Ein GEO Artikel aus Heft 11/2010 greift in einem kleinen Gastbeitrag das Thema "Internet als weltweites Langzeitgedächtnis" auf.
Dazu eine Ergänzung auf deren webseite: Vergessen wir das - GEO.de
Wobei der Heftartikel an einer seltsam anmutenden Aussage von Google Chef Eric Schmidt aufgehängt ist:
Datenschutz-Problem gelöst: Einfach mal den Namen ändern : netzpolitik.org
Dazu ein weiteres Zitat von ihm (Quelle):
Dieser Beitrag solle nun aber nicht nur gewisse Auswüchse von Google festhalten, sondern vielmehr den dort zur Debatte stehend Vorschlag (Auszüge aus oben erwähnten Artikel):
Diese zwei Auszüge mögen Lust auf mehr machen, denn eigentlich ist diese Problematik doch allgemein bekannt - nur den Ansatz des Verfallsdatums möchte ich euch mit auf den Weg geben. Und so sicherlich mal wieder ein wenig sensibilisieren.
Sollte das Interesse an der These von Viktor Mayer-Schönberger, Professor für Internet-Regulierung an der Universität Oxford, noch nicht befriedigt sei, dann empfehle ich den Artikel in der GEO 11/2010 selbst - denn dort dreht es sich auch ganz allgemein um die allzu menschliche Eigenschaft des Vergessens. Wie auch in seinem Buch Delete. Die Tugend des Vergessens in digitalen Zeiten
Nachtrag:
Damit hier tatsächlich die Inhalte ankommen, die mir wichtig erschienen habe ich einen Teil des Heftartikels (S.94f) eingetippt, der Aspekte der Erinnerung und des Vergessens behandelt:
Dazu eine Ergänzung auf deren webseite: Vergessen wir das - GEO.de
Wobei der Heftartikel an einer seltsam anmutenden Aussage von Google Chef Eric Schmidt aufgehängt ist:
Datenschutz-Problem gelöst: Einfach mal den Namen ändern : netzpolitik.org
Dazu ein weiteres Zitat von ihm (Quelle):
"I don't believe society understands what happens when everything is available, knowable and recorded by everyone all the time," he says. He predicts, apparently seriously, that every young person one day will be entitled automatically to change his or her name on reaching adulthood in order to disown youthful hijinks stored on their friends' social media sites.
"I mean we really have to think about these things as a society," he adds. "I'm not even talking about the really terrible stuff, terrorism and access to evil things," he says.
Dieser Beitrag solle nun aber nicht nur gewisse Auswüchse von Google festhalten, sondern vielmehr den dort zur Debatte stehend Vorschlag (Auszüge aus oben erwähnten Artikel):
Dem steht direkt gegenüber, dass das Internet gerade wie es ist viele Freiheiten bringt:Mayer-Schönberger schlägt deshalb vor, dass den Daten ein Verfallsdatum beigefügt wird. Wie bei einem Bild zum Beispiel der Zeitpunkt der Erstellung festgehalten wird, so soll auch von vorneherein bestimmbar sein, wann das Bild automatisch wieder verschwindet. Nach sechs Monaten, nach zwei oder zehn Jahren, je nachdem. Und dieses Datum müsste sich vom Nutzer jederzeit wieder ändern lassen – zum Beispiel, wenn ein Bewerbungsgespräch ansteht. Oder vor dem ersten Date.
Peter Franck vom Chaos Computer Club (CCC) zweifelt ebenfalls an Mayer-Schönbergers Theorie: "So ein Zeitstempel ist eine ganz originelle Idee, die aber an der Realität vorbei geht. Das Ganze wird ein Gedankenspiel bleiben." Schließlich steckt hinter der romantisch klingenden Idee des vergesslichen Mediums eine knallharte Regulierung des Internets. "Man müsste eine solche Regulierung ja weltweit durchsetzen. Wenn jemand ein Interesse daran hat, Daten länger zu speichern und das in Deutschland nicht darf, dann nimmt er sich halt einen Server auf den Cayman Islands. Auch Facebook zum Beispiel interessiert sich ja nicht für deutsches Recht", sagt Franck. Jede weltweite Vereinbarung dieser Art gilt als Träumerei und wird von vielen auch gar nicht gewünscht: "Das wäre ja das Ende des offenen Netzes", so Jens Ohlig.
Diese zwei Auszüge mögen Lust auf mehr machen, denn eigentlich ist diese Problematik doch allgemein bekannt - nur den Ansatz des Verfallsdatums möchte ich euch mit auf den Weg geben. Und so sicherlich mal wieder ein wenig sensibilisieren.
Sollte das Interesse an der These von Viktor Mayer-Schönberger, Professor für Internet-Regulierung an der Universität Oxford, noch nicht befriedigt sei, dann empfehle ich den Artikel in der GEO 11/2010 selbst - denn dort dreht es sich auch ganz allgemein um die allzu menschliche Eigenschaft des Vergessens. Wie auch in seinem Buch Delete. Die Tugend des Vergessens in digitalen Zeiten
Nachtrag:
Damit hier tatsächlich die Inhalte ankommen, die mir wichtig erschienen habe ich einen Teil des Heftartikels (S.94f) eingetippt, der Aspekte der Erinnerung und des Vergessens behandelt:
Indem wir Menschen vergessen, entsorgen wir Erinnerungsmüll. Auch wenn wir uns manchmal ärgern, das Falsche vergessen zu haben, etwa wo unser Auto parkt oder wie die Geheimzahl der Bankkarte lautet - der Harvard-Psychologe Daniel Schacter ist überzeugt, dass das Vergessen eine zentrale Rolle in unserem Leben spielt. Nur indem wir Details der Vergangenheit vergessen, können wir abstrahieren; bleiben wir fähig, in der Gegenwart zu handeln. Die wenigen Menschen, die kaum vergessen können, beschreiben ihr extremes Erinnerungsvermögen meist als Bürde. Sie finden es schwierig, im Jetzt zu leben. Und: indem wir vergessen, vergeben wir auch. Würden wir uns permanentn erinnern, dann blieben uns nicht nur die eigenen Fehler stets präsenbt, sondern vor allem die der anderen, denewn wir dann kaum nich unbefangen begegnen könnten.
Optimisten glauben, wir können unser Verhalten irgendwann der Technik anpassen. Wir könnten unser Gehirn zwingen zu aktzeptieren, dass Menschen sich mit der Zeit verändern. Und dass nicht jedes digitale Foto oder Zitat aus irgeneiner Lebensphase eines anderen Menschen ernst zu nehmen ist.
Diese hoffnungsvolle Sicht verkennt die grundsätzlichen Schwierigkeiten, die wir Menschen mit Erinnerungen haben. Wir unterliegen bestimmten Mechanismen - etwa dem, dass wir uns negative Dinge über andere stets länger merken als positive. Kognitionsforscher bezweifelen, dass es uns Menschen möglich ist, solche Konstanten unseres Erinnerungsvermögens bewusst zu verändern.