EU-Datenspeicherung beschlossene Sache

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marcelous

460 Millionen Bürger werden unter Generalverdacht gestellt

Das EU-Parlament hat heute der umstrittenen Richtlinie zur Speicherung von Verbindungsdaten mit 378 gegen 197 Stimmen zugestimmt. Zwischen sechs und 24 Monaten müssen Telefonie- und Internetprovider nun flächendeckend Verbindungsdaten speichern. Welche Nummer wann angerufen wurde, welche IP man ansurfte und an welche Mailadresse man geschrieben hat, soll anschließend auf entsprechende Anfrage Polizei und Geheimdiensten zugänglich gemacht werden.

Ausgenommen von dem nun verabschiedeten Kompromiss sind fehlgeschlagene Anrufe und die Inhalte der jeweiligen Kommunikation. Was im Fall der Speicherung von Mailadressen jedoch erhebliche technische Schwierigkeiten mit sich bringen wird. Aber schwerwiegender ist der grundsätzliche Generalverdacht, dem nun sämtliche 460 Millionen EU-Bürger ausgesetzt werden sollen. Im vielbeschworenen Kampf gegen den Terror wird nun jeder zum Verdächtigen, über den Daten zu sammeln sind, die auf Verlangen weitergegeben werden müssen.

Dies geschieht, ohne dass ein Nutzen der flächendeckenden Überwachung überhaupt festgestellt werden konnte. Vom BKA erwartet man seit einiger Zeit eine Studie, in der der Datenbedarf der diversen Polizeidienststellen überhaupt erst ermittelt werden sollte. Die fehlende Begründung wird von den Providern, auf die nun technischer Aufwand, hohe Kosten und die Bespitzelung ihrer Kunden zukommt, mit dem Verweis auf die mögliche Terrorgefahr abgebügelt. Damit wird zugunsten eines zweifelhaften Zwecks ausgerechnet im Namen der Terrorbekämpfung nun Realität, was typischerweise totalitäre Staaten auszeichnet: gläserner Bürger, Generalverdacht gegen alle, massive Einschnitte in die Pressefreiheit: Quellen- und Informantenschutz sind mit der Richtlinie ebenfalls potentiell angeschafft. [AD]

Mit weiteren Überwachungsbegehrlichkeiten angesichts der anfallenden Datenmengen ist zu rechnen.

Mit Protesten reagieren nun zahlreiche Gruppen. Der Entwurf führe zur flächendeckender Überwachung aller, der Zugriff auf die Daten ist nicht geklärt: die "schweren Straftaten", bei denen eine Auswertung erlaubt seien, sind nicht ausreichend genau definiert. Ebensowenig ist geklärt, wie die Unmengen an Daten überhaupt gesammelt, gespeichert und indiziert werden können, damit man mit den Datenbergen überhaupt etwas anfangen kann. Am spannendsten dürfte jedoch die Frage sein, ob die Richtlinie nicht von vorneherein gegen nationales Recht verstößt. "Es wird grob verfassungswidrig eine flächendeckende Überwachungsinfrastruktur geschaffen", zitiert heise den Bundesvorstand der Humanistischen Union Nils Leopold. "Die Richtlinie verstößt gegen tragende Strukturprinzipien rechtsstaatlich verfasster Staaten. Sie führt die Zweckbindung und das Übermaßverbot bei der Ausübung staatlicher Gewalt ad absurdum." Mit einer entsprechenden Klage vor dem Verfassungsgericht sei zu rechnen.
 
Die letzte dafür zuständige Kommissarin war übrigens die Ehefrau vom Ex-Vivendi-Boss.... Das sind die wahren Kriminellen. In Zukunft muss man wahrscheinlich auch seine Personalien bei der Polizei registrieren lassen, wenn man sich einen Brenner, einen Scanner und eine Digicam kaufen will. Die GVU hat dann das Recht, auf jeden PC über RDP unerkannt zuzugreifen....

Infineon sollte NAS-Systeme anbieten, dann wären sie demnächst saniert :top:
 
ob das überhaupt möglich ist so viele daten zu speichern mit der heutigen technik und sie dann zu bewerten...
 
atro.xXx schrieb:
ob das überhaupt möglich ist so viele daten zu speichern mit der heutigen technik und sie dann zu bewerten...

Aber klar doch, zu was haben wir denn so viele Arbeitslose und das mit der Technik ist auch kein Problem, dann müssen halt die ganzen Leute wieder wie in alten Zeiten zu Stift und Papier greifen... :tongue:
 
atro.xXx schrieb:
ob das überhaupt möglich ist so viele daten zu speichern mit der heutigen technik und sie dann zu bewerten...

Da der BND ja anscheindend auch mit den Amis auf Guantanamo zusammenarbeitet, könnten die doch auch gleich mal fragen, wie das so mit Echelon funktioniert...

Die sind echt alle total bescheuert. Unter dem Deckmantel "Real existierender Terrorismus" wird alles durchgeboxt, was einzig und allein den Interessen der Industrie dient. Welcher "Terrorist" ist denn so bekloppt und verschlüsselt seine Daten nicht bzw. benutzt keine Prepaid von eBay bzw. nutzt nicht JAP o.ä.?

Dann sollen doch unsere Politiker uns sagen, dass sie einen Überwachungsstaat installieren möchten, weil sie wissen müssen, wann wir kacken gehen! Selbst Ströbele ist als erstes zur Bundestagsverwaltung gelaufen und hat gefragt, ob es Überwachungsvideos gibt, als sein Fahrrad geklaut wurde!!!
 
Ich würde erstmal auf die Urteile nationaler Bunderverfassungsgerichte und dem Europäischen Rechtshof warten...

Sich vorher uffregen bringt nix.

Aber was was bringen würde wär mal seinen Abgeordneten ne email schreiben, oder dem Datenschutzbeauftragten des jeweiligen landes, dem EU kommissar etc.....


Sollte man aber schnell machen.

Sonst kann des zurückverfolgt werden und man wird als terrosrist den amis überstellt.
 
Erst Bankgeheimniss, dann das. Demnächst laufen wir alle mit GPS-Sendern rum und müssen täglich Protokoll über unseren Tagesablauf führen.

Wären wir in den Siebzigern, würden die STrassen brennen...
 
pneid schrieb:
Demnächst laufen wir alle mit GPS-Sendern rum und müssen täglich Protokoll über unseren Tagesablauf führen.

Geht einfacher und allem BILLIGER mit RFID :icon_angry[1]:
 
da habt ihr wirklich recht... terroismus ist nur ein vorwandt... für die ganzen gesetzte die sie sonst nicht so ohne weiteres raus bringen könnten...
warscheinlich sind die terroristen im auftrag der regierungen unterwegs...
 

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