Musikindustrie greift nach Verbindungsdaten

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recon

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Kaum rückt die Vorratsdatenspeicherung in greifbare Nähe, melden sich neue Interessenten, die nur zu gerne auf die gespeicherten Verbindungsdaten zurückgreifen würden. Ursprünglich ausschließlich zur Terrorismusbekämpfung von der Europäischen Union auf den Weg gebracht, ist bei der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung bereits gesetzlich festgelegt, dass die Daten auch bei "schweren Straftaten" von Polizei und Geheimdiensten herangezogen werden dürfen. Vorausgesetzt ein Richter erlaubt den Behörden, in den Datenbergen zu wühlen.

Segen für Musikindustrie

Warum die gesammelten Daten nicht auch zur schnellen und einfachen Verfolgung von Tauschbörsennutzern einsetzen? Für die Dachverbände der Deutschen Phonoindustrie wäre dies ein Segen. Denn die Verfolgung der Tauschbörsennutzer ist technisch schwierig und wer sich auskennt, ist so leicht nicht zu erwischen. Die Musikindustrie hofft nun, einen Vorteil aus der Massenspeicherung ziehen zu können und begrüßt die jüngste Forderung des Bundesrats, die Internet-Verbindungsdaten auch für zivilrechtliche Verfahren zu speichern.

Im aktuellen Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ist dies allerdings nicht vorgesehen. "Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf ist ein Freibrief für Internet-Piraterie", beklagte der Vorsitzende der Deutschen Phonoverbände Michael Haentjes. Aus Datenschutz werde Täterschutz. Rückendeckung bekommt die Musikindustrie dabei vom Bundesrat. Der Rat monierte in seiner jüngsten Stellungnahme, der im Gesetzentwurf vorgesehene zivilrechtliche Auskunftsanspruch gegenüber Internetprovidern würde "leerlaufen". Haentjes betonte, dass allein in Deutschland im vergangenen Jahr 374 Millionen Musikstücke illegal aus dem Internet heruntergeladen wurden. Damit kommen auf einen legal gekauften Song rund 14 illegale.

Höchst problematisch

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) appellierte indes an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, sich den vom Bundesrat geforderten Gesetzesverschärfungen zu verweigern. Die Einführung einer verdachtsunabhängigen und flächendeckenden Speicherung aller Verkehrsdaten der Kommunikation sei an sich schon verfassungsrechtlich höchst problematisch. "Diese sensiblen persönlichen Daten auch an Privatpersonen herauszugeben, wenn diese Urheberrechtsverletzungen verfolgen, geht zu weit", kritisierte Oliver Süme, eco-Vorstand Recht und Regulierung. Nur Strafverfolgungsbehörden dürften Zugriff bekommen, und auch das nur zum Zweck der Aufklärung von gravierenden Straftaten.

Ein halbes Jahr lang sollen künftig Internet- und Telefondaten von den Anbietern gespeichert werden, darunter auch E-Mails und SMS. Gesprächsinhalte sind zwar weiter tabu, es wird aber eine Ortung der Anrufer zu Beginn des Telefonats erfolgen. Bislang mussten die Telekommunikationsanbieter die Verbindungsdaten unverzüglich nach Beenden eines Gesprächs wieder löschen. Die einzige Ausnahme bildeten Abrechnungszwecke.

schon werden begehrlichkeiten geweckt..:rolleyes:
 
hallo !!

wenn das G. Orwell bloss erleben könnte......

mfg pupsi
 
Hmm, finde es eigentlich schon unverschämt genug, dass der Staat in privaten Angelegenheiten rumschnüffelt :mad:
Aber ich wette, dass es nurnoch eine Frage der Zeit ist, bis jeder zu privaten Daten zugriff hat.
 
jaja und dann wollten die spinner noch den trojaner rausbringen, der ja auch "nur" für anti-terroristische zwecke wäre.

man kann sich nur aufregen über so ein scheiss
 
wenn das G. Orwell bloss erleben könnte......
reicht doch das wir das mitbekommen :D
wer issen das überhaupt?!


Aber ich wette, dass es nurnoch eine Frage der Zeit ist, bis jeder zu privaten Daten zugriff hat.
genauso sehe ich das auch, die warten doch nurnoch auf den start schuss,
und dann sehen wir alt aus.


Gru? eNx'
 
Georg Orwell

Er zählt heute zu den bedeutendsten Schriftstellern der englischen Literatur. Orwell benutzte zeitweise auch das Pseudonym H. Lewis Always.

Politische Haltung [Bearbeiten]George Orwell war bekennender Sozialist. Seine Erfahrungen in Burma, die eine starke Abneigung gegen den Imperialismus zur Folge hatten, und sein zeitweiliges Leben in finanzieller Not prägten ihn sehr stark. In seinem Essay Why I Write (1947) stellt er alle seine Werke ab 1936 in direkten Zusammenhang mit seiner Überzeugung für den Sozialismus und seinen Kampf gegen Totalitarismus.

Die Art von Sozialismus, die George Orwell dabei unterstützt, unterscheidet sich grundlegend von den damals gängigen realsozialistischen Regimen wie der UdSSR, die er in seinen Werken verurteilt. Der „demokratische Sozialismus“ sei laut Orwell die einzig zukunftsträchtige Staatsform. Wichtig sind für ihn hierbei der Gedanke eines geeinten Europas und ein Ende des Imperialismus.

Quelle


Das ist auf den Punkt gebracht, pupsi. Der gläserne Mensch.....
 
ich weis schon warum ich keine webcam will... xD ... sonst schauen die mir nachher noch zu wie ich andere dinge in meiner wohnung mache... .-. ... also ehrlich... müsst man mal durchsetzen das das speichern hausfriedensbruch ist... oder ... wie war das noch gleich? verletzung des postgeheimnisses? ich mein, die post darf ja meine briefe auch nicht erst mal kopieren und zur sicherheit irgendwo ablagern... .-.
 
@ locutus: Wirst lachen, aber die Polizei kann das tatsächlich ^^ Ist schon oft vorgekommen, dass sie die Wohnung, die sie im nächsten Augenblick stürmen vorher mit der Webcam des Betroffenen angeguckt haben, bzw. auch alles mitgehört haben.

@ News: Nichts neues. Die Industrie wird, das garantiere ich jetzt schonmal, Zugruff auf die Daten bekommen. Die heulen und schmieren mit ihren Lobbyisten so lange, bis es klappt. Und dann wird weiter ausgesaugt.
Was glaubt ihr denn wozu die Überwachung da draußen dient... 1. Geld 2. Macht. Geld für die Industrie, Macht für die Regierung ;) Jeder mit einer kleinen Portion Intelligenz hat nach 2 Sekunden nachdenken rausgefunden, dass Vorratsdatenspeicherrung und Co. nicht, kein Stück, vor "Terrorismus" schützen. Wenn ich eine Bombe hochgehen lassen will... Glaubt ihr ich besorg mir die Anleitung im Internet ? Oder die Teile ? Und wenn ich tatsächlich so doof wäre mich mit meinem tollen Freund im Orient über das Internet zu bequatschen, wo ich denn wann welche Tat durchführe, anstatt mich mit ihm persönlich zu treffen, dann bin ich immernoch schlau genug gute Verschlüsselungen anzuwenden, die die Polizei in ihrem Leben nicht mehr geknackt bekommt.
Würd ja lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
 
Mal wieder ein dickesTHX, recon :)
für die neusten 'erfreulichen' Nachrichten ;)

Mal zukünftig sehen,
wer sich noch so in good, old Germany um
Datenschut, das Grundgesetz bzw. weitere 'freihaltliche Grundrechte
'nen feuchten Dreck schert :flag:

Ich kann da jeladeen - nicht nur auf terroristische Themen bezogen - nur zustimmen....
vllt. sollte man zukünftig nur noch überall gecrypted posten :rolleyes:
denn so offen, wie jetzt überall der freizeitlich, demographische Überwachungsstaat propagiert wird....
ist Orwell's Horrorszenario wohl nicht mehr allzu fern :mad:
 
Hallo Leute!


Zu dem Thema habe ich vor ein paar Wochen mal einen interessanten Artikel gefunden zum Thema der Auswertung der bereits heute gespeicherten Datenmengen mit heutigen Mitteln.

Das Zitat trifft's eigentlich ganz gut:

"Die Politiker scheinen mitunter noch wesentlich weniger zu kapieren, wie die Technik funktioniert [als die Polizei], daher sind die Gesetze oft so lächerlich weltfremd."
Quelle


Und dieses hier fand ich richtig goldig. Es soll jetzt auf keinen Fall die Datensammelwut gutheißen oder relativieren, denn es spiegelt nur den aktuellen Stand der Ermittlungstechnik wider. Grob gesagt geht es um das Rausrücken von gespeicherten Daten bei einem Internetanbieter.

"Einmal hatte ich [Angestellter eines großen dt. Internetanbieters] so einen richtig scharfen Hund von Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, der sagte, ich solle mit dem Hinhaltekram aufhören und ob ich wisse, welche Folgen es für unsere Firma haben könnte, wenn ich trotz richterlicher Anweisung nicht kooperiere. (Das passiert selten, die meisten Polizisten/Richter etc. sind durchaus nachdenklich und wissen, daß sie keine Ahnung vom Thema haben.) Ich solle nun bitte die verlangten Daten durchfaxen und ihm die Ausflüchte und „ja aber“ ersparen, es entstünde der Eindruck, ich wolle Kriminelle decken.

Gut.
Habe ich dann gemacht.

Nach ca. 150 Faxseiten rief er an und fragte, wieviel noch kommen. Mußte ich ihm antworten: Noch etwa 420.000 Seiten und ich könnte jetzt nicht weiter mit ihm telefonieren, ich muß die nächste Sackkarre voll bedrucktem Papier zum Faxgerät schieben. Aufgelegt.

Bei Seite 200 ist sein Fax nicht mehr rangegangen. Ich habe als pflichtbewußter Bürger natürlich noch vier Tage lang versucht, die Sachen durchzufaxen und auch noch rund 60 Blatt durchbekommen."

Quelle


420.000 Seiten, das finde ich spitze :D Viel Spaß beim Durchsuchen. Erst einem vorwerfen die Ermittlungsarbeiten behindern zu wollen, und dann die angeforderten Daten nicht abnehmen.


Lieben Gruß,
Linda


PS: Die Links dürften i.O. sein oder, liebe Mods. Ist ja kein Board, auf das verlinkt wird.
 
Nach ca. 150 Faxseiten rief er an und fragte, wieviel noch kommen. Mußte ich ihm antworten: Noch etwa 420.000 Seiten und ich könnte jetzt nicht weiter mit ihm telefonieren, ich muß die nächste Sackkarre voll bedrucktem Papier zum Faxgerät schieben. Aufgelegt.

Bei Seite 200 ist sein Fax nicht mehr rangegangen. Ich habe als pflichtbewußter Bürger natürlich noch vier Tage lang versucht, die Sachen durchzufaxen und auch noch rund 60 Blatt durchbekommen."[/I]
Quelle

hach, das ist ja genial :weg:
 
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