Das Problem ist die erzieherische Wirkung auf minderjährige (11-16), die so ein Spiel haben kann, von einer sozialen Isolation und damit dem Abdriften aus dem sozialen Leben ganz zu schweigen.
Ausgestoßenheit->Abgrenzung+Aggresion->Konkurrenz bis Rivalität
Die soziale Inkompetenz des Kindes führt zur verinnerlichung des Konfliktes mit Mitschülern und Lehrern bis dieser eben durch Gewaltanwendung herausbricht.
Die Benutzung von Waffen ist ja durchaus legitim für den Anwender, da die Hemmschwelle durch die Erfahrung mit dem virtuellen Töten gesunken ist (erzieherische Wirkung), zumal die physische Kondition nicht grade berauschend ist, sodas so ein Instrument für die Gewaltausübung und des Aggressionsabbaus erforderlich ist.
Je realistischer die Spiele werden desto größer wird diese Problematik, denn es gibt einen ganz großen Unterschied ob ich auf eine abstrakte Form oder eine deutliche vernehmbare menschliche Figur schieße.
Ich will keinem damit ans Bein pinkeln, aber ich habe mich schon nach Erfurt mit der Sache befasst und musste herausfinden, obwohl ich damals selbst beinahe fanatisch gezoggt habe (unter anderem solche Spiele), dass ich kein vernünftiges Pro-Argument finden konnte. Diese Spiele haben nun einmal einen größeren psychologischen Faktor als den offensichtlich unterhaltenden. Diese Aggressionen sind für die erwachsenen Spieler mit Sicherheit einfacher zu Verarbeiten als für einen Halbwüchsigen.
Letztens war auf dem WDR in der Sendung "Hart aber Fair" die Rede über solche "Killerspiele" und es gab einen Kommentar dem ich absolut zustimmen musste: Die Verweiblichung der Gesellschaft hat dem höheren Aggressionspotential der Männer (gegenüber dem weiblichen Geschlecht) ein Ventil genommen.
Nach der Tabuisierung der Gewalt wurden auch Sportarten wie Rugby, Football, Boxen und Co. (vor allem für die Jüngeren) oft nur zu Randerscheinungen in der Öffentlichkeit, in der Schule, etc. Dabei findet sich vor allem hier eine ausgezeichnete Alternative Teamplay, Kommunikation, Spiel und Aggressionsabbau zu verbinden.
Ich gebe ganz ehrlich zu, mittlerweile interessiert mich das Thema nicht mehr so, da mich zum größten Teil die Selbstgefälligkeit der Spieleindustrie, aber auch der Spieler, unheimlich verärgert.
Die Spieleindustrie durch ihre Kontinuität und Unflexibelheit, der nur schleichenden, immer noch unangetasteten Inovationsfülle, die diese Plattform bietet.
Die Spieler durch ihre Überheblichkeit, ihr Hobby dermaßen anzupreisen. Es gibt fast keine Spiele mit künstlerischem Anspruch, obwohl das Genre soviel Potenzial hätte, da die Spieler der Massenware hinterherhinken und kein gemeinsames Forum haben.
Um meinen Standpunkt endgültig zu verstehen:
Wird mir jemand widersprechen wenn ich sage, dass ein gutes Buch besser ist als Counterstrike? Ich hoffe doch nicht. Warum sollte man also die Zeit in erster Linie mit CS vergeuden?
Ich schätze nach meinem Post werden ein paar Leute Galle spucken, aber ich kann es nicht allen recht machen.