Eine Päpstin gabe es ganz sicher nicht, das wäre mit der Rolle der Frau in der katholischen Kirche völlig unvereinbar. Wenn, dann gab es höchstens einen weiblichen Papst. Also eine Frau, die man für einen Mann hielt. Aber wehe, wenn sie entdeckt wurde, die Strafe als Ketzerin war ihr gewiß.
Letztendlich ging es bei der Wahl des Papstes immer nach Machtinteressen und sollte er diesen nicht gerecht werden, so war er seines Lebens nicht mehr sicher. Da ein Papst nicht obduziert werden darf lässt sich bei dieser Gelegenheit so einiges vertuschen.
Ich habe die Geschichte nicht gelesen, aber ich nehme an, daß ihr Unterhaltungswert mehr aus Mittelalter-Folklore besteht denn aus Fakten. Genau wie die zahlreichen Mittelalter-Veranstaltungen, die so authentisch sind, daß es nur Hofschranzen und Günstlinge gab und keine bettelarme Landbevölkerung, von Leibeigenen ganz zu schweigen.
Es ist eben etwas anderes, von einer Epoche zu schwärmen, als in ihr leben zu müssen und festzustellen, daß die Inquisition so ihre Schattenseiten hatte, weil eben nicht jeder als Papst, Lehnsherr oder Hofdame geboren wurde.
Aber historisierende Romane sind äußerst beliebt, sind sie doch nicht nur unterhaltsam und lenken von den Problemen unserer Zeit ab, sonder transportieren sie doch auch mitunter fragwürdige Inhalte. Erzählt man ein Märchen, dann glaubt es einem keiner. Kleidet man es aber in ein historisches Gewand, flugs wird es geglaubt.
Wie soll man denn aus der Geschichte lernen, wenn man bereit ist, auf jeden Schwindel hereinzufallen? Und sei es auch nur auf Karl Napf, den Erfinder des Napfkuchens...
Gruß Konradin