Heim für schwer Erziehbare Kinder

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So, dann bringe ich mal einen Zwischenstand hier rein und poste Mal, was mir grad so durch den Kopf geht.

Da ich zur Zeit meinen Grundwehrdienst beim Bund ablege (den ich übrigends verlängern wollte), bin ich tagsüber im Prinzip nicht zu Hause.
(Somit fällt der Vorschlag, was mit ihm zu unternehmen flach, allein schon, weil er regelmäßig Fussbaltraining hat und ich neben dem Bund noch Nachhilfe nach Dienst gebe).
Des weiteteren denke ich, dass mal selbst mit 14 und in der Pubertät in der Lage sein kann, zu kapieren, was richtig und was falsch ist.
Es gibt für alles im Lebn Regeln, die mein Bruder schon mehrmals aufgezeigt bekommen hat, aber immer drauf pfeift.
Nunja, wegen o.g. Grundes hab ich nicht viel mit meinem Bruder zu tun und ich will es ehrlich gesagt auch nicht anders, denn jedesmal, wenn wir nur 5 Minuten zusammen sind, gibt es Zoff, weil der Kurze mir nur auf den Keks geht oder iwelche dummen Sprüche ablässt.
Grundsätzlich ignoriere ich das, aber iwann ist selbst meine Geduld zu Ende.
Genauso ist das bei meinen Eltern und ich glaube nicht, dass es an deren Erziehung liegt, dass mein Bruder so drauf ist, wie einige böse Zungen hier behaupten. Denn wäre das wirklich der Fall, wäre ich wohl so ähnlich wie der Kurze.
Naja, wenn dann auf Dauer wirklich nichts mehr hilft, werden meine Eltern vlt doch die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch nehmen, aber das kann ich nicht beschwören, da ich nicht weiß, was die jetzt vorhaben.

So weit erst mal

Bluedragon
 
Hallo Bluedragon,

also um dein Bruder ins Heim zu bekommen müssen deine Eltern so oder so aufs Jugendamt, aber die werden vermutlich auch erstmal nach anderen Lösungen suchen, allein schon aus finanziellen Gründen (könnte eure Familie, je nachdem was deine Eltern verdienen auch teuer zu stehen kommen, für Heimunterbringung müssen die Eltern nämlich mit aufkommen.)

Von dem was ich bisher gelesen hab über deinen Bruder würd ich euch erstmal nahe legen eine Beratungsstelle wie die Caraitas oder so aufzusuchen (mit ProFamilia hab ich keine guten Erfahrungen gemacht).
Eine Familientherapie könnte auch helfen.
Es gibt ein vielfältiges Spektrum an Hilfsangeboten, deine Eltern sollten sich dementsprechend informieren und ihren Anspruch darauf wahrnehmen.

Ach und nochwas, nur weil es bei dir lief heißt das nicht das es bei deinem Bruder auch so läuft, Menschen sind gottseidank sehr unterschiedlich und bei deinem Bruder klingt das nach Rebbelion, vllt. etwas ausgeprägt.
Und nur weil dein bruder es grade nicht so zeigt heißt es nicht das er die Regeln nicht kennt.
Hast du mal versucht ihm zu sagen "Hey Kleiner, es ist scheiße was du da grade abzieht, ich mach mir Sorgen um dich weil ich dich lieb hab!"

Viel Erfolg und alles Gute
Tiâ
 
@ all,
die hier einen auf verständnisvoll tun und alles an der langen Leine weiterlaufen lassen wollen.

Beschwichtigen würde ich in so einem Fall nämlich überhaupt nicht !

Hier driftet ein Jugendlicher klar ab..und jeder der sich darin wiedererkennt sollte sich als erstes sagen...Ich hab' unausgesprochene, ungeklärte Probleme ;)

Denn das sieht m.M. schon recht ernst aus und kann ohne Hilfe
Zuneigung, angenommen Fühlen, ernst nehmen seiner Probleme und vor allem der Ursachen dafür, wie es dazu überhaupt gekommen ist, ganz schnell in noch Schlimmerem enden.
Natürlich müssen aber auch angemessene Konsequenzen folgen und dann stringent durchgeführt werden!

Dabei ist ein Heim - wie hier wohl aus schierer Verzweifelung, Hilflosigkeit (ich hoffe mal nicht aus "Bequemlichkeit") geplant - so ziemlich das allerschlechteste an Lösungen für ihn, welches höchstens noch später durch den Knast getopt werden könnte :(

Er muss evtl. auch heraus aus einem Umfeld, welches ihn jetzt negativ beeinflusst und jede positive Veränderung schwer macht bzw. verunmöglicht....
aber eben nicht durch Abschiebung, sondern Zuwendung!

Hier haben auch - vmtl. ohne es zu wollen/merken - Deine Eltern und bestimmt sogar auch Du (mit 19) bzw. andere Familienangehörige "versagt" ... Nix für Ungut, gelle ;)
Edit: nach Deiner Post # 21 bin ich mir da sogar ziemlich sicher !

Das Erste wäre wirklich, ihn seinem bisherigen Umfeld sozusagen zu entziehen, ihm dabei aber auch vernünftige, vom ihm akzeptierte Alternativen zu bieten, die er annehmen kann,
ohne sich quasi gezwungen zu sehen, "auf cool" und hilferestitent zu machen.
Letztlich nur seine Einsicht und die Ratschläge anderer, von ihm akzeptierter "Vorbilder", können da etwas ändern.

Eine Eltern bzw. Erziehungsberatung sollte allerdings schnellstens einer Eurer ersten Schritte sein,
Gespräche mit der Schule und dort evtl. auch angebotenen Hilfen.
Vorschläge bzw. z.T. wichtige Gedankenanstösse von
pate # 10, McJupp, mamba07 # 19, Tiamat # 22 - besonders sein letzter Absatz :) -
und auch von fourrose # 17
solltest Du und auch Deine Eltern evtl. auch beherzigen.

Sonst ist es nur allzu schnell vorbei mit einer positiven Beeinflussung.

Ich schätze mal auch, dass Du als größerer Bruder ihm eher das Gefühl des fünften Rad's am Wagen vermittelst...vllt. als jemand, der im Sinne der Eltern "vernünftg" Karriere macht...während er als Youngster nur Probleme macht
Auch so etwas kann oftmals zu den geschilderten Reaktionen von jüngeren Brüdern führen...
eben und vor allem, wenn eine intensivere emotionale Bindung kaum da ist oder eben einfach nicht gezeigt wird.

Zähl doch nur einmal auf, was Du so von ihm (wirklich) weißt, wer seine Vorbilder sind,
wohin seine Träume oder Vorlieben gehen,
dann könnten bestimmt einige sogar noch konkretere Tipps geben
und vllt. gehen Dir ja auch nebenbei einige Lichter auf :)

mfg
 
(...) Würde es dir gefallen, wenn dein kleiner Bruder sich regelmäßig heimlich von Dir Geld klaut um sich was zu kaufen? Ich denke nicht.(...)

Ich habe jahrelange Erfahrungen zu diesem Thema sammeln müssen.
Es fing genauso an wie bei euch, etwa mit 14. (2001)

Jugendheim könnt ihr vergessen. Darauf lassen sich Jugendamt und Familiengericht erst ein, wenn sehr viel schlimmeres passiert!
Es muss eine akute Gefährdung vorliegen.

Vorher versucht das Jugendamt einige andere Dinge, z.B. einen Einzelfallhelfer.
Erwartet nicht, daß das Jugendamt EUCH hilft. Die helfen dem Jugendlichen wenn ihn die Eltern schlagen, nicht umgekehrt.
Hat uns fast wörtlich die Dame vom Jugendamt gesagt. "Nehm Se sich doch 'n Anwalt!" ehrlich!
Dazu kam permanente Schulverweigerung (beginnend in Klasse 7), Drogenmissbrauch, Diebstähle, BTMG Handel, Gewaltdelikte.
Vieles aktenkundig aber meist von der StA eingestellt oder mehrere Delikte zusammengefasst und vor Gericht mit Sozialstunden bestraft (erst 20h dann erhöht auf 40, dann 70).

In unserem Fall hat es trotzdem Monate gedauert bis eine Einweisung erfolgte. Und die dann nur befristet (4 Wochen). Eigentlich auch nur, weil er mehrfach trotz Vorladungen vor dem Familiengericht gar nicht erst erschienen ist und den lahmen Polizisten, die ihn vorführen sollten, weglaufen konnte.

Das schlimmste ist, dass es Monate dauert, bis einer Straftat ein Verfahren folgt wenn es überhaupt eins gibt.
Die Kids fühlen sich in Sicherheit: "Mir passiert eh nix..."

Wenn sie dann vorm Richter stehen heisst es: "Oh ja das war vor über einem Jahr ... Ich hab mich doch geändert :löl: ... und die Tante von der Jugendgerichtshilfe stellt ihm eine positive Sozialprognose aus, weil er einen Tag vor der Verhandlung ein nettes 5-Minuten Gespräch mit ihr hatte. :depp:
Der Richter macht dann DUDU und setzt 20 Sozialstunden obendrauf und fertig.
Unsere Erfahrung mit dem Jugendamt ist leider total katastrophal.

Wenn er euch regelmäßig beklaut, und Reden nicht hilft, geht zur Polizei und erstattet Anzeige!
Ich habe es damals nicht gemacht und später bereut.
Wenn mehrere Anzeigen Vorliegen wird evtl. sogar mal ein Verfahren eröffnet und nicht eingestellt. Vom Richter gibt's dann eine Ermahnung :gelb: und ggfs. ein paar Sozialstunden.
Manchmal hilft's.

Bei uns ist erst wirklich was passiert, nachdem die Karre so richtig gegen die Wand gefahren war und der Erste auf der Strasse liegen blieb. :mad:

Viel Glück!
 
Gut, Zeit mich mal wieder zu Wort zu melden.

Ich hab mir jetzt mal ein paar Meinungen angehört, teilweise interessant, teilweise informativ und zu einem sehr kleinen Teil auch etwas verletzend (was die "Eriehungsschwäche" angeht).

Im Moment bessert sich die Lage mit meinem Bruder scheinbar ein wenig. Heute haben wir ein wenig zusammen gelernt und werden das wohl in Zukunft auch öfters tun, trotz meines ausgefüllten Tagesplans (der zu 90% aus Bundeswehr besteht).
Wir warten jetzt erstmal ab, was so passiert und sehen dann wie sich die Sache mit meinem Bruder entwickelt.
Sollte es jedoch mal mit ihm zu sehr in die Extreme schlagen, werden (in erster Linie) sich meine Eltern ein wenig über eure Vorschläge schlau machen (was aber hoffentlich nicht nötig sein wird).

Ich bedanke mich dann mal soweit.


Bluedragon


P.S.: Kann geclosed werden, da jetzt wohl nur noch dasselbe kommen dürfte.
 
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