@Fähnrich: Du hast aber behauptet, dass das Land den Palästinensern gehört und von den Juden erobert/besetzt wurde. Ich wollte mit meinen Vergleich nur darstellen, dass genau das nicht relevant ist, weil das Land vorher schon X-Fach von einem von dem anderen erobert wurde. Der entscheidende Fehler ist nicht, dass alle drei Religionen da hin wollen, der Entscheidende Fehler ist, dass sie allein dorthin wollen.
Ich kann die Juden durchaus verstehen, dass sie ihre Religion ungehindert an ihren heiligen Stätten ausführen wollen. Genauso wie ich das bei den Muslimen und Christen verstehen kann. Nur meine Schlussfolgerung aus diesem Bedürfnis ist: "Dann sollen bitte alle drei Religionen dort leben können und nebeneinander beten. Da keine zwei Religionen den identischen heiligen Ort haben, kommen sie sich da nichtmal in die Quere."
Die "Logik" der Fundamentalisten ist aber: "Das ist mein Land und alle anderen müssen raus, besser noch umgebracht werden, weil sie was anderes glauben als wir."
Wenn du aber (und das hab ich bei dir und vielen anderen so interpretiert) argumentierst, dass die Palästinenser gegen eine Besetzung IHRES Landes kämpfen und nicht wegen Religionen, dann muss die Schlussfolgerung lauten, aber auch vor den Palästinensern waren schon andere da von denen die Palästinenser das Land mit Gewalt erobert haben, ergo diese haben auch kein Existenzrecht dort. Da das aber eine Folgerung ist, die offensichtlich nicht funktionieren kann, auch weil selbiges überall auf der Welt immerwieder vorgekommen ist, kann die Frage nach der Situation heute nicht mit dem Blick auf die Situation vor 60 Jahren bewertet werden. Man muss das heute bewerten und das ist ein Unsinniger Krieg auf BEIDEN Seiten.
Irgendwelche Märchen der Hamas, von den Juden als Besatzern ihres Landes, ist nur ein Vorwand um die Bevölkerung aufzubringen und die Weltöffentlichkeit mit dem eigenen Vorgehen symphatisieren zu lassen. Den das eigentliche Problem ist nicht, dass andere Leute in dem Land wohnen sondern dass es keine Muslime sind.
Wenn ich die Jahre mal zurückdenke, wie oft kam aus Israel die Botschaft, "Wir machen Waffenstilstand. Wir verhandeln über einen Palästinenserstaat." Und die Antwort sind Raketenangriffe auf Siedlungen.
Und wenn mal tatsächlich von Seiten der Palästinenser Friedensangebote kommen, gibt es garantiert wieder israelische Hardliner die erstmal wieder eine Siedlung in "ihrem Land" bauen.
@Uludag: Du machst das gleiche was du Hero (zu recht) vorwirfst. Einseitige auf das Geschehen Blicken. In seinen Augen hat Israel alles richtig gemacht und alle Rechte es zu tun, was sicher mindestens moralisch falsch ist.
Aber du argumentierst auf die gleiche falsche Weise aber für die andere Seite. Hero hat genug Videos und Quellen angebracht, nach denen man sich sicher sein kann, dass auch die "Aktivisiten" bewusst herbei geführt haben, dass sie angegriffen wurden.
Wer sich mit der Macht der Medien in der heutigen Kriegsführung beschäftigt, muss einräumen, dass es für einen Märtyrer viel effektiver ist, sich von einem gegnerischen Soldaten erschießen zu lassen, wenn das Medienwirksam inszeniert ist, als sich in einem Kaffee in die Luft zu sprengen und 10 Kinder zu töten.
Du bist wahrscheinlich selber Türke und ich kann verstehen, dass du dein Land und deine Landsleute in Schutz nehmen willst, aber in der Türkei gibt es genauso religiös Fundamentalistische Gruppen, deren Ziel es ist Andersgläubige von der Landkarte zu tilgen wie in jedem anderen Land. Das ist eine Minderheit, die nicht für den großen Teil der Türken spricht, aber sie existiert und hatte (das ist mittlerweile offensichtlich) einen gehörigen Anteil am Versuch die Blockade zu brechen.
Wenn man wirklich nur hätte humanitäre Hilfe in den Gazastreifen hätte bringen wollen, hätte man das über die UNO machen können, die ja schon da ist. Nein, man wollte als Zeichen gegen Israel die Blockade brechen (was im Endeffekt eine militärische Aktion ist) und zumindest einige der Mitreisenden (egal von welcher Nationalität) hofften zumindest, dass sie die Soldaten die die Blockade aufrecht erhalten, dazu bringen könnten sie als Märtyrer zu erschießen. Den das Medienecho, solange man das ganze als humanitäre Aktion darstellt, war vorher zu sehen. Und Leute wie unsere Linken die die Erzählungen von dem reinen humanitären Auftrag bereitwillig und blauäugig geglaubt haben, machten diesen Kräften es leicht dieses Märchen zu erzählen.
Mein Fazit zu diesem Zwischenfall, nicht zu der Gesamtsituation Israel:
Israel ist geopolitisch Schuld, mit der ungerechtfertigten Blockade und der Abriegelung des Gazastreifens, haben sie die Ausgangslage unnötiger Weise herbeigeführt. Damit sind sie indirekt auch für die Toten verantwortlich.
Die Aktivisten waren aber die, die an den Toten direkt Schuld sind (nicht alle der Aktivisten, aber einige Wenige reichen hier). Sie haben den Soldaten erst keine Wahl als das Entern gelassen (dass sie keine Wahl hatten lag an dem oben beschriebenen Fehlverhalten Israels). Der Entscheidende Punkt ist aber, dass die Leute die die Fahrt organisiert haben WISSEN MUSSTEN, dass die Soldaten gezwungen sein werden zu entern. Und auch im Moment des Enterns hätte auf Seiten der Aktivisten der Ball gelegen, um ein Blutvergiesen zu verhindern. Man hätte lediglich passiven Widerstand einsetzen müssen. Aber stattdessen hat man (was bewiesen ist) die Soldaten AKTIV angegriffen, da man wissen sollte, dass Soldaten die ein Schiff Entern scharf bewaffnet sein dürften, bleibt nur der Schluss dass man den Einsatz von Waffengewalt bewußt herbeiführen wollte. Denn dass man die Soldaten hätte zurückschlagen und abwehren können, kann keiner ernsthaft geglaubt haben.
@Begriff Piraterie: Der ist ja hier häufiger gefallen. Das kann es schon garnicht sein. Der definiert sich nicht durch das Entern von Schiffen, sondern durch das Entern zur persönlichen Bereicherung anhand der Waren die das Schiff geladen hat. Da ich nicht davon ausgehe, dass Israel die Ladung eingesammelt hat um sie dann Gewinnbringend an einen Hehler zu verkaufen, fällt der Begriff flach.
PS@Uludag: Gehört nicht zum Thema, aber Erdogan hier als den friedliebenden Weltverbesserer hinzustellen, ist schon sehr gewagt. Er gehört einen enorm konservativ islamischen Flügel in der Politik der Türkei an und ist sicher kein Freund von Öffnung, Säkularität und den rechten anderer Religionen. Er ist nur zu klug das allzu plump öffentlich zu vertreten.
Eben darum hatte er und seine Regierung sicher nichts mit den Schiffen zutun, die da aufgebracht wurden, aber unrecht war ihm das Ergebnis des ganzen sicher auch nicht
EDIT@Joungster: Der Spiegelartikel wiederlegt nicht die Anschuldigung, dass einige der Mitreisenden Terrorbeziehungen hatten. Er kommt nur zu dem Schluss, dass sie keinen Al-Quaida Mitgliedsausweis dabei hatten

Ob nun die Ausführungen Israels stimmen, ein Fehler auf Grund von falschen Informationen sind oder bewußte Falschinformationen, kann weder ich, noch du, noch der Spiegel beurteilen. Denn wenn die Quelle für diese Aussagen, Geheimdienstarbeit ist, dann ist es klar dass Israel die Quellen nicht nennen kann, so gerne es die Presse auch hätte.
Und überhaupt stellt es der Spiegel so da, alsob man bei Al-Quaida Mitglied ist oder nicht. Das ist Quatsch, auf deren Motive kann sich jeder berufen und wenn er nicht wegen teuren Anschaffung auf die finanziellen Möglichkeiten des Netzwerks zurückgreifen muss, dann hatten die beschuldigten (wenn die Anschuldigung stimmt) wahrscheinlich niemals groß Kontakt zu weiteren Kreisen Al-Quaidas. Und wenn doch, wird es davon wohl trotzdem keine Gesprächsprotokolle geben, die der Spiegel recherchieren könnte, um es zu beweisen oder zu widerlegen.
Aber insgesamt: Medienmanipulation machen alle. Israel genauso wie die Palästinenser, die Amerikaner genauso wie die Iraner. Nur Israel dessen zu beschuldigen und einen anderen davon freizusprechen ist Scheinheilig.