So superlustig ist Popetown sicherlich nicht. Ich hätte es mir schon gerne um einiges härter gewünscht.
Was diese ganze alberne Debatte angeht, so kann ich nur den Spiegel zitieren, der da so wunderbar formulierte:" Viel Weihrauch um nichts."
Ich kann verstehen, dass man den Glauben religiöser Menschen nicht verhöhnen soll. Ich kann allerdings nicht verstehen, inwiefern Popetown dies überhaupt tut.
Die Kirche und die christliche Rechte wetterten, dass wir den Islam ja im Karikaturenstreit auch nicht verlachen. Wieso nun also das Christentum der Lächerlichkeit preisgeben?
Dieses Argument ist so dumm wie falsch. Als es nämlich um die Mohammed-Karikaturen ging, hätten wir dem gesamten Islam einmal vormachen können, dass es auch tolerant geht und dass man sich nicht jeden Schuh anziehen muss. Leider haben wir die Chance vertan. Nun wirken wir als christlicher Westen so, als ob wir den Islam verlachen können (Karikaturenstreit) und selber keinen Spaß verstehen.
Bei der gesamten Aktion der Kirche und der Politiker musste ich unweigerlich an Umberto Ecos "Der Name der Rose" denken, in dem es in einem mittelalterlichen Kloster darum ging, dass beim Aufdecken sonderbarer Todesfälle ein Buch mit vergifteten Seiten ins Spiel kam. Der Abt des Kloster hielt dieses Buch für so gefährlich, dass er die Leute, welche es gelesen hatten lieber tot als lebendig sah. Es handelte sich um ein Buch von Aristoteles über die Komödie. Da lachen immer etwas Subversives an sich hat und seit jeher eine Gefahr für die Mächtigen darstellte, empfand er ein Buch über die Komödie als Bedrohung für die Kirche.
Hinter unserer aufgeklärten Fassade sitzen wir irgendwo immer noch im finsteren Mittelalter fest.
Und das alles wegen dieser albernen und unwitzigen Zeichentrickserie. Dabei haben sie auch noch beste Werbung für MTV gemacht. Peinlich, peinlich...
Viele Grüße
Krabat