Kerzenlicht schrieb:
wer kifft hat definitiv ein größeres risiko bei "harten" drogen zu landen als ein trinker. das ist einfach so.
schon mal, weil ein kiffer bei seinem dealer (wir wollen doch mal bitte nicht vergessen, dass das dreckszeug illegal ist!) meistens auch den anderen sch... beziehen kann. und da ist es auch völlig uninteressant, wie viele menschen sich zu tode saufen.
Es ist einfach, etwas mit dem Scheinargument 'das ist einfach so' zu begründen. Ebenso einfach ist es, bei dem einen die gemeinsame Quelle weicher und harter Drogen (den Dealer) beim Kiffer als Grund für eine spätere Abhängigkeit zu sehen, die gemeinsame Quelle von Bier und Schnaps (Getränkehandel) aber außen vor zu lassen. Solch eine 'Argumentation' finde ich unredlich und scheinheilig, werte Madame
Kerzenlicht. Zumal Hanfdealer selten harte Drogen in ihrem Angebot haben.
Bevor du auch deinen Erfahrungen herumreitest, werte
Kerzenlicht, auch ich habe meine Erfahrungen damit. Ich habe schon in den 60er-Jahren gekifft und das eine oder andere erlebt. Mit dem Alter wird man zunehmend ruhiger und in den letzten 10 Jahren habe ich zusammengenommen insgesamt 3 Joints geraucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
In meinem persönlichen Umfeld hatten viele mit Drogen zu tun und viele von ihnen leben inzwischen nicht mehr. Aber bei den wenigsten war es durch Kiffen vorgegeben, so zu enden. Ich habe mit einigen Gruppen Entzug gemacht (wohlgemerkt nicht als Patient) und das durchaus mit nennenswerten Ergebnissen. Ich weiß also recht gut, wovon ich rede.
Es ist einfach albern, Haschisch als Einstiegsdroge für Heroin und die Zigarette wiederum als die Einstiegsdroge für Haschisch anzusehen. So linear läuft das nicht. Haschisch zählt nun einmal nicht zu den Drogen, welche wie Heroin, Speed oder meinetwegen auch Alkohol körperlich abhängig machen.
Man kann auch von Schokolade abhängig sein, es gibt Spielsucht und vieles mehr. Manche Menschen sind eben psychisch nicht in der Lage, NEIN zu sagen. Und dabei ist es im Grunde genommen völlig unerheblich, ob es um den übermäßigen Genuß von Schokolade, um Bier oder gar den Ganz zur Spielhalle geht. Sucht ist nicht zwingend an etwas Stoffliches gebunden, zumindest anfangs ist Sucht grundsätzlich kein körperliches, sondern ein psychisches Phänomen.
Mich persönlich stört der nicht übermäßige Konsum von Hanfprodukten keineswegs. Genausowenig wittere ich in jedem Biertrinker sofort einen zukünftigen Alkoholiker. Es soll Menschen geben, die verantwortungsvoll damit umgehen. In meinen Augen gibt es keinen vernünftigen Grund, das eine, aber auch das andere grundsätzlich zu verbieten.
Jetzt kommt das ABER. Natürlich ist es nicht ok, wenn sich Jugendliche die Birne vollkiffen, genausowenig wie es ok ist, wenn sie schon halb im Delirium in der Gegend herumfallen. In Kindehänden hat beides grundsätzlich nichts zu suchen und bei Jugendlichen ist es eine Frage das Alters und der Reife.
Nicht jeder, der mal gelegentlch an einem Joint zieht ist gleich der große Schlaffi und Verdränger, der plötzlich nicht mehr selbst lebt, sondern das eigene Leben nur noch vor sich herschiebt. Sicher, auch solche Leute gibt es. Es ist eben nicht für jeden angesagt, Verantwortung zu tragen. Aber das Problem pauschal auf das Kiffen abzuwälzen finde ich doch schon etwas daneben.
Gruß Konradin