Haushaltslage und Sozialsysteme - Wo ist der Ausweg?

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1. kannst du bitte den Link für die FAZ posten?
2. fängst du jetzt an, auf einer anderen Ebene zu argumentieren: Zuerst, und davon sind wir beide zu Beginn ausgegangen und ich habe dich auch mehrmals darauf hingewiesen, hiess es, dass die Beschäftigungszahl der Großunternehmen sich auf den Mittelstand auswirkt. Nun, lies den letzten Satz deiner FAZ Quelle einmal, geht es wieder einmal um den Gewinn der Großen. Dieses habe ich bereits im meinem vorigen Post klargestellt: Bricht der Gewinn der Großen weg, brechen auch die Gewinne der Kleinen weg. Ich warte bei dir aber immer noch auf eine Bestätigung deiner These, dass sich eine Verringerung der Beschäftigungszahlen der Großunternehmen auf den Mittelstand auswirkt?
3. Sag mal, was du als Export definierst? Wenn Waren nicht in Deutschland hergestellt werden, können sie auch nicht exportiert werden!
4. Michael Moore? Nicht dein Ernst, oder?

EDIT:
5. und wenn ich sowas schon lese: "Was den Export angeht, klar sind wir Exportweltmeister, nur was bringt das, wenn die Waren die wir exportieren nicht in Deutschland hergestellt werden."
Jetzt genügt es anscheinend schon nicht mehr, dass wir Exportweltmeister sind, jetzt wird sogar daran noch gemäkelt und ein Haken in der Statistik gesucht...
 
1) Mist, hab ich nich mehr. Habs über Google gefunden.

2) Der Satz im Post lautete : Natürlich sind die reinen Beschäftigtenzahlen der DAX-Konzerne vergleichsweise niedrig, sie haben jedoch enormen Einfluß auf die Zulieferer und den Mittelstand und dadurch wiederum auf deren Beschäftigtenzahlen. Das mag mißverständlich sein, der Passus - enormen Einfluß - bezieht sich auf die DAX-Konzerne, nicht die Beschäftigtenzahlen der DAX-Konzerne (deutsche Sprache , schwere Sprache :) )

Trotzdem wirken sich auch die Beschäftigtenzahlen der DAX-Konzerne direkt auf den Mittelstand aus. Beispiel Wolfsburg. Die Stadt ist ums Auto gebaut. Wenn VW in Wolfsburg Stellen streicht, betrifft das direkt die Stadt und alles was dranhängt. Du glaubst doch nicht wirklich das es keine Auswirkungen auf den Mittelstand hat, wenn der größte Arbeitgeber der Region zumacht ??

3) Leider doch. Es werden Teile billig im Ausland produziert und aufgekauft, in Deutschland endmontiert, mit "Made in Germany" versehen und teuer verkauft. Das ganze nennt sich dann "Export" bringt aber dem deutschen Arbeitnehmer gar nix.

4) Doch in dem Fall schon. Es dreht sich ja nicht um dessen politische Ansicht. Der erste Film war einfach nur eine Doku über den Verfall einer Stadt in der der Hauptarbeitgeber dichgemacht hat.

Edit: was bringts mir wenn ich Exportweltmeister bin die Waren jedoch nicht in Deutschland hergestellt werden. Welchen Vorteil hat der deutsche Arbeitnehmer davon. GAR KEINEN. Nur die Unternehmen verdienen daran. Und das steigende Unternehmensgewinne nicht gleichbedeutend mit steigenden Beschäftigtenzahlen sind, das sollten mittlerweile wirklich alle verstanden haben.
 
1) -

2) Du sprichst doch wieder von Extremen! Natürlich, wenn VW komplett dichtmacht, geht es bergab. Wenn VW aber 20.000 entlässt, hat das auf den Mittelstand kaum Auswirkungen. Wie gesagt, wenn in einem Dorf mit 100 Einwohnern ein Mittelständler mit 30 Angestellten Pleite geht, bricht dort auch alles zusammen. Das sind Extrembeispiele!

3) Es bringt dem Arbeitgeber insofern etwas, dass es weiterhin in Deutschland Arbeitsplätze gibt, denn jemand muss "endmontieren", jemand muss "einpacken", jemand muss "verschiffen" und jemand muss "abrechnen". Die Deutschen finden immer ein Haar in der Suppe. Ich nenn dir mal wieder ein Extrem: Alle Deutschen Unternehmen verlagern ihren Hauptsitz komplett ins Ausland. Dann ist Deutschland kein Exportweltmeister mehr - aber was hat das für zusätzliche Auswirkungen? Genau, Jobs, die nur in Deutschland ausgeführt werden können, verschwinden ebenfalls. Also, solange Deutschland Exportweltmeister ist, bringt es auch etwas für deutsche Arbeitnehmer.

4) Ich kann dir eine Doku von verschiedenen Unternehmern zeigen, warum sie ins Ausland gehen "mussten"...das ist doch alles total einseitig und populistisch dargestellt!

Noch einmal: Es bringt dem deutschen Arbeitgeber etwas, dass Deutschland Weltmeister ist, denn getreu dem Motto "es könnte alles noch viel schlimmer kommen", sichern deutsche Exporte Arbeitsplätze. Du denkst nur an die Arbeitsplätze der fertigenden Industrie, die nachgelagerten Arbeitsplätze in der Verwaltung und Logistik gehen weiterhin von Deutschland aus.
 
20.000 Beschäftigte zu entlassen hat keine Auswirkungen auf den Mittelstand :confused: .


Nehmen wir nen Durchschnittslohn von 3000 EU. 3000 x 20000 = 60 MIO EU Monatlich !!! Gehen wir davon aus, dass durch die Arbeitslosigkeit mal nur 50 % dieser Kaufkraft wegfallen, dann reden wir hier von einem Kaufkraftverlust in der Region von 30 MIO x 12 = 360 MIO jährlich. Das hat m. E. ganz schön
Auswirkungen auf den Mittelstand. Ich meine 360 MIO EU haben und nicht haben da muss ne alte Frau lange für stricken.

Mit Extrembeispielen hat das gar nix zu tun. Schau dir doch mal den Osten an, wie der ausblutet wenn ein Arbeitgeber aus der Region weggeht.

Was die Exportproblematik angeht streiten sich die Gelehrten. Wenn du Lust hast, lies hierzu mal "Die Basar-Ökonomie. Deutschland Exportweltmeister oder Schlußlicht". Ist recht interessant. Es gibt Wirtschaftswissenschaftler die diese Thesen bejubeln bzw. verteufeln. Wie schon gesagt da streiten sich die Gelehrten.

Ganz schön hart schrieb:
4) Ich kann dir eine Doku von verschiedenen Unternehmern zeigen, warum sie ins Ausland gehen "mussten"...das ist doch alles total einseitig und populistisch dargestellt!

Kann ich offen gesagt jetzt nicht nachvollziehen. Was hat das mit dem Thema Auswirkung von Arbeitsplatzabbau bei Großkonzernen auf den Mittelstand zu tun :confused:
 
rolfie schrieb:
Nehmen wir nun Durchschnittslohn von 3000 EU. 3000 x 20000 = 60 MIO EU Monatlich !!! Gehen wir davon aus, dass durch die Arbeitslosigkeit mal nur 50 % dieser Kaufkraft wegfallen, dann reden wir hier von einem Kaufkraftverlust in der Region von 30 MIO x 12 = 360 MIO jährlich. Das hat m. E. ganz schön
Auswirkungen auf den Mittelstand.

Da sind aber wieder ganz schön viele Variablen in deiner Berechnung!
Sind das bei dir €3000 netto oder brutto? Wenn es netto ist, ist es viel zu hoch, wenn es brutto ist, ist das nicht der Kaufkraftverlust. Der würde dann bei ungefähr €2000 liegen. Ferner gehts du von einer absoluten Arbeitlosigkeit aus, auch das muss nicht eintreffen, beziehst keine Abfindungen mit ein. Ferner ist es gewiss ungewöhnlich, in nur einer Region 20.000 Leute zu entlassen.

rolfie schrieb:
Mit Extrembeispielen hat das gar nix zu tun. Schau dir doch mal den Osten an, wie der ausblutet wenn ein Arbeitgeber aus der Region weggeht.

Und, wer blutet denn im Osten aus? Die Großunternehmen (die nebenbei erwähnt sowieso nie da waren) oder der Mittelstand? Genau, der Mittelstand bricht weg und nicht ein paar Großunternehmen!

Was die Exportproblematik angeht streiten sich die Gelehrten. Wenn du Lust hast, lies hierzu mal "Die Basar-Ökonomie. Deutschland Exportweltmeister oder Schlußlicht". Ist recht interessant. Es gibt Wirtschaftswissenschaftler die diese Thesen bejubeln bzw. verteufeln. Wie schon gesagt da streiten sich die Gelehrten.

Ich kenne das Buch genauso wie Herrn Sinn. Alleine Herrn Sinns Ansichten sind teilweise schon hoch fragwürdig.

Kann ich offen gesagt jetzt nicht nachvollziehen. Was hat das mit dem Thema Auswirkung von Arbeitsplatzabbau bei Großkonzernen auf den Mittelstand zu tun :confused:

Es soll sagen, dass die Darstellungen von Herrn Moore zum größten Teil populistisch dargestellt werden, da seine Absicht klar ist und seine Meinung absolut subjektiv ist. GM hätte genauso in der Nachbarstadt eine Fabrik für 30.000 Angestellte bauen können, das hätte er sowieso nicht erwähnt. Insofern sind solche "Dokus" immer mit gröter Vorsicht zu geniessen.
 
Ganz schön hart schrieb:
Und, wer blutet denn im Osten aus? Genau, der Mittelstand bricht weg und nicht ein paar Großunternehmen!


Es soll sagen, dass die Darstellungen von Herrn Moore zum größten Teil populistisch dargestellt werden.



" 60.000 Entlassungen später ist vom Glanz der Auto-Stadt nicht viel geblieben. Ganze Stadtteile verfallen, halbe Straßenzüge stehen zum Verkauf. "
Link : http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=e&ressort=eo&id=524755&gesamt=true

Wäre schön wenns nur Populismus von Mr. Moore wäre.

" In den vergangenen zehn Jahren hat sich die ostdeutsche Unternehmenslandschaft grundlegend verändert. Aus einer eher großbetrieblich strukturierten Wirtschaft mit Schwergewicht Industrie ist ein vorwiegend kleinbetrieblich dominierter Wirtschaftsraum mit schwacher industrieller Basis geworde" Link: http://www.linksnet.de/artikel.php?id=109

"Neben den verlängerten Werkbänken ist ein Heer mittelständischer Betriebe entstanden, die auf schwachen Beinen stehen. Gerade das Fehlen selbständiger Großbetriebe in Ostdeutschland wird zur Achillesferse für den Mittelstand" Link: DIE ZEIT http://zeus.zeit.de/text/archiv/1998/22/treuhand.txt.19980520.xml

Nicht der Mittelstand bricht im Osten weg, sondern die Großindustrie.
 
Entschuldige, aber irgendwie drehst du dich doch im Kreis? Der Atrtikel der Zeit ist von 1998 (!). Zum anderen steht in den Artikeln nicht, dass die Großindustrie im Osten wegbricht, sondern dass sie gänzlich fehlt - eine Tatsache, die ich bereits in meinem vorherigen Post klargestellt habe. Wenn etwas nicht da ist, kann es auch nicht wegbrechen - logisch, oder? Im Osten gibt es nur den Mittelstand!

Und bevor wir hier uns weiter im Kreis drehen:
In Deutschland sind – wie in fast allen Industrieländern – mehr als 99 % aller Unternehmen dem Mittelstand (bzw. den kleinen und mittleren Unternehmen, KMU) zuzurechnen. Sie produzieren knapp die Hälfte der Bruttowertschöpfung des Unternehmenssektors. Zentrales
qualitatives Merkmal ist die Identität von Eigentümer und verantwortlichem Management. Klein- und Kleinstunternehmen – darunter faktisch alle Gründungen und die meisten jungen Unternehmen – gehören ebenso dazu wie größere Unternehmen mit mehreren hundert Beschäftigten und einer führenden Position auf dem Weltmarkt. Sie sorgen in ihrer Vielfalt für
wirtschaftliche Stabilität und sind integraler Bestandteil einer ausgewogenen Unternehmensgrößenstruktur, die den Strukturwandel erleichtert, Innovationen befördert und damit letztlich zu mehr Wachstum und Wohlstand in einer Ökonomie beiträgt.
Quelle: IFM, Bonn

99,8% der Unternehmen in der EU haben weniger als 250 Beschäftigte. Dort sind 74 Millionen Menschen beschäftigt. Zum 30.6.2003 gab es in Deutschland 2,1 Millionen Betriebe. Davon beschäftigten 1,7 Millionen, also 80 %, weniger als zehn sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter, lediglich zehn Prozent hatten 20 oder mehr Mitarbeiter/innen. Nur 4.766, also nur 0,2 %, waren Großbetriebe mit mehr als 500 Beschäftigten. Mit anderen Worten: 99,8 Prozent der Betriebe, also fast alle, sind klein oder mittelgroß!
Doch der Mittelstand dominiert nicht nur die Zahl der Betriebe, bei ihm stehen auch die meisten Beschäftigten in Lohn und Brot: 21;2 Millionen von insgesamt 27 Millionen. Das sind 78,5%.
Quelle: VDE

Der Mittelstand - Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft wird vor allem durch rd. 3,4 Millionen kleine und mittlere Unternehmen und Selbständigen in Handwerk, industriellem Gewerbe, Handel, Tourismus, Dienstleistungen und Freien Berufen geprägt. Mittelstandspolitik berührt damit die Interessen der überwiegenden Zahl aller am Wirtschaftsprozess Beteiligten. Mittelständische Unternehmen

* Stellen 99,7 % aller Unternehmen in Deutschland dar,
* Tätigen 40,8 % aller steuerpflichtigen Umsätze,
* Bieten 70,2 % der Arbeitsplätze an und
* Bilden 81,9 % aller Lehrlinge aus.
Quelle: BMWI
 
Der Artikel vor dem Zeitartikel bezieht sich darauf dass dass die Großindustrie seit 1991 bis heute kontinuierlich aus Ostdeutschland verschwunden ist. Der Zeitartikel von 98 ist im Kontext mit der ersten Artikel zu sehen.

Es bestreitet doch kein Mensch das der Mittelstand der Jobmotor der deutschen Wirtschaft ist. Andererseits betreitet aber wohl auch niemand dass der Mittelstand auf die Großindustrie angewiesen ist, da diese Dinge leistet die der Mittelstand nicht leisten kann. Beide sind nunmal aufeinander angewiesen.

Aber schluß jetzt mit dem Hickhack.


Back to the roots. Wo ist der Ausweg aus der Misere ?

Bleiben wir doch mal beim Mittelstand. Ein Grundproblem unserer Wirtschaft heute ist zweifellos die seit viele Jahren schlechte, vernachlässigte ja teilweise nicht vorhandene Mittelstandspolitik bzw. - förderung. Das beginnt bei dem Bürokratiemarathon den ein Mittelständler absolvieren muß, geht über den Kündigungsschutz und endet bei der miserablen bis nicht vorhanden Bereitschaft der Banken Mittelständlern Kredite zu geben.

Was kann man tun ?

1) Bürokratie abbauen - Genehmigungsprozesse beschleunigen - Verordnungen entschlacken

2) Kündigungsschutz lockern für Betriebe bis 20 Beschäftigte

3) Risikokapital bereitstellen. Wenn die Banken das nicht gebacken kriegen, dann eben über Staatsanleihen mit guter Verzinsung für die Bürger und moderatem Zinssatz für die kreditnehmenden Mittelständler.
 
Jeder sagt immer großmütig, dass Reformen her müssen, aber sobald es einen selbst betrifft (zB weniger Lohn, längere Arbeitszeiten) fängt das große Gejammere an. Genau das ist das Problem!! Die Leute müssen erkennen, das jeder Einzelne Einschnitte ertragen muss. Aber solang die Gewerkschaften einen solchen sturren Kurs fahren, sind wir weit davon entfernt.. .
 
Poweramd schrieb:
Aber solang die Gewerkschaften einen solchen sturren Kurs fahren, sind wir weit davon entfernt.. .

Die Gewerkschaften müssten einen viel stureren Kurs fahren. Die Arbeitnehmer sind doch in den letzten Jahren den Arbeitgebern immer mehr entgegengekommen und was ist das ERgebnis??

Und in einigen Firmen haben die Arbeitnehmer auf Lohn verzichtet und unbezahlte Überstunden geschoben und anschließend wurde die Produktion in den Osten verschoben.

Und das Perverse ist, mit unseren Steuergeldern und den daraus resultierenden EU-Mitteln wird der Aufbau der INfrastruktur in Polen finanziert, worauf dann in Polen billige Baugrundstücke für Industrieansiedlungen angeboten werden.
 
Genau zu diesem Thema hat EU-Kommissar Verheugen diese Woche in "Berlin Mitte" gesagt, kein anderes Land würde von der EU-Osterweiterung so profitieren wie Deutschland. Die Arbeitnehmer wird er damit nicht gemeint haben.
 
sasch.chem schrieb:
Die Arbeitnehmer wird er damit nicht gemeint haben.

Genau so sehe ich das auch. Es werden daran die verdienen, die es eigentlich nicht nötig haben, nämlich einige große Firmen und die Besserverdienenden. Auf der Strecke bleiben die Schlechterverdienenden oder die, die keine Arbeit haben.

Es kann doch nun wirklich keiner glauben, dass es den deutschen Arbeitern besser geht, wenn ihre Jobs nach Polen oder noch weiter ostwärts abwandern.
 
@poweramd
Hmmm, Dein Beitrag zeigt nur Deine Unwissenheit bzgl. der Gewerkschafts-/Tarifgeschichte korrelierend zum Wirtschaftswachstum der BRD.
Zeige mir 3 freiwillige Lohnerhöhungen innerhalb eines Jahres von Unternehmensverbänden seit den 50er Jahren und ich revidiere meine Meinung :D
Im besten Fall - 60er/70er Jahre - hat es rel.wenige bzw. keine Verhandlungen bei Tarifauseindersetzungen gegeben und es wurde von den Verbänden mal nicht so stark gejammert, dass es ihnen schlecht gehe.
Das Jammern gehört nun mal zum "Geschäft" ;) , man sollte grundsätzlich auch bei dieser Klientel derartig "menschliche" Verhaltensweisen immer mit einbeziehen.
poweramd schrieb:
Die Leute müssen erkennen, das jeder Einzelne Einschnitte ertragen muss.
Sehr richtig :D
Nur, - manche scheinen "Einzelner" als Andere zu sein ;) - wieso schließt dies denn zumeist (relativ gesehen) Lohneinschränkungen Besserverdienender, stärkere Besteuerung von Groß-Unternehmen, Vermögenden, Aktionäre etc. (z.B. Vermögens- Erbschaftssteuer etc.) aus.
Allein bei einer Angleichung o.g. Punkte an z.B. die britischen Steuersätze würden dem Staat Mehreinnahmen in Höhe von ca. 60-70 Milliarden € zufliessen.
Höchst seltsam, dass dort die Drohgebärde Arbeitsplätze ins Ausland zu transferieren auch nicht stärker wahrgemacht wurde als im übrigen Europa.

Ansonsten zu "Ganz schön hart" und "rolfie", Hallo ihr beiden ;), i.P. spielt ihr Euch die schlüssigen Argumente doch ganz gut zu :D
Die Großindustrie im Osten wurde gewinnmaximiert nach der Wende abgewickelt und weitgehend abgebaut, soweit sie nicht in Ausnahmefällen "profitabel" weitergeführt werden konnte.
Hierzu ist die "Abwicklung" durch die "Treuhand"gesellschaft ein - vllt. in der Zukunft erkanntes und offengelegtes - bitterböses Kapitel in der neuen deutschen Wirtschaftsgeschichte.
Das hierunter notwendigerweise der Mittel-/Unterbau (Mittelstand etc.) gelitten hat, ist sowohl von rolfie als auch G.sch.h dezidiert dargestellt worden. Ein Neuaufbau braucht nach einem derartigen Ausverkauf (siehe auch Leuna-> Kohl u.a. Beispiele) ein bzw. bei der augenblicklichen Situation vmtl. mehrere Jahrzehnte.
Das in der Zwischenzeit die beruflich qualifierte Basis wegbricht bzw. garnicht ausgebidet wird, verzögert zudem die positiven Entwicklungen im Gross- und größeren mittelständischem industriellen Bereich, wie sich ja z.B. gerade beim BMW-Projekt in Sachsen wieder deutlich gezeigt hat; dort wurden qualifizierte Fachkräfte aus dem Westen "importiert".

Auf Kaufkraft bezogen heisst dies doch ganz klar....sie ist bei derartigen Entwicklungen schlichtweg nicht bzw. kaum vorhanden !
Profitiert hat der Osten zweifellos von EU und Soli-beiträgen, nur...was nützt die neueste, beste Infrastruktur, wenn der Überbau nicht mehr bzw. noch nicht wieder vorhanden ist ?
 
finde das ganze hier wir dein wenig zu speziell und geht zu sehr ins Detail... Ich denke, hier soll man nicht über einzelne Unternehmen, ob jetzt Konzerne oder mittelständische Betriebe reden, sondern die Frage dieses Threads beschäftigte sich mit den leeren Staatskassen und maroden Sozialsystemen.
Meiner Meinung nach sollte man nicht die ganze Schuld anderen zuschieben, weder der Globalisierung noch Großaktionären oder gar anderen Ländern. Fakt ist, dass Westdeutsche Sozial- und Haushaltssystem baute auf einem Wirtschaftswachstum von ca. 10% auf, die in den 50er bis Anfang der 70er auch der Realität entsprachen, aber ab da, stellte man fest, dass die Systeme mit steigender Bevölkerung und weniger Wachstum einfach nicht zu finanzieren waren, aber getan hat sich damals nichts. Als dann 89 noch die Wiedervereinigung hinzukam war es natrülich der soziale Kollaps für Deutschland, von dem wir uns noch immer erholen müssen.
Ich denke, man sollte sich vielmehr an die eigene Nase fassen, kann verstehen, wenn man sieht, ein Unternehmen macht zum Beispiel einen super Gewinn und entlässt dann 2000 Arbeitnehmer, aber diesen krassen Effekt gibts auch nur bei Großkonzernen, die natürlich dementsprechend viele Mitarbeiter beschäftigen. Diese Unternehmen sind meistens an der Börse und müssen auf das Prinzip Angebot und Nachfrage reagieren. Aber ob da immer ein Entlassungwelle zu Gunsten einer Gewinnmaximierung das richtige Mittel ist gilt es doch wenigstens kirtisch zu beleuchten. Vor allem wie weit kann sich diese Spirale noch hochdrehen?

Vielleicht noch was zum Thema Industrieabwanderung nach Osteuropa. Viele deutsche Arbeitsplätze gibt es de facto nur noch wegen Fabriken in Osteuropa. Kann hier aus eigener Erfahrung berichten. IN meiner Heimatstadt gibt es einen Betrieb der Stoffe und ähnliches herstellt zum Beispiel für Windeln und teilweise auch für die Automobilindustrie. Das Unternehmen beschäftigt hier knapp 800 Menschen udn ist einer der größten Arbeitgeber hier. Nun wurden vor 10 Jahren bereits ein Werk in Tschechien gebaut, das gemaule war groß, die machen unsere Arbeitsplätze kaputt und der gleichen war zu hören. Nur hier hat man der BEvölkerung ziemlich schnell gezeigt, warum von ehemal 1200 "noch" 800 und nicht "nur noch" 800 Mitarbeiter da sind. Das Werk in Tschechien hält dem ganzen Betrieb in den schwarzen Zahlen. Hier wird die einfache Produktion der Standardsachen gemacht, die in Deutschland viel zu teuer zu produzieren sind, aber in Deutschland wird an neuen Hightec Stoffen entwickelt und mit Fachkräften und neunen Maschinen werden diese auch produziert. Ich denke, dass zeigt mal das Ganze auch von einer anderen, kaum wahrgenommenen Seite.
Dieses Beispiel hat auch der schon vorher zitierte EU Komissar Verheugen gebracht, der meiner Meinung nach eine gute Figur bei Berlin Mitte gemacht hat, hätte ich ihm nicht zugetraut.
 
M0rzi schrieb:
Hier wird die einfache Produktion der Standardsachen gemacht, die in Deutschland viel zu teuer zu produzieren sind, aber in Deutschland wird an neuen Hightec Stoffen entwickelt und mit Fachkräften und neunen Maschinen werden diese auch produziert. Ich denke, dass zeigt mal das Ganze auch von einer anderen, kaum wahrgenommenen Seite.

Das ist das Traurige, dass die Poitik und die Wirtschaft dadurch, dass sie die Medien fest in der Hand halten, die Bevölkerung überzeugt hat, dass dieser Unsinn stimmt.

Das diese Firma noch ein paar Arbeitsplätze hier in Deutschland lässt, liegt doch nur daran, dass diese Arbeiten im Osten nicht mir der ausreichenden Qualität erledigt werden können. Diese Firmen wurden mit der Arbeitskraft unserer Arbeiter aufgebaut. Unsere Fachkräfte haben ihr Wissen in die Firma eingebracht und sie groß gemacht. Und das wird jetzt einfach beiseite geschoben und auf dem Rücken der Arbeitnehmer werden die Gewinne der Arbeitgeber und der Aktionäre maximiert.

Ich verstehe nicht, dass so viele so tun, als ob die Arbeitgeber aus reiner Menschlichkeit überhaupt noch deutsche Arbeitnehmer beschäftigen. Überlegt einmal, wer die Firmen aufgebaut hat.
 
Also ist es in Deutschland nicht zu teuer zu produzieren? Warum gehen die Unternehmen dann ins Ausland? Du hast die Weisheit echt mit Löffeln gegessen, was? :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
 
McKilroy schrieb:
Das ist das Traurige, dass die Poitik und die Wirtschaft dadurch, dass sie die Medien fest in der Hand halten, die Bevölkerung überzeugt hat, dass dieser Unsinn stimmt.


Sowas zu behaupten finde ich irgendwie nicht richtig und zudem rechthaberisch. Ich denke man kann sowas schon objektiv beurteilen und muss nicht nur anderen die Schuld geben so wie du das machst. Aber das ist das was ich in meinem Thread eigentlich als Kernaussage rüberbringen wollte. Man muß das Ganze auch wirklich als Ganzes sehen und nicht nur aus einer verbohrten Mindermeinung heraus...


McKilroy schrieb:
Das diese Firma noch ein paar Arbeitsplätze hier in Deutschland lässt, liegt doch nur daran, dass diese Arbeiten im Osten nicht mir der ausreichenden Qualität erledigt werden können

Aber genau das ist der springende Punkt, mit dem wir usn von den anderen abheben, gerade von Osteuropäischen Ländern, die mit uns zusammen in der EU sind...sollen wir das etwa auch aufgeben im nationalen Interesse? Schwachsinn!!! Die EU und auch die Osterweiterung sind eine große Chance für Deutschland sich innnerhalb der Union als Hightechland, Innovationsträger und Führungsland zu etablieren, aber alles was wir hinbekommen ist anscheinend zu sagen "Nein, wir wollen weiterhin billige, industrielle Standardgüter hier produzieren, weil damit der Reibach zu machen ist!" Da sag ich nur Zoooooonk falsche gehts leider kaum in diesem Land.
 
Morzi,

dein zweiter Teil ist genau das, was ich hier seit ein paar Monaten verteidige. Andere Länder können nun einmal günstiger produzieren und daher ist es vollkommen klar, dass Unternehmen abwandern. Der Wettbewerbsvorteil, den Deutschland bisher immer hatte und nun durch falsche Politik zu verlieren droht, ist Qualität und Wissen. Doch das verstehen viele User in diesem Forum nicht.
 
M0rzi schrieb:
Aber genau das ist der springende Punkt, mit dem wir usn von den anderen abheben, gerade von Osteuropäischen Ländern, die mit uns zusammen in der EU sind...sollen wir das etwa auch aufgeben im nationalen Interesse? Schwachsinn!!!

Hat das hier jemand behauptet??

Scheinbar verstehen hier einige überhaupt nicht, worum es geht. Es geht darum, dass die großen Konzerne ohne Rücksicht auf Verluste die Menschen ausnützen. Und zwar nicht nur uns, sondern auch die Menschen in den Ländern im Osten oder in der dritten Welt. Die Firmen sind durch uns und unsere Eltern großgeworden und stehlen sich jetzt aus jeglicher Verantwortung zugunsten einer Gewinnmaximierung, die dann wiederum nur wenigen zu Gute kommt.

Und Ganzschönhart versteht überhaupt nicht, dass es nicht darum geht, was vielleicht aus Sicht einzelne Bonzen richtig ist, sondern was für die Menschen richtig ist. Aus der Sicht von Ganzschönhart hatten ja dann auch die Diktatoren im Altertum oder im MIttelalter Recht gehabt. Denn sie haben ja konsequent ihr Ziel verfolgt und ihren Reichtum maximiert.
 
McKilroy schrieb:
Und Ganzschönhart versteht überhaupt nicht, dass es nicht darum geht, was vielleicht aus Sicht einzelne Bonzen richtig ist, sondern was für die Menschen richtig ist. Aus der Sicht von Ganzschönhart hatten ja dann auch die Diktatoren im Altertum oder im MIttelalter Recht gehabt. Denn sie haben ja konsequent ihr Ziel verfolgt und ihren Reichtum maximiert.

Auf solch ein lächerliches Argument brauche ich wohl nicht einzugehen :rolleyes:

Und du verstehst immer noch nicht, dass es nicht an den "Bonzen" liegt, sondern am System. Anstatt hier endlos darüber zu palavern, dass "die da oben" böse, böse sind und nur an sich und nicht an die Menschen denken, solltest du mal überlegen, warum sie so handeln (können) und warum sie es z.B. in der DDR nicht konnten. Schliesslich wirst auch du zu dem Schluss kommen müssen, dass es nicht an denen, sondern an ihren Handlungs- und Spielräumen liegt, die sie vollkommen legal ausnutzen können. Irgendwann, es mag etwas dauern, aber irgendwann wirst auch du verstehen, dass die "Bonzen" nicht die Bösen sind, sondern die Politiker und Rechtssprecher. Die Bonzen haben nur ein Ziel, wofür sie bezahlt werden. Du magst das falsch finden und verdammen, das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sie für moralisches Verhalten nicht bezahlt werden. Da kannst du auch auf den Tisch springen und schreien, dass es Scheiße ist, das wird aber nichts an der Situation ändern. Einschränkungen per Gesetz regeln die Moral, nicht das Gewissen...
 
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