Grüß euch!
Ich bin beim Stöbern im Netz auf einen interessanten Artikel gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Dieser Artikel spiegelt im Großen und Ganzen meine Sicht zum Thema "Die Raubkopie schadet der Industrie" wider.
Es wäre interessant, zu erfahren, was ihr so darüber denkt.
Seid ihr derselben Meinung wie der Verfasser? Oder seht ihr das anders?
Ich freue mich auf eure Meinungen!
Hier also der Text (Quelle:Klick!):
FAKT: Es gibt eine direkte Korrelation zwischen dem kommerziellen Erfolg eines Film, und der Anzahl der im Umlauf befindlichen Raubkopien. Eine große Zahl von Bootlegs schadet einem Release nicht, sondern reflektiert nur das Interesse an ihm. Gerade die Filme, die an den Kinokassen mehrere Hundert Millionen Dollar einspielen, werden im Netz bevorzugt raubkopiert: “Harry Potter”, “Star Wars”, “Spiderman”, etc. Mehr Raubkopien bedeuten eben nicht, dass weniger ins Kino gegangen wird. Auch die Verkäufe des aktuellen “Harry Potter”-Romans haben augenscheinlich nicht darunter gelitten, dass 12 Stunden nach Verkaufsstart eine gescannte Kopie im Netz war. Darum konkretisiert oder belegt die Industrie auch niemals die Behauptung, man habe massive Verluste durch Raubkopien. Der einzige Film, bei dem ein Produzent tatsächlich behauptet hat, Raubkopien seien für den mangelnden Kinoerfolg verantwortlich? “Soul Plane”.
FAKT: Die meisten Prerelease-Raubkopien stammen aus den Studios. Von 19 Oscar-nominierten Filmen waren dieses Jahr 16 bereits zur Verleihung als DVD-Raubkopie im Netz. Schauspieler Carmine Caridi wurde angeklagt, seine Screener an einen Raubkopierer weitergegeben zu haben. Die “Wolverine”-Arbeitskopie wurde allem Anschein nach nicht von einem Einbrecher gestohlen, sondern von einem Mitarbeiter. Die Industrie ist nicht in der Lage, vor der eigenen Tür zu kehren, und Sicherheitslecks in den eigenen Reihen zu schließen.
FAKT: Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Raubkopien und dem Interesse am Kino. Jahrelang hat die Industrie einen Zusammenhang zwischen den rückläufigen Zuschauerzahlen und Raubkopien behauptet, gleichzeitig aber ausgeblendet, dass der sensationelle Erfolg der DVD seit 1997, und das steigende Angebot alternativer Medien (Internet, Pay TV) ebenfalls damit zu tun haben könnte. Aktuell steigen die Kino-Besucherzahlen wieder: Am letzten März-Wochenende um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Niemand behauptet aber, es müsse demzufolge einen Rückgang der Raubkopierer-Aktivitäten geben.
FAKT: Raubkopien sind ursächlich mitverantwortlich für den rasenden Fortschritt in der Unterhaltungsindustrie. Das Internet selbst verdankt seinen Erfolg weitgehend illegal geladener Pornographie, Datenformate wie MP3, JPG und Divx setzten sich GEGEN den Willen der Industrie durch, weil sie einfach zu tauschen waren. Der Wille der Konsumenten hat eine Vereinheitlichung der Normen erzwungen, zu der die Industrie nie in der Lage war (siehe Bluray/HDDVD, Microdisk, Einweg-DVD, MP3pro, Jpeg2000, DRM). Der Markt für MP3-Player wäre niemals in diesem Maße vorangekommen, wenn das Produkt durch überall verfügbare Musikdateien nicht attraktiv gemacht worden wäre. Auf dieser Basis schaffen Raubkopien indirekt Umsatz.
FAKT: Die wenigsten Raubkopien haben einen kommerziellen Hintergrund. Klar kann man in Chinatown in New York bei Strassenhändlern Raubkopien von Musik und Filmen für ein paar Dollar kaufen. Aber die breite Masse der Raubkopien geht über Torrent und Emule, und davon profitieren zwar vereinzelt Webseiten-Betreiber, aber es fließt kein Geld. Der User zahlt nicht, wenn er sich die neue Folge von “The Office” runterlädt. Oder das neue Album von Anastacia. Es handelt sich nicht um eine illegale Transaktion wie beim Kauf von Drogen oder Diebesgut. Jeder, der von “Diebstahl” redet, sollte sich erst einmal mit der Frage auseinandersetzen, wie etwas gestohlen werden kann, das dem Besitzer ja in seiner ursprünglichen Form verbleibt.
FAKT: Die Berechnungen, wieviel Geld durch Raubkopien verloren geht, sind reine Spekulation. Sie werden meist von denen angestellt, die ein Interesse daran haben, ihre Schäden hochzurechnen. Niemand kann berechnen, wieviele Konsumenten ein Original gekauft hätten, wenn sie die Finger von der Raubkopie gelassen hätten. Seit den 80ern kursieren immer wieder Milliardenzahlen, ohne eine messbare tatsächliche Auswirkung auf die Branche zu haben. Firmen scheitern gemeinhin nicht, weil ihre tollen Produkte raubkopiert werden - sondern weil sie schlechte Produkte herstellen.
FAKT: Der Kampf gegen Raubkopien trifft die Falschen, ist uneffektiv, und unredlich. Es ist erstaunlich, dass die Branche immer noch damit durchkommt, “Raubkopierer sind Verbrecher” als Slogan einzusetzen, ohne Ärger mit den Verbraucherschützern zu bekommen. Es ist nachgewiesenermaßen falsch. Und die meisten Maßnahmen gegen Raubkopien treffen die ehrlichen Käufer, die sich mit DRM, geschützten CDs (samt Rootkit), Lizenzen, und Sicherheitsabfragen herumschlagen müssen. Wer Kunden derart drangsaliert, statt einen Mehrwert zu bieten, darf sich nicht wundern, wenn die Kunden lieber zur “ungebundenen” Raubkopie greifen.
FAKT: Die Industrie weigert sich weiterhin, ihre Gewinnmarge an den Vertriebsweg anzupassen. In den 80ern wurde weithin moniert, Musik-CDs seien zu teuer. Die Hersteller argumentierten mit hohen Produktionskosten, und vielen Zwischenstufen (Herstellung, Booklet-Druck, Vertrieb, Ladenmiete). In den 90ern wurden den CD-Herstellern in den USA illegale Absprachen nachgewiesen, durch die der Preis künstlich hoch gehalten wurde - zum Schaden der Konsumenten. Mittlerweile kann man neue Alben auch im Internet kaufen - dabei müssen die Firmen keine Rohlinge mehr brennen, keine Booklets mehr drucken, keine CDs mehr ausliefern, und der Händler muss keine Ladenmieten und Verkäufer mehr bezahlen. Trotzdem zahlt man in der Regel genau so viel, oftmals mehr, als bei einer herkömmlichen CD. Die Eigenleistung, die der Kunde nun erbringt (Download, inklusive Zusatzkosten für CD-Rohling und Labeldruck) hat zu keinem Preisnachlass geführt, der eigentlich selbstverständlich sein sollte. Im Gegenteil: u.a. Itunes wird immer wieder unter Druck gesetzt, die Preise noch zu erhöhen.
Ich will Raubkopien nicht rechtfertigen, und auch nicht schönreden - illegal bleibt illegal, und ich rate dringlich davon ab. Künstler und Produzenten haben ein Anrecht, für ihre Arbeit bezahlt zu werden.
Aber nach 30 Jahren Raubkopie wäre es vielleicht mal an der Zeit, das gesamte Konstrukt der Branche neu zu durchdenken, sich über Copyright, Lizenzen und Vertriebsmodelle Gedanken zu machen. Das ist kein Thema exklusiv für merkbefreite Politiker (die Egoshooter tatsächlich “Tötungstrainingssoftware” nennen) und Lobbyisten.
Ich bin beim Stöbern im Netz auf einen interessanten Artikel gestoßen, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Dieser Artikel spiegelt im Großen und Ganzen meine Sicht zum Thema "Die Raubkopie schadet der Industrie" wider.
Es wäre interessant, zu erfahren, was ihr so darüber denkt.
Seid ihr derselben Meinung wie der Verfasser? Oder seht ihr das anders?
Ich freue mich auf eure Meinungen!
Hier also der Text (Quelle:Klick!):
FAKT: Es gibt eine direkte Korrelation zwischen dem kommerziellen Erfolg eines Film, und der Anzahl der im Umlauf befindlichen Raubkopien. Eine große Zahl von Bootlegs schadet einem Release nicht, sondern reflektiert nur das Interesse an ihm. Gerade die Filme, die an den Kinokassen mehrere Hundert Millionen Dollar einspielen, werden im Netz bevorzugt raubkopiert: “Harry Potter”, “Star Wars”, “Spiderman”, etc. Mehr Raubkopien bedeuten eben nicht, dass weniger ins Kino gegangen wird. Auch die Verkäufe des aktuellen “Harry Potter”-Romans haben augenscheinlich nicht darunter gelitten, dass 12 Stunden nach Verkaufsstart eine gescannte Kopie im Netz war. Darum konkretisiert oder belegt die Industrie auch niemals die Behauptung, man habe massive Verluste durch Raubkopien. Der einzige Film, bei dem ein Produzent tatsächlich behauptet hat, Raubkopien seien für den mangelnden Kinoerfolg verantwortlich? “Soul Plane”.
FAKT: Die meisten Prerelease-Raubkopien stammen aus den Studios. Von 19 Oscar-nominierten Filmen waren dieses Jahr 16 bereits zur Verleihung als DVD-Raubkopie im Netz. Schauspieler Carmine Caridi wurde angeklagt, seine Screener an einen Raubkopierer weitergegeben zu haben. Die “Wolverine”-Arbeitskopie wurde allem Anschein nach nicht von einem Einbrecher gestohlen, sondern von einem Mitarbeiter. Die Industrie ist nicht in der Lage, vor der eigenen Tür zu kehren, und Sicherheitslecks in den eigenen Reihen zu schließen.
FAKT: Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Raubkopien und dem Interesse am Kino. Jahrelang hat die Industrie einen Zusammenhang zwischen den rückläufigen Zuschauerzahlen und Raubkopien behauptet, gleichzeitig aber ausgeblendet, dass der sensationelle Erfolg der DVD seit 1997, und das steigende Angebot alternativer Medien (Internet, Pay TV) ebenfalls damit zu tun haben könnte. Aktuell steigen die Kino-Besucherzahlen wieder: Am letzten März-Wochenende um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Niemand behauptet aber, es müsse demzufolge einen Rückgang der Raubkopierer-Aktivitäten geben.
FAKT: Raubkopien sind ursächlich mitverantwortlich für den rasenden Fortschritt in der Unterhaltungsindustrie. Das Internet selbst verdankt seinen Erfolg weitgehend illegal geladener Pornographie, Datenformate wie MP3, JPG und Divx setzten sich GEGEN den Willen der Industrie durch, weil sie einfach zu tauschen waren. Der Wille der Konsumenten hat eine Vereinheitlichung der Normen erzwungen, zu der die Industrie nie in der Lage war (siehe Bluray/HDDVD, Microdisk, Einweg-DVD, MP3pro, Jpeg2000, DRM). Der Markt für MP3-Player wäre niemals in diesem Maße vorangekommen, wenn das Produkt durch überall verfügbare Musikdateien nicht attraktiv gemacht worden wäre. Auf dieser Basis schaffen Raubkopien indirekt Umsatz.
FAKT: Die wenigsten Raubkopien haben einen kommerziellen Hintergrund. Klar kann man in Chinatown in New York bei Strassenhändlern Raubkopien von Musik und Filmen für ein paar Dollar kaufen. Aber die breite Masse der Raubkopien geht über Torrent und Emule, und davon profitieren zwar vereinzelt Webseiten-Betreiber, aber es fließt kein Geld. Der User zahlt nicht, wenn er sich die neue Folge von “The Office” runterlädt. Oder das neue Album von Anastacia. Es handelt sich nicht um eine illegale Transaktion wie beim Kauf von Drogen oder Diebesgut. Jeder, der von “Diebstahl” redet, sollte sich erst einmal mit der Frage auseinandersetzen, wie etwas gestohlen werden kann, das dem Besitzer ja in seiner ursprünglichen Form verbleibt.
FAKT: Die Berechnungen, wieviel Geld durch Raubkopien verloren geht, sind reine Spekulation. Sie werden meist von denen angestellt, die ein Interesse daran haben, ihre Schäden hochzurechnen. Niemand kann berechnen, wieviele Konsumenten ein Original gekauft hätten, wenn sie die Finger von der Raubkopie gelassen hätten. Seit den 80ern kursieren immer wieder Milliardenzahlen, ohne eine messbare tatsächliche Auswirkung auf die Branche zu haben. Firmen scheitern gemeinhin nicht, weil ihre tollen Produkte raubkopiert werden - sondern weil sie schlechte Produkte herstellen.
FAKT: Der Kampf gegen Raubkopien trifft die Falschen, ist uneffektiv, und unredlich. Es ist erstaunlich, dass die Branche immer noch damit durchkommt, “Raubkopierer sind Verbrecher” als Slogan einzusetzen, ohne Ärger mit den Verbraucherschützern zu bekommen. Es ist nachgewiesenermaßen falsch. Und die meisten Maßnahmen gegen Raubkopien treffen die ehrlichen Käufer, die sich mit DRM, geschützten CDs (samt Rootkit), Lizenzen, und Sicherheitsabfragen herumschlagen müssen. Wer Kunden derart drangsaliert, statt einen Mehrwert zu bieten, darf sich nicht wundern, wenn die Kunden lieber zur “ungebundenen” Raubkopie greifen.
FAKT: Die Industrie weigert sich weiterhin, ihre Gewinnmarge an den Vertriebsweg anzupassen. In den 80ern wurde weithin moniert, Musik-CDs seien zu teuer. Die Hersteller argumentierten mit hohen Produktionskosten, und vielen Zwischenstufen (Herstellung, Booklet-Druck, Vertrieb, Ladenmiete). In den 90ern wurden den CD-Herstellern in den USA illegale Absprachen nachgewiesen, durch die der Preis künstlich hoch gehalten wurde - zum Schaden der Konsumenten. Mittlerweile kann man neue Alben auch im Internet kaufen - dabei müssen die Firmen keine Rohlinge mehr brennen, keine Booklets mehr drucken, keine CDs mehr ausliefern, und der Händler muss keine Ladenmieten und Verkäufer mehr bezahlen. Trotzdem zahlt man in der Regel genau so viel, oftmals mehr, als bei einer herkömmlichen CD. Die Eigenleistung, die der Kunde nun erbringt (Download, inklusive Zusatzkosten für CD-Rohling und Labeldruck) hat zu keinem Preisnachlass geführt, der eigentlich selbstverständlich sein sollte. Im Gegenteil: u.a. Itunes wird immer wieder unter Druck gesetzt, die Preise noch zu erhöhen.
Ich will Raubkopien nicht rechtfertigen, und auch nicht schönreden - illegal bleibt illegal, und ich rate dringlich davon ab. Künstler und Produzenten haben ein Anrecht, für ihre Arbeit bezahlt zu werden.
Aber nach 30 Jahren Raubkopie wäre es vielleicht mal an der Zeit, das gesamte Konstrukt der Branche neu zu durchdenken, sich über Copyright, Lizenzen und Vertriebsmodelle Gedanken zu machen. Das ist kein Thema exklusiv für merkbefreite Politiker (die Egoshooter tatsächlich “Tötungstrainingssoftware” nennen) und Lobbyisten.