Panokratie - Was haltet ihr davon? Kritik?

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Toni_Almeida

Well-known member
Hi,

Wollte euch mal fragen, was ihr von der Panokratie haltet? Kritik?

Kurze Zusammenfassung. Was ist Panokratie?

In dem Text „Was ist Panokratie“ geht es um eine „moderne und hochkomplexe“ Gesellschaftsform, in der es keine Herrscher, keine Beherrschten, keine Gesetze, keine Justizbehörden und kein Geld gibt.
Die Menschen leben in sogenannten „Moyzellen“ zusammen, eine Mischung aus Familie, Clique und WG. Eine Moyzelle besteht aus ca. 15-50 Personen. 50 Moyzellen schließen sich zur nächsthöheren Subsidiarzelle, der Poyzelle zusammen. Wiederum 15-50 Poyzellen schließen sich zu einer Fayzelle zusammen und so geht es immer weiter nach oben, bis alle Menschen erfasst sind. Die jeweils höchste Subsidiarzelle stellt „Tjo“ dar.

Durch diese Verschachtelung soll die Gewalt auf alle Personen gleichmäßig verteilt werden, da es keine konzentrierte Macht mehr gibt (z.B. Polizei). Man versucht so die Bildung einer neuen Hierarchie zu verhindern. Das wird erreicht indem jeder einzelne auf sich selbst und auf die Rechte und Freiheiten der ihn Umgebenden aufpasst. Da es in der Panokratie kein Geld mehr gibt, wird es auch keine Verbrechen mehr geben.

Jeder Mensch arbeitet aus freien Willen nach seinen eigenen Fähigkeiten und Wünschen und verschenkt danach seine Güter bzw. Dienstleistungen an die übrigen Mitbewohner.
Aufgrund der Verschachtelung Tjo´s stehen alle Güter und Maschinen allen Moyzellisten gleichzeitig zur Verfügung. Daraus resultiert, dass die Wirtschaftsform um vieles wirtschaftlicher und effektiver sein wird. Es werden außerdem durch die Gemeinschaftsnutzung viel weniger Güter benötigt. Wichtige Entscheidungen werden mittels modernster Technik per Volksabstimmung getroffen.
 
Hallo!

Wo gibt es denn das Spiel auszuprobieren?

edit: Achso - meine Meinung: ich halte gar nichts davon!
 
endlich mal jemand der sich bemüht hat Anarchie mit Kommunismus zu vereinen :D
 
Grundzüge der Panokratie

Panokratie ist eine konstruktive Utopie, die vom Darmstädter Diplom-Informatiker Tobias "Blubb" Breiner in seinem gleichnamigen Buch vorgestellt wird. Es handelt sich dabei um ein im wesentlichen anarchistisches Gesellschaftsmodell, das versucht, viele für gewöhnlich offene Fragen modellhaft zu beantworten. Wichtige Aspekte der Konkretisierung sind

* Aufgliederung in Subsidiarzellen
* direkte Demokratie, mit elektronischer Unterstützung
* Kompetenzprüfungen für Entscheidungen auf höherer Ebene
* Individualwacht als konkrete Form der direkten Aktion
* Schenkwirtschaft als Alternative zur kapitalistischen Wirtschaftsform

Ein weiterer bedeutender Aspekt ist, daß Panokratie auch in Hybridrealisierung möglich ist, also ein Aufbau panokratischer Gesellschaftsstrukturen innerhalb der heute bestehenden Gesellschaft prinzipiell möglich und legal ist.


Die Betonung liegt auf "Utopie". Beachte die Strukturen des nicht unwesentlichen Faktors Mensch.

Gruß
 
Da es in der Panokratie kein Geld mehr gibt, wird es auch keine Verbrechen mehr geben.
Ach, ohne Geld kein Verbrechen? Es wird als z.B. keine Vergewaltigungen mehr geben, weil man dem Opfer nicht noch zusätzlich Geld abnehmen kann und Morde gibt es ohnehin bisher nur des lieben Geldes wegen? Sorry, aber die Begründung, es gäbe ohne Geld keine Verbrechen mehr ist mehr als obsolet.

Aber auch die Eigentumsfrage an sich scheint wenig konsequent gelöst zu sein. Entweder gibt es kein (oder nur sehr eingeschränkt) Privateigentum. Wenn alles der Allgemeinheit gehört und nichts von Wert (außer vielleicht einigen wenigen persönlichen Dingen) dem Einzelnen, dann muß es auch kein Geld als Tauschmittel geben, denn es gibt nichts zu tauschen.

So scheint es aber nicht zu sein, denn du redest von '...und verschenkt danach seine Güter...'. Dies hört sich so an, als wenn man durch Einsatz von Dienstleistungen (also seiner Arbeit) zwar kein Geld, dafür aber Güter bekommt, welche man anschließend gleich wieder sozialisiert. In meinen Augen ist dies Unsinn. Man schafft Privilegien, darf sie aber nicht nutzen. Wozu braucht man sie dann? Man spielt auch nicht Lotto, um den Gewinn anschließend gleich wieder abzugeben.

Aber so wie du es beschreibst gibt es durchaus auch Geld, nur nennt es sich anders. Denn man kann Güter anschließend nur weggeben, wenn man sie hat. Wenn man sie aber sozusagen als Entgelt für geleistete Arbeit bekommen hat (auch wenn man sie anschließend wieder zurückgibt) dann entsprechen genau diese Güter dem Geld. Gäbe es kein Geld, dann gäbe es anschließend auch nichts mehr zurückzugeben.
 
Da es in der Panokratie kein Geld mehr gibt, wird es auch keine Verbrechen mehr geben.

Das glaubst Du doch wohl selbst nicht, oder? In einem solchen (nicht durch eine Judikative, Legislative und Exekutive geschützten) "System" wären Gewalt und Willkür Tür und Tor geöffnet und daher an der Tagesordnung.

Vermutlich würde sich daraus quasi automatisch eine Diktatur oder Feudalherrschaft entwickeln und dann ginge, nach Verlust vieler Menschenleben in einer Revolution, der ganze Zirkus von neuem los.

Daher meine Antwort: GAR NICHTS!
 
... in der es keine Herrscher, keine Beherrschten, keine Gesetze, keine Justizbehörden und kein Geld gibt.
Die Menschen leben in sogenannten „Moyzellen“ zusammen, eine Mischung aus Familie, Clique und WG. Eine Moyzelle besteht aus ca. 15-50 Personen. 50 Moyzellen schließen sich zur nächsthöheren Subsidiarzelle, der Poyzelle zusammen. Wiederum 15-50 Poyzellen schließen sich zu einer Fayzelle zusammen und so geht es immer weiter nach oben ...

Und da haben wir es wieder. Der Mensch ist auf Macht aus. Genau in diesem System spiegelt sich eigentlich wieder, das die Menschen beherrscht werden. Die nächst höhere Zelle gibt den unteren wieder etwas vor bzw. die Clique schon den Personen in der Gruppe.

Auch auf das Thema „Verbrechen gibt es nicht, wenn es kein Geld gibt“ zurück zu kommen: Der Mensch müsste schon komplett umprogrammiert werden, damit der Wunsch nach Macht, Ansehen und Haben wegfallen und wirklich nur gelebt werden kann.
 
Kommunismus klingt in der Theorie ähnlich gut, scheitert aber stets an der menschlichen Natur.
Ohne Anreize keine Effizienz. Konradin hat einige Punkte schon gut erläutert.
 
geht gar nicht....
ich denke alle Menschen brauchen irgendwo einen "Papa" der Ihnen in verschiedenen Situationen sagt wo es langeht.
Sei es mit Gesetzen, Regeln oder ähnliches.

Auch bei der Panokratie gibt es höhere Ebenen.. also irgendwo einen der ganz oben steht und das "sagen" hat.
Gott
Allah
Manitu
Bundeskanzler
President
Panokrat ??
 
....irgendwie ist die sog. panokratie doch ein widerspruch in sich: Es soll freiheit suggeriert werden, aber andererseits soll es feste organisationsstrukturen geben (z.b. die sog. moyzellen). Also was jetzt.... freie lebensform oder anders strukturierte repressive gesellschaftsform?

IMHO ist die panokratie ein weiterer beitrag in der liste der utopischen gesellschaftsformen.....
 
"... demnächst in Ihrem Kino!"

Neee, also da bleibe ich lieber bei dem aktuellen System.

Außerdem wärs auch irgendwie langweilig ... so ganz ohne die Bösewichte.
 
Unmöglich! Menschen sind auch nur Tiere, denen es nur ums Überleben geht.
Ohne Gesetze und ohne Führung geht es doch nur ums fressen oder gefressen werden. Menschen in einer Panokratie würden sich solange bekämpfen und gegenseitig töten, bis nur noch die Stärksten übrig bleiben. Das ist Natur! Die Stärksten setzen sich durch und die Schwachen gehen ein!

Durch diese Verschachtelung soll die Gewalt auf alle Personen gleichmäßig verteilt werden, da es keine konzentrierte Macht mehr gibt
Blödsinn! Es werden sich immer unterschiedliche Gesellschaften bilden. Früher oder später haben die Stärksten das sagen. Das liegt in der Natur des Menschen!

Jeder Mensch arbeitet aus freien Willen nach seinen eigenen Fähigkeiten und Wünschen und verschenkt danach seine Güter bzw. Dienstleistungen an die übrigen Mitbewohner.
Und was machen dann die Kranken, Schwachen oder Behinderten? Die können nichts zur Gesellschaft oder zum Überleben beitragen. Die wären die Ersten, die in so einem Panokratie-System auf der Strecke bleiben!
 
Hi,

Wollte euch mal fragen, was ihr von der Panokratie haltet? Kritik?

In der Theorie - super.


In der Praxis - wird niemals funktionieren.

Jeder Mensch arbeitet aus freien Willen nach seinen eigenen Fähigkeiten und Wünschen und verschenkt danach seine Güter bzw. Dienstleistungen an die übrigen Mitbewohner.

Da hapert's schon.


Das klappt schon kaum in der kleinsten jetzigen Zelle, der Familie. Das klappt niemals in größeren und willkürlich zusammengewürfelten Gruppen.


Das funktioniert niemals mit Menschen. Du kannst das aber sehr gut als Computerspiel programmieren. :D


Dafür sind wir noch zu sehr "Urmensch". So weit ist die Evolution noch nicht gekommen.
 
Durch diese Verschachtelung soll die Gewalt auf alle Personen gleichmäßig verteilt werden, da es keine konzentrierte Macht mehr gibt (z.B. Polizei). Man versucht so die Bildung einer neuen Hierarchie zu verhindern. Das wird erreicht indem jeder einzelne auf sich selbst und auf die Rechte und Freiheiten der ihn Umgebenden aufpasst.
Schon mal was von "Rechtssicherheit" gehört? Wie soll die durchgesetzt werden?

Da es in der Panokratie kein Geld mehr gibt, wird es auch keine Verbrechen mehr geben.
Dieser Satz sagt eigentlich schon genug darüber, wie katastrophal neben der Realität deine Analyse der bürgerlich-kapitalistischen Welt sein muss.

Ansonsten ist es erschreckend, dass es tatsächliche Menschen gibt, die ihre Zeit damit verschwenden, über Panokratie nachzudenken.
 
[...]Ansonsten ist es erschreckend, dass es tatsächliche Menschen gibt, die ihre Zeit damit verschwenden, über Panokratie nachzudenken.

In wie fern erschreckend Hero? weil wir einfach zu zivilisiert, hab.- u. macht gierig und evtl.. vielleicht dazu noch spießig sind ?

Bei einer Gesellschaft wie jetzt herrscht, kann ich mir leicht und ohne erschrecken vorstellen ein Panokratist zu sein, erschreckend ist nicht der Gedanke und die verschwendete zeit, sondern eher der die sogenannte Zivilisierte Welt.
Schau dir die Ureinwohner im Dschungel an, brauchen die Geld,Gesetze bzw. Polizei, ja sie haben vielleicht einen Oberhaupt, aber was sie machen (Arbeit, Jagen etc.) machen sie für ihr eigenes wohl, ohne Gegenleistung.

Von daher finde ich den Gedanken an Panokratie auch gut, aber bei unsere jetzigen Gesellschaft nicht realisierbar, den wir Zivilisierten brauchen die Gesetze, die wir auch selbst erschafft haben ;)

Und zu dem übertriebenen Beispiel (wiedereinmal :rolleyes:) Vergewaltigung:

Vergewaltigung muss nicht Geldes wegen sein, denn vergewaltigte Kinder haben wohl kaum ein paar Euro dabei, die sie ihren Peiniger mitgeben können, Vergewaltiger sind perverse und leider kommt dieses oft in der zivilisierten Gesellschaft vor.
 
Und zu dem übertriebenen Beispiel (wiedereinmal :rolleyes:) Vergewaltigung:

Es geht nicht (nur) um Vergewaltigung, sondern um die Dämonisierung des Geldes, wenn man alle als negativ Empfundenen Auswirkungen der (westlichen) Gesellschaft auf das Geld und damit auf die Vermittlung im Kapitalismus (Du tust ja auch gerade so, als ob Geld die einzige Erscheinungsform von kapitalistischen Sachzwängen wäre) projektiert, kann da eigentlich nur Schwachsinn raus kommen.

Schau dir die Ureinwohner im Dschungel an, brauchen die Geld,Gesetze bzw. Polizei,
Ganz schlechtes Beispiel.
Und nein, ich will nicht wie die Ureinwohner im Dschungel leben, nicht mal annähernd.

Erschreckend ist, dass die Sehnsucht nach der negativen Aufhebung der Zivilisation inzwischen so groß ist, dass Menschen lieber über Panokratie sinnieren, als ins Kino zu gehen/ein gutes Buch zu lesen/ Sport zu machen/whatever.
 
Der Mensch müsste schon komplett umprogrammiert werden, damit der Wunsch nach Macht, Ansehen und Haben wegfallen und wirklich nur gelebt werden kann.

Leben ist Macht.
Nur darum geht es.
Jedes Lebewesen ist darauf aus, sein Erbgut weiterzugeben.
Und das gelingt halt am besten, wenn man seinen Konkurrenten überlegen ist. Wie auch immer.

... und deshalb wird so etwas wie "Panokratie" niemals funktionieren.

Wenn ich etwas "verschenke", was ich mir hart erarbeitet habe, schwäche ich mich damit selbst.
... und kommt mir jetzt nicht mit Altruismus ;-)

Bevor alle über mich in Claudia-Roth-Manier herfallen - das ist eine ganz rationale biologische Sichtweise.
Ich schenke meinen Kindern natürlich was zu Weihnachten ;-)
 
HansHenning schrieb:
Wenn ich etwas "verschenke", was ich mir hart erarbeitet habe, schwäche ich mich damit selbst.
... und kommt mir jetzt nicht mit Altruismus ;-)
...aber mit Sozialdarwinismus. Für dich mag das gesagte zwar stimmen, aber stell dir in einer ruhigen Minute einmal vor, wie die Welt wäre, wenn man alle Menschen sich selbst überlassen und niemandem mehr helfen würde. Wahrscheinlich wäre die Menschheit längst ausgestorben, denn die Weitergabe des eigenen Erbguts unter seinesgleichen reicht auf Dauer zu Überlegen der eigenen Spezies nicht.

Die Spitze dieser Pyramide, die nie etwas zu verschenken hatte und sich ihre Position hat hart erarbeiten lassen ist allein gar nicht lebensfähig. Es mag sein, daß eine gewisse selbsternannte 'Elite' in der Lage ist, den Bau von Städten zu planen, aber sie ist nicht in der Lage, sie auch selbst zu bauen, geschweige denn, sich ohne die Mitwirkung der anderen selbst zu ernähren.

In einer Ellbogengesellschaft setzt man sich unter Einsatz genau dieser durch, den Karren zieht man damit jedoch nicht aus dem Dreck. Es ist wie beim Fussball. Eine Mannschaft 'hart arbeitender' Durchsetzungs-Fanatiker hat zwar (formal gesehen) die besseren Spieler, aber als Mannschaft geht sie unter.

Die Geschichte der Zivilisation lehrt uns, daß uns ein Miteinander weiter bringt als der plumpe Gen-Egosimus, denn nur gemeinsam sind wir stark.
 
Um ein Zitat aus Republic Commando zu bringen,alleine seid ihr nur ein finger ,aber zusammen seid ihr eine faust ;)

Und zum Thema:
Dieses Modell klingt ähnlich "schön" wie Kommunismus,nur müsste der Mensch komplett "umerzogen" werden,das kann es nur geben wenn jemand die Weltherrschaft hat.
Außerdem sind die biologischen Veranlagungen des Menschen nicht zu vergessen
 
Für dich mag das gesagte zwar stimmen [...]

Es stimmt eben nicht für mich.
Aber für "die Menschen" allgemein.

"Homo homini lupus"
Homo homini lupus ? Wikipedia

Ob es uns nun passt oder nicht.

Um bei Deinem Fußball-Beispiel zu bleiben: was ist denn wohl der Sinn der Mannschaft, wenn nicht überlegener zu sein als andere ...

Zum Thema:
und genau darum wird auch so eine Utopie immer ein Utopie bleiben.
Genauso wie friedliche / harmonische Koexistenz vieler Völkergruppen... ;-)
 
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