Mit wem assoziiert ihr das Wort "Ausländer"?

Standig im Ausland lebende deutsche Staatsbürger können hier (in Deutschland)
nicht als Ausländer bezeichnet werden (auch wenn sie dort leben)

Ich möcht an die Intention des Threadstarters erinnern :
seine Frage drehte sich um den Gebrauch des Wortes:
abwertend ? ja oder nein ?
 
Ich möcht an die Intention des Threadstarters erinnern :
seine Frage drehte sich um den Gebrauch des Wortes:
abwertend ? ja oder nein ?

Tja, das ist das Problem - sowohl als auch. ;)

Es ist halt so, dass das gleiche Wort verschiedene Bedeutungen haben kann - je nach Betonung oder das geschriebene Wort je nach Kontext.
 
Offenbar gibt es eine offizielle Definition was "man" unter Ausländer zu verstehen hat. Das wären dann all jene Leute die im Land wohnen aber eine andere Staatsbürgerschaft haben. Dann gibt es noch eine persönliche, eher emotional empfundene, Definition von "Ausländer". Dieses subjektive Empfinden hat vermutlich sehr viel mit der kulturellen Verschiedenheit zu tun - über diese Tatsache, ob sie uns nun gefällt oder nicht, können wir nicht hinweg sehen.

Ich verbringe ab und zu ein paar Urlaubstage im Schwarzwald (Hotzenwald). Noch nie bin ich dort schräg angeschaut worden. Nun, ich sehe vermutlich ziemlich deutsch aus und komme, wenn ich möchte, mit meinem Baslerdialekt problemlos durch. Ich müsste mich nicht einmal der schriftdeutschen Sprache bedienen. Durch die allemannische Sprachverbindung sind unsere "Zungen" extrem kompatibel. Nun, käme ich aus dem tiefen Süden (Wallis / Graubünden oder gar Tessin) würde ich vermutlich schon eher als Ausländer wahrgenommen. So schnell geht das ;). Je grösser das sprachliche und kulturelle Gefälle ist, umso mehr entsteht die Entfremdung - Babel lässt grüssen. Deswegen ist eine gelungene Integration von so grosser Wichtigkeit.

Gruss freefloating
 
Man kann seinen Sommerwohnsitz auch ständig in Deutschland haben und seinen Winterwohnsitz in Spanien.

Der ständige Wohnsitz ist der Ort, bei dessen Meldebehörde man registriert ist. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie oft und wie lange man sich an diesem Ort aufhält. Mal ehrlich, ist das wirklich so schwer zu kapieren?

Aber anders ausgedrückt: wären deiner Meinung nach deutsche Rentner in Spanien, die ihren ständigen und ausschließlichen Wohnsitz dort haben, aber (außer zu Einhaufen) keinerlei Kontakt mit der spanischen Bevölkerung haben, deren Kultur außer der 'Badekultur' nicht kennen und kein Wort spanische sprechen sowohl hier als auch hier, also überall Ausländer?`Und macht es jemanden zu Staatenlosen (also Überall-Ausländer), wenn er seinen Pass zwar nicht zurückgibt, aber seinen Lebensabend im sonnigen Süden (in deutschen Ghettos) verbringt?

Der Rentner, aus deinem Beispiel, ist, wenn er seinen ständigen und hauptsächlichen Wohnsitz in Spanien hat, natürlich in Spanien Inländer, zwar mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber trotzdem Inländer, da er ja im (spanischen) Inland lebt.
Du hast den Unterschied Inland/Ausland und Staatsangehörigkeit einfach nicht begriffen.
 
Ich verbringe ab und zu ein paar Urlaubstage im Schwarzwald (Hotzenwald). Noch nie bin ich dort schräg angeschaut worden.

Warum auch? Ich persönlich empfinde Schweizer (scheinst du ja zu sein) nicht als Ausländer, auch wenn sie in einem anderen Land wohnen und eine andere Staatsbürgerschaft haben. Und so geht es wohl den meisten Deutschen.

Ich habe sogar den Eindruck, dass die Schweizer einen gewissen "Vertrauensvorschuss" genießen - also ein positves Vorurteil.

Umgekehrt habe ich auch nicht den Eindruck im Ausland zu sein, wenn ich mal in der Schweiz bin.

Der Begriff "Ausländer" hat halt viele Bedeutungen für den Einzelnen.
 
[...] Der Rentner, aus deinem Beispiel, ist, wenn er seinen ständigen und hauptsächlichen Wohnsitz in Spanien hat, natürlich in Spanien Inländer, zwar mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber trotzdem Inländer, da er ja im (spanischen) Inland lebt.

Bringst du hier nicht irgendwas durcheinander ?, der Rentner mit einem Deutschen Pass in Spanien ist genauso ein Ausländer in Spanien, wie ein Türke mit türkischen Pass in Deutschland.


Zitat von McKilroy: Warum auch? Ich persönlich empfinde Schweizer (scheinst du ja zu sein) nicht als Ausländer, auch wenn sie in einem anderen Land wohnen und eine andere Staatsbürgerschaft haben. Und so geht es wohl den meisten Deutschen.

Das wird wohl daran liegen, dass "diese" meisten Deutschen sich lieber das Negative von z.b. Türken bzw. Moslems heraus picken und sie dann eher als Ausländer abstempeln, als wie einen Schweizer oder Holländer.. ;)
 
Graf von W. schrieb:
Der Rentner, aus deinem Beispiel, ist, wenn er seinen ständigen und hauptsächlichen Wohnsitz in Spanien hat, natürlich in Spanien Inländer, zwar mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber trotzdem Inländer, da er ja im (spanischen) Inland lebt.
Demnach wäre ja auch ein türkischer Mitbürger, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat und dort auch ordnungsgemäss gemeldet ist kein Ausländer, sondern ein Inländer.

Sorry, aber wenn dem so wäre, dann gäbe es hier in Deutschland überhaupt kein Ausländerproblem, weil es keine Ausländer gäbe (von ein paar Illegalen einmal abgesehen und den Touristen sowieso). Fast alle muslimischen Bewohner irgendwelcher Problemviertel z.B. sind hier in Deutschland ordnungsgemäss gemeldet und haben hier ihren ständigen Wohnsitz. Ja, einige von ihnen gehen dort sogar zur Schule (macht man das, wenn man nicht ordnungsgemäß gemeldet ist oder im Ausland wohnt?).

Sorry, aber irgendwie werden deine Beiträge immer absurder...
 
Demnach wäre ja auch ein türkischer Mitbürger, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat und dort auch ordnungsgemäss gemeldet ist kein Ausländer, sondern ein Inländer.

Richtig, obwohl ich das nicht abhängig von der Nationalität sehe. Ein Mensch, der in Deutschland lebt und hier gemeldet ist, ist, von meinem Standort aus gesehen, Inländer.
Aber noch mal: Das ist meine Definition des Begriffs "Ausländer", welche Du dir nicht zu eigen machen musst.
Allerdings, eine Bitte hätte ich noch, erkläre mir mal deine Definition des Begriffs "Inländer".
 
Graf von W. schrieb:
Allerdings, eine Bitte hätte ich noch, erkläre mir mal deine Definition des Begriffs "Inländer".
In Deutschland Deutsche. Also das Gegenteil von Ausländer, von ein paar Staatenlosen einmal abgesehen.

Du definierst übrigens den Begriff 'Ausländer' unabhängig von der Nationalität? Natürlich kann man sich die Sprache eigens zurechtdefinieren. Aber ich fürchte, es ist müssig, mit anderen diskutieren zu wollen, wenn man sich so weit von Wortbedeutungen entfernt, daß jeder über etwas anderes redet. Wenn ich persönlich Dreiecke als Vierecke bezeichne, dann steht mir das zwar frei, aber ich entziehe mich damit automatisch jeder einigermaßen sachlichen Diskussion über dieses Thema.

Zurück zum Topic. Wenn für dich alle, die hier in Deutschland leben keine Ausländer sind, dann erkläre mir bitte mal den Begriff 'Ausländerproblematik'. Handelt es sich um Probleme Deutscher, die sich gerade im Ausland befinden, mit den dortigen Einheimischen oder um Probleme in Deutschland mit Touristen?
 
erkläre mir bitte mal den Begriff 'Ausländerproblematik'.

Kann ich nicht. Wahrscheinlich entspringt dieses Wort deiner politischen Weltanschauung, denn nicht einmal der DUDEN kennt diesen Begriff.

Ich gehe beim Griechen, Jugoslawen, Spanier, Italiener, Chinesen essen, kaufe beim türkischen Gemüsehändler und im Asiashop ein, habe überaus höfliche Nachbarn anderer Nation usw. Alles ohne irgendwelche Probleme, welche sich ursächlich auf die Nation dieser Menschen beschränken lässt. Welche Probleme hast Du denn genau mit Menschen anderer Nation, die Du nicht auch mit deutschen Bürgern haben könntest?
 
Wenn du meine bisherigen Beiträge über dieses Thema gelesen und verstanden hättest, dann würdest du nicht so scheinheilig fragen, Graf von W.

Weder beschränkt sich die reale Welt auf Begriffliches, das auch im Duden zu finden ist, noch beschränkt sich sich auf kulinarische Gepflogenheiten.
 
Wusstest Du, dass das Wort "Ausländer" im Spanischen so nicht existiert. In den spanischsprachigen Ländern ist das Wort für Menschen aus anderen Ländern Fremder. Und Fremde, die in Deutschland leben, sind im Land (also Inländer!), da kannst Du dich drehen und wenden, wie Du willst.
 
...Und Fremde, die in Deutschland leben, sind im Land..

...kommen aber Aus anderem Land, zusammengefasst "Ausland" und somit Ausländer ;) wo ist hier jetzt das Problem, oder bist du generell gegen das Wort ?
 
@ Graf von W. #72
¡quita! ;)

¡mira!:
los extranjeros - die Ausländer, die Fremden

los forasteros - die Fremden (Fremdlinge;fremdstämmig,ortsfremd)
los alóctonos - die (Boden)Fremden

los residentes - die (Gebiets)Ansässigen
los migrantes - die Einwnderer
los emigrantes - di Auswanderer

muesli

PS.
Zum Ersten wird Ausländer-Problematik eigentlich so geschrieben,
zudem hinkt der Duden immer ein wenig hinter der Alltagssprache mit seinen Aktualisierungen hinterher ;)
Vllt. schreibst Du ja mal einen Artikel dazu an die Redaktion.

PPS.
Ansonsten verweise ich mal auf diesen Wiki-Artilkel
Diskriminierung ->Ethnische Vorurteile
 
Kann ich nicht. Wahrscheinlich entspringt dieses Wort deiner politischen Weltanschauung, denn nicht einmal der DUDEN kennt diesen Begriff.

Diesen speziellen vllt. nicht aber es gibt eine Menge Begriffe im Duden, die darauf schliessen lassen, dass nicht alle, die in Deutschland ihren ständigen Wohnsitz haben, auch Inländer sind :D

ein paar "Auserwählte":

Ausländerbeauftragte (oder kümmern die sich um Touristen (?))
Ausländerbehörde (deiner Meinung nach eine Art "Fremdenverkehrsamt" (?))
Ausländerrecht (regelt dann wohl die Rechte der Touristen :D (?))

Auch mir erschliesst sich nicht, was du für ein Problem mit dem Begriff "Ausländer" hast, dass du ihn so ausblendest :D

Auf einem anderen Blatt steht die persönliche Assoziation mit eben diesem Begriff. Die bildet sich ganz sicher (wie hier schon oft erwähnt) durch persönliche Erfahrungen und/oder suggerierte Vorurteile (durch wen auch immer ... Erziehung, Medien, Umfeld, Schule, Job, Ausbildung ...)


MfG,
NeHe
 
Und Fremde, die in Deutschland leben, sind im Land (also Inländer!)
Und Astronauten an ihrem Arbeitsplatz sind dann Außerirdische? Mag sein, daß sich für Dich das Wort "Inländer" ausschließlich auf die gegenwärtige Ortsangabe beschränkt, aber wie Du hoffentlich gemerkt hast, sehen andere die Bezeichnung etwas komplexer.
Außerdem sollte man bedenken, daß die deutsche Sprache nicht alle Dinge vollständig mit passenden einzelnen Worten erfaßt. Ein türkischer Freund erzählte mir mal, daß in deren Vokabular zwischen tatsächlich Einheimischen und Menschen mit Migrationshintergrund unterschieden wird. Er übersetzte letzeres frei mit "Deutschländer".
Vielleicht sollte man nach neuen Bezeichnungen für die unterschiedlichen Ausprägungen der hier lebenden Menschen suchen, anstatt anderen die eigene Deutung vorhandener Wörter aufzuzwingen, was übrigens reichlich sinnfrei ist (Homonym anyone?). Und bevor irgendjemand aufschreit: eine Differenzierung ist nicht gleichbedeutend mit einer Diskriminierung.
 
Wusstest Du, dass das Wort "Ausländer" im Spanischen so nicht existiert. In den spanischsprachigen Ländern ist das Wort für Menschen aus anderen Ländern Fremder. [...]
Dies erklärt wohl auch, warum die Frage in deutscher Sprache gestellt wurde.

Nachdem Du den "Duden" ins Gespräch bringt (#70) – als (Ex)Ausländer nutze ich diese Lexika auch oft und gern - einmal kurz die Duden-Definitionen:

Ausländer:

Au}s|län|der, der; -s, - [. = Aä, F]: Angehöriger eines fremden Staates; ausländischer Staatsangehöriger od. Staatenloser: er ist [ein] A.; einem A. helfen, eine Arbeitserlaubnis erteilen; Flora ... begrüßte ihn mit Antipathie. Hier hielt man nichts von -n (Baum, Paris 44). - © 2000 Dudenverlag

Au}s|län|der, der; -s, - [mhd. = Ausländer, Fremder]: Angehöriger eines fremden Staates; ausländischer Staatsangehöriger od. Staatenloser: er ist [ein] A.; einem A. helfen. - © Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2003

Finde ich klar und eindeutig:

Person, die eine andere als die Staatsangehörigkeit ihres Aufenthaltslandes besitzt. - (c) Brockhaus

Inländer:

In|län|der, der; -s, -: Angehöriger, Bewohner des Inlands (1 a); einheimischer Staatsangehöriger: diese Einrichtung ist für In- u. Ausländer gedacht; Nach der Strafe ist der Ausländer des Landes zu verweisen, der I. ist in eine Korrektionsanstalt zu bringen (Klee, Pennbrüder 26). - © 2000 Dudenverlag


In|län|der, der; -s, -: Angehöriger, Bewohner des Inlands (1 a); einheimischer Staatsangehöriger: diese Einrichtung ist für In- u. Ausländer gedacht. - © Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2003
 
Und Astronauten an ihrem Arbeitsplatz sind dann Außerirdische?


Und Astronauten mit deutschem Pass sind dann inländische Außerirdische mit außerdeutschem Aufenthaltsort.

Und Astronauten ohne deutschem Pass sind dann ausländische Außerirdische mit außerdeutschem Aufenthaltsort. :D

Sehr guter Einwurf, twinky. ;)


Wieso könne die anderen Leutz nicht einfach erkennen, dass der Begriff "Ausländer" sehr viele Bedeutungen haben kann, die auch von der Person abhängen, die das Wort benutzt und von der Gelegenheit.


@ joungster

Eigentlich hast du Recht. Aber der thread lautet nicht "Wie ist das Wort Ausländer im Duden definiert.

Der thread lautet "Mit wem assoziiert ihr das Wort Ausländer".

Daher macht ein Hinweis auf den Duden überhaupt keinen Sinn und geht völlig am Thema vorbei. In der Schule würde man sagen: Setzen, sechs. :D
 
Ausländer sind meiner meinung nach Menschen die aus einem andeem Land als dem eigen kommen und nicht der Sprache und den Traditionen mächtig sind
 
Zitat von McKilroy: Wieso könne die anderen Leutz nicht einfach erkennen, dass der Begriff "Ausländer" sehr viele Bedeutungen haben kann, die auch von der Person abhängen, die das Wort benutzt und von der Gelegenheit.

wird wohl dran liegen, dass diese Leutz das Wort einfach nicht definieren können, welche Bedeutungen sollte denn dies noch haben McKilroy ?

Wenn du aber damit meinst, "wie" man dies mit ergänzenden Wörtern ausspricht würde ich dich verstehen, aber allein das Wort "Ausländer" ist nicht Diskriminierend.

PS:
joungster ist nicht am Thema vorbei, denn wenn du den Thread verfolgt hättest, wollte er nur dem Graf von W. auf die Sprünge helfen, der mit dem begriff In.- und Ausländer durcheinander kam ;)
 

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