so HadeN
ja ich wohne auch in österreich.. 100m vor mir ist ein königreichssaal der zeugen jehovas und meine mutter ist eine zeugin.. und hier jetzt bin bisschen lesestoff:
1.Pioniere der Medizin
JOSÉ, einem 61jährigen Belgier aus Oupeye, sagten die Ärzte, er benötige eine Lebertransplantation. „Ich bekam den größten Schreck meines Lebens“, erzählt er. Noch vor vierzig Jahren galt es als unmöglich, eine Leber zu verpflanzen. Selbst in den 70er Jahren überlebten nur etwa 30 Prozent eine solche Operation. Heute hingegen gehören Lebertransplantationen zur medizinischen Routine, und die Erfolgsquote liegt wesentlich höher.
Allerdings wird die Sache immer noch durch einen wichtigen Faktor erschwert: Da das Verpflanzen einer Leber häufig mit überaus starken Blutungen verbunden ist, wird von den Ärzten während der Operation in aller Regel Blut übertragen. José indes lehnte seiner religiösen Überzeugung wegen Blut ab. Die Lebertransplantation jedoch wollte er durchaus. So mancher würde eine Operation unter diesen Voraussetzungen für unmöglich halten. Nach Ansicht des verantwortlichen Chirurgen aber standen für ihn und seine Kollegen die Chancen sehr gut, den Patienten erfolgreich ohne Bluttransfusionen zu operieren. Und genau das taten sie auch. Nur 25 Tage nach der Operation war José wieder zu Hause bei seiner Frau und seiner Tochter.*
Dank der Fähigkeiten von „Helden der Medizin“, wie sie das US-Nachrichtenmagazin Time bezeichnete, ist es mittlerweile immer mehr üblich, bei medizinischer Behandlung und Operationen auf Bluttransfusionen zu verzichten. Warum aber ist diese Vorgehensweise so stark gefragt? Um diese Frage zu beantworten, wollen wir uns etwas näher mit der problematischen Geschichte der Übertragung von Blut beschäftigen
2.Bluttransfusionen
Die lange Geschichte eines umstrittenen Verfahrens
„Wären rote Blutkörperchen ein neues Medikament, hätten wir die größten Schwierigkeiten, eine Zulassung zu erhalten“ (Dr. Jeffrey McCullough).
IN EINER kalten Winternacht des Jahres 1667 brachte man einen tobsüchtigen Geistesgestörten namens Antoine Mauroy zu Jean-Baptiste Denis, einem Leibarzt König Ludwigs XIV. von Frankreich. Denis kannte ein perfektes „Heilmittel“ für Mauroys Geisteskrankheit: Er übertrug ihm das Blut eines Kalbes in dem Glauben, das würde seinen Patienten besänftigen. Aber Mauroy sollte dies gar nicht gut bekommen. Zwar verbesserte sich sein Zustand nach der zweiten Transfusion vorübergehend. Doch bald erlitt der Franzose wieder Anfälle von Wahnsinn und starb kurz darauf.
Obgleich später festgestellt wurde, daß Mauroy in Wirklichkeit an einer Arsenvergiftung gestorben war, lösten Denis’ Experimente mit Tierblut in Frankreich eine hitzige Kontroverse aus. 1670 wurden Transfusionen schließlich verboten. Später schlossen sich das englische Parlament und sogar der Papst dem Verbot an. Für die darauffolgenden 150 Jahre geriet das Verfahren in Vergessenheit.
Gefahren in der Anfangszeit
Im 19. Jahrhundert kamen Bluttransfusionen wieder auf. Eingeleitet wurde dieses Comeback von James Blundell, einem englischen Arzt und Geburtshelfer. Blundell wandte fortschrittlichere Methoden an, entwickelte modernere Geräte und beharrte vor allem darauf, grundsätzlich nur menschliches Blut zu verwenden. Das hatte zur Folge, daß das Interesse an Transfusionen neu belebt wurde.
Allerdings wurde 1873 die Renaissance der Transfusion gebremst durch eine erschreckende Entdeckung des polnischen Arztes F. Gesellius: Er stellte fest, daß mehr als die Hälfte aller Transfusionen tödlich geendet hatten. Daraufhin begannen angesehene Ärzte, dieses Verfahren zu verurteilen. Erneut ließ die Beliebtheit von Transfusionen stark nach.
Dann optimierte 1878 der französische Arzt Georges Hayem eine Salzlösung, die sich seiner Auffassung nach als Blutersatz eignete. Im Gegensatz zu Blut hatte die Salzlösung keine Nebenwirkungen, sie gerann nicht und ließ sich leicht transportieren. Folglich fand Hayems Salzlösung breite Anwendung. Merkwürdigerweise gab man jedoch bald wieder Blut den Vorzug. Warum?
Im Jahr 1900 entdeckte der österreichische Pathologe Karl Landsteiner, daß es unterschiedliche Arten menschlichen Blutes gibt und daß eine Blutgruppe mit den meisten anderen Blutgruppen nicht kompatibel ist. Kein Wunder, daß in der Vergangenheit so viele Transfusionen tödlich geendet hatten! Jetzt ließ sich das ändern, indem man einfach sicherstellte, daß die Blutgruppe des Spenders mit der des Empfängers übereinstimmte. Dank dieser Erkenntnis gewannen die Ärzte neues Vertrauen in die Transfusionstherapie — gerade rechtzeitig zum Ersten Weltkrieg!
Der Zweite Weltkrieg steigerte die Nachfrage nach Blut
U.S. National Archives photos
Bluttransfusionen und Krieg
Im Ersten Weltkrieg wurde verletzten Soldaten großzügig Blut übertragen. Natürlich gerinnt Blut schnell, und in früheren Zeiten wäre es so gut wie unmöglich gewesen, Blut zu den Schlachtfeldern zu bringen. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts stellte Dr. Richard Lewisohn vom Mount Sinai Hospital in New York erfolgreiche Versuche mit Natriumcitrat an, einer Substanz, die die Blutgerinnung hemmt. Dieser außergewöhnliche Durchbruch wurde von manchen Ärzten geradezu als Wunder gefeiert. „Es war fast so, als sei die Sonne plötzlich stillgestanden“, schrieb Dr. Bertram M. Bernheim, ein namhafter Arzt seiner Zeit.
Der Zweite Weltkrieg steigerte die Nachfrage nach Blut. Überall wurden Plakate angeschlagen mit Slogans wie: „Spende jetzt Blut!“, „Ihr Blut kann ihn retten“ oder: „Er gab sein Blut. Werden Sie Ihres geben?“ Der Aufruf, Blut zu spenden, stieß auf großen Widerhall. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in den Vereinigten Staaten gut 13 000 000 Einheiten Blut gespendet. Man schätzt, daß in London über 260 000 Liter Blut gesammelt und verteilt wurden. Bluttransfusionen bargen jedoch eine ganze Reihe gesundheitlicher Risiken, wie bald deutlich wurde.
Bluttransfusionen — kein medizinischer Standard
Jedes Jahr werden allein in den Vereinigten Staaten 3 000 000 Patienten 11 000 000 Einheiten Erythrozytenkonzentrat übertragen. Bei einer solch hohen Zahl sollte man meinen, Ärzte würden sich nach einem festgelegten Standard richten, wenn sie Blut übertragen. Doch das New England Journal of Medicine stellt fest, es gebe erstaunlich wenig Daten, „an denen man sich bei der Entscheidung zu transfundieren orientieren könnte“. Tatsächlich wird in der Praxis höchst unterschiedlich vorgegangen, nicht nur in der Frage, welche Komponenten in welcher Menge transfundiert werden, sondern auch, ob überhaupt eine Transfusion angezeigt ist. „Ob transfundiert wird, hängt nicht vom Patienten ab, sondern vom Arzt“, heißt es in der medizinischen Fachzeitschrift Acta Anæsthesiologica Belgica. Angesichts dessen überrascht es nicht, daß laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie „schätzungsweise 66 Prozent aller verabreichten Transfusionen unangemessen sind“.
Durch Blut übertragene Krankheiten
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dank großer Fortschritte in der Medizin manche Operationen möglich, die früher undenkbar gewesen wären. Der Bedarf an Blut nahm zu, weil Ärzte Transfusionen zunehmend als Standardverfahren bei Operationen einsetzten. Das rief einen Geschäftszweig ins Leben, in dem sich weltweit jedes Jahr viele Milliarden Dollar verdienen ließen.
Bald jedoch machte sich Besorgnis breit wegen transfusionsbedingter Erkrankungen. Im Koreakrieg zum Beispiel zogen sich knapp 22 Prozent der Soldaten, die Blutplasma erhielten, Hepatitis zu — eine fast dreimal höhere Rate als im Zweiten Weltkrieg. In den 70er Jahren schätzten die US-Zentren für Gesundheitsüberwachung die Zahl der Todesfälle infolge transfusionsbedingter Hepatitis auf jährlich 3 500. Andere sprachen von der zehnfachen Zahl.
Wohl ging dank besserer Testverfahren und sorgfältigerer Auswahl der Spender die Zahl der Fälle zurück, in denen durch infiziertes Blut Hepatitis B übertragen wurde. Doch bald forderte eine neue, nicht selten todbringende Form des Virus zahlreiche Opfer: Hepatitis C. Man schätzt, daß sich vier Millionen Amerikaner mit dem Virus infizierten, Hunderttausende davon durch Bluttransfusionen. Zwar sank im Lauf der Zeit auch die Häufigkeit von Hepatitis-C-Infektionen dank gründlicher Testmethoden. Aber nach wie vor befürchten manche das Auftreten neuer Gefahren, die man erst verstehen wird, wenn es bereits zu spät ist.
HIV-verseuchtes Blut — ein weiterer Skandal
In den 80er Jahren fand man heraus, daß Blut mit HIV verseucht sein kann, dem Virus, das Aids verursacht. Anfänglich widerstrebte es den Betreibern der Blutbanken zutiefst, die Möglichkeit, ihre Blutvorräte könnten verseucht sein, auch nur in Betracht zu ziehen. Überhaupt standen viele von ihnen einer HIV-Gefahr zu Anfang recht skeptisch gegenüber. Dr. Bruce Evatt erinnert sich: „Es war, als wäre jemand aus der Wüste aufgetaucht und hätte behauptet: ,Ich habe einen Außerirdischen gesehen.‘ Sie hörten mir zu, doch sie wollten es einfach nicht glauben.“
Gleichwohl erlebte ein Land nach dem anderen Skandale um HIV-verseuchtes Blut. Schätzungsweise 6 000 bis 8 000 Menschen wurden in Frankreich durch Transfusionen mit HIV infiziert, die zwischen 1982 und 1985 verabreicht wurden. 10 Prozent der HIV-Infektionen in Afrika und 40 Prozent der Aidserkrankungen in Pakistan werden auf Transfusionen zurückgeführt. In den entwickelten Staaten kommt mittlerweile dank verbesserter Testverfahren eine Übertragung von HIV nur noch selten vor. In Entwicklungsländern hingegen, wo solche Tests fehlen, ist dies nach wie vor ein Problem.
Verständlicherweise ist das Interesse an fremdblutfreier medizinischer Behandlung und Chirurgie in den letzten Jahren gestiegen. Stellen diese Verfahren aber eine sichere Alternative dar?
3.Medizin und
Chirurgie ohne Blut
Immer stärker gefragt
„Alle, die mit Blut zu tun haben und chirurgische Patienten betreuen, müssen die Möglichkeiten der fremdblutfreien Chirurgie in Betracht ziehen“ (Prof. Dr. Joachim Boldt, Professor für Anästhesie, Ludwigshafen).
DIE Aidstragödie hat Wissenschaftler und Ärzte dazu gezwungen, zusätzliche Vorkehrungen zu treffen, um die Sicherheit bei Operationen zu erhöhen. Daß dazu noch gründlichere Bluttests erforderlich waren, liegt auf der Hand. Doch nach Auskunft von Fachleuten läßt sich selbst durch diese Maßnahmen eine Gefährdung durch Bluttransfusionen nicht völlig ausschließen. Diesbezüglich stand in der Fachzeitschrift Transfusion zu lesen: „Obgleich die Gesellschaft als Ganzes enorme Mittel aufwendet, um die Blutversorgung so sicher zu gestalten wie nie zuvor, werden Patienten nach unserem Dafürhalten auch in Zukunft Fremdbluttransfusionen einfach deshalb zu umgehen suchen, weil es unmöglich ist, die Blutversorgung absolut sicher zu gestalten.“
Da überrascht es nicht, wenn viele Ärzte Transfusionen zunehmend skeptisch gegenüberstehen. „Bluttransfusionen taugen im Grunde genommen gar nichts, und wir arbeiten ganz massiv daran, bei allen Patienten darauf zu verzichten“, erklärt Dr. Alex Zapolanski aus San Francisco (Kalifornien).
Auch in der Öffentlichkeit wird man sich allgemein der Gefahren von Transfusionen bewußt. In einer Umfrage in Kanada erklärten 1996 sogar 89 Prozent der Befragten, sie zögen eine Alternative zu Fremdblut vor. „Nicht alle Patienten verweigern Fremdbluttransfusionen, wie es Jehovas Zeugen tun“, hieß es im Journal of Vascular Surgery. „Dessenungeachtet führen uns die Risiken der Übertragung von Krankheiten und der Immunmodulation deutlich vor Augen, daß wir für alle unsere Patienten Alternativen finden müssen.“
Aussagen einiger Ärzte
Prof. Dr. Joachim Boldt
„Die fremdblutfreie Chirurgie eignet sich nicht nur für Zeugen Jehovas, sondern für alle Patienten. Meiner Meinung nach sollte sich jeder Arzt damit beschäftigen“ (Prof. Dr. Joachim Boldt, Professor für Anästhesie, Ludwigshafen).
„Zwar sind Bluttransfusionen heute sicherer als früher, doch bergen sie immer noch Risiken, unter anderem immunologisch ausgelöste Reaktionen sowie Infektionen mit Hepatitis oder sexuell übertragbaren Krankheiten“ (Prof. Dr. Terrence Sacchi, außerordentlicher Professor für Medizin).
Prof. Dr. Terrence J. Sacchi
„Die meisten Ärzte haben einen automatischen Transfusionsreflex: Sie transfundieren großzügig und wahllos. Ich tue das nicht“ (Dr. Alex Zapolanski, Direktor der Herzchirurgie am San Francisco Heart Institute).
„Es gibt meines Erachtens keine konventionelle Operation im Abdomen, die bei einem Patienten mit normaler Ausgangssituation routinemäßig eine Bluttransfusion erfordern würde“ (Prof. Dr. Johannes Scheele, Professor für Chirurgie, Jena).
Eine bevorzugte Methode
Erfreulicherweise gibt es eine Alternative: fremdblutfreie Medizin und Chirurgie. Dies wird von vielen Patienten nicht als letztmöglicher Ausweg angesehen, sondern als bevorzugte Behandlungsmethode, und das aus gutem Grund. Wie Stephen Geoffrey Pollard, ein britischer Chirurg und Chefarzt, erklärte, ist unter den Patienten, bei denen fremdblutfreie Chirurgie zum Einsatz kommt, die Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate „mindestens genauso niedrig wie bei Patienten, die Blut erhalten, und vielfach bleiben ihnen postoperative Infektionen und sonstige Komplikationen erspart, die sich häufig auf Blutübertragungen zurückführen lassen“.
Was führte zur Entwicklung fremdblutfreier medizinischer Behandlungsmethoden? Diese Frage ist in gewissem Sinn paradox, denn die fremdblutfreie Medizin existierte, schon lange bevor man anfing, Blut zu verwenden. Eigentlich erreichte die Transfusionsmedizin erst Anfang des 20. Jahrhunderts einen solchen Entwicklungsstand, daß sie routinemäßig praktiziert wurde. Dennoch ist in den letzten Jahrzehnten das Gebiet der fremdblutfreien Chirurgie von einigen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt worden. In den 60er Jahren beispielsweise nahm der berühmte Chirurg Dr. Denton Cooley einige der ersten Operationen am offenen Herzen vor, ohne Bluttransfusionen zu verwenden.
Als in den 70er Jahren die Zahl der Hepatitiserkrankungen unter Patienten stieg, die Transfusionen erhalten hatten, begannen viele Ärzte, nach Alternativen zu Blut zu suchen. In den 80er Jahren gab es dann schon eine ganze Reihe großer medizinischer Teams, die bei Operationen auf Bluttransfusionen verzichteten. Als schließlich die Aidsepidemie ausbrach, baten andere Ärzte diese Teams immer wieder um Rat und übernahmen bereitwillig die gleichen Techniken. In den 90er Jahren legten viele Krankenhäuser Programme auf, um Patienten die Möglichkeit zu geben, sich für eine Behandlung ohne Blut zu entscheiden.
Mittlerweile haben Ärzte bei Operationen und Notfalleingriffen, die nach herkömmlichem Stand der Medizin Transfusionen erforderten, erfolgreich fremdblutfreie Verfahren angewandt. D. H. W. Wong schrieb im Canadian Journal of Anaesthesia: „Große Herz- und Gefäßoperationen sowie gynäkologische und geburtshilfliche, orthopädische und urologische Eingriffe können erfolgreich ohne Verwendung von Blut oder Blutpräparaten durchgeführt werden.“
Die fremdblutfreie Chirurgie hat unter anderem den Vorteil, daß dadurch eine hochwertigere medizinische Versorgung gefördert wird. „Ob sich Blutverlust vermeiden läßt, hängt entscheidend von den Fähigkeiten des Chirurgen ab“, erklärte Dr. Benjamin J. Reichstein, ein leitender Chirurg in Cleveland (Ohio, USA). In einer juristischen Fachzeitschrift aus Südafrika stand zu lesen, unter gewissen Voraussetzungen ließen sich Operationen „schneller, sauberer und preiswerter“ ohne Bluttransfusionen durchführen. Weiter hieß es darin: „Als offenkundig hat sich erwiesen, daß sich die Nachsorge vielfach preiswerter und weniger zeitaufwendig gestaltet.“ Das sind nur einige der Gründe, weshalb mittlerweile weltweit etwa 180 Krankenhäuser spezielle Programme für fremdblutfreie Medizin und Chirurgie durchführen.
Blut und Jehovas Zeugen
Jehovas Zeugen lehnen Bluttransfusionen aus biblischen Gründen ab.* Mit medizinischen Alternativen zu Bluttransfusionen sind sie jedoch einverstanden, ja sie unterstützen nachdrücklich deren Entwicklung und Anwendung. Dr. Richard K. Spence, vormaliger Direktor der Chirurgie an einem New Yorker Krankenhaus, sagte über Jehovas Zeugen: „Sie setzen sich tatkräftig dafür ein, die beste medizinische Behandlung ausfindig zu machen. Als Gruppe sind sie die bestinformierten Patienten, denen ein Chirurg je begegnen wird.“
Viele operative Techniken zur Vermeidung von Bluttransfusionen sind von Ärzten bei Operationen an Zeugen Jehovas verfeinert worden. Ein Beispiel dafür ist die Erfahrung des Herz- und Gefäßchirurgen Dr. Denton Cooley. Im Verlauf von 27 Jahren operierte sein Team 663 Zeugen Jehovas ohne Bluttransfusionen am offenen Herzen. Seine Ergebnisse beweisen, daß Herzoperationen erfolgreich ohne Bluttransfusionen durchgeführt werden können.
Zwar sind Jehovas Zeugen von vielen kritisiert worden, weil sie Bluttransfusionen ablehnen. Aber in den Richtlinien, die der Verband der Anästhesisten in Großbritannien und Irland herausgegeben hat, wird die Haltung der Zeugen „ein Zeichen der Achtung vor dem Leben“ genannt. Und tatsächlich ist die konsequente Haltung von Jehovas Zeugen eine treibende Kraft für die Entwicklung sicherer medizinischer Behandlungsmethoden gewesen, die mittlerweile allen Patienten zugute kommen. Professor Stein A. Evensen vom Norwegischen Nationalen Krankenhaus schreibt: „Zeugen Jehovas, die eine Operation benötigten, haben den Weg gewiesen und für den nötigen Druck gesorgt, auf einem wichtigen Sektor des norwegischen Gesundheitswesens Verbesserungen zu erzielen.“
Um Ärzte darin zu unterstützen, Patienten ohne Bluttransfusionen zu behandeln, haben Jehovas Zeugen einen Hilfs- und Vermittlungsdienst ins Leben gerufen. Gegenwärtig sind weltweit mehr als 1 400 Krankenhaus-Verbindungskomitees in der Lage, Ärzte und Forscher mit Informationen aus einer Datenbank mit über 3 000 Artikeln zu versorgen, die sich mit fremdblutfreier Medizin und Chirurgie beschäftigen. „Dank der Tätigkeit der Krankenhaus-Verbindungskomitees der Zeugen ist es heute nicht nur bei Zeugen Jehovas, sondern bei Patienten allgemein weniger wahrscheinlich, daß sie unnötig Blut übertragen bekommen“, erklärte Dr. Charles Baron, Professor an der Boston College Law School.#
Die Informationen zu fremdblutfreier Medizin und Chirurgie, die von Jehovas Zeugen zusammengetragen wurden, sind vielen Medizinern zugute gekommen. Bei der Sammlung von Stoff für ein Buch mit dem Titel Autotransfusion: Therapeutic Principles and Trends beispielsweise baten die Verfasser Jehovas Zeugen um Informationen über Alternativen zu Bluttransfusionen. Sie kamen dieser Bitte gern nach. Dankbar schrieben die Autoren später: „Bei all unseren Nachforschungen zu diesem Thema ist uns keine vergleichbar präzise und vollständige Liste von Strategien begegnet, wie sich Fremdbluttransfusionen vermeiden lassen.“
Der Fortschritt auf dem Gebiet der Medizin hat viele dazu veranlaßt, der fremdblutfreien Medizin Aufmerksamkeit zu schenken. In welche Richtung wird die Entwicklung weitergehen? Professor Luc Montagnier, der Entdecker des Aidsvirus, erklärte: „Unser fortschreitendes Verständnis auf diesem Gebiet zeigt uns, daß Bluttransfusionen eines Tages zwangsläufig ganz abgeschafft werden.“ Unterdessen retten die Alternativen zu Bluttransfusionen schon heute vielen das Leben.
und zu guter letzt:
4.Medizin und Chirugie ohne Blut
Einige Methoden:
Flüssigkeiten: Ringer-Laktat-Lösung, Dextran, Hydroxyäthylstärke und andere Lösungen werden verwendet, um das Kreislaufvolumen aufrechtzuerhalten und einen hypovolämischen Schock zu verhindern. Einige Flüssigkeiten, die gegenwärtig klinisch geprüft werden, können Sauerstoff transportieren.
Medikamente: Mit gentechnisch hergestellten Proteinen läßt sich die Produktion von roten Blutkörperchen (Erythropoetin), Blutplättchen (Interleukin-11) und verschiedenen weißen Blutkörperchen (GM-CSF, G-CSF) anregen. Andere Medikamente bewirken einen deutlich geringeren Blutverlust während einer Operation (Aprotinin, Antifibrinolytika) oder tragen dazu bei, akute Blutungen zu stillen (Desmopressin).
Biologische Klebstoffe: Kollagen und Gazestreifen mit Zellulose werden örtlich angewandt, um Blutungen zu stillen. Mit Fibrinkleber und vergleichbaren Präparaten lassen sich Stichwunden verschließen oder große blutende Gewebeflächen versiegeln.
Blutrückgewinnung: Mittels entsprechender Maschinen läßt sich Blut, das während einer Operation oder bei einer Verletzung austritt, rückgewinnen. Das Blut wird gereinigt und kann dem Patienten in einem geschlossenen Kreislauf wieder zugeführt werden. In extremen Fällen können durch ein solches System mehrere Liter Blut zurückgewonnen werden.
Operationstechniken: Gründliche Planung des Eingriffs unter Beratung mit erfahrenen Klinikern hilft einem Operationsteam, Komplikationen zu vermeiden. Unerläßlich ist sofortiges Handeln, um Blutungen zu stillen. Verzögerungen von mehr als 24 Stunden erhöhen deutlich das Sterblichkeitsrisiko für den Patienten. Können große Operationen in mehrere kleinere Eingriffe aufgeteilt werden, verringert sich insgesamt der Blutverlust.
Operationsinstrumente: Manche Geräte ermöglichen es, zu schneiden und gleichzeitig Blutgefäße zu verschließen. Andere Geräte können Blutungen auf großen Gewebeflächen stillen. Laparoskopische und minimalinvasive Instrumente erlauben operative Eingriffe ohne den Blutverlust, der mit großen Schnitten einhergeht.
so lass dir zeit beim lesen ; ) wenn du das konntern kannst darfste weiter jammern und mauln sonst nicht ,)
gruß grotesk