Hi Neo,
nun ja, wie versprochen,
werde ich mich jetzt mal - zugegeben etwas verkürzt - zu Deinen Theorien äußern

und beziehe mich...sorry...erstmal auf Deinen Anfangsbeitrag.
Ad 1
Selbst wenn "das Leben" nur aus biochemischen und physikalischen Prozeßen besteht, stelle ich zusätzlich die empirisch belegte Grundthese auf, dass dieses Leben immer nach Erhaltung - sprich Reproduktion - strebt.
Allein daraus leitet sich dann auch für mich der grundlegende Sinn des Lebens ab
-> Reproduktion -> Optimierung der Lebens- bzw. der Reproduktionsprozeße
Da hierzu bei komplexeren biologischen Organismen zumeist - auch zur Vermeidung von inzestiösen Prozeßen - sprich Stagnation der Entwicklung - zwei verschiedene Komponenten sich als erfolgreich erwiesen haben, haben wir es jetzt schon mit 2 Individuen zur erfolgreichen Vermehrung zu tun.
Ad 2
Um dieser - im Laufe der Vermehrung/Entwicklung - größer werdenden Gruppe
sinnvolle Reproduktionbedingungen zu schaffen, haben sich im Laufe der Evolution bestimmte Botenstoffe wie auch andere biochemikalische Reaktionen als erfolgreich erwiesen.
Da zudem erfolgreiche Vermehrung sowie verbesserte Reproduktion in dem rel. schnellen Erkennen des jeweils erfolgversprechensten Partners lag
und zudem nach erfolgreicher Reproduktion der Erhalt der jeweiligen Nachkommen Priorität besass, schuffen diese Botenstoffe die Grundlage des Wiedererkennens zur Sicherrung der eigenen Gene.
Ad 3
soweit haben wir es also mit ähnlichen bzw. gleichen Vermehrungsprozessen bei Tieren und Menschen zu tun.
Da auf Grund diverser Weiterentwicklungen des menschlichen Gehirns gewisse optimal optimierte (instinktive) tierische Prozesse (z.B. der Geruchsinn) zu Gunsten anderer neuronaler Prozeße im menschlichen Gehirn reduziert wurden,
bildete sich daraus - sehr verkürzt dargestellt - quasi ein Grundwissen zum Erkennen der jeweiligen Bezugsperson.
Gerade beim Menschen, der ja zudem den entgültigen Reifeprozeß ausserhalb des Mutterleibs 'erlebt', sind diese Erkennungsmuster lebensnotwendig.
Nun kann man diese Muster rein wissenschaftlich z.B. auf biochemische Prozeße reduzieren...oder sie, gewissermassen vereinfacht, auch mit dem - eigentlich recht komplexe Prozeße beinhaltenden - Begriff Mutter-, Vater-, od. Kinderliebe oder schlicht mit "Emotionen" gleichsetzen.
Ad 4
Letztendlich führt allein schon die Existenz verschiedenster Lebewesen und deren "erfolgreiche Vermehrung" Deine These von der Nichtexistenz eines Sinn des Lebens also ad absurdum.
Ad 5
Inwieweit die o.g. biochemischen Prozeße, lass sie uns im Folgenden auch 'Emotionen' nennen, nun mit anderen, differenzierteren Begriffen und Bedeutungen belegt werden, ist wohl der Folge der menschlichen Entwicklung und unseres vergrößerten Gehirns zuzuordnen.
Das hierbei - je nach genetischer Vorcodierung - bestimmte Prozeße bei manchen Menschen früher oder später, zum Teil garnicht bzw. sehr verstärkt auftreten, ist wiederum den genetisch sehr verschiedenartigen Entwicklungen des Menschen geschuldet.
Hieraus zu schließen, das diese Prozeße/Emotionen nicht existieren, halte ich für sehr verkürzt.
Vielmehr scheint mir hierbei die Interpretation dieser verschiedensten Begriffe und Inhalte und deren Bedeutungen zu ungenau definiert und infolgedessen auch zu Missverständnissen führend zu sein.
Insofern wird in diesem thread auch schon bei den Bedeutungen der verschiedensten Begriffe zu wenig Wert darauf gelegt, deren jeweils sehr individuell gefüllten Inhalte vorab zuklären.
Folge:
Es wird schon bei den Begriffen Liebe, Hass etc. aneinander vorbeigeredet.
Die jeweils alters- und erlebnisbedingten Erfahrungen fliessen ausserdem auch kaum ausreichend ein.
Dies kann nun hier, wie u.a. auch bei erfolglosen Reproduktionsbemühungen

, letztendlich nur zu Frustrationen - sprich vergeblichen Bemühungen - um das eigene Verstehen führen.
Ich unterstelle Dir, dass Dir, obwohl durchaus bis dato weitgehend alles durchaus logisch durchdenkend, bestimmte Erfahrungsprozeße fehlen.
Mag sein, Du wirst sie in bestimmten Bereichen nie machen....
dies beweist aber auch nicht die Inexistenz dieser Prozeße, sonder lediglich das Fehlen bei Deiner Person.
Grundlegende oben aufgeführte 'Emotionen' müssen aber auch Dir bekannt sein....es sei denn...Du würdest in Vitro geboren und hattest nie lebensnotwendige Bezugspunkte bei deiner Entwicklung.
Welchen Stellenwert - Du oder wir alle - diesen 'Erfahrungen' jeweils zubilligen, hängt natürlich weitgehend von Deinen (Un-)Abhängkeiten zu Deinen frühkindlichen Bezugspersonen ab.
Ad 6
Um aber auf den o.g. "Sinn des Lebens" zurückzukommen.
Vorausgesetzt wir akzeptieren die o.g. Thesen, müssten sich hieraus optimalerweise neben der erfolgreichen Reproduzierung auch Verbesserungen des Organismusses und seiner Lebensbedingungen ableiten.
Da unsere bisher nachvollziehbare Evolution bisher empirisch belegt, dass nicht zwangsläufig das Recht des Stärkeren die beste Überlebensstrategie war, sondern vielmehr die Anpassungsfähigkeit an sich veränderte Gegebenheiten,
folgt daraus doch zwangsläufig, dass intellektuell weiterentwickelte, sozial agierende Lebenssysteme, welche auf Kooperation und Arbeitsteilung und nicht auf der Vernichtung von etwaigen Konkurrenten beruhen, der o.g. Grundthese am weitestgehenden entsprechen.
Insofern sind bestimmte evolutionäre Prozeße bzw. Emotionen (zu Hass, Zerstörung etc. führend) durchaus kontraproduktiv zum eigentlichen Sinn des Lebens......
und hier...
schließe ich mich durchaus Neo's Meinung aus seinem Beitrag #19 wieder an
