Nicht doch, Konradin, ich weiß Deine Kommentare sonst durchaus zu schätzen

…wie Du vielleicht überlesen hattest, habe ich absichtlich dazu geschrieben, dass mir gerade die Zeit fehlt, entsprechende Studien aus dem ff zu zitieren…ich diese jedoch evtl. nachreichen werde, sobald ich die Zeit habe!
Vielleicht hilft es aber auch, das „Straßenverständnis“ von körperlicher Abhängigkeit auf die Schnelle von der richtigen, klinischen Definition zu trennen…so wird es einfacher, auf einer Ebene zu diskutieren (wenn das jemand nachlesen möchte…DSM4 oder ICD10 ausleihen, anschauen!).
Grundsätzlich versteht man unter einer körperlichen Abhängigkeit nämlich nicht einen extremen körperlichen Zustand wie bspw. beim Heroin, sondern nur, dass beim Absetzen der Substanzen Entzugserscheinungen irgendeiner Art auftreten. Hierbei sind Entzugserscheinung definiert als die der Substanz normalerweise zugehörigen
Abstinenzerscheinungen oder als Verhalten, dass sich darin äußert, die gleiche oder eine ähnlich wirkende Substanz zu konsumieren, um so den Entzugserscheinungen abzuhelfen bzw. vorzubeugen. Häufige Entzugssymptome bei chronischen Kiffern sind:
• Extreme
Schlafprobleme (eigentlich immer!!) und wirre Träume
• Durchfall,
Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
• Fast immer
Depressionen (Veränderung des Neurotransmitterhaushalts)
• Aggressivität
• Nervosität, Unruhe
• Muskelzittern, Schwitzen, erhöhte Temperatur
• verminderter Appetit
• Kopfschmerzen
Ein zweiter Punkt ist, dass es bei einer körperlichen Abhängigkeit zu
Toleranzentwicklungen kommt. Das heißt in diesem Fall, dass trotz Einnahme einer gleichbleibenden Substanzmenge ein herabgesetzter Effekt eintritt (und beides genannte, die Entzugserscheinungen und die Toleranzentwicklung, trifft auf alle chronischen Kiffer zu, denen ich je begegnet bin, und das sind wesentlich mehr als nur ein ganzer A*** voll

)
Per Definition ruft Cannabis also, auch
entgegen der immer wieder gern behaupteten These es sei nicht so, bei regelmäßigem Konsum definitiv eine körperliche Abhängigkeit aus, da alle Kriterien für eine körperliche Abhängigkeit erfüllt sind. Wenn man nun die bei einem Großteil der Konsumenten auftretenden Langzeitfolgen vom regelmäßigen Kiffen dazu nimmt, also Flegmatik, Reaktionsverminderung, Konzentrationsstörungen uvm., dann sind wir tatsächlich schon bei einer wirklich relevanten Kritik an einer Legalisierung angelangt…und das von mir schon oben geschilderte Problem eines Zusammenhangs mit der Schizophrenie wurde gar nicht beachtet.
Weiter?
Viele Langzeitkiffer müssen nach der Entwöhnung auch eine Psychotherapie aufsuchen, da der Verlust einiger Jahre, in denen man durchaus flegmatisch durchs Leben rennt, für jeden eine Belastung darstellen kann. Mir ist klar, dass jeder Kiffer unter Euch was anderes behaupten wird und der Meinung sein wird, dass das nur angelesenes Wissen sei. Aber glaubt mir, das ist es nicht, ich habe jeden Tag mit solchen Leuten zu tun. Merkt man aber erst, wenn man irgendwann damit aufhört.
Weiter?
Potentielle körperliche Auswirkungen sind bei chronischem Missbrauch
allem voran (wie beim Rauchen, nur um einiges potentierter) Beeinträchtigungen des Lungen-Bronchialsystems (Bronchitis, Entzündungen und Veränderungen von Nasen-, Rachen- und anderen Schleimhäuten, Verengungen, Trombosen, Störungen und unspezifische Hyperaktivitäten der Atemwege, Abnormalitäten in der Bronchialwand und Lungenkrebs.
Man muss sich bei der Frage um eine Legalisierung auch folgendes überlegen: Das alleinige Rauchen von Cannabis hat bei jedem Konsumenten einzig das Ziel, breit zu werden, man raucht weder wegen des Geschmacks noch aus irgendwelchen anderen „normalen“ Gründen…daher ist der Vergleich mit Alkohol erneut falsch. Eine Sedierung oder Einschränkung der Wahrnehmung findet offiziell nirgends Akzeptanz (und kommt mir nicht mit der gängigen Sauferei am WE, das weiß ich sehr wohl^^), ich rede nur von Offiziell. Nicht jeder, der ein Bier trinkt, ist besoffen...aber jeder, der kifft, ist breit.
Daher nochmals meine schon oben genannte Meinung: Cannabis hat sehr, sehr viele Vorteile in den verschiedensten Anwendungsbereichen (Medizin, Verarbeitungsmaterialien uvm.) und sollte hierbei tatsächlich größere Popularität besitzen. Daher ist es auch viel zu schade, das Pflänzchen einfach abzufackeln...wobei das inhalieren jeglicher Art auch viele schlechte Seiten hat. Mal einen rauchen? Macht doch! Es gibt tatsächlich gefährlicheres

Aber diejenigen, die nach einer Legalisierung rufen, werden warhscheinlich größeren Teils sehr häufig konsumieren. und das ist einfach nich wirklich empfehlenswert! Ich sehe keinen Vorteil in der Legalisierung von Cannabis und der freien Verfügbarkeit in Headshops oder sonstwo. Die Gefahr wesentlich mehr Konsumenten (allem voran jüngeren Konsumenten) wäre gesteigert (wer das leugnet sollte einen neuen Thread aufmachen und den Begriff Konsumgesellschaft erörtern..ich denke ein Großteil von Euch wird mir recht geben). Wo wäre also der Vorteil?