nickel schrieb:
der Krieg wird aber nich verloren es is nur eine Frage wie lange er dauert
:ööm: Sorry, aber hast Du evtl. doch einfach zuviele 'Wargames' gedaddelt

?
Nennt mir Bitte
irgendeinen Kriegsfall der letzten
5 Jahrzehnte,
der in einer tatsächlichen, real wirksamen Kapitulation endete und eine entsprechend lange, darauf anschließende 'Frieden'szeit zur Folge hatte.
Bitte hier jetzt keine örtlich begrenzten Fälle a la Kuwait (Hau drauf, Mach alles kaputt und stütze eine diktatorische Ölmafia) oder Inselbesetzungen a la Grenada (das hätte auch jede Securitytruppe oder die schweizer Garde geschafft xD) ...das lasse ich nicht gelten
Gerade die Amis und jetzt mit ihren Verbündeten - speziell in diesem verbal-pervierten Fall des "enduring freedom"
haben div. 'Schlachten' und Scharmützel gewonnen....aber eben nie den "Krieg"
Genau diese Erfahrungen haben auch die Russen in den letzten Jahrzehnten gemacht.
Speziell auf
Afghanistan bezogen heisst dies....
dieses Landschaftgebiet ist noch
nie von irgendeiner fremden Macht erfolgreich komplett befriedet bzw. erobert worden.
Tschingis Khan und
Alexander der Große waren zumindest schlau genug, dies sofort bzw. recht schnell zu erkennen ...und haben in der Folge einen Bogen drum gemacht
die
Perser (Iraner) haben das Gebiet auch einfach mehr oder weniger ignoriert

die
Engländer dagegen haben schon etwas länger zu dieser Erkenntnis gebraucht, daß dort absolut kein Blumentopf zu gewinnen ist.
Und nun....
soll ich ausgerechnet glauben, daß gerade die jetzige "Koalition der Willigen" (auch so ein Schwachsinnsbegriff) dort mehr erreichen kann
Lachhaft ...wenn es nicht eigentlich so traurig wäre.
Nebenbei schaue man sich die Zusammensetzung der aktuellen afghanischen Regierungsmannschaft auf menschenrechtliche Legitimität mal genauer an - jep, das ergoogelt Euch mal selbst

-
sowie ....
die realen Machtverhältnisse des aus verschiedensten Bevölkerungsgruppen bestehenden Staatsgebildes von Afghanistan.
Ob nun div. 'Drogenbarone' aus Familientradition, Schmuggler und/oder religiöse Fanatiker etc.;
die dortigen 'Überlebens'interessen erst einmal überhaupt zu begreifen, bedarf es wesentlich mehr, als viele Regierungen bzw. deren Entscheidungsträger an Recherche zu leisten bereit bzw. "anscheinend" in der Lage sind.
Unser westliches" Strategiedenken muss dort auf Grund gänzlich anderer gesellschaftlicher Strukturen und historisch gewachsener Machteinflüsse, mal ganz abgesehen von den geographischen Gegebenheiten, erst einmal weitgehend versagen.
Zumeist diesbzgl. inkompetente politische Entscheidungsträger, welche zwar immer humanistische Gründe großartig auf ihre Fahnen schreiben, richten durch kurzsichtige, bündnisbedingte Entscheidungen ja wesentlich mehr Schaden an....als letztendlich der Zivilbevölkerung zu nutzen.
Langfristige, humanistische Arbeit von Hilfsorganisationen und privaten Initiativen wird zudem durch ach so weltbewegende Entscheidungen der "Weltmächte" jede Glaubwürdigkeit und Arbeitsgrundlage entzogen...
und erst danach...wenn mal wieder einiges schief lief...
wird von denselben politischen Pappköpfen urplötzlich mal wieder zu einem Strategiewechsel aufgerufen.
Friedenspolitik und humanistische Hilfe hat rein gar nichts mit militärischen Einsätzen zu tun.
Eine Beschützerrolle dieser Helfer durch militärische Truppen muss zudem, wenn sie langfristig - d.h. mindestens über eine halbe Generation - glaubwürdig sein will, sich jedweder strategischen Vereinnahmung durch andere Militärs verweigern.
Dies ist ja hier im thread deutlich genug dargelegt worden...wobei ich Rolfies Einschätzung der reallen Beteiligung seit 2001 eigentlich teile...aber...die negativen Aspekte der KSK's konnten durch die konkreten Helfern zumindest tw. noch kompensiert werden...da auch medienwirksam längst nicht so publik gemacht.
Jetzt aber....ist mal wieder fast Alles komplett vergeigt worden.
Hier haben in selten dämlicher Einigkeit CDU,SPD,FDP und Grüne das ihrige dazu beigetragen und alle rechtfertigen sich jetzt schon mehr oder weniger unglaubwürdig

Also...
auf in die nächste "Vietnamerfahrung"....diesmal auch mit deutscher Beteiligung ...
als ob wir nicht schon genügend permanente Krisengebiete weltweit hätten, welche mit militärischen Mitteln
NICHT zu befrieden sind.