Mitarbeiterbrief an den Telekomvorstand schlägt Wellen!

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LongbowArcher

Mitarbeiterbrief an den Telekomvorstand schlägt Wellen!

Hier erst einmal die Linsk zu dem Brief, den ein Mitarbeiter der Telekom an die höchsten Stellen im Konzern geschrieben hat und dafür seid Tagen mit Glückwunsch Emails aus allen Sparten der Telekom bombadiert wird:

Teil1:
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12424553&forum_id=114292

Teil2:
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12424602&forum_id=114292



Er ahnte nicht, dass er so vielen aus dem Herzen sprach: Ein Berliner T-Com-Mitarbeiter hat sich in einer Mail an den Vorstand seinen Frust über Jobabbau und Managementchaos vom Leib geschrieben. Nun feiern Kollegen seinen Mut - und der Brief wird im Konzern weitergemailt wie ein Manifest.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,472838,00.html
 
Telekom-Chef reagiert auf Mitarbeiter-Brandbrief

Einen solchen Fall hat es in einem deutschen Großkonzern wohl noch nicht gegeben: Die Protest-Mail eines Telekom-Mitarbeiters brachte den Frust der Kollegen so gut auf den Punkt, dass sie sich verbreitete wie ein Kettenbrief. Jetzt sah sich Vorstandschef Obermann persönlich zur Antwort veranlasst.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,473075,00.html



Keiner eine Meinung dazu?
 
Interessante Geschichte. Aber ob dieser Brief letztendlich was bewirken wird? Natürlich gut das dieser Mitarbeiter so einen Brief geschrieben hat und das sich so viele andere Mitarbeiter damit indentifizieren können. Auch gut das das an die Öffentlichkeit gekommen ist, so ist es schwerer diesen "Vorfall" zu verbergen. Aber erfahrungsgemäß wird die T-Com trotzdem ihrem Spar-Plan treu bleiben und ihre geplante Kürzung der Stellen durchsetzten. Es ist traurig zu beobachten wie viele Firmen inzwischen sinnlos Stellen Streichen etc... nur um mehr Profit zu machen ohne irgenteine andere Lösung in Erwägung zu ziehen. Aber das wird leider so bleiben da wir in einer Zeit leben wo jeder zuerst an sich selber denkt, danach an sein Auto und unter Gewissen Umständen auch mal an jemanden anderen... An sowas kann man gut sehen das die Arbeitslosigkeit gar nicht weniger werden kann, auch wenn das offizielle Zahlen belegen.

Mfg

Rebound
 
Hier die Antwort:

Telekom-Chef reagiert auf Mitarbeiter-Brandbrief

Einen solchen Fall hat es in einem deutschen Großkonzern wohl noch nicht gegeben: Die Protest-Mail eines Telekom-Mitarbeiters brachte den Frust der Kollegen so gut auf den Punkt, dass sie sich verbreitete wie ein Kettenbrief. Jetzt sah sich Vorstandschef Obermann persönlich zur Antwort veranlasst.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,473075,00.html

Der Link zum Brief:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,473093,00.html

21. März 2007

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

über die neue Strategie und die daraus abgeleiteten Maßnahmen wurde in den vergangenen Wochen sehr intensiv diskutiert. Nicht zuletzt macht sich das bemerkbar in den zahlreichen kritischen Mails, die meine Vorstandskollegen und ich erhalten haben. Im Moment wird sehr heftig über einen Brief diskutiert, der von einem T-Com Mitarbeiter aus Berlin verfasst und öffentlich gemacht wurde. Vielfach geht es in diesen Äußerungen nicht nur um Sachargumente oder um Fakten, sondern darum, der Verärgerung über die geplanten Veränderungen Luft zu machen. Mir ist es wichtig, dass Sie meine Sicht der Dinge kennen....
 
Der Konzern Telekom ist aber auch entsprechend schlecht gestartet, wenn man sich mal erinnern möchte....

Ein ehemals staatliches Unternehmen mit Beamten (ja, Beamten) wurde quasi "über Nacht" in den Regen gestellt.
Die Politik war eine zeitlang unterstützer, indem es die Monopolstellung, die der Konzern eigentlich nicht hätte haben dürfen, weiter per Gesetz gestärkt hat.
Dann kam die EU und hat einem aufgeblasenem Verwaltungsapparat (das war die Telekom vor ein paar Jahren noch) seinen letzten Unterstützer weggenommen und quasi den Kapitalismus endgültig ausgerufen.

Das Problem an der Sache ist nicht Herr Obermann, der jetzt wirklich nurnoch die Scherben zusammenfegen soll und neu zusammensetzen muss, sondern Herr Sommer, der vorher alles systematisch ruiniert hat.
Wahrscheinlich hat Herr Sommer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, schließlich hatte er mächtige Gegner, die auch gerne in seine Suppe gespuckt haben, wenns gepasst hat (Verdi, die die Beamten vertreten hat, was per se eigentlich verboten ist).

Der Konzern "Telekom" ist ein perfektes Beispiel dafür, dass ein alter Konzern durch mangelnde Führungsstärke, fehlende Kooperation und eine hohe Altlastquote gerade den Wandel machen MUSS.

Die Frage des WIE kann ich nicht beantworten, weil ich nicht in der Materie zu 100% drin stecke, aber das ein Wandel durchgeführt werden muss ist klar.

Ob nun McKinseys Ideen den richtigen Weg weisen, glaube ich persönlich auchnicht, aber den Unternehmensberatern und den Konzernchefs die komplette Schuld zu geben ist auchnicht der Weisheit letzter Schluss...

Ich glaube, dass Herr Obermann den richtigen Weg geht.
Und die "Auslagerung" in T-Services ist auch ein normaler Weg.
Bayer hat ausgelagert, Mercedes lagert aus.
Bei den Konzernen hat die Auslagerung funktioniert und auch den Firmen und den Teilfirmen etwas gebracht.

Und das ein Arbeitsplatz heutzutage nicht mehr aus Dienst nach Vorschrift besteht, sondern auch manchmal mit Überstunden (*schluck* flexible Arbeitszeiten) verbunden ist, ist manchmal in Firmen, bei denen noch "Beamtenmentalität" vorherrscht schwer durchzusetzen....

Ich habe einen Job mit "flexiblen Arbeitszeiten" und meine Überstunden werden vorrausgesetzt und NICHT bezahlt.
Verdammt, ich sollte bei der Telekom anfangen...
 
Problem ist, dass sich Fürhungsetagen viel zu leichtfertig auf Vorschläge bzw. Konzepte von Unternehmensberatungen wie McKinsey einlassen.
Wer sich einmal anschaut, wo McKinsey überall Hand angelegt hat, wird feststellen, dass dieses "Hand anlegen" immer viele Arbeitsplätze gekostet hat.

Hier einmal die Kritik auf Wikipedia an McKinsey:

McKinsey wird oft als Prototyp der am Shareholder Value orientierten Unternehmensberatungen gesehen. Um den Marktwert eines Unternehmens zu erhöhen, würden oft umfangreiche Umstrukturierungen durchgeführt, wobei Entlassungen die Regel seien. Dieser Kritikpunkt fußt vor allem auf der Anwendung des Konzepts der Gemeinkostenwertanalyse in den 1990er Jahren. Heute machen Studien, die alleine auf Kostenreduktion zielen, nur noch einen kleinen Teil der Arbeit der Unternehmensberatung aus.

Eine weiterer Kritikpunkt ist, die Unternehmensberatung würde sich nicht in die Situation der zu beratenden Institution hineindenken, sondern ihre stereotypen Beratungsmuster anwenden.

In einer drastischen Form kritisierte der Dramatiker Rolf Hochhuth 2004 McKinsey. Er schrieb das Theaterstück „McKinsey kommt“, in dem er der Wirtschaft den Spiegel vorzuhalten versucht und ihr unmenschlichen Umgang mit den Arbeitnehmern vorwirft. Eine Figur des Stücks etwa spielt mit dem Gedanken einen Konzernchef nach dem Vorbild von Wilhelm Tell, aber auch der RAF, zu töten. Dafür wurde Rolf Hochhuth kritisiert.

Der Betriebsrat der Berliner Klinikgesellschaft Vivantes warf McKinsey 2006 vor, abstruse Vorschläge gemacht zu haben. [6] So sei die Abschaffung des Pförtners, die Ausdünnung der Rettungsstelle und die Reduzierung der Reinigung vorgeschlagen worden.

McKinsey ist die in Deutschland mit Abstand bekannteste Unternehmensberatung und zieht teilweise Kritik auf sich, die sich auch gegen die freie Marktwirtschaft oder bestimmte Formen der Globalisierung wendet. Ebenso kommt es vor, dass Mitarbeiter eines krisengeschüttelten Unternehmens die an der Sanierung beteiligte Unternehmensberatung als Urheber für die Probleme ausmacht, zu deren Bekämpfung die Unternehmensberatung ursprünglich gerufen wurde.

So warf im März 2007 ein Mitarbeiter der T-Com in einem an den Konzernvorstand gerichteten offenen Brief auch dem Beratungsunternehmen McKinsey vor, "nicht das geringste Interesse an der Telekom (zu) haben und jeder Firma den gleichen Mix aus Zerteilung und Personalabbau über(zu)stülpen und immer wieder frustrierte und arbeitslose Mitarbeiter (zu) hinterlassen". [7]

Es ist zu bedenken, dass strategische Unternehmensberatungen keinerlei Entscheidungen vorgeben, sondern die Manager lediglich beraten. Es ist heutzutage üblich, vor wichtigen Entscheidungen mehrere unterschiedliche Beratungsunternehmen heranzuziehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mckinsey


Oft gehen die Unternehmen eben die falschen Wege! Sicherlich hat Obermann nur die Scherben aufzukehren, aber der Mitarbeiter beshreibt ja in seinem Brief, dass Obermann die Sache völlig falsch anpackt...
 
Wäre denen eine Kuschelmaus ala Sommer lieber, wo dann am Ende der komplette Konkurs steht?
 
Mir gefällt vor allem dieser Absatz des Briefes:
Wir würden lieber heute als morgen die Telekom wieder an die Spitze
bringen! Wir wissen auch, wie es geht und was verändert werden muss!
Wir sind für Veränderungen, die den Service und die
Kundenfreundlichkeit verbessern! Wir wissen, was die Kunden wollen
und wie wir es ihnen bieten können! Wenn sie es ernst meinen mit der
Forderung, wieder das beste Kommunikationsunternehmen zu sein, reden
sie mit uns! Ideen haben wir genug, Motivation auch! Wir kennen die
Kunden und die Firma und wir wissen, wo es knackt im Gebälk! Wir
wissen auch, wo viel zu viel Geld verschwendet wird, wo Personal
falsch eingesetzt wird und Wissen sinnlos verpufft oder Prozesse
angepasst werden müssten!
Dies zeigt mal wieder, wie wenig vertikaler Kommunikation innerhalb solcher Unternehmen stattfindet. Der Mitarbeiter bringt es auf den Punkt - diejenigen, die mittendrin sind (die Mitarbeiter) können die besten Ideen zur Verbesserung entwickeln. Aber diese werden am seltensten gefragt. Und noch schlimmer: sie halten auch noch ihren Mund solange, bis es einer nicht mehr aushalten kann und es aus ihm rausplatzt.
Dieser Brief war schon längst überfällig! Und macht uns wieder deutlich, daß nur wenige den Mut haben das zum Ausdruck zu bringen, was viele denken.
 
Selbst wenn dieser Einzelne gute Ideen hätte, (und ich glaube auch, dass er welche hat), ist es doch so, dass da so viele Leute vor ihm stehen, die seine Stimme unterdrücken wollen.
Sein direkter Vorgesetzter, der keinen Ärger will.
Die Gewerkschaft, die Veränderungen scheut.
Die mittleren Vorgesetzten, weil sie selber viel bessere Ideen hätten.
Und die obere Konzernetage, die ihn nicht hören kann, weil er nicht hoch genug kommt.

Das dieser Brandbrief rumgeht, ist klar, denn darin wird eigentlich nur die Konzernspitze angegriffen, der Zusammenhalt unter den Angestellten gelobt und kein wirklicher Verbesserungsvorschlag gemacht.
Deswegen kann sich auch damit jeder toll identifizieren.
(wir sind toll, der Vorstand nicht)(wir arbeiten, der Vorstand nicht)(wir wissen wies geht, der Vorstand nicht)
Aber im Endeffekt ist es nichts weiter, als die Aufforderung, dass der Konzern wieder "zurückgedreht" werden soll zu der Zeit, als alle noch glückliche Beamte und Staatsdiener waren.
 
Ja schon, der Überwiegende Teil des Briefes ist "Rumgeheule" (wie nicht anders erwartet) - dieser Brief soll (laut Quelle) die Stimmung innerhalb des Konzerns wiederspiegeln. Der Grundton ist "früher war alles gut - jetzt ist alles schlecht - Schuld tragen die da oben" (*heul, schnief*).

Allerdings ist für mich ganz klar die Aufforderung nach mehr Kommunikation innerhalb des Unternehmens (und zwar nicht nur die horizontale Gerüchteküche, sondern vor allem die vertikale, problemorientierte Kommunikation) rauszulesen - diese habe ich zitiert.

Die Effektivität einer solchen Kommunikation stellen häufig japanische Unternehmen wie Toyota unter Beweis. Da gibt es z.B. so eine Art "Kummerkasten" in den jeder seine Verbesserungsvorschläge geben kann. Jedes Jahr finden sich dort mehrere Tausend Vorschläge, von denen tatsächlich auch einige sehr gute umgesetzt werden.
Auf diese Weise kann man sinnvoll Ideen sammeln und den Mitarbeitern gleichzeitig das Gefühl geben an der Unternehmensführung mitzuwirken.
 
Ich hab ja nicht gesagt, dass alles in dem Brief schlecht ist.
Aber ich glaube nicht, dass es in so verkrusteten Konzernen wie der Telekom möglich ist, dass es so wie bei den Japanern werden kann.
 

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