@Thing
Vollkommene Zustimmung.
Es ist erstaunlich, wie ignorant manche Menschen diese Tatsachen übersehen.
Und wie sie ihren eigenen Lebensstandard unterschätzen.... Beispiel bei Spiegel TV am Sonntag:
Es ging um die Demos und Ausschreitungen in Rostock wegen des G8-Gipfels.
Da wurde ein jüngerer Mann (in den Zwanzigern) interviewt.
Seine Aussagen (frei aus dem Kopf, und zusammengefasst: "Immer wird von Afrika geredet, aber bei uns in Deutschland geht es vielen Leuten auch schlecht!"
Das zeigt ja wohl, wie es in manchen Köpfen aussieht... Ein junger Mann in einem Hochleistungsindustriestaat. Von der Theorie her gebildet, aber in Wahrheit absolut ignorant.
Meiner Meinung nach ist das das Hauptproblem unseres Landes, schlechter Bildungsstandard und große Jammerei über alles aufgrund dessen.
Wir haben zwar eine ungeheuer tolle soziale Basis aufgebaut in Zeiten der Vollbeschäftigung und des wirtschaftlichen Wachstums. Jetzt aber sieht es mit diesem Wachstum anders aus und viele produzierende Bereiche wandern ins Ausland. Zusammen mit dem leider ungenügenden Bildungssystem ergibt das eine gefährliche Mischung. (Wenn ich mir überlege, wieviel ich wüsste und verstünde, wenn ich nicht soviel gelesen hätte und mich selbst weitergebildet hätte...). Die arbeitende und nicht-arbeitende "Basis", sprich die Menschen mit den geringeren/geringsten Einkünften jammern aufgrund ihrer Unbildung über Dinge, die sie nicht wirklich verstehen, lesen Blöd-Zeitungen wie die Bild und übersehen dabei, dass sie selbst eigentlich das Problem sind, nicht die "anderen", also Politiker, Vorstände/Chefs usw.
Es ist klar, dass einige wenige für ihr Schicksal weniger können als andere. Aber die meisten Leute haben sich selbst zu verdanken, wo sie heute stehen. Da sehe ich es auch nicht ein, weshalb sie sich darüber aufregen, dass einige Leute "unfairerweise" soviel verdienen, wenn diese doch soviel mehr dafür getan haben und noch tun...
@tv and me
Aufbauend auf die oben von mir formulierte Meinung kann ich deine Aussagen somit nicht nachvollziehen. HartzIV ist gerade das perfekte Zeichen für einen Sozialstaat. Die Leute können davon leben und damit hat es sich, sollen die in Luxus schwelgen? Oder sollen die soviel Geld bekommen, wie andere sich verdienen müssen? Also bitte. Dass vorher das Konto geplündert wird und einige "Luxusgüter" wegmüssen, ist auch richtig, denn überleg mal, wenn einer mit 100.000€ auf dem Konto und eigenem Haus einfach aufhört zu arbeiten und HartzIV beantragt, würdest du das widerstandslos unterstützen und ihm das Geld überweisen?
Und zum Thema Demokratie: Selbstverständlich ist das eine Demokratie in der wir leben. Die regierenden Leute wurden von der wählenden Mehrheit legitimiert, also haben die Poltiker das Recht zu regieren (nach bestem Wissen und Gewissen).
Oder sollen die jetzt immer Volksbefragungen durchführen (geht aber schon vom Grundgesetz her nicht), um Entscheidungen zu treffen? Also ich möchte nicht, dass Bild-Leser fast 40% (liege ich da richtig?) der Entscheidenden ausmachen...
@xerverus
und ungerechtigkeiten gibt's in jedem land, ob's in der steuerpolitik oder anderweitig ist.
Da ist halt die Frage, ob es in unserem Land ungerecht zugeht. Ich denke nicht, wenn man mal das Soziale betrachtet. Gerechter geht es imho nicht, weil Menschen unterschiedlich sind und unterschiedlich starke Motivationen haben...
Aber das Steuersystem ist eindeutig ungerecht. Ich wäre dafür, gleiche Steuersätze für jeden einzuführen. Warum sollen Besserverdiende einen prozentual höheren Steuersatz zu zahlen haben? Außerdem gibt es aufgrund des hierzulande starken Lobbyismus ohnehin viele Schlupflöcher, die Gutverdienende und Firmen durch Steueranwälte eifrig nutzen... Diese Lücken würden gestopft, wenn man ein einheitliches Steuersystem nutzt. Auch würde massig Bürokratie wegfallen, und die Anwälte und Steuerberater könnten sinnvollere Dinge tun, als dabei zu helfen, den Staat und damit den gemeinen Steuerzahler um hohe Summen zu bringen...
MfG
trxag