Das hab ich doch schon gedruckt gelesen.
diese Bildungslücke müsste doch eigentlich in der Schule durch den Geschichtsunterricht abgedeckt sein, oder wird sowas gar nicht gelehrt ?
Von einer Bildungslücke kann man hier nicht reden. Es gab einfach gewisse Teilaspekte die gut waren und es noch heute sind.
Kindergärten, Ganztagesbetreung an Schulen, Recht auf Arbeit (aber auch die Pflicht dazu).
Zusätzlich gab es ja auch einen einheitlichen Lehrplan, welchen man heute vergebens sucht.
Zur Bildung, gerade was die Naturwissenschaften betrifft eignet sich folgende Begebenheit:
Zwischen den Schulen mit mathematisch-naturwissenschaftlich vertieftem Profil (*1) der DDR wurden immer in den verschiedenen Fachrichtungen Wettkämpfe ausgetragen. So gab (und gibt) es beispielsweise auch einen Mannschaftswettbewerb in Chemie.
Nach der Wende wurden zu diesem auch die Schulen aus den benachbarten (West-)Bundesländern eingeladen. Leider wollten diese nicht mehr teilnehmen, weil sie auf die Plätze verwiesen wurden.
Das Abitur mit 12Jahren war in der DDR übrigens auch "normal".
Heute werden solche Dinge einfach wieder eingeführt und als "Errungenschaften der Regierung" betitelt. Wenn man es sich aber mal genauer ansieht, dann gab es das alles schon in der DDR (und wurde, weil selbige böse war nach der Wende abgeschafft).
Diese Doppelmoral ist doch bezeichnend.
Und wenn sich jetzt alle Aufregen, dass ich das MfS noch nicht erwähnt habe, dann kommt es jetzt:
Das gab es und ein Großteil der Bevölkerung hat allerdings bis zur Wende keine negativen Erfahrungen damit. Erst nach der Wende wurde das MfS, auf welches von den Westdeutschen die DDR-Regierung reduziert wurde, als böse abgestempelt. Der Auslandsgeheimdienst, welcher seine Posten nachweißlich in BRD-Regierungen hatte, abgeschafft. Am dagegen recht "schlampig" Arbeitenden BND wurde nichts geändert, auch wurde er nicht abgeschafft (da er ja "gut" war).
Die Überwachungsmethoden des MfS werden nach knapp 20Jahren hingegen langsam wieder eingeführt, auch wenn man sie jetzt anders benennt:
Vorratsdatenspeicherung, V-Männer, die "die Linke" unterwandern, Kennzeichenscanning,
Also alle die Sachen, wo das Verfassungsgericht heute eingreifen muss.
Der "Feind" hat auch nur einen anderen Namen bekommen, so heißt er jetzt nicht mehr Kapitalismus, sondern Terrorismus.
Die auslösende Studie wurde übrigens von einem Westdeutschen initiiert und erstellt:
sz-online Studie schrieb:
Wie beurteilen die Schüler die DDR-Staatssicherheit?
Ostdeutsche Haupt- und Gesamtschüler sehen die Stasi relativ positiv: Nur etwa jeder Zweite verneint die Behauptung, das Ministerium für Staatssicherheit sei ein Geheimdienst gewesen, wie ihn auch ein demokratischer Staat hat. Manche westdeutschen, besonders bayerische Hauptschüler, bringen mit der Stasi Agentengeschichten à la James Bond in Verbindung.
Warum wird hier die beschreibung von Tatsachen als Unwahr dargestellt?
Ein Geheimdienst war die StaSi (korrekter das Ministerium für Staatssicherheit) allemal.
Dass er mit Agentengeschichten, wie James Bond in Verbindung gebracht wird, könnte an der Fernsehreihe "
Das unsichbare Visier" liegen, welche ein Gegenstück zu der James Bond-Reihe mit leicht veränderten Rollen zwischen "gut" und "böse" darstellt.
Somit zeigt sich doch deutlich, dass die Studie nicht viel mehr als Schall und Rauch ist und nicht das Papier wert ist, auf den sie gedruckt ist.
Bei Vielen kommt ist positivere Einschätzung der DDR auch durch den Jobverlust bedingt, der nach dem Überstülpen des Kapitalismus und dem Ausverkauf der VEBs durch die Treuhand auftrat. (Von 0% Arbeitslosigkeit auf 30% ist schon allerhand.)
mfg
v6ph1
*1 Heute auch in Sachsen offiziell §4a-Schule