Habe im zarten Alter von 9 meine erste Tschik geraucht, die mir damals auch toll geschmeckt hat - warum sie geschmeckt hat? Weil es verboten war und mein Bruder und meine Cousins (mein Bruder mit 13 der Älteste von uns Deppen) und eben ich uns in einer Ruine hingeknotzt und heimlich gepafft haben.
Mittlerweile, über 20 Jahre später habe ich meine tatsächliche Raucherphase hinter mir - das dauerte ungefähr von 23-29 Jahre. Es war schön für die Zeit, die es gedauert hat, aber ich bin heilfroh, dass ich mittlerweile (nicht zuletzt dank meiner Freundin, der ich das Gefühl, einen Aschenbecher zu küssen, ersparen wollte) nicht mal mehr gelegentlich beim Bier eine Tschik anrühre.
Der Grund für's Rauchen... wahrscheinlich, im Nachhinein betrachtet, weil es einfach als cool gilt, wenn man im Mantel durch die Herbstlandschaft schreitet, das Laub fällt um einen herum und man zieht genüßlich und lässig am Glimmstengel. Bin ich aber erwachsen... Lustigerweise braucht man nicht einmal jemanden, der das sieht - es ist für einen selber einfach eine Bestätigung seiner eigenen Coolness. Bis man eben mal draufkommt, was man sich (und in Lokalen auch anderen) damit antut. Und bis man draufkommt, dass es eigentlich viel cooler ist, dezitiert zu sagen, "Danke, nein, ich brauch das nicht, um mich zu profilieren." Und vor allem, in meinem Fall, bis man draufkommt, dass man automatisch als Vorbild für andere ein verdammt schlechtes Beispiel abgibt. Und das war jetzt nicht nur bei Jugendlichen, die mir beim Basketball nachgeeifert haben, sondern auch bei jungen Burschens und Mädels, die ich nicht einmal persönlich gekannt habe. Aber die haben mich öfters beim Fortgehen gesehen, haben gesehen, dass ich Spaß habe, dass meine Freunde Spaß haben, dass viele hübsche Mädels zu uns gekommen sind und bei alledem habe ich - wie auch die meisten anderen in der Runde - immer schön brav und cool geraucht.
Später habe ich mal mit einem ehemaligen Nachwuchsbasketballer geredet, der mir erst die Augen geöffnet hat, wie sehr er und ein Freund von ihm, der mich eben nur vom Sehen kennt, dadurch eigentlich beeinflusst worden sind. Und da hab ich mir dann eben auch meine Gedanken gemacht - und muss feststellen, dass - bei aller Eigenverantwortung jedes Einzelnen - mich auch eine Mitschuld trifft, weil ich etwas vorgelebt habe, was gesundheitsschädlich und süchtig machend ist.
Es ist jetzt nicht so, dass ich deshalb nicht mehr schlafen kann, aber man sollte sich (nicht nur beim Rauchen) bewusst sein, dass man immer auf irgendjemanden Einfluss nimmt und diese Verantwortung - wenn auch möglicherweise ungewollt - muss man auch übernehmen. Und genau da stößt bei mir das Verständnis für rauchende Eltern an seine Grenzen...