diese Entwicklung sieht man beispielsweise in Tschechien, Ungarn und Polen.
(Hier darf man auch mal egoistisch denken.)

Für die Türkei und die Türken die in der Türkei leben ist ein EU-Beitritt mit Sicherheit sehr erstrebenswert, wofür ich auch vollstes Verständnis habe.
 
Wenn ich deinen Beitrag lese, chubach, dann frage ich mich allen Ernstes, ob er über eine Aufzählung populärer Thesen hinausgeht.

zu 1: natürlich ist Osttrakien nicht DIE Türkei, genausowenig wie Paris Frankreich ist oder Moskau Russland. Aber es ist nun einmal der wichtigste Teil der Türkei, am dichtesten besiedelt und wirtschaftlich entwickelter als der Rest des Landes.

zu 2: völliger Blödsinn. Wenn es ausschließlich darum ginge, geografisch nicht in die Nähe von Konfliktherden zu gelangen, dann wären die Schengener Grenzen wohl immer noch zwischen Deutschland und Polen, wenn nicht gar zwischen den BeNeLux-Staaten und Deutschland.

zu 3: was ist mit Rumänien, Bulgarien und all den 'Wirtschaftswundern' im Umfeld der Balkanregion?

zu 4: dank Meister Schäuble nähern wir uns der Türkei allmählich an, nur mit dem Unterschied, daß es dort (wenn natürlich auch viel zu langsam) besser wird.

zu 5: die Trennung von Staat und Kirche scheint bloßes Geschwätz zu sein, wenn solche Kriterien eine entscheidene Rolle spielen sollen. Man sollte die EU nicht mit einem 'Schutzbund Christlicher Kultur' verwechseln (und 'die Türken' stehen auch nicht schon wieder vor Wien).

zu 6: das kann man so, aber auch durchaus anders sehen. Man kann sich z.B. auch fragen, was Staaten, die sich mit ihren eigenen Minderheiten nicht friedlich einigen können (z.B. Spanien und die Basken) in einer gemeinsamen EU zu suchen haben.

Dein 'vollstes Verständnis' ehrt dich, aber findest du es nicht (zumindest sprachlich) 'etwas' übertrieben?

Gruß Konradin
 
zu den Punkten und Konradins Bemerkungen:

1. ich bin immer noch der Meinung das der "europäische Teil" der Türkei einfach nicht ausschlaggebend sein kann um bei der Argumentation der geographischen Integrität der Türkei zu Europa.

2. die Konfliktherde im Nahen Osten können sicherlich anders gewertet werden als das was du hier aufgezählt hast. Ich denke nich dass man hierauf weiter eingehen muss, denn (bevorstehende) Kriege mit Bandenkriminalitäten zu vergleichen ist Irrsinn.

3. es ging mir hier vor allem darum dass wieder einmal Gelder der EU benötigt werden und das nicht zu knapp. Nur weil zuvor vielleicht Fehler in der Osterweiterung gemacht wurden bedeutet das nicht gleich dass man weiterhin Fehler machen darf/ sollte. Warum auf Fehlern aufbauen? Warum vorangegangene Fehler als Argument nehmen um gleich neue zu begehen?

4. sicher ist es dort besser als vor einigen Jahren, aber reicht es bereits aus?
Schäuble ist ein Problem, aber wir sind ja bereits in der EU also gehört er an dieser Stelle nicht in unsere Diskussion.

5. du hast mich nicht richtig verstanden, oder ich habe mich auch nicht richtig ausgedrückt. Viele argumentieren damit das aufgrund der anderen Religion die EU mit einem Beitritt der Türkei ein Zeichen der Toleranz und Akzeptanz für den Islam setzen würde. Aber genau das sehe ich anders! Die Türkei ist nicht "der Islam" sondern nur ein Staat der von den überwiegenden Staaten in denen die Mehrheit Muslime sind nicht gemocht wird. Was halten z.B. die Araber von den Türken? Wenn wir also Als EU zeigen möchten dass wir den Islam als Religion akzeptieren so werden wir es sicher nicht mit einem Beitritt der Türkei in die EU zeigen können.

6. Spanien und die Basken sind hier mal wieder ein anderes Thema! Waren die Basken schon in der EU (damals EG) als Spanien in die Gemeinschaft wollte?
Wenn jemand die bereits bestehenden Mitglieder einer Vereinigung nicht akzeptiert, warum soll er dann von den anderen als neues Mitglied akzeptiert werden?


Mit der sprachlichen Übertreinbung meist du sicherlich mein Schlusswort, aber das denke ich nicht.
Ich wollte nur damit sagen dass hier nicht falscher Stolz zu einer Meinung führen sollte. Jeder Mensch sollte in gewisser Weise egoistisch Handeln, was auch sein gutes Recht ist. Auch die Eu sollte bei dem Thema Erweiterung immer die Vor- und Nachteile im egoistischem Sinne gegeneinander abwägen.
 
Klaro. Aussengrenze an die Krisenherde Kaukasus und Irak wäre ideal. Vor allem mit Bündnisspflicht (Wobei jeder Bruttozahler an ein kriegsführendes Land völlig zurecht von der Gegenseite als Feind behandelt wird). Contraguerillias im EU-Kerngebiet. Importierte Unruhen.
Immerhin ist dann das strategische Interesse der Türkei nach NW gerichtet und die USA brauchen sich über einen Gegenpol Europa keine Sorgen mehr machen.

Manchmal frage ich mich ob es bei einigen noch geht. Aufgabe der politischen Vertreter ist es im Interesse der Vertretenen zu handeln. Und selbstverständlich befindet sich jede Staaten und sogenannte Gemeinschaften in einem Konkurrenzverhältnis zueinander. Wenn ein Vertreter oder Verantwortungsträger für die Interessen der Konkurrenz arbeitet ist das zu kriminalisieren.

Wenn ein Konkurrent zu mir kommt und mir erklärt ich muß ihm weil es ihm schlecht geht was zahlen oder mit ihm fusionieren zeige ich ihm die Tür.

Nochmals zur Türkei:
Das einzige was bis vor kurzem dort funktioniert hat war das Militär. Die haben jeden demokratischen Versuch das Land zu islamisieren abgewürgt.
Die Türkei gehört nicht nur nicht in die EU, zwischen die Türkei und die EU gehört ein Bufferstaat.

Stichwort ist auch Giftgas auf Kurden. Kooperation NATO-Türkei Saddam-Irak. Saubere Verbündete.
 
Ich behaupte jetzt mal ganz nebenbei Norwegen hat Minderheiten in den Bergen vergast O.O Ganz schlimm von mir was? hmm nichts anderes hat mein Vorposter in seinem letzten Satz gemacht. Wenn du schon so was schreibst, dann musst du auch wegen der Objektivität die Anschläge der PKK (ich sage bewusst nicht Kurden) erwähnen. hmmm vor kurzem war da doch was, hat diese Terrororganisation, die von den ach so netten EU-Ländern und den USA unterstützt wird nicht vor paar Monaten eine Bombe in Istanbul hochgehen lassen, wobei ganz viele Unschuldige gestorben sind? Nein, das ist nicht so wichtig was? Wichtig ist, dass die Türkei wenige Kilometer in den Irak einmarschiert ist, um die PKK-Anhänger in den Bergen zu attakieren, wobei kein einziger Zivilist umgekommen ist, stimmts?
Nein Leute, das wird nichts mit der EU und der Türkei. Ich als Türke möchte es auch gar nicht. Die EU hat keinerlei Macht und es herscht keine Einigkeit. Im Krieg in Jugoslawien im Herzen Europas hat die EU die USA um Erlaubnis gefragt. Die EU war schön, um die europäischen Länder näherzubringen und einen erneuten Krieg in Europa in der Größenordnung des 2. WKs zu vermeiden. Auch gab es wirtschaftliche Erfolge. Jedoch ist es ein Auslaufmodell. Bürokratie, Uneinigkeit, Furcht vor den USA und Russland, große nationale Unterschiede, Skepsis der Bevölkerung etc.
Jep die EU ist schon was tolles.
Wenn ich der Ministerpräsident der Türkei wäre, würde ich auf die EU, die schon seit zig Jahrzenten mit meinem Land spielt, sch* und mich gegen Osten richten. Dort gibt es so schöne Länder wie Indien, Südkorea (mit denen wir eine historische Freundschaft haben), die türkschen Staaten in Zentralasien und Russland. Türkei verbündet sich mit dem aufstrebenden Russland, haaa dann möchte ich mal die Gesichter der europäischen Politiker sehen ;)
Ihr kümmert euch mal schön um Bulgarien, Estland usw. ;)
Mit freundlichen Grüßen
und ein schönes Rest-2008
 
Das Wort Euopäischen Union ist ja entstanden, weil sich Staaten vom Kontinent Europa zusammengfunden haben.

Die Türkei gehört nicht zu Europa, sondern zum größten Teil nach Asien. Kontinental gesehen, nicht politisch.

Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
 
@ jajetztja,
europa ist so gesehen kein kontinent, es hängt mit asien zusammen, es wurde politisch zum kontinent gemacht ;)
außerdem finde ich, dass dieses argument nur eine deckung dafür ist, dass es andere argumente gibt, die die meisten aber nicht aussprechen wollen. würdest du das gleiche schreiben, wenn die türken christen wären, es keinen konflikt an den angrenzenden ländern gäbe und die türkei eine industrienation wäre?
ich glaube kaum ;)
 
das würde die Sache dann ja auch ändern.

Ich denke, wenn die Türken überwiegend Christen wären, dann wären sie schon lange in der EU.

Dies ist ja eines der Hauptvorurteile gegenüber der Türkei (wage ich mal so zu sagen). Die meisten Christen haben Angst vor den Moslems, weil es dort keinen 0815 Pfarrer gibt, der überall das selbe Zeug redet. Nein, es gibt einen Iman, der den Glauben selbst interpretiert und seine "eigene" Überzerugung predigt. Deshalb, so vermuten viele, treten auch so viele Anschläge auf, was sich logischerweise folgern lassen kann.
 
@ jajetztja,
europa ist so gesehen kein kontinent, es hängt mit asien zusammen, es wurde politisch zum kontinent gemacht ;)


Aber das ist es doch gerade. Die EU ist doch nichts kontinetalisches, sondern eine politische "Organisation".

Damit wäre deine Aussage richtig. Ich sehe trozdem Europa als eigenen Kontinent. So habe ich es gelernt und die ganze Welt spricht von Europa als Kontinent. Der war ja fast schon immer so da.

Ob du es glaubst oder nicht, ich persönlich habe kein Problem damit, dass die Türkei als Staat in die EU kommt, aber sie passt nicht da hinein.

Die EU ist wie bereits erwähnt eine politische, europäische Zone, die sich vom Kontinent Europa ableitet. Dazu kommt, das sie christliche geprägt ist. Wie soll da ein muslimischer Staat der zum großen Teil in Asien liegt reinpassen?

p.s.: mir ist es völlig egal ob christlich oder nicht, da ich eh nicht an den ganzen Religionsquatsch glaube
 
Man muss aber auch bedenken, dass die "armen" Länder dann davon profitieren !
Wir leben nicht alleine auf dieser Welt und ein bißchen abgeben kann niemandem schaden (davon lebt ja z.B. dieses Forum ;) )

Goppel8
 
Man muss aber auch bedenken, dass die "armen" Länder dann davon profitieren !

Nehmen wir mal Rumänien als Beispiel von vielen. Was ist mit Nokia? Rumänien profitiert als "armes" Land natürlich von der EU. Es wird ein subventioniertes Großunternehmen wie Nokia dazu veranlasst Bochum den Rücken zu kehren und innerhalb der EU weiter zu produzieren. Dazu ist die EU ja auch quasi gegründet worden, nämlich als Freihandeslzone.

Natürlich ist Nokia auch wegen der Kosten aus betriebswirtschaftlicher Sicht weggegangen, aber das ist ein anderes Thema. Ob man Rumänien als Standort gewählt hätte wenn die nicht in der EU wären, wage ich sehr zu bezweifeln.

Und das ist nicht das einzigste Unternehmen, sondern nur das bekannteste. Nicht vergessen, Geben ist schön, gut und wichtig, aber man darf nicht alles geben. Die Arbeitslosenzahlen sinken zwar (auf dem Papier), aber die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten geht insgesamt zurück.
 
diese gewinnsituation zugunsten der ärmeren länder ist ja auch vollkommen gewollt, um eine annäherung der wirtschaftlichen gegebenheiten innerhalb der eu zu erreichen- auch auf kosten der reicheren länder, die pille müssen wir wohl schlucken.
 
Innerhalb der EU soll das ja auch so sein, aber man muss irgendwann mal aufhören, die ärmsten der armen als neue Mitglieder aufzunehmen.

Rumänien und Bulgarien sind schon so arm, dass man daran Jahre zu knacken haben wird.

Nicht das das jetzt einer falsch versteht. Die Türkei sehe ich nicht als armes Land an. Das wäre kein Grund, sie nicht aufzunehmen.
 
hmmm vor kurzem war da doch was, hat diese Terrororganisation, die von den ach so netten EU-Ländern und den USA unterstützt wird nicht vor paar Monaten eine Bombe in Istanbul hochgehen lassen, wobei ganz viele Unschuldige gestorben sind?

wie sich herausgestellt hat, waren die attentäter anhänger von al-qaida. in der türkei wurden bereits verdächtige Personen festgenommen.


Wenn ich der Ministerpräsident der Türkei wäre, würde ich auf die EU, die schon seit zig Jahrzenten mit meinem Land spielt, sch* und mich gegen Osten richten.
erdogan und seine vorgänger haben schon einen grund, warum sie die eu-mitgliedschaft anstreben. der großteil der türkischen bevölkerung verzichtet mittlerweile auf weitere bestrebungen. aber die türkischen politiker verstecken ihren verletzten stolz besser als der rest der bevölkerung, weil eben die vorteile, die sich die türkei bei einer aufnahme zu nutze machen kann, enorm sind.

für mich gehört die türkei aus verschiedenen gründen nicht in die EU.
1) menschenrechtsverletzungen (dieses thema ist unstrittig, es gibt zig tausend berichte von ngo's.
2) kulturelle unterschiede, die auf die religion zurückzuführen sind
3) territorial gesehen befindet sich 95 Prozent der türkei auf dem asiatischen teil
4) genozid an die armenier (den die deutschen damals übrigens verhindern konnten, wenn sie wollten), der nicht zugegeben wird.
in dem sinne muss ich bundeskanzlerin Merkel zum ersten Mal zustimmen, dass eine besondere Partnerschaft eigentlich die Lösung dieser probleme ist.
einziges manko sind natürlich die versprechungen vorheriger deutscher politiker an die türkei, eine mitgliedschaft sei nur eine frage der zeit.

aber was sagte erdogan vor einigen Tagen bezüglich des genozids an den armeniern?: "Ich habe kein Verbrechen begangen, warum soll ich mich entschuldigen?" Eine Bitte um Verzeihung sei nicht logisch, weil diese von Tätern kommen müsse.
so könnten sich dann auch die europäer aus der affäre ziehen, wenn sie antworten würden: "Wir haben keine Versprechungen gemacht, warum sollen wir sie dann einhalten?" Versprechungen kamen von den damaligen Tätern eben ;)

nichtsdestotrotz möchte ich auch für die türkei eine lanze brechen. es steckt viel potenzial in diesem land. leider weiß man nicht, wie man das ganze ausnutzen kann. mit weniger emotionalität und weniger religiosität stünde die türkei weit oben. unser türkischer professor, ein echter demokrat übrigens, sagte, wenn man den Osten der Türkei, der von den Kurden bewohnt wird, an sie abgibt, da sie an bodenschätzen nichts bringen, wäre das wirtschaftlich sinnvoller für die türkei. man denke an die hohe arbeitslosigkeit in kurdistan, infrastrukturelle defizite und im vergleich zur türkei mangelndes bildungsniveau. außerdem verschlingt das türkische militär unzählige summen.

die konzentration auf die westtürkei würde die türken von allen anderen nationen so gut wie unabhängig machen. aber es scheint, dass die türken an ihrem stolz zu ersticken drohen.
 
dass die türkei in der jetzigen form die beitrittskriterien nicht erfüllt, ist wohl relativ unstrittig- intressanter ist da schon die frage, ob man dies in kauf nimmt, um eine solche veränderung loszutreten und somit auf die integrationskraft der eu setzt.
 
danke Maradona12 für deinen sehr anregenden Post ;)
Ich weiß nicht ob das hierhin gehört, aber ich würde das gerne mal disskutieren. Wenn es fehl am Platz sein sollte, dann soll mir ein Admin mal bitte eine PN schreiben, was ich aber nicht denke, da die Türkei ein sehr brisantes Thema für die EU ist.

erdogan und seine vorgänger haben schon einen grund, warum sie die eu-mitgliedschaft anstreben. der großteil der türkischen bevölkerung verzichtet mittlerweile auf weitere bestrebungen. aber die türkischen politiker verstecken ihren verletzten stolz besser als der rest der bevölkerung, weil eben die vorteile, die sich die türkei bei einer aufnahme zu nutze machen kann, enorm sind.
Ich sehe nur wirtschaftliche Vorteile, denn politisch gesehen ist die EU mehr ein Hinderniss für die einzelnen Länder. Bist du auch der Meinung?
Deswegen bich ich auch für folgendes:

in dem sinne muss ich bundeskanzlerin Merkel zum ersten Mal zustimmen, dass eine besondere Partnerschaft eigentlich die Lösung dieser probleme ist.
Das wäre wirklich die beste Lösung für beide Seiten. D.h. wir Türken wollen keine Vollmitgliedsschaft, die EU-Länder wollen es nicht.
Weißt du warum Erdogan es aber unbedingt will? Also ich denke, das hat damit zu tun, dass in der Türkei das Militär traditionell in der Politik einiges zu sagen hat, was im Grunde was sehr falsches ist, da sie ja nicht von der Bevölkerung gewählt wird. In der Türkei wird das aber toleriert, da das Militär in den 70er Jahren eine Revolution wie sie in Iran stattgefunden hat verhindern konnte und dafür gesorgt hat, dass die Türkei ein laizistisches und demokratisches Land geblieben ist (was für ein Paradoxon).
Kurz gefasst: Die EU soll der "Bodyguard" von Erdogan gegen das Militär werden ;)

mit weniger emotionalität und weniger religiosität stünde die türkei weit oben. unser türkischer professor, ein echter demokrat übrigens, sagte, wenn man den Osten der Türkei, der von den Kurden bewohnt wird, an sie abgibt, da sie an bodenschätzen nichts bringen, wäre das wirtschaftlich sinnvoller für die türkei...
Dann kann die BRD ja auch auf Ostdeutschland verzichten und stünde besser da, denn der Westen, das Schwabenland, Bayern usw sind unheimlich reich und der osten nur mit den Geldern aus dem Westen auf den Füßen
und die EU kann auf die neuen Beitrittsländer verzichten ;)
Außerdem bin ich mir sehr sicher, dass es im Osten der Türkei Erdöl gibt. Nur kann man dort nicht arbeiten, weil die PKK seit 20 Jahren Anschläge macht und Druck auf die Bevölkerung dort ausübt.
 
von mistercoolios
Dann kann die BRD ja auch auf Ostdeutschland verzichten und stünde besser da, denn der Westen, das Schwabenland, Bayern usw sind unheimlich reich und der osten nur mit den Geldern aus dem Westen auf den Füßen
und die EU kann auf die neuen Beitrittsländer verzichten
Außerdem bin ich mir sehr sicher, dass es im Osten der Türkei Erdöl gibt. Nur kann man dort nicht arbeiten, weil die PKK seit 20 Jahren Anschläge macht und Druck auf die Bevölkerung dort ausübt.

man sollte hier nicht äpfel mit birnen vergleichen. ohne großartig auf die geschichte anatoliens einzugehen, aber die heute bewohnten ostanatolischen gebiete waren früher nur von armeniern und von kurden bewohnt. historisch gesehen waren die kurden schon immer da. der türkische befreiungskampf nach dem zusammenbruch des osmanischen reiches konnte nur gewonnen werden, weil die kurden atatürk überzeugt worden sind, gegen großmächte mitzukämpfen. es wurde abgemacht, dass die kurden dann autonomie erhalten sollten. aber atatürk hatte nach dem sieg doch seine meinung geändert. die kurden sollten in das türkentum assimiliert werden, was bei vielen anderen völkern wie die lazen oder die tscherkesen klappte, da sie relativ klein waren.
aber ein zahlenmäßig großes volk, dessen ursprung weit vor der geschichte mesopotamiens reicht, konnte nicht einfach so assimiliert werden. das türkentum an sich gab es ja überhaupt nicht, es ist ein künstliches gebilde vergleichbar mit amerikanern.
wenn die türkei den kurden also ihren eigenen staat gewähren, dann gibt es nichts im sinne vom verschenken, sondern das rechtsmäßige land und eigentum der kurden wird wieder zurückgegeben.
und das ist der grund, dass es die PKK gibt, die sich für die Rechte der Kurden einsetzt. das WIE ist dann nicht immer schön, aber es sind Reaktionen auf das WIE der Türken.
 
Ich sehe nur wirtschaftliche Vorteile, denn politisch gesehen ist die EU mehr ein Hinderniss für die einzelnen Länder. Bist du auch der Meinung?

ich weiß ja nicht, ob ich auch mitdiskutieren darf :p, aber ich denke, hier irrst du- natürlich ist man nicht mit allem glücklich, was von brüssel kommt, die richtig großen brocken kann man aber notfalls IMMER im ministerrat aufhalten. außerdem verleiht die eu einiges an macht, die stimme der türkei in der welt (u va in der nato) häte mehr gewicht.

desweiteren befindet sich die türkei zur zeit in einer sehr undankbaren position: der ''ehrliche makler'' zwischen arabischer, europäischer und hebräischer welt zu sein führt ganz automatisch nicht nur zu einem ansehensgewinn, den erdogan durch seine außenpolitik ganz zweifellos erfahren hat, sondern auch zu einer isolation- letzeres macht die türkei abhängiger von den amis u dem eignen militär- beides dinge, auf die erdogan im zweifelsfall nicht zählen möchte.
 

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