Hi, ich studiere Informationstechnik mit Schwerpunkt Technische Informatik an einer FH (noch auf Diplom). Werde nächste woche verabschiedet. Abschluss so ca. 2,3. Diplomarbeit wird noch bewertet.
Ich kann dir ja mal eben berichten, wie das Studium so ablief:
Grundstudium 1-3 Semester:
Mathe I-III
Physik I-II + 1 Labor
Grundlagen der Elektrotechnik I-III + 1 Labor
Elektrische Messtechnik + 1 Labor
Bauelemente und Grundschaltungen
Werkstoffkunde
Informatik I-III + 3 Labore
Grundzüge der Digital und Computertechnik
4 SWS nichttechnische Fächer. (heisst ca 2 Vorlesungen)
Also zum Anfang hab ich mich ziemlich schwer getan.
Vor allem Mathe und Elektrotechnik. Ist nicht ohne, da muss schon was gemacht werden. Ich hatte keine ELektrotechnischen Vorkenntnisse, weder Hobby noch Ausbildung etc. Bin direkt nach dem allgemeinen Abitur zur FH gewechselt. Durch mein Hobby Programmieren, Technik etc. habe ich mich dann für das Studium entschieden. Vor allem, weil ich nicht nur Informatik machen wollte, also Software schreiben, sondern auch noch Elektronik/Technik dazu. Darum kam ein "einfaches" Informatik-Studium bei mir nicht infrage.
Je nach dem, wie du dich in Mathe und Elektrotechnik anstellst (vllt auch Physik) wird das Grundstudium dementsprechend anspruchsvoll sein.
Habe Mathe 1+2 2 mal wiederholt und Elektrotechnik 1+2 auch, bis ich die Scheine dann hatte.
Was nicht zu vergessen ist, sind die Labore und die Laborberichte, die verfasst werden müssen. D.h. man bekommt z.b. in Elektrotechnik Labor praktische Aufgaben gestellt und muss dazu Berichte verfassen.
Dazu geht schon viel Zeit drauf, wenn die Professoren darauf Wert legen.
Die restlichen Scheine sind alle gut zu schaffen, wenn man sich für Informatik , Elektrotechnik ein wenig interessiert.
Hauptstudium: (Semester 4-5)
Regelungstechnik + Labor
Theoretische Elektrotechnik
Digitale Signalverarbeitung
Mikrocomputertechnik + 2 Labore
Digitaltechnik + Labor
Elektronische Schaltungen + Labor
Elektomagnetische Verträglichkeit + Labor
Informatik IV + Labor
Multimediaverfahren + Labor
Elektroniklabor + Labor
Lokale Netze und Weitverkehrsnetze
Im Hauptstudium muss ich sagen sind die Ansprüche weniger hoch, wie noch im Grundstudium. Also ich habe mich nur im Grundstudium angestellt. Im Hauptstudium sind die Noten um einiges besser.
Die Klausuren meiner Meinung nach leichter.
Aber hier gilt auch Laborberichte sind manchmal echte Zeitfresser.
Und wenn dann die Laborbericht-Termine in die Klausurzeit rutschen ist das nicht grade schön.
Praxissemester (Semester 6) (6 Monate):
Bei einem Unternehmen, wo ich mit PIC-Mikrocontrollern arbeiten konnte und der Programmiersprache C und die nötige Hardware drum herum erstellt habe und aufgebaut habe.
War echt cool.
Also Programmieranteil und Elektronikanteil, wie ich mir das vorgestellt habe.
Richtiges Technisches Produkt entwickeln.
Vertiefung (technische Informatik) (Semester 7):
Echtzeitdatenverarbeitung + Labor
Rechnerstrukturen
Schaltungsintegration (VLSI-Design) + Labor
Mikroelektronischer Systementwurf +Labor
Aufbau- und Verbindungstechnik
Technische Wahlpflichtfächer
Das letzte Semester ist die Vertiefung. An der FH gibt es u.A noch Hochfrequenztechnik und Multimedia.
Klausuren relativ leicht. Keine großen Probleme gehabt.
Semester 8: Diplomarbeit:
Bei mir im Bereich der HF Technik (komme aber aus der technischen Informatik) mit bischen technischer Informatik.
Habe auch einige Scheine noch aus der HF Technik gemacht. Ist meiner Meinung nach auch ein sehr interessantes Fachgebiet und Kenntnisse von beidem ist gar nicht so schlecht. HF heiist, Hochfrequenztechnik und aus dem Bereich lernst was über Antennen und FUnksysteme. Handyfunk, Satelitenfunk, usw. Sehr interessant, aber auch anspruchsvoller als technische Informatik, da dort nochmal andere Ersatzschaltbilder und Zusammenhänge gelten, als bei den Frequenzen in der technischen Informatik. (Obwohl sich das ja alles mitlerweile annähert, Frequenzen gehen immer höher-> HF-Anteil immer wichtiger)
Vor allem EMV (ELektromagnetische Verträglichkeit) ist nicht zu vernachlässigen. UNd Kenntnisse auf diesem Gebiet sind wichtig bei der Elektronikentwicklung.
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Also mal in eigenen Worten zusammengefasst:
Ich mochte Programmieren: Informatik + Labor beschränkt sich auf Grundlagen. Zusatzscheine wie "Problemlösungen mit Low COst Prozessoren" sind da schon praxisnaher. Mit PIC Prozessoren ne eigene Hardware gemacht und Programmiert inner Gruppe mit 3 Leuten in der FH und dann dem Prof vorgezeit usw. mit Referat etc.
C++ hab ich auch einen Schein gemacht. Man weis ja nie.
ELektronik bekommt man einige Grundlagen mit auf den Weg. Beschrängt sicht auch Transistorschaltungen, OPs etc. Dazu noch in VLSI Schaltungsdesign im µm Bereich.
VHDL und FPGAs gelernt.
Mikrocontroller generell.
Einige Bussysteme.
Digitaltechnik mit Leitungsreflexionen, Anforderung an Timings für digitale Bausteine etc.
Studienarbeit im Bereich der HF gemacht und Antennen für Sateliten designt im Zusammenarbeit mit einer großen Luft und Raumfahrtbehörde in Deutshcland. (Muss der zuständige Prof aber die Connections haben)
Diplomarbeit im Bereich RFID gemacht mit einem großen Unternehmen in München, die Geld drucken und für Sicherheit zuständig sind.
Generell alles sehr interessant, vor allem die späteren Semester.
Am ANfang alles noch sehr theoretisch. Wird mit der Zeit aber beser. Wenn man erstmal durchs Grundstudium durch ist. Die Labore waren generell sehr interessant.
Man lernt eine Menge in der Zeit.
Muss dafür aber auch was tun.
Ich habe jezt einen 2er Abschluss (Diplomarbeitsnote kommt noch) und habe nebenbei noch gejobt (3-4 mal die WOche). D.h. von 8:15 an der FH, dann bis ca 14 oder 16 uhr. Danach zum Job bis 20 oder 22 Uhr. D.h. wenn man nen Job hat ist der Tag hin und man hat danach nicht wirklich Lust noch was fürs Studium zu machen. (Laborberichte mussten natürlich schon sein)
KLausuren lernen also erst immer so 2 Wochen vor beginn der Klausurenzeit gemacht. Wenn man mehr Zeit hat (ohne Job) sollte das Studium kein Problem sein. Wenn der VOrlesungsplan mal grade gut ausfällt kann es sein, dass du mal nen Tag frei hast. Sonst hast du so bis ca 16 uhr höchstens an der FH verbracht, selten länger. Wenn die Vorelsungen gut liegen und keine Freiblöcke sind, dann hast auch manchmal um 12 frei gehabt etc. Also da konnte ich mich nicht beschweren.
Jobaussichten super. Ich gehe für den Anfang in den Bereich Entwicklung.
Kannst aber auch im Vertrieb landen, oder als Prüf oder Messingenieur arbeiten. Die meisten wollen aber wohl in die Entwicklung, weil da das meiste vom Studium "abgefragt" wird.
Je nach Unternehmen kommst als Ing. gut rum in der Welt. (Kommt auf die Position und Unternehmensgröße an).
Ist vieles Möglich. Ergibt sich dann.
Einstiegsgehälter ca 42 000 brutto pro Jahr. (mal mehr mal weniger) Steigt aber mit Berufserfahrung. 10 Jahre Erfahrung bist du evtl schon bei 60 - 70 K.
Im Nachhinein würde ich nochmal das gleich Studieren, wenn ich nochmal vor der Wahl stehen würde. Nehme mir jetzt erstmal 1-2 Monate Pause, schreibe Bewerbungen und werde dann irgendwo arbeiten. 1-2 Stellen hab ich schon sicher (von Praxissemester und Diplomarbeit), aber man weis ja nie. Vllt gefällt es einem ja besser woanders oder die zahlen mehr.
So, wenn noch Fragen sind.
EInfach ne PM, dann kann man sich evtl nochma per ICQ etc unterhalten wenn du Lust hast.
EDIT: Achja das hier gilt für FH. Bei Uni weiss ich nicht wie das da aussieht. Aber generell alles theoretischer und nicht so viel Praxis (Labore). Kein Praxissemester, wo du mal im Unternehmen arbeiten kannst. Mit Uni-Abschluss kannst leichter in die Grundlagenforschung an UNI etc. Bei FH Abschluss wird man gerne in der Industrie gesehen, also im Unternehmen arbeiten. Bezahlung in der freien Wirtschaft vergleichbar. Einige Unternehmen nehmen auch lieber FHler, weil diese mehr Praxiserfahrung haben. (Das kann auch ein gerücht sein

)
EDIT2: Du hast noch geschrieben, dass du Netzwerkadministrator etc machn willst. Dafür brauchst du nicht studieren. Dafür kannst du ne Ausbildung machen.
Was aber geht, ist an der FH wo ich studiert habe noch die Vertiefungsrichtung Multimedia und Hochfrequenztechnik. Da wird noch mehr von Netzwerken etc geleehrt. Geht über das hinaus, was ein Systeamadmin etc. wissen muss.
mfg
digow