Sollte Cannabis legalisiert werden?

Hanf bloß nicht entkriminalisieren. So saufen sich die Deutschen schneller ins Koma.
 
Ich bezog mich ganz klar auf da Kiffen und nicht auf THC-Präparate. Ein damaliger Freund von mir bekam gegen seine Migräne Marihuana. Andere Präparate versagten, das Rauchen von M. jedoch brachte den gewünschten Erfolg.

Ein Arzt verschreibt Marihuana gegen Migräne :eek:

Konradin, ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mir verraten könntest, wo dieser Arzt stationiert ist,denn somit hätte meine Frau keinen Grund mehr ihre Unlust auf Migräne zu schieben :D

Bei allem Respekt, aber langsam zweifel ich dran was du so schreibst, mir ist nur bekannt, dass Marihuana bisher Krebs Patienten verabreicht wird.
 
Ach, Internet, ich habe nirgendwo behauptet, er hätte es auf Rezept bekommen. Zweifle, wo und wie du willst, aber zwischen geben und verschreiben sollte man vielleicht doch differenzieren können.
 
schmodder schrieb:
Suchtprävention ist eine nette Sache, aber leider nun mal nichts, was zuverlässig auch bis ins hinterste Viertel eindringt. Nie. Glaube ich jedenfalls nicht.
:D
Nen' bischen viel der (sehr variablen *g*) Spekulation bzw. auch des Glaubens, findest Du nicht selbst? :)

Aber mal ernsthaft.
Deinen medizinischen Ausführungen und Darlegungen zum Thema kann ich durchaus folgen und finde es auch sehr positiv, sie hier in die Diskussion zu integrieren. :)
[ Einschub]Obwohl eine Beeinflussung des Cannabinoidsystem wie auch anderer körpereigenen Systeme wie z.B. der Endorphine bisher keineswegs völlig zufriedenstellend geklärt bzw. erforscht wurden.
Denn auch andere Stoffe (wie z.B. spezielle Medikamentenwirkstoffe) können ja dieses System bzw. die Rezeptoren positiv wie negativ beeinflussen oder auch blockieren.[Ende]

Deinen daraus dann aber abgeleiteten (teils persönlich gefärbten) Konsequenzen kann ich zumindest solange nicht folgen, wie Du hierbei zur Rechtfertigung sogar kulturelle Aspekte sowie langjährig nicht Geklärtes in unserem Rechtssystem mit einfließen lässt ;)

Ein bischen "Suff" (sorry *bg*) darf dann also schon mal sein, während eine (rel. kleine) Blockierung des Immunsystem bzw. anderer Rezeptoren durch pflanzliche (und auch heimische) Wirkstoffe hier gleich zum Sündenfall wird :D


Und auch Dein Unglaube, dass Aufklärung und Prävention nicht wesentlich dazu beitragen können, den Missbrauch aller diverser Drogen
und damit z.B. auch die Abhängigkeit von diversen Süchten zu vermeiden ,
stimmt mich dazu eher traurig.

Hieße dies doch in letzter Konsequenz, den Menschen als an sich unmündiges Wesen zu begreifen, der nur unter Aufsicht prädestinierter (Über-)Wesen funktionsgerecht zu existieren befähigt wäre. ;)

Aber i.P. geht es hier doch nicht nur um eine Legalisierung an sich,
sondern auch um eine Entkriminalisierung des Gebrauchs.
Während bei bestimmten medizinischen Indikationen demnächst ja sogar der Genuss/Gebrauch von THC erstattungsfähig (über Krankenkassen) werden soll,
reden viele ja immer noch vom Drogenmissbrauch an sich.

Auch eine Differenzierung in allgemein akzeptierte Drogen bzw. den speziellen Medikamentenmissbrauch würde uns hier in Hinsicht auf eine gesellschaftskritischere Diskussion über dies Thema wohl wesentlich weiter bringen.

muesli

PS
tom_cat schrieb:
Kann mir jemand einfach und verständlich erklären, wie in einem Land indem oben genannte Gifte zugelassen sind, THC Produkte verboten sein können.
Habe ich auch noch nirgendwo gelesen ;)

@ Internet :rolleyes:
Ich springe mal für Konradin ein,
der ja ansonsten gerne seine Zeit opfert, andere nicht dumm sterben zu lassen
[...]wo dieser Arzt stationiert ist[...]?
In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii
Als "Ersatzstoff ist Dronabinol (Marinol®) als Tetrahydrocannabinol enthaltenes Medikament übrigens in allen Staaten der USA völlig legal zugelassen
und auch in Deutschland als „verschreibungsfähig ohne Ausnahmegenehmigung“ seit dem 1. Februar 1998 eingestuft und faktisch also von jedem Arzt zu verschreiben!

Die Tatsache allerdings, dass (medizinische) THC-Produkte zuerst nur als "gering therapeutisch nützlich" eingestuft wurden, inzwischen aber ihren festen Platz auch in Apotheken gefunden haben, erklärt sich vielleicht ja auch daraus,
dass z.B. Marinol (mit seinem adäquaten Anteil an THC) ca. 100-150 mal teurer ist, als auf dem illegalen Markt als Marihuana erhältliches THC gleicher Menge.
(1 Gramm THC kostet als Marinol ca. 4.500-5000 € / ca. 6% THC-haltiges Marihuana ca. 5, 10 oder bis zu 20 € (je nach Kaufort halt *g*).
Vielleicht fangen ja so Manche hier anhand von derartigen "Zahlen" einmal an, weiter zu "denken" ;)

Ein hoffentlich als "unverdächtig" einzustufender Link hierzu :weg:,
der allerdings auch so einige teils als verdummende Fabeln einzustufende "Fakten" enthält ;)
Cannabis: Rauschgift auf Rezept?
 
Zitat von muesli: In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii

Irgendwie kommst du durcheinander, meine frage bezog sich auf Deutschland und nicht auf irgendein Kontinent, wo bitte wird hier Marihuana wegen Migräne verschrieben ?
 
schmodder hat noch nie THC konsumiert, das geht ja wohl aus seinen Aussagen hervor. Würden wir in einem Land, in dem es kein Cannabis, gibt eine Umfrage starten, würden die häufigsten Menschlichen Gebrechen so lauten:

• Extreme Schlafprobleme (eigentlich immer!!) und wirre Träume
• Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
• Fast immer Depressionen (Veränderung des Neurotransmitterhaushalts)
• Aggressivität
• Nervosität, Unruhe
• Muskelzittern, Schwitzen, erhöhte Temperatur
• verminderter Appetit
• Kopfschmerzen

Es ist zu einfach, hier ein Paar Volkskrankheiten auf Cannabis zu schieben.

Hier wurden einige Kiffer untersucht und das Ergebnis wurde auf aufs kiffen geschoben. Woher kann man wissen ob diese Symptome nicht schon Vorher bestanden haben? Oder sollte nicht auch untersucht werden, ob es nicht gerade in der Zielgruppe der Cannabiskonsumenten, schon vorher häufiger aufgetreten ist?

Es wäre mal interessant, eine Gegenüberstellung zu machen, die ein pro und contra dieser Legalisierung enthält. Die gefundenen Aspekte müssten dann noch mit Punkten vergeben werden. Je nachdem wie stark die Auswirkungen auf die allgemeinheit der Bevölkerung sind. Dazu bräuchte man ein Gremium das aus Befürwortern und Gegnern in in gleichen Teilen besteht.

Auf dieses Ergebnis wäre ich mal gespannt.
 
@ InterNet :depp:
Bei Dir geb ich's jetzt wirklich auf :rolleyes:

Wenn Du noch nicht einmal in der Lage bist,
den von Dir zitierten Satz auch ganz zu Ende zu lesen,
ist scheinbar wirklich jegliche Mühe um Aufklärung bei Dir verschwendet ;)

Also nochmals, allerdings selbst bei Fettdruck nur in der vagen Hoffnung auf erfolgreiche Wahrnehmung von Dir:
muesli #164 schrieb:
In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii
Als "Ersatzstoff ist Dronabinol (Marinol®) als Tetrahydrocannabinol enthaltenes Medikament übrigens in allen Staaten der USA völlig legal zugelassen
und auch in Deutschland als „verschreibungsfähig ohne Ausnahmegenehmigung“ seit dem 1. Februar 1998 eingestuft und faktisch also von jedem Arzt zu verschreiben!
[...]-> Siehe u.a. auch:
Cannabis: Rauschgift auf Rezept?

muesli
 
Also nochmals, allerdings selbst bei Fettdruck nur in der vagen Hoffnung auf erfolgreiche Wahrnehmung von Dir

Du kannst es Fettdrucken, von mir aus auch bunte Lichterdschläuche um dein Hinweis wickeln und auch mit vuvuzela untermalen, beantwortet es trotzdem nicht meine Frage ;)

Du wirst in Deutschland keinen Arzt finden, der dir Marihuana wegen Migräne verschreibt... ende der ansage.. :p
 
Internet schrieb:
Du wirst in Deutschland keinen Arzt finden, der dir Marihuana wegen Migräne verschreibt... ende der ansage..
Sorry, aber diese Aussage ist schlicht und einfach falsch und widerlegbar.
 
In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii
Als "Ersatzstoff ist Dronabinol (Marinol®) als Tetrahydrocannabinol enthaltenes Medikament übrigens in allen Staaten der USA völlig legal zugelassen
und auch in Deutschland als „verschreibungsfähig ohne Ausnahmegenehmigung“ seit dem 1. Februar 1998 eingestuft und faktisch also von jedem Arzt zu verschreiben!

Und was sagt das aus?

Werden in Deutschland nicht auch härtere Drogen in einzelnen Fällen verschrieben, z.B. zur Schmerzlinderung? Ist damit auch ausgesagt, dass man diese Drogen freigeben sollte? Stichwort Morphium?
 
Grundsätzlich versteht man unter einer körperlichen Abhängigkeit nämlich nicht einen extremen körperlichen Zustand wie bspw. beim Heroin, sondern nur, dass beim Absetzen der Substanzen Entzugserscheinungen irgendeiner Art auftreten. Hierbei sind Entzugserscheinung definiert als die der Substanz normalerweise zugehörigen Abstinenzerscheinungen oder als Verhalten, dass sich darin äußert, die gleiche oder eine ähnlich wirkende Substanz zu konsumieren, um so den Entzugserscheinungen abzuhelfen bzw. vorzubeugen. Häufige Entzugssymptome bei chronischen Kiffern sind:

• Extreme Schlafprobleme (eigentlich immer!!) und wirre Träume
• Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
• Fast immer Depressionen (Veränderung des Neurotransmitterhaushalts)
• Aggressivität
• Nervosität, Unruhe
• Muskelzittern, Schwitzen, erhöhte Temperatur
• verminderter Appetit
• Kopfschmerzen

Diese Definition ist in der Tat, auch wenn sie die richtige sein mag, abweichend von der allg. verbreiteten. Die hier aufgeführten Symptome sind auch soweit plausibel und/oder mir von langjährigen Kiffern bekannt. Allerdings nur von wirklich langjährig Abhängigen. Erklärung lieferst du ja auch:

Ein zweiter Punkt ist, dass es bei einer körperlichen Abhängigkeit zu Toleranzentwicklungen kommt. Das heißt in diesem Fall, dass trotz Einnahme einer gleichbleibenden Substanzmenge ein herabgesetzter Effekt eintritt (und beides genannte, die Entzugserscheinungen und die Toleranzentwicklung, trifft auf alle chronischen Kiffer zu, denen ich je begegnet bin, und das sind wesentlich mehr als nur ein ganzer A*** voll ;))

Also macht das Konsumieren von Cannabis nicht direkt körperlich abhängig, sondern es tritt nach anhaltendem, häufigen Konsum eine körperliche Abhängigkeit auf.
(Die körperliche Abhängigkeit kommt zumin. "nur" hinzu und ist nicht der eigentliche Bestandteil einer evtl. Sucht, sondern eine psychische Abhängigkeit (die natürlich irgendwann mit dieser zusammenhängen kann)).

Insgesamt schöner informativer Post schmodder und insgesamt eine schöne und interessante Diskussion :)

In diesem Thread haben sich viele für eine Entkriminalisierung von Konsumenten ausgesprochen. Das ist auf jeden Fall etwas, das mir um einiges wichtiger wäre, als auf einmal an jeder Ecke Deutschlands Coffeeshops, was ja auch nicht wirklich sein muss. Nur spricht halt die aktuelle Gesetzeslage nicht für eine Entkriminalisierung, also besteht meiner Meinung nach auf gesetzlicher Basis Nachholbedarf.

So sind die Regelungen für den Straßenverkehr im Bereich Alkohol praxiserprobt und erscheinen erstmal sinnvoll, während sie im Bereich THC doch etwas krass sind. Nicht falsch verstehen bekifft Autofahren gehört wie betrunken Autofahren auf jeden Fall zu ganz bösen unverantwortlichen Dingen, aber nach der aktuellen Gesetzeslage reicht es aus, dass das Messgerät überhaupt THC im Blut nachweisen kann, damit man quasi "unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln" gefahren ist.
Salopp gesagt ich kiffe Samstag Mittag mit Freunden, fahre Montag zur Arbeit, werde kontrolliert, die Blutuntersuchung ergibt garantiert, dass noch THC im ppb Bereich vorhanden ist, ich bekomme 8 Punkte und verliere meinen Führerschein für mindestens ein Jahr und muss beständig beweisen, dass ich nichts konsumiere (darf mich nichtmal in der Nähe irgendwelcher Kiffer aufhalten).... Meiner Meinung nach etwas hart und eine pauschale Kriminalisierung von Cannabis Konsumenten nach dem Motto, wer irgendwann mal konsumiert ist eine permanente Gefahr auf der Straße.

Weil es so schön ist ein blöder Alkoholvergleich ;)
Na da möchte ich mal sehen wie leer unsere Straßen sind, wenn das für Alkohol gelten würde...
 
Mir scheint, dass hier zwei Dinge miteinander vermischt werden. Natürlich werden Drogen auch pharmazeutisch aufbereitet und als Sedativa oder zur Schmerzlinderung eingesetzt, was auch völlig ok ist. In diesem Fall stehen sie unter staatlicher und ärztlicher Kontrolle. Aber das heisst doch im Umkehrschluss nicht, dass es sinnvoll wäre Cannabis & Co. zu legalisieren! Gruss freefloating
 
Mc Kilroy schrieb:
Ist damit auch ausgesagt, dass man diese Drogen freigeben sollte? Stichwort Morphium?
Nein, keineswegs ;)
In der Gefahr, dass ich mich wiederhole :D:
Ich bin eher für eine (erneute und öffentliche) Diskussion über gewisse Formen der Legalisierung,
oder besser, gewisse Formen der Entkriminalisierung
wie sie hier dankenswerter Weise ja bereits teilweise auch stattfindet.

Denn bezüglich der "Legalisierung" wie auch der "Kriminalisierung" wird hier viel zu sehr pauschalisiert,
ohne dass dies bezügliche, reale Auswirkungen im Alltag klarer herausgestellt werden.

Von daher scheint mir auch,
freefloating schrieb:
... dass hier zwei Dinge miteinander vermischt werden.
Nämlich eine Zuspitzung, eine Schwarz/Weißmalerei,
die uns/unsere Gesellschaft bzgl. der allgemeinen Drogenproblematik kaum weiterbringt.;)

Denn auch der Konsum von Alkohol sowie anderen Drogen (und Medikamenten) ist ja keineswegs grundsätzlich legitim ;)
Egal ob in der
- StVo §1:
(1) ...gegenseitige Rücksicht.
(2) ..., dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird -
oder in anderen Gesetzestexten, ist es ja mehr oder minder ;)klar geregelt, wie es eigentlich in unserer Gesellschaft zugehen sollte.

Die daraus jeweils abgeleiteten, rechtlichen Konsequenzen sind es aber doch auch hier, die in einer wachsenden Mehrheit der Bevölkerung für Unverständnis sorgen.

Der Besitz an sich ist teils nicht (völlig) strafbar,
der Konsum in der Öffentlichkeit andererseits aber teilweise schon, sofern eben nachweisbar.
Nur das der Nachweis von Drogen und deren aktuelle Wirksamkeit eben sehr variiert und Einschätzungen unterliegt, die teils kaum nachvollziehbar sind!
Im Fall von z.B. des Alkohols oder bestimmter Medikamente ist für eine indirekte Akzeptanz bzw. Tolerierung "gesorgt"
[von wem wohl? ;) ],
während im Fall von latent lang zeitig nachweisbaren Drogen eine unverhältnismäßige Kriminalisierung stattfindet.

Sozusagen also "Legalisierungen" bzw. "Kriminalisierungen" im (Mehr)Klassensystem.

Ich will hierbei gar nicht den Konsum (zeitweilig oder dauerhaft) speziell von Cannabis bzw. THC schön reden
(obwohl ich hier weiß, wovon ich rede),
aber wenn ich mir in unserer Gesellschaft den übrigen, zumeist ungeahndeten und teils weitaus gefährlicheren Umgang mit Drogen anschaue,
bedingt die Prävention vor Drogen vor allem auch eine nachvollziehbare Verhältnismäßigkeit der Gegenmittel bzw. Strafen.

Und die ist schlicht nicht gegeben ;)

Wer weiß denn schon ob der Persönlichkeitsveränderungen von Medikamenten oder Drogen - Nebenwirkungen halt, die zumeist kaum einmal nachweisbar sind -
wie z.B. bei Kokain, die nicht nur im Jetset oder als "Mode"droge, sondern auch in "Zockerkreisen" einen vmtl. sogar nicht unerheblichen Anteil an der letzten "Finanzkrise" haben
oder Aufputschmittel anderer Couleur, die z.B. auch medizinisches Personal "am Laufen halten", ohne dass über die Folgen derartigen Missbrauchs in der Öffentlichkeit überhaupt einmal mal dauerhafter geredet wird ;)

Von daher

bin ich gegen eine Kriminalisierung z.B. des Konsums von Cannabis-Produkten!

Legalisiert ist nämlich schon viel zuviel Unsinniges :D

muesli
 
Nun finde auch ich mal wieder 10 Minuten Zeit! ;) Ich werde versuchen, alle angesprochenen Punkte nochmals aufzugreifen, beginnen wir bei Dir, Konradin:

Ich bezog mich ganz klar auf da Kiffen und nicht auf THC-Präparate. Ein damaliger Freund von mir bekam gegen seine Migräne Marihuana. Andere Präparate versagten, das Rauchen von M. jedoch brachte den gewünschten Erfolg.

Zu allererst sollte ich vielleicht nochmal klarstellen, wie meine Kommentare konkret orientiert sind…denn ich weiß nicht, ob das nicht aus meinen Posts hervorsticht oder ob Du nicht aufmerksam mitgelesen hast (nichts für ungut ;)).

1. Ein kritischer Punkt, welchen ich näher beleuchten wollte, war das grundlegende Thema „körperliche Abhängigkeit“, welcher von Kiffern grundsätzlich gerne als wissenschaftlich falsifiziert dargestellt wird (oder vielleicht vielmehr aus der Überzeugung heraus, dass man dies als langjähriger Kiffer ja wohl bestens beurteilen könne). Wenn ich diesen Punkt isoliert betrachte, so ist die Antwort auf die Frage nach einer körlperlichen Abhängigkeit im Rahmen klinischer Definitionen definitiv mit JA zu beantworten, aber ich gehe später nochmals darauf ein.

2. Ein weiterer, in meinen Augen kritischer Punkt ist bei der Frage nach einer Legalisierung die Unterscheidung zwischen dem Stammtischkiffen und dem Verkauf medizinischer Präparate, sprich: Die Differenzierung zwischen einer Legalisierung von Marijuana (ähnliche Verfügbarkeit wie in der Schweiz bis vor ein paar Jahren oder in Holland) und einer Legalisierung von THC für medizinische Präparate! Während (wie ich schon oben recht ausführlich dargelegt habe) die Nutzung im medizinischen und auch im industriellen Sektor (Stoffe etc.) definitiv positive Seiten hat, so hat das Kiffen an sich in Anbetracht der Erkenntnisse über einen Zusammenhang mit Schizophrenie, geistlichem Verfall (ja, klingt hart :D, siehe Studienliste unten!) und köperlicher Abhängigkeit + Schädigung keinen mir ersichtlichen Vorteil, außer das nette „halt mal einen rauchen“, was kein ausreichendes Argument für eine Legalisierung darstellt. Und daher allem voran an Dich gerichtet Konradin: Wenn ich diese Unterscheidung treffe und medizinische Präparate verfügbar gemacht werden (was ich ausdrücklich gut heiße), dann verfällt Dein ProArgument einer Substanz-Legalisierung.

Ebenso habe ich im Laufe der Jahre viele Menschen kennengelernt, die bei entsprechenden Gelegenheiten ein- bis zwei Züge eines Joints zu sich nahmen. Von 'Volldröhnen' kann bei diesen Mengen keine Rede sein.

Auch wenn das so ganz romantisch klingt, sei mir nicht böse wenn ich dieses Argument ad acta lege, denn aus meiner Erfahrung sind das vielleicht 0,5 % der Leute (konkrete Statistiken liegen noch nicht vor, folgen aber in den nächsten Monaten). Da das Kiffen weder ein großartig gustatorisches Ereignis ist (schlimmer als normales Rauchen), noch sonst irgendeinen anderweitigen Zweck als die psychogenen Wirkungen erfüllt, sind diese Leute, wenn sie denn tatsächlich nur ein zwei mal im Monat nen Zug nehmen, überwiegend Mitläufer (wieder sorry, aber das ist meine Erfahrung ;)), die halt einfach mal mitmachen, aber eigentlich nicht wirklich Kiffen wollen. Und auch hier: Nur weil einer von 200 Kiffern nur mal ein zwei Züge nimmt, so ist es für mich noch kein Argument auf der Vorteilsseite der Legalisierung von Marijuana.


Nun zu Kanone64 :) :

schmodder hat noch nie THC konsumiert, das geht ja wohl aus seinen Aussagen hervor.

Nur weil ich kein Befürworter bin? Zu Deinem und auch zu meinem Pech hast Du leider unrecht.

Würden wir in einem Land, in dem es kein Cannabis, gibt eine Umfrage starten, würden die häufigsten Menschlichen Gebrechen so lauten.

Es geht nicht um etwaig auftretende Gebrechen, sondern um typische Entzugserscheinungen bei Aufhörern.

Es ist zu einfach, hier ein Paar Volkskrankheiten auf Cannabis zu schieben.
Hier wurden einige Kiffer untersucht und das Ergebnis wurde auf aufs kiffen geschoben. Woher kann man wissen ob diese Symptome nicht schon Vorher bestanden haben? Oder sollte nicht auch untersucht werden, ob es nicht gerade in der Zielgruppe der Cannabiskonsumenten, schon vorher häufiger aufgetreten ist?

Bei der Gestaltung wissenschaftlicher Studien berücksichtigt man exakt solche Faktoren. Und ich muss es nochmals anmerken: Mal abgesehen von mittlerweile einer ganzen Menge wirklich guter Studien zum Gras habe auch ich mit vielen hundert Kiffern zu tun, und die genannten Symptome sind die REGEL!

Es wäre mal interessant, eine Gegenüberstellung zu machen, die ein pro und contra dieser Legalisierung enthält.

Ich bin bei dieser Thematik penetrant, ich weiß, aber ich möchte nochmals darum bitten: Nennt mir die Vorteile einer grundlegenden Legalisierung von Marijuana, vorausgesetzt dass medizinische Präparate vermehrt untersucht, verschrieben und vergeben werden!! Nur die Vorteile des Kiffens!!

So, der nächste :)

Diese Definition ist in der Tat, auch wenn sie die richtige sein mag, abweichend von der allg. verbreiteten.

Ja das weiß ich, hier liegt wahrscheinlich auch das Problem begraben. Körperliche Abhängigkeiten sind immer schlimm und haben meistens Spätfolgen, aber der Otto-Normalverbraucher kennt leider nur den Heroinsüchtigen Leonardo Di Caprio aus den Straßen von SF (übrigens sehr gut gespielt ;)), was nur die Randgruppe der Erscheinungsbilder darstellt.

Die hier aufgeführten Symptome sind auch soweit plausibel und/oder mir von langjährigen Kiffern bekannt. Allerdings nur von wirklich langjährig ..

Ja das stimmt soweit, deswegen hatte ich auch explizit regelmäßige Kiffer gemeint! ;) Und sofern bei einer Diskussion das Argument „Cannabis macht NICHT körperlich abhängig“ aufkommt, muss man sich nunmal damit auseinandersetzen, oder? ;)


Also macht das Konsumieren von Cannabis nicht direkt körperlich abhängig, sondern es tritt nach anhaltendem, häufigen Konsum eine körperliche Abhängigkeit auf.

Klar, erst der Konsum verursacht die Abhängigkeit. Manchmal schnell (Beispiel: Methamphetamin(Chrystal)), manchmal langsam (Beispiel: Analgetika). Bei Cannabis durchaus erst bei chronischem Gebrauch.

Insgesamt schöner informativer Post schmodder und insgesamt eine schöne und interessante Diskussion :)

Danke ;)

So, und nun noch muesli:

:D
Nen' bischen viel der (sehr variablen *g*) Spekulation bzw. auch des Glaubens, findest Du nicht selbst? :)

Ähm,…wenn Du so fragst…nein. :)


[ Einschub]Obwohl eine Beeinflussung des Cannabinoidsystem wie auch anderer körpereigenen Systeme wie z.B. der Endorphine bisher keineswegs völlig zufriedenstellend geklärt bzw. erforscht wurden.

Da hast Du durchaus recht! Gleiches gilt für einen Großteil psychopharmakologischer Substanzen. Was jedoch nichts daran ändert, dass bestimmte Funktionen in der Vergangenheit durchaus reliabel erkannt wurden und als wichtig einzustufen sind. Und ein Rumgepfusche im Neurotransmittersystem ohne driftigen Grund (Krankheit) ist NIE gut (salopp gesagt). Heißt im Klartext: Das man noch nicht alles über das Cannabinoidsystem weiß heißt sicherlich nicht, dass man draufloskiffen sollte, was das Zeug hält^^ Es liegen genügend Studien vor, die darauf hindeuten, dass es keineswegs vorteilhaft ist^^

Deinen daraus dann aber abgeleiteten (teils persönlich gefärbten) Konsequenzen kann ich zumindest solange nicht folgen, wie Du hierbei zur Rechtfertigung sogar kulturelle Aspekte sowie langjährig nicht Geklärtes in unserem Rechtssystem mit einfließen lässt ;)

Bin mir nicht ganz im Klaren darüber, auf was Du Dich beziehst. Kultur wäre hierbei durchaus ein interessanter Aspekt, den ich jedoch bisher bewusst außer Acht gelassen habe.

Ein bischen "Suff" (sorry *bg*) darf dann also schon mal sein, während eine (rel. kleine) Blockierung des Immunsystem bzw. anderer Rezeptoren durch pflanzliche (und auch heimische) Wirkstoffe hier gleich zum Sündenfall wird :D

Nope, da hast Du mich falsch verstanden (bzw. ich mich falsch ausgedrückt ;) ;)). Ich wollte nur klarstellen, dass ich weit davon entfernt bin, ein Moralapostel zu sein. Jedoch ist ein einzelner Suff im kritischen Fall nicht so drastisch wie das Kiffen.

Und auch Dein Unglaube, dass Aufklärung und Prävention nicht wesentlich dazu beitragen können, den Missbrauch aller diverser Drogen und damit z.B. auch die Abhängigkeit von diversen Süchten zu vermeiden , stimmt mich dazu eher traurig.

Auch hier würde ich Dich bitte, das weiter auszuführen. Natürlich ist das nur meine persönliche Meinung, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Das einfachste Beispiel für eine legal verfügbare „Substanz“, bei der die Suchtprävention schon ab den Kinderbeinen präsent sein sollte, sind Zigaretten. Und man merkt ja, wie gut das funktioniert. Auch mit schwarzweißen Bannern, die mehr als die Hälfte der Packung einnehmen. Und ja, das ist traurig.

Hieße dies doch in letzter Konsequenz, den Menschen als an sich unmündiges Wesen zu begreifen, der nur unter Aufsicht prädestinierter (Über-)Wesen funktionsgerecht zu existieren befähigt wäre. ;)

Ich weiß es klingt hart. Aber der Mensch ist ein Herdentier. Das wirst Du jedes Mal erleben, sobald eine Gruppe isoliert auf sich selbst angewiesen ist. Egal ob es sich um eine kleine Gruppe oder eine Gesellschaft handelt, für gewöhnlich wird recht schnell ein „Führer“ (und nicht falsch verstehen, das ist schlicht der richtige Begriff…im Englischen LEADER) auserkohren, der Rahmenbedingungen steckt und Regeln aufstellt. Geschieht das nicht, herrscht blankes Chaos. Und bitte nicht die 68´er Kommunen nennen…das ist was anderes. So, und mit dieser Äußerung habe ich mich warhscheinlich bei vielen ins Aus katapultiert^^

Auch eine Differenzierung in allgemein akzeptierte Drogen bzw. den speziellen Medikamentenmissbrauch würde uns hier in Hinsicht auf eine gesellschaftskritischere Diskussion über dies Thema wohl wesentlich weiter bringen.

Und nochmal: Ausführen. Bitte. Mach doch den Anfang ;)

Hier ein paar Startleckerlis zum Lesen:

Intelligenz:

Arch Gen Psychiatry -- Abstract: Regional Brain Abnormalities Associated With Long-term Heavy Cannabis Use, June 2008, Ycel et al. 65 (6): 694

Current and former marijuana use: preliminary findings of a longitudinal study of effects on IQ in young adults -- Fried et al. 166 (7): 887 -- Canadian Medical Association Journal

Brain Neuroimaging in Cannabis Use: A Review -- Quickfall and Crockford 18 (3): 318 -- J Neuropsychiatry Clin Neurosci

Repeated cannabinoid exposure during perinatal, adolescent or early adult ages produces similar longlasting deficits in object recognition and reduced social interaction in rats ? J Psychopharmacol

Tgliches Marihuana-Rauchen lsst das Gehirn schrumpfen (Wissenschaft, NZZ Online)


Sucht:
Arch Gen Psychiatry -- Abstract: Marijuana Abstinence Effects in Marijuana Smokers Maintained in Their Home Environment, October 2001, Budney et al. 58 (10): 917

Kognition, Reaktion, Psychosen u.a.

Opposing actions of chronic ?9-tetrahydrocannabinol and cannabinoid antagonists on hippocampal long-term potentiation ? Learning & Memory

Long-term effects of cannabis on oculomotor function in humans ? J Psychopharmacol

Marijuana use is associated with a reorganized visual-attention network and cerebellar hypoactivation ? Brain

Latendte Psychosen durch Kiffen Konsum von Cannabis ein Rausch kann schon Reichen

Cannabis use, cognitive performance and mood in a sample of workers ? J Psychopharmacol

Das Rätsel Schizophrenie - Google Bücher

Meine Meinung zur Kriminalisierung:

Klar, da habt ihr sicherlich recht. Einen Kiffer auf eine Ebene mit Heroindealer zu stellen (was bei Leuten, die desinformiert sind, immer wieder der Fall ist) ist definitiv ein großes Problem und muss sicherlich diskutiert werden!! Eine Legalisierung befürworte ich nicht, aber eine Lockerung der Gesetze bezüglich der Strafen für Eigenkonsumenten ist dringend nötig!
 
Es kann durchaus sein, mein lieber schmodder, daß die Kiffer in deinem Bekanntenkreis andere Rauchgewohnheiten haben als in meinem. Aber die These, daß nur 0,5% der Leute einigermaßen gescheit mit Cannabis umgehen halte ich gelinde gesagt für gewagt (offenbar rekrutiert sich mein kiffender Bekanntenkreis überwiegend aus diesem verschwindend kleinen Kreis). Das hieße also strenggenommen, daß nur 0,5% der Kiffer Cannabis gebauchen, während 99,5% Cannabis mißbrauchen. Sorry, aber ich halte diese Aussage für hahnebüchenen Unsinn.

Wenn man solche Aussagen gleichermaßen über Alkohol treffen würde, dann wären wahrscheinlich nur 0,5% der Trinker keine Alkoholiker.

Das Thema der medizinischen Präparate habe ich übrigens weder in diese Diskussion eingebracht noch es als Argument für die Legalisierung von Cannabis angeführt. In dem von mir erwähnten Fall (Migräne) ging es nicht um ein medizinisches Präparat, sondern ganz konkret um Marihuana. Aber selbst wenn er es nicht von einem Mediziner bekommen hätte, sondern es illegal am Straßenrad erworben hätte, und selbst wenn die Wirkung nur eine subjektive gewesen wäre, selbst dann wäre dieses konkrete Beispiel schon tauglich, die ausschließliche Motivation des 'Zudröhnens' zu widerlegen.

Ob Hanfrauchen geschmacklich ein Genuß sein kann, das wirst du als jemand, der dies rundheraus ablehnt, kaum beurteilen können. Aber laß es dir gesagt sein: es kann.

Ok, dann werde ich einmal konkret und oute mich. Auch wenn ich in diesem Jahr noch nicht einen einzigen Joint geraucht habe, ich weiß durchaus, wovon ich rede und ich habe auch schon andere Zeiten hinter mir, auch wenn ich zu keinem Zeitpunkt davon abhängig war. Weder bin ich hanfmässig ein Mitläufer noch jemand, der es maßlos übertreibt. Ich kann Hanf als Gelegenheitsgenußmittel genießen, aber ich brauche es in keiner Weise, um mich wohlfühlen zu können. Genausowenig wie ein Glas Wein, aber dennoch trinke ich gelegentlich eines.

Ich weiß gern, was ich tue und allein schon deshalb ist mir jede Art Rausch suspekt. Genuß ok, aber alles zu seiner Zeit und zwar entweder ohne oder aber mit leicher Wirkung, denn es geht nicht um Flucht, sondern Genuss. Die Wirkung von einem Glas Wein ist mir nicht grundsätzlich unangenehm und ich nehme sie mitunter billigend in Kauf, ebenso wie eine leichte Hanfwirkung für mich keine Todsünde darstellt. Aber auf einen Vollrausch und 'Zugedröhne' kann ich gern verzichten.

schmodder schrieb:
Jedoch ist ein einzelner Suff im kritischen Fall nicht so drastisch wie das Kiffen.
Wieder eine recht gewagte These. Hast du irgendwelche Belege dafür?

Wie kommst du übrigens darauf, Straftaten von Käufern mit Straftaten von Verkäufern zu vergleichen? Selbst die über Drogen uninformierteste Oma vergleicht höchstens das Kaufen von Haschisch mit dem Kaufen von Heroin und das Verkaufen von Haschisch mit dem Verkaufen von Heroin. Oder meinst du, ohne Informationen über Drogen könne man nicht den Kauf einer Ware (vorzugsweise zum Eigenbedarf) und den gewerblichen Verkauf derselben auseinanderhalten? Kennt niemand den Unterschied zwischen 'Verbraucher' und 'Händler'? Aber ich lass es besser, es führt zu nichts...

Gruss Konradin
 
Hey Konradin!

Mir scheint, dass meine Kommentare Dich ein wenig verärgern...das sollen sie wirklich nicht, und wenn sie das tun, dann tut es mir leid!! Ich freue mich einfach nur über eine sachliche Diskussion, daher bitte nichts für Ungut! :)

Aber die These, daß nur 0,5% der Leute einigermaßen gescheit mit Cannabis umgehen halte ich gelinde gesagt für gewagt

Ein "gescheites" Umgehen mit Cannabis liegt leider wie immer im Auge des Betrachters, aber dazu gleich mehr!

Das hieße also strenggenommen, daß nur 0,5% der Kiffer Cannabis gebauchen, während 99,5% Cannabis mißbrauchen. Sorry, aber ich halte diese Aussage für hahnebüchenen Unsinn.

Das habe ich so nicht gesagt Konradin. Du hattest in Deiner Beschreibung von Leuten gesprochen, die nur ein bis zwei Züge von einem Joint nehmen und es dabei belassen. Nur auf diese Aussage und auf diese Gruppe habe ich mich bezogen. Dass bei jemandem der mehr konsumiert gleich ein Missbrauch vorliegen soll habe ich nicht behauptet. Da ich schon die ganze Zeit mit vielleicht etwas trocken wirkenden wissenschaftlichen Fakten um mich werfe, hier die Definition (aus klinischer Sicht) eines Substanzmissbrauchs:

Substanzmißbrauch

DSM-IV-Kriterien „Substanzmißbrauch"

A. Ein unangepaßtes Muster von Substanzgebrauch führt in klinisch bedeutsamer Weise zu Beeinträchtigungen oder Leiden, wobei sich mindestens eines der folgenden Kriterien innerhalb desselben 12-Monats-Zeitraums manifestiert:

(1) Wiederholter Substanzgebrauch, der zu einem Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause führt …

(2) Wiederholter Substanzgebrauch in Situationen, in denen es aufgrund des Konsums zu einer körperlichen Gefährung kommen kann …

(3) Wiederkehrende Probleme mit dem Gesetz in Zusammenhang mit dem Substanzgebrauch …

(4) Fortgesetzter Substanzgebrauch trotz ständiger oder wiederholter sozialer oder zwischen-menschlicher Probleme, die durch die Auswirkungen der psychotropen Substanz verursacht oder verstärkt werden…

B. Die Symptome haben niemals die Kriterien für Substanzabhängigkeit der jeweiligen Substanzklasse erfüllt …

Wenn man solche Aussagen gleichermaßen über Alkohol treffen würde, dann wären wahrscheinlich nur 0,5% der Trinker keine Alkoholiker.

Und auch hier für alle die es interessiert die Definition einer Alkoholabhängigkeit:

DSM-IV-Kriterien „Substanzabhängigkeit" (Alkoholabhängigkeit)

Ein unangepasstes Muster von Substanzgebrauch (Alkohol) führt in klinisch bedeutsamer Weise zu Beeinträchtigungen oder Leiden, wobei sich mindestens drei der folgenden Kriterien manifestieren, die zu irgendeiner Zeit in demselben 12-Monats-Zeitraum auftreten:

(1) Toleranzentwicklung, definiert durch eines oder folgenden Kriterien:

(a) Verlangen nach ausgeprägter Dosissteigerung, um einen Intoxikationszustand oder erwünschten Effekt herbeizuführen.

(b) deutlich verminderte Wirkung bei fortgesetzter Einnahme derselben Dosis.

(2) Entzugssymptome, die sich durch eines der folgenden Kriterien äußern:

(a) charakteristisches Entzugssyndrom der jeweiligen Substanz

(b) dieselbe (oder eine sehr ähnliche Substanz) wird eingenommen, um Entzugssymptome zu lindern oder zu vermeiden.

(3) Die Substanz wird häufig in größeren Mengen oder länger als beabsichtigt eingenommen.

(4) Anhaltender Wunsch oder erfolglose Versuche, den Substanzgebrauch zu verringern oder zu kontrollieren.

(5) Viel Zeit für Aktivitäten, um die Substanz zu beschaffen …

(6) Wichtige soziale, berufliche oder Freizeitaktivitäten werden aufgrund des Substanzmißbrauchs aufgegeben oder eingeschränkt.

(7) Fortgesetzter Substanzmißbrauch trotz Kenntnis eines anhaltenden oder wiederkehrenden körperlichen oder psychischen Problems, das wahrscheinlich durch den Substanzmißbrauch verursacht oder verstärkt wurde …


Das Thema der medizinischen Präparate habe ich übrigens weder in diese Diskussion eingebracht noch es als Argument für die Legalisierung von Cannabis angeführt. In dem von mir erwähnten Fall (Migräne) ging es nicht um ein medizinisches Präparat, sondern ganz konkret um Marihuana. Aber selbst wenn er es nicht von einem Mediziner bekommen hätte, sondern es illegal am Straßenrad erworben hätte, und selbst wenn die Wirkung nur eine subjektive gewesen wäre, selbst dann wäre dieses konkrete Beispiel schon tauglich, die ausschließliche Motivation des 'Zudröhnens' zu widerlegen.

Es geht mir doch nicht darum, DEINEN Kommentar zu wiederlegen Konradin...es geht in diesem Thread um die Frage, ob Cannabis legalisiert werden sollte. Und Du hast nunmal das Argument eingebracht, dass in einem Dir bekannten Fall jemand gekifft hat, um seine Migräne zu bekämpfen. Und dies ist und bleibt ein wichtiger Punkt, da gebe ich Dir doch recht (und rede eben nicht gegen Dich ;)): Als medinzinisches Präparat lässt sich der Konsum doch super rechtfertigen! Tablettenform, Tröpfchen, was auch immer (man muss den Teufel ja nicht mit dem Belzebub austreiben, weshalb muss man um der Heilung Willen auf das Rauchen bestehen, wenn es auch gesunde Varianten geben kann). Dafür ist eine Legalisierung von Marijuana doch nicht nötig! (wie immer: Meine Meinung)

Ob Hanfrauchen geschmacklich ein Genuß sein kann, das wirst du als jemand, der dies rundheraus ablehnt, kaum beurteilen können. Aber laß es dir gesagt sein: es kann.

Ließ meine Posts bitte aufmerksamer. ;) Soviel sei gesagt: Ich kann es beurteilen Konradin.

Ich kann Hanf als Gelegenheitsgenußmittel genießen, aber ich brauche es in keiner Weise, um mich wohlfühlen zu können. Genausowenig wie ein Glas Wein, aber dennoch trinke ich gelegentlich eines.

Das ist ja auch okay Konradin. Es geht ja auch nicht darum, ob das Leute vereinzelt können oder nicht. Aber ein Gläschen Wein ist nunmal nicht das Selbe wie eine Tüte! Von einem Gläschen Wein merkst Du genau...nichts! Von einer Tüte bist Du erstmal platt^^ Eine Tüte ist kein Genussmittel Konradin, bei allem Respekt, es ist eher eine Möglichkeit Auszuspannen, runterzukommen oder was auch immer. Beim Kiffen zählt für die allermeisten das Resultat, nicht der Moment des Genusses. Und erzähl mir (wenn Du tatsächlich so regen Kontakt zu Kiffern hast) nicht, dass es anders ist. Und das ist doch der Casus Cnactus den ich versuche anzusprechen: Man braucht doch nicht drumehrum reden, die Wirkung ist das, was man als Kiffer gern hat (nicht etwa der Geschmack oder sonstwas). Nun muss man also bei der Legalisierungsfrage von Marijuana (also von Blüten um Headshop beispielsweise) den Vorteil der Wirkung gegen den Nachteil etwaiger Nebenwirkungen aufwägen, wie man es bei allen psychogenen Substanzen macht. Sieh es als Faustregel: Sobald Du eine Wirkung spürst, greift der Stoff zu stark in Deinen natürlichen Haushalt ein.

ebenso wie eine leichte Hanfwirkung für mich keine Todsünde darstellt.

Sagt ja auch keiner, dass es eine Sünde ist :)

Wieder eine recht gewagte These. Hast du irgendwelche Belege dafür?

Die wissenschaftlichen Berichte habe ich nicht umsonst gepostet. Konkrete Antwort: Ja habe ich. :)

Wie kommst du übrigens darauf, Straftaten von Käufern mit Straftaten von Verkäufern zu vergleichen? Selbst die über Drogen uninformierteste Oma vergleicht höchstens das Kaufen von Haschisch mit dem Kaufen von Heroin und das Verkaufen von Haschisch mit dem Verkaufen von Heroin. Oder meinst du, ohne Informationen über Drogen könne man nicht den Kauf einer Ware (vorzugsweise zum Eigenbedarf) und den gewerblichen Verkauf derselben auseinanderhalten?

Tja...ja, in gewisser Weise glaube ich das. Ich weiß nicht, inwiefern beispielsweise Deine Oma aufgeklärt ist, aber ich gehe jede Wette ein, dass meine Oma noch immer der Meinung ist, dass man "Haschisch spritzt" und dass jemand der das tut aus einer dunklen Szene kommen muss. Abgesehen davon: Lass Dich mit einer ordentlichen Platte Piece erwischen. Sobald Du die Länderhöchstgrenze in größerem Umfang überschreitest (es gibt Reglemente die festlegen, ob der Umfang des getragenen Stoffes noch als Eigenbedarf klassifiziert werden kann) kannst Du mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Und jetzt simplifiziere ich sehr stark: Im Gefängnis findest Du neben Mördern auch Dealer. Daher meine Andeutung, dass der Volksmund hierbei zu unterscheiden lernen muss. Und eine solche Unterscheidung würde sicher doch eine Aufklärung und damit einhergehende Entkriminalisierung vorangetrieben werden.
 
Ich würde es nicht schlimm finden, wenn Sie es legalisieren würden, es gibt schlimmere Sachen, ausserdem hat es aus therapeutischer Sicht auch Vorteile, schon für Leute die Depressionen haben ist das ne gute Sache.
Greets Dextro82
 
ausserdem hat es aus therapeutischer Sicht auch Vorteile,
dafür ist eine Legalisierung nicht nötig :rolleyes: auch mal lesen, was schon geschrieben wurde
schon für Leute die Depressionen haben ist das ne gute Sache.
:eek: ja klar, die schiessen sich dann ab, merken wie "gut" es ihnen geht, und wenn die Wirkung nachlässt, ist das Loch, in das sie fallen doppelt so tief, dann schiessen sie sich erneut ab usw ... :depp:
Das ist ja dann wohl schnurgeradeaus in Richtung Junkie :D keine Ahnung, wie man auf solche Ideen kommen kann, dazu muss man kein Arzt sein um zu wissen wie es endet, dazu reicht ein wenig gesunder Menschenverstand :rolleyes:
btw: Dazu braucht es auch kein Cannabis, dazu reichen schon die "üblichen" Psychopharmaka, die ohne Kontrolle abhängig genug machen.


*kopfschüttel*

MfG,
NeHe
 
First of all :)
x-Argumente und ebenso viele subjektiven Standpunkte :D

Und, durchaus hervorzuheben :)
Hier findet endlich mal wieder eine fundierte und auch durchaus ausgewogene Diskussion statt,
die ich mir viel, viel häufiger onboard wünschen würde :)
Dank für die konstruktiven Beiträge von schmodder, Konradin, stoppel, Lejentor, Furian, rumbero, kanone64, tom_cat u.v.a.m. :)

@ schmodder :)
U.a. betreff #174 bzgl. #167

Als Erstes nochmals zurück zur Suchtprävention.
Ich (mein Standpunkt halt *g*) halte es für mehr als wichtig, alle Menschen, von daher vor allem auch bereits Kinder,
über die Folgen und Auswirkungen ihres (täglichen) "Konsums" aufzuklären und bestenfalls sogar auch bei ihren diversen "Erfahrungen" beratend und verständnisvoll zu "begleiten".
Das dabei nie ganz ausgeschlossen werden kann,
dass auf Grund von höchst unterschiedlichen Sozialisationen der Eine oder Andere in Extreme abgleitet und halt spät oder nie "begreift", liegt nun einmal in der Natur der Dinge.
100%ige Sicherheit (also auch bei der Prävention) gibt es nirgendwo, darüber sollte doch auch bei uns beiden bestimmt Konsens herrschen, gelle. ;)

Ich bin dabei sowohl Anhänger des "Prinzips Hoffnung" wie auch der "goldenen Regel".
Von daher setze ich u.a. auf "Einsicht" und daraus eventuell folgender Konsequenz.
Denn reines "Überwachen und Strafen" führt in letzter Konsequenz nur in diktatorische Systeme.
Ok, hier würde es weiterführend sehr philosophisch, später dazu bei Bedarf evtl. mehr :)

Von daher unterscheide ich auch zwischen Deinen begründeten Informationen (Danke auch für die Links, sie sind notiert und gespeichert, allerdings noch nicht völlig abgearbeitet ;))
und deinen daraus dann resultierenden (aber teils eben subjektiven) Statements und Vermutungen [bzgl.: <<...Nie. Glaube ich jedenfalls nicht.]

Jetzt zu den kulturellen wie auch "rechtlichen Aspekten:
Alle Drogen, die ja bis auf Ausnahmen der letzten 150 Jahre weitgehend ihren Ursprung in der menschlichen Kräuterkunde haben, lassen sich so oder so mit dem Verweis auf kulturelle Ursprünge (je nach geographischen Vorkommen und Produktionsarten) quasi "rechtfertigen".

All dies ist aber heutzutage (in einer globalisierten Welt) n.m.M. nichts anderes mehr als Augenwischerei und Schönfärberei,
die letztlich eben auch ihren Niederschlag in den völlig verschiedenen Handhabungen der (geographisch, kulturell etc.pp.) verschiedenen Rechtssysteme findet.
Diese gründen sich dabei zum Teil eben auch noch auf religiöse Glaubensfragen, die weitgehend aber denselben o.g. Gründen und Ursprüngen folgen.

Kurzum :D
Drogen, ob nun extrahiert oder neuerdings syntetisch hergestellt,
sind erst seit ihrer massenhaften Verfügbarkeit für Menschen ein Problem
und sollten dem entsprechend auch entsprechend restriktiv (vor allem aber aufgeklärt) behandelt werden.
Denn die Evolution hat hierzu ihre Hausaufgaben eben noch nicht gemacht :D

Ob es nun der massenhafte (und unaufgeklärte) "Missbrauch" von Antibiotika oder von "leicht" verfügbaren anderen Drogen ist,
unsere weltweiten Rechtssysteme unterscheiden zu wenig in den Konsequenzen.
Auch, weil dem Nutzen eben ein nicht geringer Anteil an wirtschaftlichen Interessen sowie Unkenntnis (Bildung) der "Nutzer" gegenüber steht.

Die Tatsache allein, dass Alkohol die bei weitem am längsten in Massen verfügbare Droge ist, rechtfertigt aber keinesfalls ihren (Miss-) oder Gebrauch,
in welchen Mengen auch immer ;)

Von daher halte ich auch jeden Missbrauch,
sei es nun der "kleine Suff", der "kleine Turn" oder die ach so leichte Unterdrückung anderer menschlicher Befindlichkeiten für problematisch ;)
Sofern solchen Handlungen eben nicht ein sehr bewusster (und bestenfalls begründeter) Entscheidungsprozess vorangeht...

Insofern ist auch die Bewertung der hier geschilderten "Folgen" von Drogengenuss höchst subjektiv ;)

Früher habe ich die Wirkung eines Glases/einer Flasche Wein (ich spreche hier wirklich nur von (sehr) Gutem *bg*) kaum tangiert, ein paar "Halbe" waren auch leicht zu kompensieren, während psychoaktive Drogen bei mir schon immer in relativ kleinen Mengen "anschlugen".
[Übrigens nebenbei *bg*: Ich war früher ein eindeutiger "Cookie"Fan...
Ob Jim Henson's Ernie in der Sesame Street wohl auch davon beeinflusst wurde :ööm: :D ]
Inzwischen haben sich meine Schwellenwerte aber merklich verringert,
so dass selbst ein einzelnes Glas Wein schon deutlich spürbar ist.
Eben eine subjektive Wahrnehmung, die ich aber nicht verallgemeinern würde.

Eine eventuell noch ausstehende Debatte über den Herdentrieb, Alphatiere und andere Platzhirsche lasse ich hier jetzt erst mal,
obwohl auch dieser Aspekt bestimmt Relevanz besitzt und eine ausführlichere Diskussion verdient hätte. ;)

so far :)
muesli
 
mir geht eines nicht in den Kopf.

wenn ich schmodders wissenschaftliche Thesen lese, muss ich ihm, gegen meinen Willen Recht geben.

Allerdings gefällt mir diese Scheuklappensichtweise in Richtung Cannabis nicht.

Diese Thesen würden ja nur etwas bringen, wenn die Cannabiskonsumenten, (nicht die Gelegenheitskiffer) nach Absetzen des Konsums, ein Asketisches Leben führen würden.

Aber da schnappt sich die Katze die Maus:
Alle Kiffer die ich schon länger kenne, saufen sich total die Birne weg, wenn sie keine Tüte zur Hand haben.
Soll heissen:
Menschen die dazu tendieren, einen überdurchschnittlichen Cannabiskonsum zu praktizieren, wären ohne diese Droge, in irgendeiner Weise von etwas anderem abhängig. Ich will nicht über Sinn und Unsinn von wissenschaftlichen Thesen diskutieren, aber in diesem Fall bringt es nichts, den bösen, von Sucht zerfressenen Kiffer an den Pranger zu stellen. Das erscheint mir zu einfach.

Im Vergleich mit anderen Suchtmitteln, sehe ich immer noch keine Nachteile, da wir ja auch schon die Nachteile der restlichen Suchtmittel kennen. Wäre es nicht auch sinnvoll, das ganze einmal von der sozialkritischen Seite zu betrachten?
Zum Beispiel, warum es Menschen gibt, die in ein solches Suchtverhalten verfallen.
 

Beliebte Schlagwörter

Du verwendest einen veralteten Browser. Es ist möglich, dass diese oder andere Websites nicht korrekt angezeigt werden.
Du solltest ein Upgrade durchführen oder einen alternativen Browser verwenden.

Zurück
Oben Unten