Was haltet ihr von den Linken Teil 2

So ein Quatsch, andreberlin!
Mein Sohn geht selber auf staatliche Schulen (in einer Großstadt), ist jetzt auf dem Gymnasium (8. Kl.). In seiner Klasse sind beinahe 50% der Schüler mit Migrationshintergrund! Auf der Realschule nebenan überwiegen sogar die Kinder ausländischer Eltern.

Bevor man hier so Sprüche tut, von wegen (geplantem) Aussortieren, sollte man sich lieber besser informieren. Als Mitglied des Elternbeirats der Schule (seit Grundschultagen) und Mitarbeit in 2 Arbeitskreisen kann ich so was überhaupt nicht bestätigen!

Leider sind aber viele ausländische und sozial schwach gestellte Eltern sehr desinteressiert an der (Aus-)bildung ihrer Kinder, kommen nie zu Sprechstunden oder Elternabenden, reagieren nicht, wenn ihre Kinder Probleme haben! Zudem vergessen sehr viele Ausländer hier, dass die Sprachkompetenz in Deutsch die allerwichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Schullaufbahn darstellt.

War jetzt zwar etwas ab vom Thema, musste aber auch mal klargestellt werden!
 
Ich will mich ja nicht streiten haben sie zu mindest im öffentlichen rechtlichen

Fernsehen so gezeigt, hat sogar ein Lehrer betsätigt, anonym natürlich.

Gruß
 
So ein Quatsch, andreberlin!
Mein Sohn geht selber auf staatliche Schulen (in einer Großstadt), ist jetzt auf dem Gymnasium (8. Kl.). In seiner Klasse sind beinahe 50% der Schüler mit Migrationshintergrund! Auf der Realschule nebenan überwiegen sogar die Kinder ausländischer Eltern.

Bevor man hier so Sprüche tut, von wegen (geplantem) Aussortieren, sollte man sich lieber besser informieren. Als Mitglied des Elternbeirats der Schule (seit Grundschultagen) und Mitarbeit in 2 Arbeitskreisen kann ich so was überhaupt nicht bestätigen!

Selbstverständlich ist der Zweck der Schulen das Sortieren der Schüler, aber eben nicht in Aus- und Inländer, sondern in zukünftige einfache Arbeiten Ausführende und (studierte) Kontrolleure. Darum gibt es Zensuren, darum führt festgestelltes Nicht-Wissen (schlechte Zensur) zum Ausschluß vom weiteren Wissenserwerb (Sitzenbleiben, vorzeitiger Schulabgang). Es ist ausdrücklich unerwünscht, das alle Schüler einer Klasse gute Zensuren erlangen und bestehen, bei Klassenarbeiten oder Zeugnissen, dafür müssen die Lehrer sorgen, sonst gibt es Ärger mit der Schulleitung. Sollte man eigentlich wissen, als Mitglied des Elternbeirats.


.. Zudem vergessen sehr viele Ausländer hier, dass die Sprachkompetenz in Deutsch die allerwichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Schullaufbahn darstellt.

"Vergeßlichkeit" wird wohl kaum der Grund dafür sein.

War jetzt zwar etwas ab vom Thema, musste aber auch mal klargestellt werden!

Ja, warum nicht?
 
Faehnrich schrieb:
@ Henry277:
Merkwürdig nur, dass man in der DDR für die freie Meinungsäußerung schon ins Kittchen wandern, wenigstens aber den Arbeitsplatz verlieren oder die Kinder das Recht auf ein Studium einbüßen konnten in dem ach so gelobten Land.

Leute wie du vergessen wohl allzu schnell, wofür die DDR und ihr Regime stand! Du tust mir echt nur leid, mit deinem rosaroten Rückwärtsblick!
Merkwürdig das ich in der DDR nie mit meiner Meinung hinter dem Berg gehalten habe. Auch meine Kollegen nicht und da wurde oft, sehr, sehr heftig diskutiert. Und das offen und nicht leise hinter vorgehaltener Hand aus Angst das es jemand mitbekommt! Tja was soll ich sagen, ich bin nicht eingesperrt worden und ich hab auch nicht meinen Arbeitsplatz verloren. Auch niemand von meinen Kollegen. Ok, Kinder die hätten Studieren können, hatte ich keine, kann zu dem Punkt also nix weiter sagen.
Aber eins muss ich mal sagen. Ich war nie jemand der mit der DDR und seiner Führung gross was am Hut hatte. Langsam ändert sich das, denn so wie wir heute belogen, betrogen, bespitzelt und unterdrückt werden ..... ne also dagegen waren die Zustände in der DDR der reinste Kindergeburtstag. Da wusste wenigstens jeder woran er war, ganz im Gegensatz zu heute.
Einen "rosaroten Rückwärtsblick" hab ich deswegen aber nicht und wie schon in einem früheren Beitrag geschrieben bin ich mir durchaus bewusst das die DDR ihre Fehler hatte. Ich gehe aber auch mit offenen Augen durchs Leben und habe schon lange mitbekommen das in diesem, heutigen Deutschland, auch nur die Oberfläche glänzt. Und wer glaubt, das er hier in einer Demokratie oder gar in einem Rechtsstaat lebt ......... wie war das noch mit dem rosaroten Blick?

Und noch was für dich zum Nachdenken, was nutzt dir denn deine ganze sogenannte "Meinungsfreiheit" wenn sich kein Mensch für deine Meinung interessiert?
Geh doch mal hin und sag deinem Chef deine ehrliche Meinung ........ jaja ich weiss, Arbeitsplatzverlust gabs dafür ja nur in der DDR. ;)
 
Sorry :mad: @ Faehnrich & Henry277
Aber das Gefasel über den (verstärkt verklärten bzw. pauschal verurteilenden) "real existierenden Sozialismus" der ehemaligen DDR sollte hier höchstens mal Beiwerk und/oder Begründungshilfe sein.
Ansonsten macht dazu meinetwegen einen neuen thread auf :rolleyes:

Wer den höchst bedenklichen und bestimmt Kritik würdigen Umgang des SED-"Regimes" mit der eigenen Bevölkerung nicht wahr haben will, sollte die persönlich gefärbte Brille mal abnehmen und sich mit dokumentierten Realitäten auseinandersetzen.

Das heißt aber nicht, dass Vieles in der damaligen DDR Praktizierte nicht auch heutzutage für Viele wieder wünschenswert und anerkennungswert wäre,
genauso, wie es heute so einiges an momentanen System arg zu kritisieren gibt.

Beides schließt sich aber doch auch nicht aus ;)

Und das undifferenzierte Gelaber über "die Linken an sich" kann ich nach 20 Jahren Mauerfall auch nicht mehr hören.
Diese Partei beinhaltet sowohl Menschen aus der ehemaligen DDR wie auch aus der alten BRD,
und zwar nicht immer mit klar abzulehnendem politischen Hintergrund ;)
Nennt also einzelne Namen von Parteimitgliedern, zählt verifizierte Fakten dazu auf
und lehnt diese ab oder lobt sie halt in den Himmel.

Genauso, wie man es auch mit Mitgliedern anderer Parteien machen sollte. ;)
Pauschale Vorurteile, in welcher Hinsicht auch immer, tragen doch nur (weiter) zu Verdummung und Vorurteilen bei,
verstellen aber den notwendigen Blick auf zukünftig Notwendiges...

Wie z.B. die anstehende Bundestagswahl :D

greetz
muesli
 
Ich verstehe die Aufregung nicht, wenn es um die »LINKEN« geht.

In Thüringen hat sie das zweitbeste Wahlergebnis.

Was hat uns denn die CDU und SPD in den Jahren der Regierungsmacht gebracht.

- Hohe Staatsverschuldung
- ständiger Sozialabbau
- Nullrunden für Rentner
- hohe Arbeitslosigkeit
- Reformen in der Gesundheitsreform ( nach dem Motto: weil Du arm bist mußt Du früher sterben)
- Harz IV
- Niedriglöhne unter 5 Euro/Stunde - BRUTTO

Fazit für mich:
Diese Parteien haben es nicht geschafft, für alle einen angemessenen Lebenstandard zu schaffen.
Die Polemik gegen die LINKE halte ich für unangebracht - auch wenn sich hier viele ehemalige SED-ler tummeln.

Das ist in der CDU aber auch nicht viel anders. Denke nur an Angela - die ehemalige Volkskammerabgeordnete. Als heutige Kanzlerin schweigt sie lieber darüber, dass sie als Abgeordnete an dem System aktiv mitgewirkt hat.

Auch die vielgepriesene Demokratie ist hier im A....

Nach der Wahl gibt es nur eine totale Diktatur der regierenden Partei. Wenn der Koalitionspartner nicht passt - dann kann man nicht regieren. Neuwahlen ist dann das Motto - siehe Hessen / Schleswewig Holstein. Die Opposition wird in der Minderheit gehalten - und ist nur Beiwerk (schließlich leben wir ja in einer »Demokratie«)

Wer noch glaubt wir leben in einer DEMOKRATIE ist ein »Träumer«

Ich hoffe und wünsche, dass die LINKE in der Bundestagswahl ausreichend Stimmen erhält um ordentlich »Sand ins Getriebe zu streuen«
 
Ich frag mich nur, was die einstigen Demonstranten Ende der 80-er Jahre in der DDR denn überhaupt wollten? Lebten sie doch schließlich nahezu im idealen Staat.
!

Reisefreiheit und das soziale Wirtschaftssystem, welches es vor 20 Jahren gab!

Die asoziale Politik von heute mit Sicherheit nicht! Schon einmal darüber nachgedacht, warum ausgerechnet die Linken in den neuen Bundesländern so stark sind? Oder, warum ich einst unter dem Einsatz meines Lebens geflohen bin und heute dennoch die Linke wähle?
 
Reisefreiheit und das soziale Wirtschaftssystem, welches es vor 20 Jahren gab!

Die asoziale Politik von heute mit Sicherheit nicht! Schon einmal darüber nachgedacht, warum ausgerechnet die Linken in den neuen Bundesländern so stark sind? Oder, warum ich einst unter dem Einsatz meines Lebens geflohen bin und heute dennoch die Linke wähle?


@ Henry277:
Merkwürdig nur, dass man in der DDR für die freie Meinungsäußerung schon ins Kittchen wandern, wenigstens aber den Arbeitsplatz verlieren oder die Kinder das Recht auf ein Studium einbüßen konnten in dem ach so gelobten Land.

Habe öfters einmal etwas kritisiert gehabt aber im Knast bin ich deshalb noch nie gekommen! Kam nur auf die Art und Weise der Kritik an. Genau so ist es heute auch! Demonstriere doch heute mal politisch radikal. Das passiert ganz schnell, wenn nämlich die heutige Staatsgewalt dein Recht auf Demonstration verwehrt. Es macht ja keinen Sinn eine Demo in etwa auf einem Feld zu machen, da dort die Aufmerksamkeit verloren geht. Siehe G8 Gipfel, damls an der Küste! Was meinst du, wo du in diesem Staat landest, wenn du eine Demo an dem Ort deiner Wahl machst?

Leute wie du vergessen wohl allzu schnell, wofür die DDR und ihr Regime stand! Du tust mir echt nur leid, mit deinem rosaroten Rückwärtsblick!

Für was denn?
Du vergisst, dass das ZK der SED der Befehlsgewalt der ehemaligen Sowjetunion unterlag und keineswegs in den Endscheidungen frei war, was die Linke heute zum Glück ist.
 
Ebensowenig mag ich die Linke von heute pauschal mit der DKP gleichsetzen, welche schon immer einen klar DDR-geprägten Kurs ansteuerte. Die klappten mitunter die Regenschirme auf, kaum daß es in Moskau regnete.

Selbst damals war 'die Linke' keineswegs für das gesamte Spektrum verantwortlich, es gab (ich rede hier vom Westen) etliche miteinander konkurrierende Gruppen und Grüppchen. Es gab Gruppen, welche man durchaus Ernst nehmen konnte, aber eben auch Grüppchen, welche man vorsichtig ausgedrückt eigentlich nur belächeln konnte.

Es ist (und war) genauso sinnvoll, die Linken über einen Kamm scheren zu wollen, wie es unsinnig ist, zum Beispiel alle Christen am Maßstab gewisser Holocaust-Leugner messen zu wollen.

Eigentlich ist es müssig, in diesem Zusammenhang über die DDR diskutieren zu müssen, als wenn alle Linken sind ausgerechnet an diesem Gemeinwesen orientieren müssten. Warumm den nicht gleich über die Urgesellschaft diskutieren? Und was ist eigentlich mit den Maoisten, was haben denn die mit der DDR am Hut?

Auch wenn ich einmal ganz grob die Situation der damaligen BRD mit der DDR vergleiche, was soll das uns bringen? War es besser, wenn ein Lehrer nicht unterschrieben hat, daß er für den Einmarsch der Russen in sonstwo war, daß er dann aus dem Schuldienst entfernt wurde oder war es besser, daß er im Westen gar nicht erst Lehrer werden durfte, wenn er auch nur in die Nähe eine Demonstration kam, auf der auch die DKP mitmarschierte?

Oder war es besser, daß er nicht ins nicht-sozialistische Ausland reisen durfte anstatt die volle Freizügigkeit zu genießen und das Recht auf einen Karibikurlaub zu haben, während man auf der Straße saß und sich überlegte, wie man zu einer Wohnung kam?

Wie pauschal es in der DDR ablief, daß keiner den Mund aufmachen konnte, wenn er Karriere machen wollte und keiner studieren konnte, wenn er einem christlichen Umfeld aufgewachsen war, das sieht man schnell, wenn man sich die Biografie einer gewissen CDU-Tante etwas näher anschaut. Für sie jedenfalls war es nicht hinderlich. Aber das tut ja auch nichts zur Sache, man führt die 'sogenannten Realitäten' ohnehin nur an, wenn sie einem gerade einmal ins 'rechte' Bild passen. Mit echter Realität hat dies freilich meist wenig zu tun.

Es ist eine Verkennung der Tatsachen, wenn man davon ausgeht, daß einzig und allein das 'wir sind das Volk' eine Wende herbeiführte. So etwas gab es schon weitaus früher. Am 17. Juni gab es das Volk, aber auch beim 'Prager Frühling', wenn auch nicht hier. Dort waren es ganz platt ausgedrückt die russischen Panzer, welche den Traum vom 'wir sind das Volk' für mehrere folgende Jahrzehnte zunichte machten.

Ich habe es satt, mich hier ständig mit Halbwahrheiten und billigen Vorurteilen herumschlagen zu müssen, insbesondere über die DDR. Es ließe sich trefflich über die DDR disputieren, aber mit diesem Thema hat es eigentlich sehr wenig zu tun. Außer natürlich in platten Behauptungen Ewiggestriger und denkfauler Stammtischhelden, die weder in der Lage noch Willens sind, sich mit echten Realitäten auseinanderzusetzen.

Und wenn ich schon einmal dabei bin, warum muß man eigentlich jedes einzelne Wort eines linken Politikers auf die Goldwaage legen, wenn man es schon bei anderen nicht tut? Wenn schon, dann gleiches Recht für alle.

Kürzlich sah ich einen Werbespot von einer recht seltsam anmutenden Familienpartei. Die forderten doch allen Ernstes das Wahlrecht auch für Neugeborene. Es könne ja zunächst an die Eltern delegiert werden.

Ich stelle mir gerade vor, wie eine allein'erziehende'(?) 16-jährige Kinderwurfmaschine mit 8 Kindern gleich 9 Stimmen in die Waagschale wirft. [Achtung! Polemik] Wie soll das alles nur Enden?

Oder eine Bundesfamilienministerin, die uns ernsthaft vorgaukeln will, mit ihrer ...-Politik einzig und allein die Kinder schützen zu wollen? Dort darf gelogen werden, bis sich die Balken biegen. Sagt aber mal einer von den Linken auch nur ein einziges falsches Wort, dann wird die gesamte Linke sofort zur 'Mauerschützenpartei'.

Ich finde, man kann es auch übertreiben.

Gruß Konradin
 
...ich will gar nicht viel schreiben, das haben die Vorgänger schon gemacht. Ich zitiere gerne 2 Wahlplakate der Linken, danach könnt ihr euch gerne eure eigene Meinung darüber bilden.

Plakat 1: Reichtum für alle!
Plakat 2: Reichtum besteuern!

...so, ich musste darüber wirklich erstmal lachen. Wer meiner Meinung nach die Linken wählt, treibt unser Deutschland in den absoluten Kommunismus, nur leider wird es genug dumme Leute geben die nur Plakat 1 lesen... :fuck:

Schwarz-Gelb, was anderes wäre meiner Meinung nach katastrophal für Deutschland. Und am schönsten wäre es wenn Westerwelle Kanzler werden könnte.
 
Reichtum für Alle, soll ja nicht bedeuten, dass nun alle dem Müßiggang frönen können und die gebratenen Hühner und den Mund fliegen.

Ein Moloch geht um in der Welt - der Moloch des Kapitalismus. Er hat sich nun tatsächlich
über die ganze Erde ausgebreitet und zwingt die Menschen, anstatt ihren eigenen
Bedürfnissen denen des Molochs zu dienen: Wachstum von Kapital und Bruttosozialprodukt
auf Teufel komm raus - als Selbstzweck; Ausbeutung von Mensch und Natur in allen Erdteilen
zugunsten dieses Ziels; andauernde Volldampf-Arbeit der dem Moloch dienlichen Menschen
für nichts als den Lebensunterhalt; Arbeitslosigkeit oder Hungerlöhne für diejenigen, die den
Ansprüchen des Molochs an Leistungskraft, Flexibilität, Mobilität, den richtigen Wohnort, kurz:
Ausbeutbarkeit nicht genügen; Reichtumsansammlung in Händen weniger anstatt bei der
Menge derer, die den Reichtum erarbeiten; Gewalt bis hin zum Krieg zur Durchsetzung und
Zementierung der dem Moloch genehmen globalen Machtverhältnisse.

Die wichtigste neue Erkenntnis ist, daß Kapitalismus und Marktwirtschaft eben doch nicht
identisch sind. Man kann die funktionalen Vorteile einer dezentral, privat- und
marktwirtschaftlich organisierten Ökonomie trennen von dem heute damit verfolgten Zweck
der Kapitalakkumulation. Statt dessen kann man die Marktwirtschaft so umfunktionieren, daß
der in ihr erarbeitete Reichtum tatsächlich bei den Arbeitenden verbleibt und nicht einer davon
getrennten „besitzenden Klasse“ zufällt.
Quelle: Achim L. Brandt:
Marktwirtschaft statt Kapitalismus: Reichtum für alle!
Neues zu den Themen Kapital, Leistung, Bedürfnisse.
Manuskript, Ausgabe 1.0, Jan. 1999


Der gesellschaftliche Reichtum wird von den Arbeitenden geschaffen, aber eine kleine Gruppe Kapitalisten reißt sich ihn unter den Nagel. Sie fordern, dass sich der Staat aus der Wirtschaft raus halten soll. Aber eben nur solange die Profitquellen sprudeln. Läuft es schlecht oder droht die Pleite, soll plötzlich der Staat die Zeche zahlen. Der Staat nimmt dafür natürlich die Gelder, die er dem Arbeiter schon als Steuern abgenommen hat. Also zahlen wir doppelt für diese Verbrecher. Immer schön nach dem Motto: "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren".
Der Steuerzahler muß ja sogar für Bonuszahlung und Abfindungen für diese Versager aufkommen!
 
...
Plakat 1: Reichtum für alle!
Plakat 2: Reichtum besteuern!

...so, ich musste darüber wirklich erstmal lachen. Wer meiner Meinung nach die Linken wählt, treibt unser Deutschland in den absoluten Kommunismus, ...
Einmal vorausgesetzt, die von Dir angegebenen Plakate existieren tatsächlich (und Du hast dich mittlerweile von Deinem Lachanfall erholt), Was spricht dagegen, „Reichtum für alle“ (heißt es nicht „Wohlstand für alle“?) zu fordern, und diesen Reichtum (Wohlstand) auch zu besteuern?
Bisher ist es doch so, dass Reichtum – zusätzlich – von den Steuern der Lohnabhängigen subventioniert wird. Ist es wirklich „absoluter Kommunismus“, reiche Leute ebenfalls am Steueraufkommen teil haben zu lassen?

Kannst Du den Begriff „absoluter Kommunismus“ evtl. erläutern (immerhin möglich, dass Du dir bei Verwendung dieses Begriffes etwas gedacht hast)?
 
Das war eine Lüge! Reichtum für alle gibt es nicht als Plakat der Linken!

Hartz IV abwählen
Reichtum besteuern
Mindestlohn gerade jetzt
Gegen die Rente ab 67
Mehr Geld für Bildung, nicht für Banken
Raus aus Afghanistan

liebe Grüße
Carmen
 
Jetzt aber bitte auch mal die Kirche im Dorf lassen und nicht sofort »Lüge« bzw. Zeter und Mordio schreien, wenn es um überprüfbare Fakten geht …

Das Plakat »Reichtum für alle« gibt es tatsächlich und es ist Gregor Gysi darauf abgebildet. Zu finden ist es hier gleich als erstes.

Gysi selbst hat in einer Gesprächsrunde bezüglich der »vermeintlichen« Polemik dieser Forderung auch gleich klargestellt, dass diese Aussage zweigeteilt zu betrachten ist: Einerseits soll es ein Seitenhieb auf die sogenannten etablierten Parteien in Bezug auf deren Wahlversprechen sein. Wenn die eine Partei eine Million Arbeitsplätze verspricht, eine andere vier Millionen und eine weitere gar 10 Millionen Arbeitsplätze in Aussicht stellt, dann ist eine Forderung nach »Reichtum für alle« genau so wenig bzw. genau so sehr realistisch einzuschätzen.

Andererseits – und das hat Gysi auch deutlich gemacht – geht es keinesfalls um Reichtum im Sinne von Aktiendepots oder festverzinslichen Wertpapieren, sondern eher im Sinne von gesellschaftlichem, sozialem und kulturellem Reichtum; also mehr oder minder (soziale) Gerechtigkeit. Nicht die Reichen sollen arm (was schwerlich geht), aber die Armen reich(er) werden (was einfacher ist), sodass Letztere nicht mehr als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, sondern sich alle Bürgerinnen und Bürger auf Augenhöhe begegnen – egal, ob Hartz-IV-Empfänger oder Vorstandsvorsitzender.

Liebe Grüße,
—CentCom
 
Dann entschuldige ich mich! Dieses Plakat hatte ich noch nirgends gesehen!

Liebe Grüße
Carmen
 
Kein Problem. :) Kann ja mal passieren. Es wäre nur schlimm, wenn daraufhin die Diskussion entgleiten würde und in Unsachlichkeiten bzw. persönlichen (falschen) Anschuldigungen entartete.

Für Interessierte: Man kann sich seine genauen Ausführungen im Rahmen der Sendung »Hart aber fair« vom 26.08.2009 zum Thema »Alle reich und alle gleich – wie sozial kann Deutschland wirklich sein« auf der Seite des WDR noch einmal als Podcast anhören. Für Eilige: die entsprechende Passage kommt ab 9:30 min.

Liebe Grüße,
—CentCom
 
Reichtum für Alle, soll ja nicht bedeuten, dass nun alle dem Müßiggang frönen können und die gebratenen Hühner und den Mund fliegen.


Quelle: Achim L. Brandt:
Marktwirtschaft statt Kapitalismus: Reichtum für alle!
Neues zu den Themen Kapital, Leistung, Bedürfnisse.
Manuskript, Ausgabe 1.0, Jan. 1999


"... Die wichtigste neue Erkenntnis ist, daß Kapitalismus und Marktwirtschaft eben doch nicht identisch sind. Man kann die funktionalen Vorteile einer dezentral, privat- und marktwirtschaftlich organisierten Ökonomie trennen von dem heute damit verfolgten Zweck der Kapitalakkumulation. Statt dessen kann man die Marktwirtschaft so umfunktionieren, daß der in ihr erarbeitete Reichtum tatsächlich bei den Arbeitenden verbleibt und nicht einer davon
getrennten „besitzenden Klasse“ zufällt."

Selten so ein dummes Zeug gelesen. Erstens lautet die "Erkenntnis", dass Kapitalismus ungleich Marktwirtschaft. Dann will man die "funktionalen Vorteile" einer Okönomie ohne ihren Zweck betreiben (für welchen Zweck war die Ökonomie wohl funktional??) Dann schließt man messerscharf, diese den falschen Zwecken dienende politische Ökonomie gehört beibehalte, der Reichtum solle aber bei den Arbeitenden "verbleiben". Was, wenn der ganze Zweck des Kapitalismus ist, den Reichtum in Form von Geld! in Hand des das Kapital vorschießenden Subjekts zu vermehren? Wenn die Arbeitenden Kostenfaktor sind, der so klein wie möglich gehalten werden soll? Warum nur sollte man diese bescheuerte Art, die Produzenten von ihren Arbeitsprodukten zu trennen, aufrechterhalten, wenn Reichtumsanhäufung in privater Hand als Zweck wegfällt? Warum findet der Autor den Kapitalismus nur so toll, das er ihn sogar ohne seinen Zweck aufrecht erhalten will?
 
@ poisen
Wer sich über einen Slogan beeumelt,
den Ludwig Erhard quasi aus der Taufe hob,
und dann dessen Inhalt mit kommunistischen Horrorszenarien verbinden will,
ist ja wohl kaum noch ernst zu nehmen :weg:

Wirtschaftspolitiker Ludwig Erhard selbst schreibt zu diesem Schlagwort:
„Schon der Titel dieses Buches ‚Wohlstand für Alle’ (1957 / Neuauflage übrigens 2009 *g*) ist voller Problematik, denn es entspricht beileibe nicht meiner Überzeugung, daß selbst mit der Erreichung dieses Ziels dem deutschen Menschen auch schon Glück und Zufriedenheit beschert wären und Wohlstand für Alle ausreichen könnte, um die gesellschaftliche Harmonie zu verbürgen.“
Erhard sah dies übrigens mit der weitere These „Eigentum für jeden“ zwingend verbunden ;)
Ein Schelm, wer dem CDU Erhard hierbei eventuell sogar bolschewistisches Gedankengut unterschieben möchte, oder? :D
Nebenbei ist hier auch noch der GG-Grundatz: "Eigentum verpflichtet" mit eingebunden.

Siehe zu diesem Thema auch:
Zukunft des Kapitalismus (1): Wohlstand für alle ist mehr als eine Phrase - Kapitalismus - Feuilleton - FAZ.NET

Aber nun gut,
wer den Westerwelle am liebsten zum Kanzler küren möchte,
der weiß bestimmt auch ganz genau, was bei diesem Jungen bisher schon so alles in den Arsch gegeigt wurde ;)
Diese Aussage möchte ich aber jetzt bitte nicht in verallgemeinernder Weise falsch und diffamierend verstanden wissen :D

Die Assoziation "absoluter Kommunismus" in diesem Zusammenhang ist übrigens auch eine aufschlussreiche Wortschöpfung, die mir allerdings bisher so noch nie offiziell untergekommen ist ;)
Könnte es wohl sein, dass der Autor hier eventuell absolut und total in ihrer semantischen Begrifflichkeit und eventuell sogar aus unserer politischen Geschichte herleitend schlicht verwechselt hat? ;)

Ach ja,
zu guter Letzt noch ;)
"Reichtum besteuern" bezieht sich ja u.a. auch teilweise auf den (momentanen bzw. bisherigen) Status Quo
Warum sollte man z.B. die Luxussteuer nicht mal wieder aus der Versenkung holen....
Woanders gab und gibt es sie doch auch...
U.a. übrigens auch im Amerika des McCarthy, dem vmtl. aber keiner kommunistische Sympathien nachsagen würde....
Oder etwa doch? :D

Na, erstmal noch 'ne schöne Arbeitswoche
Auf den Reichtum durch Mehrwert(steuern) ;)
und vor allem für mehr Verständnis bei politischer Ironie

muesli
 
Plakat 1: Reichtum für alle!
Plakat 2: Reichtum besteuern!
Und du meinst nicht das der Herr Gysi damit auf die utopischen Versprechen von CDU, SPD und FDP eingehen will? Wüsste man wenn man sich mal damit beschäftigen würde... Aber er hat halt die Ironie-Tags vergessen :depp:

Ach ja: TOTALER KOMMUNISMUS! Was für ein hohles Geschwafel :eek:

Das effiziente Arbeiten wird nicht zuletzt durch das Gekasper der SPD behindert - ja wir wollen, ach ne doch nicht, ja, aber nur wenn...

Wie alt? 4?
 
Ich halte DIE LINKE für eine sehr gute Alternative zu den sogenannten »Volksparteien«

Deutschland versinkt in einem enormen Schuldenberg - dieser ist unter der Führung der CDU, der SPD mit den Koalitionspartner entstanden.

Gibt es eigentlich ÜBERHAUPT ein Land, dass irgendwie wirtschaftlich aufgeblüht ist, nachdem eine Partei, die unserer Linken entspricht, die Macht übernommen hat. Faktisch ist doch die Auflösung der Klassen immer nur dadurch erreicht worden, dass die Armen ungefähr so arm geblieben sind und die Reichen ärmer wurden. Und jetzt nenne nicht China als Gegenbeispiel, China spielt sowieso wirtschaftlich ERST eine Rolle, seit dem sie sich faktisch vom Kommunismus getrennt haben, d.h. seit Errichtung von Freihandelszonen, Erlaubnis ausländischer Investitionen und Investition in Forschung!


Unter CDU und SPD Regierung ist es möglich, daß Manager bei Insolvenzen Millionenbeträge als Abfindung erhalten. Leidtragende sind die Arbeiter und Arbeiterinnen....
Da nützt auch kein Gezeter der Kanzlerin.... vor der Wahl.

Dieses populistische Gesülze ist nicht zu ertragen, was für die eine Seite die Juden ist für die Linksextremen jemand, der Geld hat.
Diese Abfindungen sind vertraglich geregelt, da hat der Staat nicht mitzureden. Wer alles auf irgendwelche Managergehälter schiebt, der wird keine Probleme lösen können.
 

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