@sprudel:
also prinzipiell sehe ich sehr wohl parallelen zur Unternehmensführung in der Privatwirtschaft:
Vorstände/Aufsichtsräte von AGs werden auf 4-5 Jahre gewählt (per Gesetz).
Wenn mich nicht alles täuscht entspricht das in etwa den periodisch stattfindenden Wahlen von Bundes- und Landesparlamenten.
Es gibt sehr wohl zahlreiche MdB's und LdB's die deutlich länger als 4 Jahre dem jeweiligen Parlament angehören. Manche sogar jahrzehntelang und können als sog. 'Berufspolitiker' angesehen werden
Herr Genscher war eineinhalb Jahrzehnte Außenminister, Kohl 16 Jahre Bundeskanzler, Adenauer bis fast in den Tod, Helmut Schmitt 8 Jahre Bundeskanzler, davor 5 Jahre diverse Bundesministerämter und 'normaler' Abgeordneter im Bundestag mit insgesamt rd. 30 Jahren und zwischendurch noch Senator in Hamburg.
Wenn solche Lebensläufe nicht auch in der Wirtschaft zu finden sind.... Wohlgemerkt finden auch dort sehr wohl Wechsel an der Führungsspitze und in anderen Positionen statt.
Auch in der Wirtschaft werden lanfristige Entscheidungen getroffen, die erst nach Jahren Profit abwerfen. z.B. neuer Produktionsstandort von VW in Dresden, Porsche in Leipzig glaube ich??? Die Kosten auch erst mal Mrd. bevor nach einigen Jahren die ersten Profite daraus hervorgehen.
Um es mal so auszudrücken auch dort profitieren Vorstände usw. von Entscheidungen, die evlt. von Vorgängern getroffen wurden, bzw. müssen diverse 'Altlasten' ausbaden. (Aktuellstes Beispiel ist hier Herr Zetzsche bei DaimlerChrysler mit den Mergern und Beteiligungen von Herr Schremp.
Ob Herr Schröder und Co. wirklich die Grundsteinleger des jetzigen Konjunkturerfolgs sind, bezweifle ich eher. Unternehmen investieren grundsätzlich nur dann, wenn Sie mehr Produkte am Markt verkaufen können. Und nicht, wenn die Steuern sinken. Das heißt, letztendlich muß der Endverbraucher, also wir die Bevölkerung bereit sein, mehr Geld auszugeben und weniger in den Sparstrumpf stecken.
Da aber lt. Statistik die Reallöhne in den letzten 5 Jahre gesunken sind, denke ich weniger, daß der Aufschwung vom Inland kommt.
U.a. wurden die Steuern und Abgaben selbst von der Rotgrünen Regierung nicht wirklich einschneidend gesenkt, sondern umgeschichtet. (Direkte Steuern gesenkt und indirekte erhöht). Viele Menschen vergessen gerne, die eingeführte Ökosteuer von 18 Cent je Liter plus die draufzuschlagende Mehrwertsteuer.
Ich meine auch, daß z.b. schon Schröder Steuervergünstigungen gestrichen hat. Bin mir aber da nicht ganz sicher. Z.b. die Eigenheimzulage, Besteuerung von Lebensversicherungen, Zinsbesteuerung, Steuern auf Gewinne von Spekulationsgeschäften, und dann natürlich auch fangen die gesetzlichen Krankenkassenbeiträge nicht erst seit Angela Merkel an zu steigen.
Dazu kommt noch, daß die Wirtschaftszuwächse in den vergangenen Jahren durch mehr Exportsteigerungen erzielt wurden und weniger durch das Inland. Und da haben Hr. Schröder und Co. absolut keinen Einfluß drauf.