Ubisoft Launcher, Kopierschutzmechanismen allgemein

Schotti

Well-known member
Hoi,

wie ihr es wohl alle mitbekommen habt, setzt ja Ubisoft bei neueren Spielen auf den "Ubisoft-Launcher", der bekanntermaßen eine permanente Internetverbindung voraussetzt und jedes Spiel an einen Account bindet, was es eigentlich so gut wie unmöglich macht, das Spiel wieder zu verkaufen.

Jetzt würde mich mal eure Meinung zu diesem Thema interessieren, welchen Kopierschutz sollten Spiele haben, geht euch dies zu weit oder findet ihr es gerechtfertigt, wenn Publisher ihre Spiele derart radikal schützen wollen?

Anlass zu diesem Thema: Ich war gestern bei einem Freund, der sich voriges Monat eben Assassin's Creed 2 gekauft hat. Vorige Woche ist sein Modem kaputtgegangen und er konnte jetzt eine Woche lang das Spiel nicht spielen, weil er ja auf diese Weise keine Internetverbindung hatte.

Eigentlich unverschämt. Man bezahlt knapp 50 Euro für ein Videospiel, dass man danach jedoch nicht permanent spielen kann und dessen Wiederverkauf praktisch unmöglich gemacht wird.
Wenn diese Entwicklung so weitergeht, wird es Spiele bald überhaupt nicht mehr auf Datenträgern geben, und man wird die Spiele wohl nur noch mieten dürfen, vielleicht in Form von monatlichen Abos.
Auf der Xbox 360 kostet es sogar extra, wenn man den Multiplayer-Modus bei Spielen verwenden möchte!!!

Wie man erschließen kann, bin ich derartigen Methoden äußerst skeptisch eingestellt und ich werde wohl auch von Ubisoft so bald nichts mehr kaufen. Direkt nostalgisch sind die Zeiten, wo man das Spiel einfach installiert hat und danach zu spielen begonnen hat.
Generell konzentriere ich mich in letzter Zeit wieder auf ältere Spiele, die locker mindestens 20 Stunden Spielspaß hatten und wo eben nicht nur die "tollste" Graphik im Vordergrund steht, sondern einfach der Spielspaß. Mit diesem Graphik-Wahn, der ja in letzter Zeit losbricht, fang ich auch nicht wirklich viel an.

Ich freue mich auf eure Kommentare.
 
Für mich geht das zu weit.

Ich hätte gerne Siedler 7 oder auch Assassins Creed 2 gekauft; aber dieser Zwang geht mir eindeutig zu weit.

Was ist, wenn die die Server abstellen (soll bei alten spielen passieren)? 100%ig wird es dann kein Update geben, was diesen Zwang aufhebt. Also: Ab in die Tonne.
 
Mit solchen Methoden erreicht nman doch genau das Gegenteil davon, was man angeblich will. Denn jeder, dem diese Gängelei zu viel ist, zieht sich einfach eineVersion irgendwoher, die es früher oder später immer gibt. Und ich kann das keinem Verdenken, der lieber ein spielbares als ein legales Spiel besitzt.
Und wer ist schuld? Die "bösen" Gebrauchtspielkäufer... :dumm:
 
Vor allem ist es ziemlich paradox, dass es scheinbar den Raubkopierern vorbehalten ist, das Spiel ohne Internetverbindung zu spielen, während ehrliche Käufer 50 Euro hinlegen müssen und in der Nutzung stark eingeschränkt sind.

Eher mehr "Käuferschutz" als "Kopierschutz"....
 
Tja, die DRM Kopierschutzmaßnahmen waren offensichtlich ein Griff ins Klo.

Mehr Kundenverarsche als Kopierschutz. Früher oder später wird es für jedes Spiel die Möglichkeit geben, es irgendwo herunterzuladen und einfach so zu spielen. Durch dieses "Kunden an die Leine legen" hat sich Ubisoft wohl auch noch die letzten ehrlichen Käufer vergrault.

Warum sollte man gutes Geld für ein Spiel bezahlen dass man weder mit Sicherheit zu jeder Zeit spielen, noch weiterverkaufen kann, wenn man das Spiel praktisch umsonst (okay, nicht wirklich legal) und völlig ohne Einschränkungen spätestens ein bis zwei Monate nach Release spielen kann?

Derjenige, der eine Kopierschutzmaßnahme erfindet, die es ehrlichen Kunden absolut einfach und komfortabel macht, während Cracker sich daran die Zähne ausbeißen, der wird wohl einen Preis dafür gewinnen :P
 
Ich jedenfalls kaufe grundsätzlich keinerlei Produkte von Ubisoft mehr, das Thema ist für mich endgültig durch. Selbst wenn sie in Zukunft auf solch einen Kopierschutz verzichten würden, änderte das an meinem Entschluß nichts.

GRÜNDE​

Erstens finde ich JEDEN Kopierschutz eine Zumutung, der den ehrlichen Käufer wie auch immer behindert, den Raubkopierer jedoch nicht (erfahrungsgemäß gibt es für jedes 'Problem' irgendwann auch eine geeignete 'Medizin'). Derjenige, welcher ein Produkt kauft ist dann schlechter gestellt als derjenige, der es einfach nur kopiert. Warum also ehrlich sein, wenn man dafür auch noch bestraft wird?

Zweitens die Einschränkung, daß ein Spiel, welches das Internet nicht per se benötigt, es dennoch braucht. Ich würde auch kein Auto fahren, welches davon abhängig ist, daß bei mir zuhause der Stromzähler läuft. Denn fliegt zuhause wider erwarten die Sicherung raus, dann stehe ich auf der Autobahn und warte...

Bei einem Online-Spiel bin ich nun einmal vom Internet anhängig, aber nicht, wenn ich offline spiele. Die ständige Internetanbindung verhindert, daß ich es spielen kann, wenn ich überhaupt kein Internet habe, es im Wochenendhäuschen oder im Urlaub an einem Regentag im Hotel spielen will oder falls der Server gerade überlastet ist oder sonst aus einem Grund, der schlicht und einfach überflüssig ist. Vorteile hat es für mich als Kunde absolut keine.

Drittens der Minderwert gegenüber einer nicht geschützen Version. Das heißt, ich werde um den Wiederverkaufswert betrogen, weil es gebraucht schlicht unverkäuflich ist, da der Account nämlich nicht übertragbar ist. Ich zahle also im Endeffekt mehr für weniger Leistung - dann aber bitte ohne mich!

FAZIT​

Wer den Bogen dermaßen überspannt, indem er seinen Kunden Knebelbedingungen unterjubelt, unter welchen ein Spiel spielbat ist und seine ehrlichen Kunden dann auch noch für dumm verkauft, indem er ihnen einzureden versucht, es wäre zu ihrem Vorteil, der hat ehrliche Kunden nicht verdient. Je eher ein solcher Konzern Pleite macht, desto eher sehen andere, daß Kundenverarschung auf Dauer eine Sackgasse ist, die sich nicht lohnt.

Eines haben sie jedenfalls schon erreicht. Sie haben ihren Ruf so nachhaltig versaut, daß auch die schönsten (und teuersten) Werbekampagnen ich nicht mehr retten können. Da sage noch einer, der Kunde sei König...

Gruß Konradin
 
Wer das Interview auf Gamestar noch nicht gelesen hat:

Interview mit Michael Pachter.

Solche Interviews zeigen auf, dass es irgendwie mit der gesamten Spiele-Industrie abwärts geht. Herr Pachter empfindet es wohl als Strafe, wenn Spieler mehrere Jahre hinweg Spaß an einem Spiel haben und es nicht nach zwei Tagen in der Ecke verstauben lassen.

Ich meine die Entwicklicher beschäftigen doch (hoffe ich) intelligente Leute, aber sie werden doch nicht glauben, man verkauft mehr Spiele, in dem man für den Multiplayer-Part extra Gebühren verlangt?

Ich spiele übrigens aus diesem Grund auch kein WoW. Erstens, weil mich Warcraft nie interessiert hat, und weil ich es überhaupt nicht einsehe, für ein Spiel, was zu Beginn bereits 50 Euro gekostet hat, laufend weitere monatliche Kosten zu tragen.

Stellt euch vor, Battlefield würde monatliche Kosten verursachen. Die Server wären von einem Tag auf den anderen LEER.

Amüsant finde ich außerdem, dass die Publisher ernsthaft glauben, Konsolen seien praktisch immun gegen Raubkopien. Dabei ist es auf Konsolen sogar wesentlich einfacher und unkomplizierter. (Hab zwar keine Konsole, da PC-Verfechter, aber ich kenn mich schon aus...)
 
Wenn ich mir das von dir erwähnte Interview anschaue, Schotti, dann frage ich mich, wie lange es noch dauert, bis die Verlage eine monatliche Gebühr auf Bildbände verlangen, da diese ja auch meist über einen längeren Zeitraum genutzt werden als Taschenbücher. :depp:

Nicht daß es ausreicht, wenn drei Spieler, welche miteinander spielen wollen, auch drei Lizenzen benötigen, jetzt kommt wohl noch eine 'Spaß-Pauschale' hinzu. Schlimm, wenn ein Spiel von den Spielern so angenommen wird, daß sie es lang und gern spielen, schlimm, wenn sich die Spieler sich über Vollpreis-Addons beschweren oder gar einen guten Gegenwert für ihr Geld erwarten.

Wäre Schach eine Erfindung der heutigen Spiele-Industrie, dann wäre Schach längst in Vergessenheit geraten. Denn einmal Figuren kaufen und dann jahrzehntelang darauf herumreiten, ein Alptraum für jeden Spiele-Publisher.

Gruß Konradin
 
Jepp, leider eine sehr bekloppte Richtung welche die Game hersteller da eingeschlagen haben. Meines Erachtens sind das die ersten die merken werden, das je mehr man auf Teufel komm raus die treuen Fans und Kunden melken will,sich das Blatt auch ganz schnell wendet. Siehe CoD. Der letzte Teil MW2.
Für paar läppische Maps, (einige davon von vorherigen Games, nur kompatibel gemacht) wollten sie 2 mal abkassieren. Und brüsten sich dann noch wie die Verkaufszahlen in die Höhe geschnellt sind. Der kommende Teil wird zeigen das sie sich aber damit selbst in den Finger geschnitten haben, so rigorose Abzockaktionen für eigentlich selbstverständliche Updates oder Upgrades, das macht keiner ungestraft. Ich für meinen Teil informiere mich genaustens wie der Support eines gekauften Spieles aussieht, welcher kopierschutz ect.
Für jeden Pups Geld verlangen, Gier pur.
 

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