Haushaltslage und Sozialsysteme - Wo ist der Ausweg?

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Die Diskussion ist allgegenwärtig. Im Bundeshaushalt klafft ein gewaltiges Loch, und die Sozialsysteme werden von Jahr zu Jahr vor dem Zusammenbruch gerettet. Arbeitslosenhilfe, Rente, Krankenversicherung: Wie lassen sich diese Systeme reformieren? Was ist angemessen und zumutbar? Wo sollte der Staat sparen, und wo nicht? Eure Meinung ist gefragt. Ich möchte erstmal ein par Meinugen hören, und hake dann gerne ein.

Na okay: Ich finde, wir haben ein Verteilungsproblem. Die Zeiten der Vollbeschäftigung sind endgültig vorbei, und angesichts der ungezügelten "Globalisierung" wird man sich eher auf mehr als weniger Arbeitslose einrichten müssen. Es gilt, ein System für eine langfristige Grundsicherung für Arbeitslose zu schaffen. Dazu muß eine Vermögenssteuer her, Subventionen müssen gestrichen werden, Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Jeder, der Vollzeit arbeitet, muß auch davon leben können. Das ist gerade im Osten nicht mehr der Fall. Ich bin für einen gesetzlichen Mindestlohn und für eine Arbeitszeitbegrenzung (40Std./Wo.).
Kranken- und Rentenversicherung müssen dringend umgebaut werden. Der Generationenvertrag funktioniert nicht mehr. Der Staat sollte eine Grundsicherung für beides gewährleisten (Rente auf ALG II-Niveau, normale Kassenleistungen). Darüber hinaus sollte jeder selber vorsorgen, da haben glaube ich alle mehr davon. Jeder sollte einen Pflichtbeitrag zur Krankenversicherung zahlen müssen, auch die Privatversicherten. Wer das Geld hat, kann sich Zusatzleistungen extra privat versichern lassen.

Das waren im Groben so meine Vorstellungen. Jetzt seid Ihr gefragt.
 
MOD-HINWEIS:

Da in den Politik-Foren-Regeln ausdrücklich geschrieben ist, dass jeder Threadstarter auch eine Meinung mit in seinen Beitrag schreiben muss, bitte ich dich dies bitte auch noch zu machen. Des weiteren wäre vielleicht eine Quelle mit einem Bezugstext nicht schlecht. Also einfach nochmal kurz die Regeln lesen und schon kann es los gehen...

greez duplex
 
Das unser Haushaltsloch irgendwie gestopft werden muss ist , so denke ich, allen klar. Und das auch jeder von uns einen Beitrag dazu steuern muss eigentlich auch.
So muss ich Dir erstmal zu Deinen genannten Punkten Recht geben.
Was mich wütend macht ist die Tatsache, das die Jahrelangen Fehlentscheidungen und Fehlinvestitionen der Politiker wieder der kleine Bürger ausmerzen muss. Das kotzt mich so an. :würg: , äh oder besser aus.

Zu Deinen Punkten möchte ich aber noch zwei weitere hinzufügen.

Zum ersten möchte ich versuchen den ersten so sensibel wie möglich zu behandeln und kann nur hoffen das man mich nicht falsch versteht. Auch möchte ich gleich vorne weg stellen, das ich kein Ausländerfeind bin.
Aber ich finde, das unsere Gesetze ähnlich Kanada usw. geändert werden müssten. In unseren Staat kann jeder von irgendwoher kommen und bekommt absofort noch Geld & ne Wohnungseinrichtungvom Staat gestellt. Tatsache ist und hier ein Beispiel aus meiner Nähe. Dunkelhäutige Frau bezieht Wohnung und bekommt Möbel & Kohle vom Staat. Möbel werden ausgeräumt und sie zieht mit ihrem Freund zusammen. Wohnung wird als Schein behalten, logisch, dafür gibts ja auch noch Geld. Job oder ähnliches Fehlanzeige.
Ich habe mit Hitlers Verbrechen nix zu tun und bin ganz einfach der Meinung, das alle Ausländer, ausser die natürlich hier arbeiten und auch hier ihren Beitrag dazusteuern, ganz einfach 0 Cent bekommen sollten. :rot: Für Schmarotzer leider nur die rote Karte!
Mitterweile ist es ja schon so, das hierher jeder kommen kann und Geld bekommt, der schon nen "Deutschen Schäferhund" hat. :mad: :mad: :mad: :mad:
Und ne Oma, die hier für diesen Staat Jahrelang den Buckel krumm gemacht hat muss noch zur "Tafel" gehen, weil hier das Geld falsch investiert wird.
Darüber könnte ich mir hier schon wieder stundenlang auslassen und merk schon wieder, wie ich nen dicken Hals kriege. :mad:

Ich hoffe das ich mich so ausgedrückt habe wie ich es meine und das es auch so rübergekommen ist. Ich will damit keinen Ausländer zu Nahe treten oder irgendwie damit beleidigen.

Zum zweiten wäre ich für ne Autobahnmaut für alle. In jeden Land muss ich zahlen nur hier kann jeder umsonst fahren. Natürlich sollte hier der Deutsche Bürger dafür anderweitig entschädigt werden zB. Minderung der Kraftfahrzeugsteuer.

Danke, ich hab mich ausgelassen.
 
Hallo,
unser Problem ist wohl weniger , dass Ausländer unsere Sozialkassen plündern, sonder die beängstigende Radikalisierung unser Marktwirtschaft :mad:
Rendite, Profit, Shareholdervalue bestimmen unternehmerisches Handeln. Je höher die gewinne, desto mehr Jobs gehen nach Polen, damit das Niveau gehalten werden kann. Die Auswege aus der krise machen uns große Unternehmen vor: Die Löhne müssen runter (deutlich), Weihnachtsgeld pp. muß gestrichen werden, weniger Urlaub und als Ausgleich längere Arbeitszeiten und wenn die Gewerkschaften dagegen protestieren, gehen die Jobs eben nach Polen :bä: Und daran wird keine Politiker etwas
ändern :(
Nebenbei bemerkt sollten natürlich jegliche bezieher von Sozialleistungen, wo es keine Zukunftsperspektive gibt (abgelehnte Asylbewerber, Wirtschaftflüchtlinge , straffällige Ausländer , Sozialbetrüger und Mehrfachkassierer in ihre Heimatländer umgehend abgeschoben werden)
Aber das ist ein Tabu in Deutschland:confused:
 
Das ist einfach eine notwendige Konsequenz des Kapitalismus. Effizienzmaximierung, und Gewinnmaximierung. Bald leben wir in einer Gesellschaft wo man nicht mehr denken kann: Jeder muss arbeiten, dann geht es uns gut. Arbeit war einst eine Leistung des Menschen um sich selber zu nähren, ein Dach über dem Kopf zu haben etc. Heute existiert der Mensch für die Arbeit, ist Mittel zum Zweck. Die Politik ist doch schon lange die Marionette der Wirtschaft, es werden keine Visionen umgesetzt, sondern es wird alles möglichst wirtschaftsfreundlich gestaltet. Immer mit dem Willen mehr Arbeitsplätze zu schaffen, was jedoch vor der harten Realität keinen Bestand hat: Kein Unternehmer stellt ein wenn er es nicht muss. Die Politik fordert einfach die Pflicht der Wirtschaft gegenüber ihrer Gesellschaft nicht ein. Die Wirtschaft profitiert von der Infrastruktur, dem Bildungswesen, einfach allem was die Gesellschaft aufgebaut hat, entsteht aus ihr, aber gibt ihr nichts zurück. Statt dessen verlagert sie Kapital ins Ausland. Dazu kommen Managmentfehler die sich keiner eingestehen will, wo es wieder um Schwanzlänge der Vorstandsvorsitzenden geht. Und anstatt das Problem anzupacken wird solange nichts gemacht, bis man feststellt, dass ein ganzes Werk/Zweigstelle dicht gemacht werden muss. Solange die Leute ganz oben mit nahezu 0 Konsequenzen für ihr handeln zu rechnen haben wird sich daran auch nichts ändern...
 
smaug schrieb:
Werk/Zweigstelle dicht gemacht werden muss. Solange die Leute ganz oben mit nahezu 0 Konsequenzen für ihr handeln zu rechnen haben wird sich daran auch nichts ändern...
Wieso die Bosse in den Vorständen spüren doch die Konsequenz ihres Handelns :) Guck mal bei Continental, Daimler, Deutsche Bank steigende Aktienkurse und strahlende Aktionäre ist doch ne tolle Konsquenz und davon hängt deren Gehalt ab :bä:
Wahrlich ich dage Euch noch ein paar Jahre dieser Aktionärskapitalismus und alles geht kaputt, denn das Kapital der Welt ist dann auf eine immer kleinere Gruppe konzentriert und der Rest lebt am Existenzminimum :mad:
Greetings
 
Eines der Kernprobleme für die Deutsche Wirtschaft im Moment ist, dass das amerikanische "Sharholder-Value-Modell" (= Mehrung des Börsenkurses, Managementstrategie, die eine Steigerung des Unternehmenswertes in den Vordergrund sämtlicher Entscheidungen stellt) schlichtweg inkompatibel mit dem Deutschen Wirtschaftsmodell der sozialen Marktwirtschaft ist.

Leider hat sich das amerikanische System weltweit etabliert, das ganze nennt sich dann "Globalisierung".

Das System ist darauf ausgelegt Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität zu optimieren, läuft aber letztendlich weltweit auf Entlassungen hinaus, da dass die einfachste Möglichkeit ist Kosten zu sparen.

Natürlich ist die Art und Weise wie das System zur Zeit betrieben wird Schwachsinn und läuft langfristig auf Selbstmord für die Unternehmen hinaus. Leider denken die Manager im Moment nur auf Quartalsbasis, langfristige Planungen erlaubt das Modell gar nicht mehr. Als Beispiele nehm ich mal VW, Telekom und Deutsche Bank die trotz prächtiger Gewinne Entlassungen vornehmen um die Rentabilität zu steigern, oder wie es die Deutsche Bank formulierte "wir sind nicht so gut aufgestellt wie wir sein könnten" !!!!

Einen Ausweg aus der Problematik kann nur sein, dass das amerikanische Modell für die Deutsche Marktwirtschaft modifiziert wird. D.h. betriebliche Mitbestimmung, Stärkung der Gewerkschaften und vor allen Dingen Schluß mit der Gier der Vorstände und Manager. In einer Wirtschaft die auf das Wissen der Mitarbeiter angewiesen ist, bzw. sogar darauf ausgelegt ist, kann man nicht gegen die Mitarbeiter arbeiten.
 
rolfie schrieb:
Das System ist darauf ausgelegt Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität zu optimieren, läuft aber letztendlich weltweit auf Entlassungen hinaus, da dass die einfachste Möglichkeit ist Kosten zu sparen.

Natürlich ist die Art und Weise wie das System zur Zeit betrieben wird Schwachsinn und läuft langfristig auf Selbstmord für die Unternehmen hinaus.

Da sollte man sich aber einmal die Frage stellen, warum a) in den USA die Arbeitslosenquote so gering ist und b) dort dieses System bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird.

Gift, vor allem in Bezug auf die Arbeitslosenquote, wäre eine stärkere Einflussnahme von Gewerkschaften. Großbritannien hat es vorgemacht, Gewerkschaften sind das übel aller Wirtschaftssysteme. Ich habe nichts gegen betriebliche Mitbestimmung, auf keinen Fall, aber Gewerkschaften mit im schlimmsten Fall Flächentarifverträgen brechen jedem Unternehmen das Genick. Notwendig ist eine strukturelle Veränderung der betrieblichen Mitbestimmung - mehr unternehmensbezogen, weniger flächendeckend.

VW als Beispiel zu nehmen ist falsch - ich denke mal, du hast es verwechselt und meinst DC?

Und wenn du von "Wissen der Mitarbeiter" redest, dann muss (!) ich das wiederholen, was ich immer in solchen Threads sage: Die Politik muss sich ändern! Die Politik muss dafür sorgen, dass a) Manager keinen Selbstbedienungsladen verwalten und b) die Bildung gefördert wird (und zwar ohne Ende und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln), denn nur so hat Deutschland einen Vorteil gegenüber den Billiglohnländern.
 
Der wichtigste Schritt wird sicher eine Strukturreform sein, er gibt zu viele Veto-Mächte die durch die Verfassung auch noch geschützt sind. Das ist von nöten damit Deutschland wieder Reformfähig wird.
Die Personalnebenkosten für die Betriebe müssen erstmal gesenkt werden, damit wir überhaupt noch firmen in Deutschland haben.
Ich meine auch nicht das wir diesen Sozialstaat weiterhin tragen können/sollten.
Die Sozialen Leistungen des Staates sind enorm und werden trotz Subsidiaritätsprinzip vielmals ausgenutzt und darauf gepocht das Recht auf soziale Leistungen zu haben. Ich wäre für eine Basissicherung des Staates die das Existensminimum absichert, die restlichen Sicherungen sollten auf einem Markt frei zur Verfügung stehen. Das ist zwar zunächst ungerecht für die Menschen die wenig verdienen, aber auf dauer ist der Sozialstaat nicht tragbar, die ganze Wirtschaft leidet sehr darunter.
Das sind allerdings alles Maßnahmen die langwierig geplant werden müssten, um konkret jetzt was zu ändern, wäre eine Ausprägung des Subsidiaritätsgedanken von nöten, in dem man Selbsthilfe fördert durch eine Art von Belohnung oder soetwas in der Art.
 
Ganz schön hart schrieb:
Da sollte man sich aber einmal die Frage stellen, warum a) in den USA die Arbeitslosenquote so gering ist und b) dort dieses System bereits seit Jahrzehnten praktiziert wird.


VW als Beispiel zu nehmen ist falsch - ich denke mal, du hast es verwechselt und meinst DC?


Hi ganz schön hart,

es liegt ganz einfach daran dass die angelsächsische Wirtschaft eine ganz andere Wirtschaftshistorie hinter sich hat als die Kontinentalwirtschaft.

Während der Staat bei den Kontinentaleuropäern regulieren und stützend eingriff, also staatliche Einmischung als hilfreich empfunden wurde, mußte sich die angelsächsische Wirtschaft ihre Rechte gegenüber dem Staat erkämpfen. Daher wird in den angelsächsischen Ländern eine Einmischung des Staates generell als schlecht empfunden, während das deutsche Wirtschaftssystem der sozialen Marktwirtschaft diese Einmischung zwingend erfordert.

Daher geht es - anders als in USA und GB - in Deutschland nicht ohne Gewerkschaften und betriebliche Mitbestimmung.

Die niedrigere Arbeitslosenquote hat weniger mit dem Wirtschaftssystem, sondern vielmehr mit dem -in den USA faktisch nicht vorhandenen - Sozialsystem zu tun. Da heißt es nicht Hartz 4 oder Arbeit, sondern Ghetto bzw. Verhungern oder Arbeit. Und dann arbeitet man halt für 1 Dollar die Stunde bei MC Donalds (mal ganz überspitzt formuliert).

Zu VW, doch ich habe schon VW gemeint. Operatives Ergebnis 2004 vor Steuern 1,1 MRD Euro. Volkswagen rechnet in 2005 mit besserem Ergebnis da 2003 und 2004 ein schlechtes Jahr war - und beabsichtigt trotz positiver Geschäftslage Personaleinsparungen.
 
VW hat die ersten 9Monate verluste eingefahren und nur dank dem neuen Passat-Modell noch schwarze Zahlen geschrieben. Die haben jedes Auto mit Verlust verkauft über 9MOnate hinweg.
VOn diesem Gesichtspunkt aus ist es nicht vrwunderlich, dass VW einsparen will.

Ausserdem bezahlt VW weit übr Tariflohn, und der wird ja niht gerade als niedrig angesehen. Daher ist es für mich prönlich nicht verwunderlich, dass andere Firmen an ihnen vorbei ziehen. DIe sind bei VW vlt auch auf Grund des MItbesitzers Land Niedersachsen schon immer sehr viel sozialer eingestell gewesen
VW dient absolut nicht dazu, zu zeigen wie böse die MArktwirtschaft ist, sondern nur, wie verblendet ein Vorstand und Betriebsrat durch sonstige bezahlte Bordellausflüge werden kann, dass man weit mehr Personen EINSTELLT als man jemals benötigt hat.....

Staatliche Einmischung wurde meinr Meinung nach auch bei uns so gut wie nie als Hilfreich empfunden, und das gewisse bischen EInmischung das erwünscht war(KArtelamt, Rechtssicherheit, ...) gibt es IN deutschland, aber genauso übernommen von uns in Amerika.

STaatliche EInmischung ist das gar nicht, eher eine Rahmung. Einmisch ist dagegen wenn der Staat in anderer Weise eingreift, beispielsweise ohne Grund dinge wie eine Mindestabnahmepreis für Güter einsetzt. Angebot - NAchfrage würden das ganze auch von alleine erreichen.
 
ripper02 schrieb:
VW hat die ersten 9Monate verluste eingefahren und nur dank dem neuen Passat-Modell noch schwarze Zahlen geschrieben. Die haben jedes Auto mit Verlust verkauft über 9MOnate hinweg.

OK. Zu VW:

«Über das ganze Jahr 2005 schreiben wir auch in der Marke VW schwarze Zahlen», Zitat Konzernchef Bernd Pischetsrieder vom 27.12.2005.

Die Börse feierte wieder einmal Triumphe. Die Aktien von Daimler-Chrysler und von Volkswagen schnellten jeweils auf ein Drei-Jahres-Hoch – nachdem Mercedes-Benz die Streichung von 8500 Arbeitsplätzen innerhalb eines Jahres und VW die Trennung von 10000 deutschen Mitarbeitern bis Ende 2008 angekündigt hatte " Frankfurter Neue Presse vom 28.12.2005

ripper02 schrieb:
Staatliche Einmischung wurde meinr Meinung nach auch bei uns so gut wie nie als Hilfreich empfunden

Die Soziale Marktwirtschaft basiert nun mal auf staatlichen Eingriffen und Regularien. Letztendlich findet das sogar im Grundgesetz in der Sozialstaatsgarantie seinen Niederschlag. Das ist ja auch der wesentliche Unterschied zwischen unserer Wirtschaft und der Amerikanischen.
 
rolfie schrieb:
Die Börse feierte wieder einmal Triumphe. Die Aktien von Daimler-Chrysler und von Volkswagen schnellten jeweils auf ein Drei-Jahres-Hoch – nachdem Mercedes-Benz die Streichung von 8500 Arbeitsplätzen innerhalb eines Jahres und VW die Trennung von 10000 deutschen Mitarbeitern bis Ende 2008 angekündigt hatte " Frankfurter Neue Presse vom 28.12.2005

Genau das ist doch das Perverse!!!!

Habt ihr es immer noch nicht kapiert??????

Ihr tut so, als ob damit bewiesen wäre, dass eine solche Maßnahme richtig ist! Das ist völliger Quatsch!!! Damit ist nur bewiesen, dass wieder einige Großaktionäre die Hoffnung haben, dass die absahnen können. Das hat doch nichts mit einer gesunden Wirtschaft zu tun. Das ist nur ein Ausnutzen der Gesellschaft durch einige wenige Kapitalisten!!!!

Denjenigen, die jetzt kurzfristig die Aktienkurse steigen lassen, ist es doch egal, was in 2 Jahren mit der Firma ist. Die wollen jetzt Gewinne absahnen.
 
Der ausweg ist das Ausland!
 
McKilroy schrieb:
Genau das ist doch das Perverse!!!!


Da hast du völlig recht. Pervers ist der richtige Ausdruck für diesen Schwachsinn.

Lass mich das ganze mal auf die Spitze treiben:

Ein Unternehmen hat 2003 das beste Ergebnis aller Zeiten = Aktienkurs geht hoch.

2004 ist das Ergebnis logischerweise nicht mehr ganz so gut (schließlich kann man nicht jedes jahr das beste Ergebnis aller Zeiten haben) = Aktienkurs geht runter weil das Ergebnis ja schlechter war als das im Vorjahr.

Was macht das Unternehmen also um die Aktionäre zu befriedigen , RICHTIG es entlässt Mitarbeiter = Aktienkurs geht wieder hoch.

Im Endeffekt sorgen die Mitarbeiter somit durch ihre eigenen gute Arbeit letztendlich für die Vernichtung ihres eigenen Arbeitsplatzes.

In diesem miesen Spiel kann der Arbeitnehmer nur noch verlieren.

Dieser Shareholder-Value-Sch..... funktioniert in Deutschland einfach nicht.Die einzige Lösung ist ein auf Deutschland angepasstes modifiziertes Modell. D.h. betriebliche Mitbestimmung, Gewerkschaften, staatliche Regulierung auch wenn dass die Verfechter der "reinen" kapitalistischen Lehre noch so ungern hören.
I
 
rolfie schrieb:
D.h. betriebliche Mitbestimmung, Gewerkschaften,

Gewerkschaften fordern höhere Löhne, höhere Löhne sind nicht durchsetzbar, Gewerkschaft beschliesst Streik, Streik führt zu Umsatzeinbruch, Umsatzeinbruch führt zu weniger Gewinn, weniger Gewinn führt zu Entlassungen.

Und nu?

rolfie schrieb:
2004 ist das Ergebnis logischerweise nicht mehr ganz so gut (schließlich kann man nicht jedes jahr das beste Ergebnis aller Zeiten haben)

Was ist mit SAP? Porsche? Berkshire Hathaway? Nur weil der Gewinn in einem Jahr nicht den des Vorjahres übersteigt, bedeutet das nicht, dass nun holter die polter entlassen wird. Aus diesem Blickwinkel müssten wir ca. 10 Mio mehr Arbeitlose haben.

Wann werdet Ihr Besserwisser (nicht du persönlich, rolfie) endlich mal kapieren, dass die Wirtschaftswelt bei weitem nicht so einfach ist, wie ihr es euch vorstellt? Wann werdet Ihr vor allem verstehen, dass gerade einmal 5% aller deutschen Unternehmen an der Börse gelistet sind und Dax Unternehmen gerade einmal 2% der Erwerbstätigen beschäftigen? Es ist immer wieder witzig zu sehen, wie einige Leute angeblich wissen wollen, wie Wirtschaft tickt. Ich habe kein Studium der Elektrotechnik absolviert und maße mir deswegen auch nicht an, etwas zu Kondensatoren sagen zu können. Also mögen alle die, die hier wieder mit der Popu-Keule fuchteln, wobei sie gar keine Ahnung vom Wirtschaftsgeschehen haben, einfach mal die Füße ruhig halten...
 
Nun ja, das ist ja nun auch wieder ein Allerweltsthread geworden. Wie wäre es denn mal mit ein paar Lösungsvorschlägen zur Zukunft der SOZIALSYSTEME? Oder, @Ganz schön hart, dürfen da auch nur die mitreden, sie Sozialkunde und Volksökonomie studiert haben? Mal nicht übertreiben. Mit den Folgen des ungezügelten Kapitalismus müssen schließlich alle leben, also darf auch jeder ne Meinung haben.

Besser wäre, wenn die, die keine Ahnung haben, nicht wählen dürften. Dann hätten wir ne andere Regierung.
 
Ganz schön hart schrieb:
Wann werdet Ihr vor allem verstehen, dass gerade einmal 5% aller deutschen Unternehmen an der Börse gelistet sind und Dax Unternehmen gerade einmal 2% der Erwerbstätigen beschäftigen?


Sorry das ich dir widerspreche, aber ist es nicht so dass jeder 7te deutsche Arbeitsplatz von der Automobilindustrie abhängig ist ?

" Rechnet man alle diese Arbeitsplätze zu denjenigen in der Automobilproduktion hinzu, so hängt jeder 7. Arbeitsplatz in Deutschland direkt oder indirekt vom Automobil ab. Insgesamt waren 1998 gut 5 Millionen Menschen rund um das Auto beschäftigt " Quelle VDA (Verband der Automobilindustrie).


und ist es nicht so dass alle Automobilhersteller an der Börse notiert sind ?

Hinzu kommen noch Telekom, Post AG, Chemiegroßkonzerne ect. pp.

Natürlich sind die reinen Beschäftigtenzahlen der DAX-Konzerne vergleichsweise niedrig, sie haben jedoch enormen Einfluß auf die Zulieferer und den Mittelstand und dadurch wiederum auf deren Beschäftigtenzahlen.

Wenn ein Großkonzern als Hauptarbeitgeber 2000 Stellen in Ostdeutschland streicht ist in der Region Wüste angesagt. Dann betrifft das Friseure, Restaurantbetreiber, Kioske, Supermärkte, Tankstellen ect. ect. ect.

Und diese Großkonzerne die als Katalysatoren für Arbeitsplätze wirken bauen aufgrund der Shareholder-Value-Politik immer mehr Stellen ab.

" Die 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands haben laut einem Pressebericht ihre Gewinne 2004 auf 35,7 Milliarden Euro verdoppelt. Dennoch haben sie in Deutschland gemeinsam knapp 35.000 Stellen abgebaut " Quelle Spiegel.

Die börsennotierten Unternehmen und Ihre Beschäftigungspolitik haben sehr wohl einen erheblichen Einfluß auf die deutsche Wirtschaft. Das wird im übrigen von keinem Wirtschaftswissenschaftler bestritten. Falls du eine Studie kennst die anders lautet nenn Sie mir doch mal, die würde ich gerne mal lesen.
 
rolfie schrieb:
Sorry das ich dir widerspreche, aber ist es nicht so dass jeder 7te deutsche Arbeitsplatz von der Automobilindustrie abhängig ist ?
[...]
und ist es nicht so dass alle Automobilhersteller an der Börse notiert sind ?

Automobilhersteller ja, aber alle Zulieferer? Wohl kaum, mal abgesehen von Conti. Warum sind die anderen nicht gelistet? Weil sie zu klein sind. Ferner: Was hat es für eine Auswirkung auf Zulieferer, ob ein Automobilhersteller Leute entlässt? Keine! Solange er Gewinne macht und seinen Umsatz erhöht, erhöht sich auch der Umsatz der Zulieferer. Du scheinst hier Umsatz-/Gewinneinbruch mit Stellenabbau zu verwechseln! Es ist nämlich vielmehr so, dass wenn ein Automobilhersteller nur noch Verluste einfährt, er seine Zulieferer unter Druck setzt und erst dann die Arbeitsplätze dort abhängig werden. Sprudeln die Gewinne, werden auch bei den Zulieferern die Gewinne sprudeln (s. z.B. Conti). Also, immer schön unterscheiden!

rolfie schrieb:
Natürlich sind die reinen Beschäftigtenzahlen der DAX-Konzerne vergleichsweise niedrig, sie haben jedoch enormen Einfluß auf die Zulieferer und den Mittelstand und dadurch wiederum auf deren Beschäftigtenzahlen.

Wie kann es sein, dass die "reinen Beschäftigungszahlen" gering sind, der Einfluss aber groß? Die Beschäftigungszahlen haben gar keinen Einfluss, sondern nur der Gewinn der Unternehmen.

Wenn ein Großkonzern als Hauptarbeitgeber 2000 Stellen in Ostdeutschland streicht ist in der Region Wüste angesagt. Dann betrifft das Friseure, Restaurantbetreiber, Kioske, Supermärkte, Tankstellen ect. ect. ect.

Das ist eine vollkommen überspitzte Darstellung. Klar, wenn in einem Dorf mit 100 Einwohnern ein Mittelständler 30 Leute entlässt, geht auch alles pleite :rolleyes:

Und diese Großkonzerne die als Katalysatoren für Arbeitsplätze wirken bauen aufgrund der Shareholder-Value-Politik immer mehr Stellen ab.

Ich kann es nur wiederholen: Nicht die Großkonzerne treiben die deutsche Wirtschaft, sondern der Export und der Mittelstand. Das sollte eigentlich jeder wirtschaftswissenschaftlich bewanderte Person wissen.


Die börsennotierten Unternehmen und Ihre Beschäftigungspolitik haben sehr wohl einen erheblichen Einfluß auf die deutsche Wirtschaft. Das wird im übrigen von keinem Wirtschaftswissenschaftler bestritten. Falls du eine Studie kennst die anders lautet nenn Sie mir doch mal, die würde ich gerne mal lesen.

Ich kenne keine Studie, die das Gegenteil behauptet, ich hätte aber von dir gerne eine Quelle/Studie für deine Behauptung, dass sie einen erheblichen Einfluss (abgesehen vom psychologischen) haben? Die deutsche Wirtschaft steht und fällt mit dem Mittelstand und dessen Stärke und nicht, weil Dax Unternehmen ein paar 10.000 Arbeiter an die Luft setzen.
 
Ganz schön hart schrieb:
Das ist eine vollkommen überspitzte Darstellung. Klar, wenn in einem Dorf mit 100 Einwohnern ein Mittelständler 30 Leute entlässt, geht auch alles pleite :rolleyes:

Ich kenne keine Studie, die das Gegenteil behauptet, ich hätte aber von dir gerne eine Quelle/Studie für deine Behauptung, dass sie einen erheblichen Einfluss (abgesehen vom psychologischen) haben? Die deutsche Wirtschaft steht und fällt mit dem Mittelstand und dessen Stärke und nicht, weil Dax Unternehmen ein paar 10.000 Arbeiter an die Luft setzen.


Google doch einfach mal`n bischen. Hier hab ich z.B. nach 6 Sekunden Google gefunden :

" Doch die Gegner der Steuerreform urteilen vorschnell. Denn unser aller Wohl hängt von der Wirtschaft ab. Was wäre Baden-Württemberg ohne die Großindustrie, ohne DaimlerCrysler und Bosch, Bayern ohne Siemens, BMW und die Allianz-Versicherung? Dort arbeiten Hunderttausende Menschen, die alle Steuern zahlen. Was noch wichtiger ist: An der Großindustrie hängt der ganze Mittelstand. Wandern die Großen ab, fehlen den Kleinen die Aufträge. Die Großen können ins Ausland gehen. Sie können ihre Gewinne dort entstehen lassen, wo sie weniger Steuern zahlen." Quelle FAZ

Was den Export angeht, klar sind wir Exportweltmeister, nur was bringt das, wenn die Waren die wir exportieren nicht in Deutschland hergestellt werden.

" Deutschland entwickelt sich schleichend zu einer Basar-Ökonomie, welche die Welt mit attraktiven Waren beliefert, diese Waren aber zu einem immer kleineren Wertanteil selber produziert.Die Globalisierung läuft überhaupt nicht so ab, wie es Lehrbücher der Ökonomen und all die schönen von der EU bezahlten Studien über die Vorteile der EU-Osterweiterung vorgaukeln." Zitat Hans-Werner Sinn (Präsident des Münchner IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung) .

Und was die Auswirkungen von Entlassungen in der Autoindustrie auf eine Stadt angeht, so empfehle ich dir einfach mal - nicht weil ich ihn so toll finde - sondern weil er so schön zum Thema passt, den ersten Michael Moore - Film, in dem er detailliert die Auswirkungen von Entlassungen bei General Motors auf seine Heimatstadt Flint in Michigan beschreibt

PS: ach ja. ich diskutiere gerne, aber ich bevorzuge es ein gewisses Niveau in der Diskussion zu erhalten. Es ist nicht hilfreich Diskussionspartnern jeglichen Sachverstand abzusprechen nur weil sie nicht deine Meinung vertreten. Es gibt durchaus auch intelligente Menschen auf diesem Planeten die andere Meinungen vertreten
 
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