Hallo liebste Carmen,
ich war, auf meiner Frankreichrundreise, ca. zwei Wochen, Anfang August, in den Pyrenäen und dabei auch an drei Tagen in Lourdes. Ich denke, Du hättest deine helle Freude gehabt, soviel Beknackte, wie dort herumlaufen, hast Du noch nicht gesehen. An allen Ecken und Enden boten irgendwelche "Knechte des Herrn" in Mönchs-, oder Priesterkutten, ihre Dienste an und für ein kleines Handgeld (Judas lässt grüßen), konnte man sich segnen und bekreuzigen lassen. Wunder habe ich allerdings keine gesehen, nicht einmal ein klitze, klitze kleines. Noch nicht einmal die, nach einem Sturz, blutende Nase eines älteren Herrn, hat euer "Gott" in den Griff bekommen und musste von einem irdischen Samariter behandelt werden. Unglaublich enttäuschend !!
Das, was dort an Wundern fehlt, muss durch Kommerz wieder wett gemacht werden, weshalb auch solche Nachrichten, wie in deinem Link, nicht verwundern, muss doch die Geldmaschine Lourdes in Gang gehalten werden.
Gruß
Langschläfer
Da geht es nicht zwangsläufig um die Geldmaschine. Der Punkt ist einfach, wenn dort im Jahr ein paar hunderttausend, vielleicht auch Millionen Leute hinrennen, ist es im ganz normalen statistischen Mittel dass davon 2-3 Leute auch bei schweren Erkrankungen wieder genesen. Das ist der gleiche Schnitt, wie ihn auch "Ungläubige" in jeden beliebigen Krankenhaus erleben können. Nur ist es dort eben kein "Wunder".
Es wurden entsprechende empirische Erhebungen gemacht, dass der "Erfolg" von verschiedenen Wallfahrtsorten auf dem gleichen Niveau liegt wie bei irgendwelchen Medizinmännern, Wunderheilern oder eben dem Zufall wenn Schulmedizin nicht helfen kann. Wie man da an ein Wunder glauben kann, erschließt sich mir nicht.
@Stoffy: Wie kommst du darauf, dass man die Existenz Satans gemeinhin akzeptiert? Dein Satan ist ein gefallener Engel Gottes. Ergo kann ich seine Existenz nicht akzeptieren, wenn ich nicht an Gott glaube. Solche Behauptungen zeigen, wie wenig du dich mit dem Thema beschäftigt hast.
Gott ist keine Erklärung für Gutes, aber Satan kann genauso gut nicht als Entschuldigung für Verbrechen gelten. Oder willst du jemanden nicht bestrafen, weil er sagt, dass ihm sein Verbrechen von Satan befohlen wurde? Nach deiner Logik ist er dafür ja nicht verantwortlich.
Was den Sinn von "Guten Taten" angeht, gibt es verschiedene logische Begründungen. Die wichtigste ist, richtig, Darwinistisch.
Für einen Menschen war es ein evolutionärer Vorteil Gut zu sein. Wenn ich meinem Nachbar, Sippenmitglied, Freund geholfen habe, hilft er mir auch wenn ich allein nicht mehr weiterkomme. Eine Gemeinschaft jagt besser als ein Einzelner. Eine Gruppe verteidigt sich erfolgreich gegen Aggressionen, als er der allein ist.
Eine Andere, heute als wahrscheinlich betrachtete Variante ist, dass Religion ein Nebenprodukt ist. Wie bei einer Motte die in eine Flamme fliegt. Auf dem ersten Blick haben die keinen evolutionären Vorteil durch dieses Verhalten. Aber man vergisst, dass künstliches Licht noch recht neu ist. Motten orientieren sich am Mond. Ihr Nervensystem ist darauf ausgelegt, dass sie in einem 30° Winkel zum Mond fliegen um sich zu orientieren. Wenn jetzt plötzlich eine sehr viel hellere Lichtquelle auftaucht, verwirrt das die Motte und sie fliegt in einem 30° Winkel zur Flamme. Da diese aber sehr nahe ist (im Vergleich zum Mond) wird daraus eine Spirale in die Flamme.
So ähnlich ist es eventuell mit der Religion. Für Kinder ist es z.B. ein evolutionärer Vorteil den Eltern und den Ältesten alles ungeprüft und nicht hinterfragt zu glauben. Wenn die Eltern ist feierlicher und wichtiger Stimme sagen: "Geh nicht an den Fluss, da sind Krokodile" dann ist das nichts, was das Kind ein mal ausprobieren kann und dann lernt, dann ist es nämlich schon gefressen. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen dass genau dieses, eigentlich vorteilhafte Verhalten, die Neigung an eine höhere Autorität zu glauben, sehr begünstigt.