Mit wem assoziiert ihr das Wort "Ausländer"?

Für mich sind Ausländer vor allem die, die sich nicht unserem Lebensstil angepasst verhalten. Die Herrkunft würd ich da eher als Nebensache bezeichnen, wobei man manchmal (so geht es mir zumindest ab und zu) auch davon eingenommen ist. Aber vor allem die, die auffallen, weil sie durchgehend eine andere Sprache als Deutsch (Plattdeutsch, Friesisch, Bayrisch usw. ausgenommen) sprechen oder sich auch einfach durch besondere Trachten oder Verhaltensweisen auffällig zeigen.
 
Viele tun so wie wenn ein Ausländer ein anderer Typ Mensch wäre.
Ein Asiat mit Schlitzaugen ist und kann kein Deutscher sein.

Ich glaube das hier etwas verwechselt wird.
Ein bestimmter Mensch ist durch seine Beschreibung ein Individuum. Er hat ein Aussehen einen Vor und Zunamen einen Wohnort und einen Geburtsort sowie eine elterliche Abstammung sowie einen Fingerabdruck und einzigartige Gedanken und Wesenszüge.
Somit ist jeder Mensch ein Unikat. Eine vom Aussterben bedrohte "Art" die es so nie wieder geben wird.

Die Staatsangehörigkeit ist nur ein weiteres Merkmal seiner Beschreibung. Eine Bezeichnung... wie der Name und die Adresse und Telefonnummer. Es ist kein Alleinstellungsmerkmal sondern kennzeichnet die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaft.
Wie kann ein dunkelhäutiger zu einer Gesellschaft gehören die er nie erlebt hat, wo er nie war, wo er sich nicht unterhalten kann weil er die Sprache nicht kann?
Wie kann seine Hautfarbe dafür verantwortlich sein das er überall Ausländer wäre außer in Afrika?

Die Verantwortung für diesen Menschen hat der Staat dem er angehört.
Von daher meine ich, das die Staatsangehörigkeit, nicht vom Aussehen abhängt. Eigentlich auch nicht vom Verhalten... wäre sonst jeder der nach Feng Shui lebt und nur chinesisches Essen sowie chinesische Tracht trägt... eher ein Chinese?
 
bademeister schrieb:
Für mich sind Ausländer vor allem die, die sich nicht unserem Lebensstil angepasst verhalten.
Auso auch ich (obwohl ich hier in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, ebenso meine Eltern und Großeltern)?

Ist also jeder unangepasste Querdenker, aber auch jeder unliebsame Außenseiter ein Ausländer? Sorry, das hört sich für meine Ohren aber fast so an, als wenn der Begriff 'Ausländer' mehr als Schimpfwort denn als Statusbezeichnung gebraucht wird. Lassen wir unseren Vorurteilen also freien Lauf...
 
Damit meine ich nicht irgendwelche Kleinigkeiten, sondern vor allem große Kulturelle unterschiede. Ansonsten könnte man Metaller und Hopper und sonst wen ja auch als Ausländer hinstellen... das hat nichts mit einem Schimpfwort zu tun. Man sagt doch immer so schön "andere Länder, andere Sitten".
 
@ Konradin

Du kapierst überhaupt nichts, es ist also müßig, sich mit deinem Geschreibsel auseinander zu setzen.




Der Begriff "Assoziation" bindet hier allerdings u.a. Gefühle mit ein,
die staatsrechtlich ja kaum zu fassen sind,
wie Du ja auch ausgeführt hast.
muesli

Genau das bewirkt, dass man die Konsequenzen nicht erkennt, die sich daraus ergeben, dass Menschen aus verschiedenen Lebenskreisen vermehrt Kontakt bekommen.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man sich bewusst wird, dass sich dadurch eine Reihe von Problemen ergeben, die zu lösen sehr schwer ist, weil Verstand und Gefühle nicht in die gleiche Richtung arbeiten.

muesli schrieb:
Ein Mensch "ausländischer" Herkunft ist mir nur dann suspekt oder eben "fremd",
wenn ich ihn nicht näher kenne.
Einerseits vielleicht deswegen, weil mir seine kulturellen "Gewohnheiten" "fremd" sind (beim Einen eben mehr, bei Anderen weniger),
andererseits, wenn ich mit seiner Herkunft (auch) Negatives verknüpfe (assoziere), welches entweder (eher seltener) auf eigenen Erfahrungen,
aber vor allem auf in den Medien schon des Öfteren breit getretenen "(Vor-)Urteilen beruht.

Wie ich schon oben geschrieben habe, steckt in den meisten Menschen (evolutionsbedingt) eine natürliche Scheu gegenüber dem Fremden. Wie du geschrieben hast, ist einem ein solcher Mensch zunächst "suspekt". Es wäre nun notwendig, dass beide Seiten sehr intensiv daran arbeiten, sich näher kennen zu lernen.

Das funktioniert in den Städten zum großen Teil nicht, weil dort Parallelgesellschaften entstehen können.

In den kleineren Orten (z.B. in dem ich aufgewachsen bin und in dem anderen, in dem ich jetzt wohne) besteht diese Möglichkeit nicht und man muss "gezwungenermaßen" aufeinander zu gehen. Dort verschwinden die Probleme beinahe. Auch wenn einzelne Menschen auch dort eventuell noch ihrer Herkunft zugeordnet werden ("der Italiener, der Grieche usw.") geschieht dies ohne negativen Beigeschmack.

Im Gegensatz zu dir bin ich im zweiten Teil deine Aussage nicht der Meinung, dass die Einstellung zu "Fremden" vor allen Dingen an den Medien liegt. Gerade im Bereich der Einstellung zu Ausländern wirkt neben der eigenen Erfahrung sehr stark die Kollektiverfahrung (siehe Auernheimer - Stichwort: die vier Dimensionen der Kommunikation). Im Gegensatz zu eigenen Erfahrungen, die sehr schnell korrigiert werden können, sind Kollektiverfahrungen, je größer das Kollektiv, umso schwerer zu beeinflussen.

Daher ist im Empfinden "Ausländer" nicht gleich "Ausländer".

Ein Schwede wird z.B. anders wahrgenommen als z.B. ein Iraner.

Was mich zu der Aussage veranlasst, dass der Ausdruck "Ausländer" kein Begriff ist, den man eindeutig definieren kann.

Ist es nicht erstaunlich, wie gut wir Deutschen z.B. mit den Niederländern, mit den Briten usw. klar kommen - oder vielmehr, wie gut die auch mit uns klar kommen, trotz der Vergangenheit?



Einwurf:

Alle, die sich mit interkulturelle Kommunikation befassen, sind sich einig, dass hierzu eine ausreichende Sachkompetenz unabdingbar ist, soll heißen, dass interkulturelle Kommunikation nur dann funktionieren kann, wenn die Partner über die sozialen und kulturellen Hintergründe der Gesprächspartner weitgehend informiert sind. Hier sehe ich immense Defizite.


muesli schrieb:
Denn, als Gegenbeispiel ,
ein Deutscher wird für mich real nicht weniger fremd oder gar riskant,
wenn er mich z.B. existenziell bedroht , nur weil er "Deutscher" ist!

Das eine hat ja mit dem anderen auch nicht direkt was zu tun.

muesli schrieb:
Näher kommen kann man sich eben nur,
wenn man zum einen die "gleiche" Sprache spricht,
sich also "verständigen" kann
und BEIDE bereit sind,
sich überhaupt dabei gegenseitig kennen zu lernen.

Das ist richtig.

Beide Seiten müssen versuchen, aufeinander zu zu gehen.

Nur meiner Meinung nach gibt es einen einfachen und logischen Grund, warum das aufeinander zu gehen von Seiten der Zugewanderten weitergehend sein muss, als von Seiten der "Ureinwohner".

Der Zugewanderte muss sich auf eine neue Kultur einstellen und dies ist noch die Kultur, die er sich selber ausgesucht hat.

Der Ureinwohner müsste sich auf ein große Anzahl von Kulturen einstellen, abhängig davon, wie viele Leutz aus verschiedenen Kulturkreisen einwandern. Das ist ungleich schwerer, oder.

Nichtsdestotrotz muss das natürlich so weit wie möglich versucht werden.


to be continued
 
bademeister schrieb:
Damit meine ich nicht irgendwelche Kleinigkeiten, sondern vor allem große Kulturelle unterschiede.
Die sogenannten grossen kulturellen Unterschiede gibt es aber ebenso unter Inländern. Was z.B. hat ein atheistischer Gewohnheitstrinker mit einem streng katholischen Opfernbesucher kulturell gemein? Ich fürchte, nicht viel. Meines Erachtens sind die Unterschiede nicht in der Staatsangehörigkeit zu suchen, sondern meist ganz woanders.

McKilroy schrieb:
...es ist also müßig, sich mit deinem Geschreibsel auseinander zu setzen.
Lobenswert, daß du es dann auch nicht tust. Alle Achtung, McKilroy, das hätte ich dir (fast) nicht zugetraut.
 
Ein Schwede wird z.B. anders wahrgenommen als z.B. ein Iraner.

Von wem? Von einem Syrer?

Das Wort Ausländer hilft nicht weiter. Viele schreiben hier ja sogar, dass sie alle außer hier in Deutschland lebende oder deutsch sprechende Menschen damit assoziieren. Wow. Das ist mal Aussagekräftig. Sind ja nur mehr als 6 Milliarden Menschen..
 
Bevor ich die Frage nach meinen Assoziationen beantworte,
möchte ich auf den Ursprung des Wortes hinweisen:
Gesetzestext, Juristen-deutsch oder Amtsdeutsch.
Also ein Wort um diejenigen ohne deutschen Pass zu bezeichnen.

Wird das Wort umgangssprachlich verwendet bekommt es eine vage schillernde Bedeutung.
Wenn ich als Kölner nach Düsseldorf (etwa 40 km) fahre,
dann fahre ich ins "Ausland" (die Düsseldorfer mögen es mir verzeihen)

Aufgrund dieser schillernden Bedeutung versuche ich in der Regel den Gebrauch zu vermeiden (von Ausnahmen s.o. abgesehen)

Assoziativ hat es für mich eher eine visuelle Komponente.
 
a) Daher ist im Empfinden "Ausländer" nicht gleich "Ausländer".
Ein Schwede wird z.B. anders wahrgenommen als z.B. ein Iraner.


b) Der Ureinwohner müsste sich auf ein große Anzahl von Kulturen einstellen, abhängig davon, wie viele Leutz aus verschiedenen Kulturkreisen einwandern. Das ist ungleich schwerer, oder.

Nichtsdestotrotz muss das natürlich so weit wie möglich versucht werden.

Hallo und grüß dich,

diesen Theard verfolge ich bereits seit längeren interessiert und zugleich grübelnd. Wie lässt sich deine Aussage a), die ich übrigens ebenso empfinde, aufs "Papier" bringen, ohne dass es zu Missverständnissen kommt, das war die Frage. Die nun auch stoppel hiermit beantwortete:
Code:
Assoziativ hat es für mich eher eine visuelle Komponente.
Wer ist für mich Ausländer bzw. wird als fremd oder gar bedrohend empfunden ?
Der freundliche Türke in seiner Dönerbude ums Eck, der Grieche dessen Gyros ich liebe, der Italiener der Saisonbedingt seinen Eisladen öffnet, die vielen Amerikaner die hier im ehemaligen Grenzgebiet ( eiserner Vorhang ) noch immer stationiert sind, die vielen "Multikulti" Studenten die sich in unserer Altstadt "bedröhnen", definitiv nein , die gehören dazu. Werden also subjektiv nicht als fremd empfunden, was typisch für eine n Ausländer wäre.
Anders sieht es jedoch bei vermummten Frauen mit "versteinerten" oder leidenden Gesichtsausdruck, bärtigen, arabisch stämmigen Mitbewohnern (?) mit grimmigen Gesichtsausdruck (wenn Blicke töten könnten ) manchmal sogar noch in ihrer Landeskluft, aus. Oder laut grölenden um sich spuckenden "konkret krassen" Jugendlichen mit Migrationshintergrund die sich aufgrund ihrer scheinbaren Bildungsresistenz in eigenartigen Disziplinen zu profilieren versuchen. Die empfinde zumindest ich als fremd und verstehe auch nicht richtig was die bei uns wollen. Subjektiver Eindruck, mit uns wollen die nichts zu tun haben auch schätzen bzw. respektieren weder unsere Gebräuche oder gar dazu gehörende Gesetze.

zu Punkt b)
aus beruflichen Gründen lebte ich über 20 Jahre in FFM und erinnere mich an eine Rede des ehemaligen Außenministers Fischer ( früher selbst Frankfurter, zu diesen Zeitpunkt vermutlich bereits entfremdet ) am "Römer" Zitat: Hier in Frankfurt leben mehr als 170 Kulturen friedlich neben einander. :confused: Just in diesem Moment fielen grade mal keine Schüsse irgendwelcher rivalisierenden oder sich feindlich gesonnenen, friedvoll zusammen lebenden Kulturen. ./Ironie off

Wen sollte ich mich da anpassen ? Mit den Hessen kam ich gut klar. Ich arbeitete in einer US-Firma in der die "Amtssprache" natürlich US-English war. Englisch in Wort und Schrift war Voraussetzung. Anpassung in dem Sinn war nicht nötig ( mal abgesehen die Firmenstruktur oder deren Gesetzgebung ) , ich befand mich in einem vertrauten Umfeld. Beruflich kommunizierte ich mit der "halben Welt" und hatte nicht den Eindruck "Ausländer" zu sein oder mit solchen zu tun zu haben.
Anders sah es dann aus als ich nach hause fuhr und einige suspekte fremde Stadtviertel durchqueren musste, in denen mir die Deutschfeindlichkeit nur so entgegen sprang. Ich fühlte mich als "Ausländer" und das nicht mal geduldet.
Besonders schlimm wurde es nach dem 11ten September. Die Firma glich einer Festung und ich hatte doppelt schlechte Karten, ich war Deutscher in einer scheinbar fremden Umgebung und arbeitete erschwerend noch in einer US-Firma. Ich war das "Feindbild" schlechthin :eek:
...anpassen...aufeinander zugehen ...Bombendrohungen...:confused:

Ich zog die Konsequenzen und lebe jetzt wieder als Bayer in einer bayerischen Großstadt und fühle mich wieder zu hause.
Wie ich bereits erwähnte gibt es hier wider der kulturellen Vielfalt nur vereinzelt "Ausländer". :eek::confused:

Was ein Thema ..jetzt habe ich das Gefühl meine Synapsen neu ordnen zu müssen.

Gruß an die Gemeinde
 
Jemanden als Ausländer zu bezeichnen, der hier geboren ist,
mag er noch so bildungsresistent, kriminell oder Mitglied der grrauen Wölfe sein
(wegen dem bösen Blick) ,mag er einen BRD-Pass haben oder nicht,
erscheint mir, eben weil er ein Produkt dieser Gesellschaft ist, unsinnig.
 
Gefühlt gibt es offenbar 'ausländische' Ausländer und 'weniger ausländische' Ausländer. Bezeichnend nur, daß der Begriff 'Ausländer' meist dann hinhalten muß, wenn man die letzte Schublade bedienen will. Oder anders ausgedrückt: wenn ich bei Verkehrsverfehlungen mir immer expilizit merke, daß er von einer Frau begangen wurde, wenn es aber ein Mann war, dann war es eben 'irgendjemand', dann hat man nach kurzer Zeit den Eindruck, Verkehrsdelikte würden überwiegend von Frauen begangen und schnell leitet man davon ab, daß Frauen nicht autofahren können.

Interessant ist es natürlich schon, wenn immer nur in negativen Zusammenhängen das Merkmal 'Ausländer' (oft als Synonym für 'fremd') aus dem Hut gezaubert wird. Und wenn es definitiv keine Ausländer sind, dann sind es eben 'gefühlte Ausländer'. Die Sprache der Vorurteils ist unerbittlich.

Aber wenn ich schon 'bärtigen, arabisch stämmigen Mitbewohnern (?) mit grimmigen Gesichtsausdruck (wenn Blicke töten könnten ) manchmal sogar noch in ihrer Landeskluft' (Zitat tom_cat) als fremd empfinde, dann gilt dies für Neonazi-Skinheads in ihren Knobelbechern gleichermaßen, auch wenn mir beim diesen niemals die Assoziation 'Ausländer' einfallen würde.

Vieles an Ausländern ist mir übrigens definitiv weniger fremd als gewisse alteingesessene Verhaltensmuster klerikal orientierter einheimischer Brauchtumspfleger.
 
Aber wenn ich schon 'bärtigen, arabisch stämmigen Mitbewohnern (?) mit grimmigen Gesichtsausdruck (wenn Blicke töten könnten ) manchmal sogar noch in ihrer Landeskluft' (Zitat tom_cat) als fremd empfinde, dann gilt dies für Neonazi-Skinheads in ihren Knobelbechern gleichermaßen, auch wenn mir beim diesen niemals die Assoziation 'Ausländer' einfallen würde.
Vieles an Ausländern ist mir übrigens definitiv weniger fremd als gewisse alteingesessene Verhaltensmuster klerikal orientierter einheimischer Brauchtumspfleger.

Werte Konradin,

ich kann dir nur zustimmen..allerdings war ich im Vorfeld genannten mir suspekten Personenkreisen ohne Vorurteile begegnet. Diese bildeten sich erst je mehr ich diese Kreise kennen lernen durfte. Ist ein Vorurteil das als solches immer wieder bestätigt wird weiterhin ein Vorurteil oder könnte ich dieses dann als Erfahrung bezeichnen? Und ich sprach vom subjektiven Empfinden.
An dieser Stelle erlaube ich mir McKilroy zu zitieren:
Code:
Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man sich bewusst wird, dass sich dadurch eine Reihe von Problemen ergeben, die zu lösen sehr schwer ist, weil Verstand und Gefühle nicht in die gleiche Richtung arbeiten.
Wen fühle ich als "Ausländer" wie immer man diesen definieren mag und wer ist es im rechtlichen Sinne.
Ein anderes Wort für den Type von Ausländer den ich meine, könnte auch nicht integrationsfähiger Inländer mit Migrationshintergrund sein.
Die Fragestellung lautete "mit wem assoziiert ihr das Wort "Ausländer".

Gruß
 
Ich habe den Eindruck, dass manche Beiträge in die Richtung gehen, dass nur zwischen "Gut und Böse", nur zwischen "Schwarz und Weiß", nur in Richtung "Richtig und Falsch" unterschieden wird.


Eine gewisse Gruppe von Menschen als "Ausländer" zu empfinden erlaubt natürlich nicht den Umkehrschluss, dass ich alle "Inländer" mögen muss, dass alle "Inländer" mit meinen Vorstellungen übereinstimmen.


tom_cat schrieb:
Wer ist für mich Ausländer bzw. wird als fremd oder gar bedrohend empfunden ?
Der freundliche Türke in seiner Dönerbude ums Eck, der Grieche dessen Gyros ich liebe, der Italiener der Saisonbedingt seinen Eisladen öffnet,

Aufgrund der "Andersartigkeit" sind zunächst Vorbehalte da - wie ich schon mehrfach betont habe, ist das "natürlich" und unbewusst. Das hat auch nichts mit einer bewussten Bewertung, ob positiv oder negativ, des Gegenüber zu tun. Entweder durch persönliches Kennenlernen oder durch Erfahrungen mit ähnlichen Menschen, können diese Vorbehalte relativiert werden - eventuell auch umgekehrt werden.

Vorurteile sind nämlich durchaus nicht immer negativ. Wir Deutschen haben z.B. (noch) den Ruf fleißig und strebsam zu sein. Es gibt Menschen, die uns deshalb schätzen. Südostasiaten haben in Deutschland (eventuell zu Recht) den Ruf fleißig zu sein. Ich habe leider einmal feststellen müssen, dass es auch da Ausnahmen gibt.

Aber zunächst, ohne die Möglichkeit des besseren Kennenlernens, werden den Leuten aus der eigenen Erfahrung oder der Erfahrung der Gesellschaft gewisse Eigenschaften zugeordnet. Diese können niemals eine einzelne Person zutreffend beschreiben, aber grob eine Personengruppe. Dieses Zusammenfassen in Gruppen ist ein normalerweise sinnvoller Automatismus in unserem Gehirn. Wir sind nicht in der Lage, alle Menschen als einzelne Individuen zu erfassen und fassen daher zusammen.

Die subjektiv gezogenen Grenzen sind weitgehend willkürlich und fließend. Eine Person kann und wird ggf. auch mehreren Gruppen angehören.

Ich zog die Konsequenzen und lebe jetzt wieder als Bayer in einer bayerischen Großstadt und fühle mich wieder zu hause.

Kann ich sehr gut nachvollziehen.

Und dieses Gefühl des wie auch immer gearteten Wohlfühlens ist eine Menge wert.


incognitous schrieb:
Von wem? Von einem Syrer?

Das Wort Ausländer hilft nicht weiter. Viele schreiben hier ja sogar, dass sie alle außer hier in Deutschland lebende oder deutsch sprechende Menschen damit assoziieren. Wow. Das ist mal Aussagekräftig. Sind ja nur mehr als 6 Milliarden Menschen..

Zu 1)

Ja, ein Syrer wird einen Iraner auch anders wahrnehmen, als einen Schweden.

Zu 2)

Und du hast es richtig erkannt! Jeder ist Ausländer - und zwar in den Augen des größten Teils der Bevölkerung dieser Erde.
 
kilroy war schneller
das folgende bezieht sich auf tom cat

Du meinst sicher etwas anderes :
ich könnte Voruteil auch mit erfahrungslose Einstellung bezeichnen.
Also ein Urteil bevor die Erfahrung berhaupt in Erscheinung tritt !
Ein sich selbst bestätigendes Vorurteil ist anders ausgedrückt die
sich selbst erfüllende Prophezeiung; daß trügerische an ihr ist ja gerade
die Verhinderung von unvoreingenommener Erfahrung.

Die Kultur oder Kulturen die man als Kind in sich eingesogen hat,
kann man ja nicht wechseln, wie die tägliche Oberbekleidung.
 
@InterNET: Etwas anderes hätte ich von einem notorischen Querulanten wie dir auch nicht erwartet. Wenn dir mein Beispiel (und um ein solches handelt es sich) zu hoch ist, dann ignoriere es einfach.

Noch bin ich notorischer Querulant (im Gegensatz zu dir) noch sind mir deine billigen Beispiele zu hoch und solange du hier falsche aussagen machst, werde ich dich auch nicht ignorieren ;)

Du meinst Ahnung zu haben, aber leider weiß du nichts, auch wenn du der Meinung bist mit deinem Fremdwörtern die Intelligenzquote von FSB zu brechen.
Es mag vielleicht sein, dass du ein paar Türken kennst, dennoch nehme ich deine Beiträge nicht ab, dass gerade du hinter denen stehst.
Dir ist allein deine Meinung wichtig und das egal in welcher Richtung, die aber meist gegen den Strom gerichtet ist und nichts weiter, suchst du hierbei eine Selbstbestätigung Konradin ?

Wenn ja dann suche dieses in deinen Rahmen und nicht auf den Schulter der Ausländer bzw. Türken

Ein (auch hier in Deutschland geborenes) Kind hier in Deutschland lebender türkischer Eltern ist zunächst einmal ein türkisches Kind und bekommt keineswegs automatisch ('aufgrund des Stalls') die deutsche Staatsangehörigkeit.

Wiedereinmal falsch, siehe hierzu....

"Durch Geburt im Inland wird ein Kind Deutscher, wenn ein Elternteil zu diesem Zeitpunkt seit 8 Jahren seinen gewöhnlichen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland hat und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt (§ 4 Abs. 3 StAG).
Kinder, die auf diese Weise die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben, haben in der Regel mindestens eine weitere Staatsbürgerschaft. Zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr müssen sie gem. § 29 StAG gegenüber der Staatsbürgerschaftsbehörde erklären, ob sie die deutsche Staatsangehörigkeit behalten wollen oder die andere Staatsangehörigkeit vorziehen (Erklärungspflicht)."

Abgesehen davon, vergleichst du Menschen mit Viecher, oder wie sollte man dein "Stall" definieren ?

Tom_Cat zu dir brauch ich nicht viel sagen, denn du bist ein Bayer und die sind sehr gut bekannt wie sie zu Ausländern gegenüber gestellt sind und da bist du hier im FSB nicht allein ;)

So wie hier einmal gesagt wurde ist ein Ausländer in Deutschland immer ein Dorn im Auge egal welcher Herkunft insbesondere Türkisch/Arabischer Herkunft
 
Internet schrieb:
So wie hier einmal gesagt wurde ist ein Ausländer in Deutschland immer ein Dorn im Auge egal welcher Herkunft insbesondere Türkisch/Arabischer Herkunft

Sorry, aber das ist definitiv falsch ;)
Es hängt und hing auch immer von der jeweiligen historischen, kulturellen wie aber u.a. auch der wirtschaftlichen Lage ab, mit wem sich "Völker" freundschaftlich verbunden fühlten oder eben auch nicht.
Und dabei kann (und ist) das Pendel von "freundschaftlich verbunden" bis "feindlich/bedrohlich" ausgeschlagen.
Auch u.a. zwischen Deutschen und Türken.
Angefangen bei der Wiener Belagerung ;)
über Preussen, die den Muslimen osmanischer und arabischer Herkunft sogar eine Moschee in Berlin hinstellten und geschützte Religionsfreiheit sowie freien Handel garantierten,
über sogar vertraglich geregelte Völkerfreundschaften in der letzten Hälfte des 19. und im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts.
Und so könnte man fröhlich weiter machen mit fast allen mehr oder weniger "benachbarten" Nationen oder Volksgruppen,
seien es jetzt Briten, Franzosen, Niederländern, Schweden, Dänen, Polen, Spaniern und Italienern, den Balkan und eurasischen Staaten, nicht zu vergessen die amerikanischen Staatsgebiete.

Von daher ist DAS "Ausland" und deren Bewohner für Menschen mit umfassender Bildung und/oder Reiseerfahrungen oftmals völlig anders geprägt, wie bei Bildungsfernen Bürgern,
die von daher auch viel eher beeinflussbar sind für Vorurteile oder meist sogar bewusste Manipulationen Anderer.

Da sich zudem noch die meisten Menschen ihren (Ur)Ängsten zu selten stellen und oft strikt an Altbekanntem festhalten, sind dadurch neuen Erfahrungen zu oft Wege des Kennenlernens verstellt.

Beispiel gefällig ;)
Deutsche überall in der Welt halten über mindestens zwei, teils sogar mehreren Generationen ihre deutsche Herkunft und auch "Gepflogenheiten" "hoch" [Ironie ON],
bilden also (auch) "Parallelgesellschaften".
Das ist und war sowohl in ehemaligen deutschen Kolonien (Namibia, Samoa, teils Tansania/Sansibar) aber auch in klassischen Auswanderungsländern wie Chile, Argentinien, Venezuela, den USA, Kanada etc.pp. über längere Zeiträume nachweisbar nach zu verfolgen.
Wenn man nur in die nahe Vergangenheit schaut,
dann sieht man nicht nur bei Ballermann-Urlaubern,
sondern auch z.B. bei den spanischen Residentes eine recht stringente Abschottung,
die sogar oftmals mit dem Nicht Erlernen der spanischen Sprache zumindest für eine Generation einhergeht.
Genauso oder ähnlich sieht es auch bei den neuen Gefilden der Urlaubs- und Auswanderungsdeutschen aus.
Seien sie nun nach Kroatien, Bulgarien, Greichenland oder eben auch in die Türkei (Antalya und Co *g*) unterwegs.

Von daher sollten sich die allermeisten Deutschen auch mal eine Scheibe von dem abschneiden, was sich in anderen Ländern wirklich noch berechtigt Gastfreundschaft nennt ;)
und so manche ihrer Ansichten über "Fremde" revidieren.

Denn,
die oft genannten Probleme mit "Ausländern" betreffen in den allermeisten Fällen "Deutsche"/"Einwohner".
Seien es solche mit Migrationshintergrund oder eben tumbe Ureinwohner der x-ten Generation :D

muesli
 
Sorry, aber das ist definitiv falsch ;)
Es hängt und hing auch immer von der jeweiligen historischen, kulturellen wie aber u.a. auch der wirtschaftlichen Lage ab, mit wem sich "Völker" freundschaftlich verbunden fühlten oder eben auch nicht.

Das ist definitiv so. Ausländer in den meisten Fällen nicht gleich Ausländer. Wie ich schon einmal geschrieben habe: Ist es nicht erstaunlich, wie gut wir mit Niederländern, Briten usw. klar kommen (und umgekehrt).


über sogar vertraglich geregelte Völkerfreundschaften in der letzten Hälfte des 19. und im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts.
Und so könnte man fröhlich weiter machen mit fast allen mehr oder weniger "benachbarten" Nationen oder Volksgruppen,
seien es jetzt Briten, Franzosen, Niederländern, Schweden, Dänen, Polen, Spaniern und Italienern, den Balkan und eurasischen Staaten, nicht zu vergessen die amerikanischen Staatsgebiete.

Es muss also mehr dahinter stecken, als Probleme oder sogar Kriege in der Vergangenheit.



Deutsche überall in der Welt halten über mindestens zwei, teils sogar mehreren Generationen ihre deutsche Herkunft und auch "Gepflogenheiten" "hoch" [Ironie ON],
bilden also (auch) "Parallelgesellschaften".
Das ist und war sowohl in ehemaligen deutschen Kolonien (Namibia, Samoa, teils Tansania/Sansibar)

Das kann man schlecht als Beispiel nehmen. Wenn Europäer Kolonien besiedelt haben, war die Intention ganz sicher nicht die, mit den dortigen "Ureinwohnern" eine Gesellschaft zu bilden. Das ging mehr nach dem MOtto: Neuer Lebensraum mit billigen Arbeitskräften.

aber auch in klassischen Auswanderungsländern wie Chile, Argentinien, Venezuela, den USA, Kanada etc.pp. über längere Zeiträume nachweisbar nach zu verfolgen.

Da passt es schon besser. Allerdings läuft das, soweit ich es mitbekommen habe und beurteilen kann, nicht auf Parallelgesellschaften hinaus. Es werden schon die Sitten und Gebräuche der "neuen Heimat", insbesondere auch die Sprache und das Rechtsystem angenommen. Der Rest ist Tradition.


sondern auch z.B. bei den spanischen Residentes eine recht stringente Abschottung,
die sogar oftmals mit dem Nicht Erlernen der spanischen Sprache zumindest für eine Generation einhergeht.

Hier darf man nicht Auswandern mit "ich verbringen meinen Lebensabend in angenehmem Klima" verwechseln. ;)


Aber eine grundlegende Aussage ist natürlich korrekt. Auch Deutsche sind natürlich Ausländer, wenn sie in anderen Ländern leben. Auch Deutsche müssen sich an die Gesetze und Lebensgewohnheiten in diesen Ländern weitgehend anpassen. Inwieweit man seine Herkunft, seine Traditionen "hochhalten" kann und will, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.


die oft genannten Probleme mit "Ausländern" betreffen in den allermeisten Fällen "Deutsche"/"Einwohner".
Seien es solche mit Migrationshintergrund oder eben tumbe Ureinwohner der x-ten Generation

Da irrst du. ;)

Die meisten Probleme haben Ausländer mit Ausländern. :D

Kann man ganz einfach statistisch nachweisen.

Es ist auch nicht ganz einfach, die Bewohner der Asylantenheime so zusammen zu setzen, dass die Gefahr von Problemen minimiert wird.

Soll man deine Aussage auch so interpretieren, dass es nur Probleme zwischen Menschen verschiedener Nationen oder Kulturkreise gibt, wenn einer der beiden ein Deutscher ist?

Ich glaube nicht, dass du es so meinst, aber leider hast du es so geschrieben.
 
MC Kilroy schrieb:
Soll man deine Aussage auch so interpretieren, dass es nur Probleme zwischen Menschen verschiedener Nationen oder Kulturkreise gibt, wenn einer der beiden ein Deutscher ist?

Ich glaube nicht, dass du es so meinst, aber leider hast du es so geschrieben.

Man soll gar nichts daraus interpretieren, vor allem nicht auf Glauben basierend ;)
Und das von Dir Unterstellte steht dort schon gar nicht!
Falls übrigens etwas missverständlich/zweideutig sein sollte und sich aus dem übrigen Kontext nicht deutlich erschließt,
sollte man halt nachfragen...
Ich nehme mal an, "scheinbar" mögliche Interpretationen beziehen sich auf folgendes Zitat:
muesli #56 schrieb:
Denn,
die oft genannten Probleme mit "Ausländern" betreffen in den allermeisten Fällen "Deutsche"/"Einwohner".
Seien es solche mit Migrationshintergrund oder eben tumbe Ureinwohner der x-ten Generation
D.h. die allermeisten Probleme ergeben sich zwischen in Deutschland lebenden "Einwohnern"; also Menschen deutscher Staatsangehörigkeit bzw. Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung im deutschen Staat.
Seien es dabei nun Menschen mit Migrationshintergrund (1., 2. 3. oder 4 Generation), oder eben schon Generationen lang hier Lebende,
die es, aus sich heraus oder auf Grund bestehender Lebensbedingungen, nicht schaffen, friedlich und konstruktiv miteinander zusammen zu leben ;)

Dieser Satz
Die meisten Probleme haben Ausländer mit Ausländern
ist so verkürzt, eher polemisch, verkürzt und geht am hiesigen Thema eher vorbei.
Denn sicherlich, man kann es auch so sehen, dass Jeder, der Probleme mit jemand Anderem hat, diesen als fremd (oder "Ausländer") sieht.
Dann reduzieren sich aber fast alle menschlichen Probleme dieser Welt auf diesen Satz, womit er eigentlich nichts anderes als eine Plattitüde darstellt ;)

Aber übrigens aber auch dann, wenn, wie vielleicht intentiert,
nur Menschen mit befristetem Aufenthaltsrecht und anderer Staatsangehörigkeit unter einander in Probleme verwickelt seien.
Allerdings erschließt sich mir der Sinn dieses Statements nur schwer bezüglich des Threadthemas ;)
Das hiese ja quasi im Umkehrschluß,
wenn ich Ausländer höre, denke ich nur an sich gegenseitig Verkloppende ...

Nebenbei,
musst Du wirklich meinen kompletten Beitrag hier Ausschnittsweise kommentierend zitieren,
um dann lediglich nur den letzten Part kritisch zu hinterfragen?
Das letzte Zitat hätte dazu doch wohl vollkommen ausgereicht?

Oder geht es (Dir) hier lediglich um eine abschnittsweise "Bewertung" eines "Aufsatzes" von mir? ;)
Dann könnte ich eigentlich aber auch noch eine entsprechende (Teil- und End) Benotung erwarten... :D

muesli
 
Man kann seinen Sommerwohnsitz auch ständig in Deutschland haben und seinen Winterwohnsitz in Spanien.

Aber anders ausgedrückt: wären deiner Meinung nach deutsche Rentner in Spanien, die ihren ständigen und ausschließlichen Wohnsitz dort haben, aber (außer zu Einhaufen) keinerlei Kontakt mit der spanischen Bevölkerung haben, deren Kultur außer der 'Badekultur' nicht kennen und kein Wort spanische sprechen sowohl hier als auch hier, also überall Ausländer?`Und macht es jemanden zu Staatenlosen (also Überall-Ausländer), wenn er seinen Pass zwar nicht zurückgibt, aber seinen Lebensabend im sonnigen Süden (in deutschen Ghettos) verbringt?
 

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