@pO.
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Viele Menschen wissen noch nicht, dass ein Großteil ihres Privatlebens ab Herbst 2007 nachvollziehbar werden soll...
Aufruf
Ein Gesetzesentwurf zur Einführung einer Vorratsdatenspeicherung in Deutschland, dessen beschlossenen Richtlinien ab Herbst 2007 realisiert werden sollen, liegt seit langem vor. Ob die Vorratsdatenspeicherung noch verhindert werden kann, hängt jedoch wesentlich vom öffentlichen Druck ab!
Die Aktion "Stopt die Vorratsdatenpeicherung" bietet hierbei jedem die effektive Möglichkeit, sich gegen diese Abschaffung des bisher geltenden Telekommunikationsgeheimnisses engangieren können. Die Stimme für die eigene Freiheit kostet weder einen hohen zeitlichen noch einen finanziellen Einsatz. Die Teilnahme ist schnell, kostenlos (max. 55 Cent für eine Briefmarke), unkompliziert, ohne resultierende Verpflichtungen und mit geringsten Aufwand zu realisieren.
- Hintergrund:
Nach Plänen von Union und SPD soll unter dem erheblich bedenklichen Vorwand „verbesserte Strafverfolgung“ schon bald nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder Email in Verbindung gestanden hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonyme Emailkonten und Anonymisierungs-dienste sollen verboten werden.
Mit Hilfe der damit gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich. Die Furcht vor einem Bekanntwerden ihrer Kontakte könnte Informanten, Ratsuchende und Hilfsbedürftige in Zukunft davon abhalten, sich an Journalisten, Anwälte oder Beratungsstellen zu wenden. Wenn man sich nicht sicher sein könne, frei kommunizieren zu können, würde darunter die Zivilgesellschaft leiden und Bürger würden vor politischen Äußerungen zurückschrecken. Somit stände nicht nur die "virtuelle Freiheit" in Gefahr sondern auch der Informantenschutz, das Anwalts- und das Arztgeheimnis würden unterlaufen.
Eine Speicherung von personenbezogenen Daten auf Vorrat und ohne Einwilligung des Betroffenen verstößt nach bisherigen Recht gegen den so genannten Erforderlichkeitsgrundsatz. Dieser besagt, dass personen-bezogene Daten grundsätzlich nur dann gespeichert werden dürfen, wenn dies zu einem bestimmten, gesetzlich zugelassenen Zweck erforderlich ist. Die aktuellen Pläne zur Aufzeichnung von Informationen über die Kommunikation, Bewegung und Mediennutzung jedes Bürgers stellen die bislang größte Gefahr für unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben dar! Unter dieser Art von „Pauschal-Krimminalisierung“ hätten wir alle zu leiden:
* Eine Vorratsdatenspeicherung greift unverhältnismäßig in die persönliche Privatsphäre ein.
* Eine Vorratsdatenspeicherung beeinträchtigt berufliche Aktivitäten (z.B. in den Bereichen Medizin, Recht, Kirche, Journalismus) ebenso wie politische und unternehmerische Aktivitäten, die Vertraulichkeit voraussetzen. Dadurch schadet sie letztlich unserer freiheitlichen Gesellschaft insgesamt.
* Eine Vorratsdatenspeicherung verhindert Terrorismus oder Kriminalität nicht! Sie ist unnötig und kann von Kriminellen leicht umgangen werden.
* Eine Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen das Menschenrecht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung.
* Eine Vorratsdatenspeicherung ist teuer und belastet Wirtschaft und Verbraucher.
* Eine Vorratsdatenspeicherung diskriminiert Nutzer von Telefon, Mobiltelefon und Internet
gegenüber anderen Kommunikationsformen.
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung reicht eine "Sammel-Verfassungsbeschwerde" am Bundesverfassungsgericht ein, falls dieses Gesetz beschlossen werden sollte und ruft zur kostenlosen Beteiligung auf. Bisher haben sich schon über 18.000 Personen als Teilnehmer an der geplanten Verfassungsbeschwerde registriert. Davon haben über 5.000 Personen, darunter auch Prominente, bereits einen unterschriebenen Vollmachtsvordruck eingereicht (Stand 09.08.2007). Ein einfaches Formular über die unverbindliche Bereiterklährung, umfassende Informationen sowie weitere Möglichkeiten zum Entgegenwirken des drohenden Überwachungsstaates findet sich auf der Internetseite des Arbeitskreises.
Werde aktiv!
- AK Vorratsdatenspeicherung (Quelle)
> Sammelverfassungsbeschwerde
> Offener Brief
Bis zum Gesetzesentschluss verbleiben bald weniger als 100 Tage!
Weitere Links:
Video: Berichterstattung bei Tagesschau.de
Video: Sammelverfassungsbeschwerde
Fragen und Anworten bei Tagesschau.de
Deutscher Journalisten Verband (DJV)
Informationssammlung Daten-Speicherung
Vielen Dank im Vorraus an alle die für eine Beteiligung bereit sind.
MFG! @pO.