Was sollen da bitte für Mehrkosten sein? Verglichen mit den Einnahmen sind die ein Witz. Man zahlt pro Schachtel 76,7% Steuern (lt. Wikipedia). Geht man davon aus, dass ein Mensch vom 20. bis 70. Lebensjahr eine Schachtel/Tag raucht, bringt er dem Staat damit knappe 70.000€ ein bei einem Preis von €4,50/Schachtel.
Die Leute, die jetzt 70 sind und 50J geraucht haben (wie in deinem Beispiel), haben mitnichten mit 4,50 €/Schachtel angefangen, sondern mit irgendwas um 1 DM/Packung. Also geht deine Rechnung schon ziemlich in die Hose.
Dann gehen die Tabaksteuern an den Staat, die Krankheitskosten aber zu lasten der Krankenversicherung, was den Staat deutlich weniger juckt, weil die zum größten Teil durch die Versicherungsbeiträge finanziert wird.
Die meisten Raucher bedeuten garkeine Mehrbelastung der Krankenkasse, evtl. sollte man sogar davon ausgehen, dass viele sie weniger belasten wegen geringerer Lebenserwartung. Nur sehr wenige erkranken an Lungenkrebs und müssen teure Chemotherapien etc. bezahlt bekommen.
Zu behaupten die Kosten würden den Steuern überwiegen ist nichts weiter als Schwarzmalerei.
Nö, ganz im Gegentum (ja, es gibt eine Studie, die deine Ansicht zu bestätigen scheint, dort werden aber eine Vielzahl von Kosten, die bei Rauchern (zusätzlich) auftreten gar nicht einbezogen).
a)
Raucher haben neben den auch für Nichtraucher typischen Krankheiten ZUSÄTZLICH besonders häufig:
Gefäßprobleme (dadurch: teure Gefäßbypässe, PT(C)A, Stents,
Raucher benötigen früher Stents
Herzinfarkte (welche durch teure Maßnahmen häufig überlebt werden, Schlaganfälle, auch diese oft überlebt u.a. durch die Arbeit von 'stroke units', häufig aber mit sehr teuren Folgezuständen)
COPD (eine bei Nichtmedizinern weitgehend unterschätzte Erkrankung)
MedizInfo®: Ursachen der COPD: Rauchen
Bronchialkarzinome:
ca. 90% dieser (häufigen) Tumore treten bei Rauchern (+Ex-Rauchern) auf, ca. ein Viertel aller Krebstodesfälle bei Männern entfallen auf diesen, weit überwiegend selbstverursachten Krebs; nach hiesigen Zahlen (wenn genauer gefragt und nicht nur ein Fragebogen ausgefüllt wird) ist diese Zahl eher noch größer.
Und diese Tumoren, wie auch die anderen u.g. werden je nach Typ (Kleinzeller/ Nichtkleinzeller) und Stadium häufig operiert (sofern sinnvoll möglich) und einer Strahlentherapie, meist in Kombination mit einer Chemotherapie zugeführt. Das führt zu typischen Krankheitsverläufen, bei denen auch die Hirnmetastasen noch erlebt werden, und auch diese wiederum eine teure Therapie (und Pflegekosten) erfordern... und diese Fälle sind eben nicht selten, sondern bei uns täglich! zu besichtigen.
(Die Lebensverlängerung um einige Monate läßt sich die Gesellschaft einiges kosten)
s.auch:
http://www.rki.de/cln_162/nn_205770...=raw,property=publicationFile.pdf/KID2008.pdf
Seite 46 ff
Krebs der Mundhöhle und des Rachens ebenfalls sehr viel häufiger (AFAIS kommt keine Tumorart bei Rauchern signifikant seltener vor als bei NR), die meisten aber häufiger...
in o.g. Dokument einfach zu finden
Schlechtere Mundgesundheit (teuer!)
RKI Themenhefte
dort S. 26 ff
Dazu kommen Verdienstausfälle (Das Erkrankungsalter bei Gefäßproblemen liegt zunehmend schon in den 40-er Lebensjahren (u.a. weil immer früher mit dem Rauchen begonnen wird)...d.h. sowohl in KV als auch in RV werden dann nur noch geringe bis keine Beträge eingezahlt etc. pp.
Mehr mag ich hier erstmal gar nicht anführen, die Quellen sprechen für sich.
Es ist also leider nicht zutreffend, daß die Raucher schön "sozial verträglich" billig dahinscheiden. Und vielleicht mag sich mal der eine oder andere hier über die Kosten einer Strahlentherapie und noch schöner: der aktuellen Chemotherapie informieren, z.b. Carboplatin, Topotecan etc.
gruß
bernie15