Doomboot.A: Trojaner zerstört Symbian-Handys

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Doomboot.A: Trojaner zerstört Symbian-Handys

Es ist wieder so weit: Ein neuer Handy-Schädling treibt sein Unwesen. Die Antiviren-Unternehmen warnen vor der großen Gefahr und die Fachwelt plappert es nach. Doch auch Doomboot.A ist, trotz seines an Blut und Innereien erinnernden Namens, überaus harmlos. Um nicht zu sagen "lahm", kommt der Name doch daher, dass Doomboot das Spiel Doom 2 als Falle benutzt.

Doomboot gehört zu der Sorte Schädlinge, die gerne mal einen Fernsehbeitrag in Fernsehsendungen wie Planetopia oder Explosiv gewidmet bekommen. Denn er besitzt ein gewaltiges Zerstörungspotential: Er kann, nach Bestätigung durch den Benutzer, Symbian OS zerschießen. Allerdings muss er dafür erst einmal auf das Handy kommen und einen User finden, der naiv genug ist, der Aufforderung des Trojaners nachzukommen.

Ungekämmt und unrasiert

In diesen Fernsehbeiträgen über solche Handy-Schädlinge wird gerne die rote Fahne geschwenkt. Die, auf der "Achtung" steht. Einige technisch wenig versierte Boulevard-Redakteure haben das Wort "Handy" zusammen mit "Gefahr" gelesen, vielleicht in einer Pressemeldung von F-Secure oder Sophos und sind nun der Ansicht, es handle sich bei Doomboot.A um eine echte Bedrohung.

Wer zuletzt am Telefon ist, verliert. Die Fernseh-Leute klingeln halbseidene "Computerexperten" aus dem wohlverdienten Mittagsschlaf. Die sollen dann vorführen, wie der vermeintliche Virus – Virus ist immer ein gutes Wort – das Handy zerstört. Zeitvorgabe: Zwei Stunden. Unrasiert, unfrisiert, also richtig computerfreakmässig stehen die "Experten" dann vor der Kamera. Einzige Regie-Anweisung: "Mach' mal!" Und der Experte macht.

Wollen Sie das Spiel laden?

Es muss gefährlich aussehen, ein Fall für den Schnittcomputer. Denn gefährlich sieht es eben nicht aus, was der Techniker da macht. Wenn der vermeintliche Schädling erst einmal vom Computerfreak aus einer Tauschbörse auf den Rechner und von dort aufs Handy geladen muss, gähnt das Volk. Dann, endlich, nach unzähligen Tastendrücken, erscheint die rettende Meldung, ob Doom 2 Cracked installiert werden soll. Natürlich ist keiner der einschlägigen Handyspiele-Anbieter verantwortlich für die Meldung, sondern, oha! Der Schädling.

Jetzt auf "Ja" gedrückt und schon ist es kaputt, das Symbian-Handy. "Wenn ein Telefon abgeschaltet wurde, lässt es sich nicht wiederbeleben", so F-Secure-Experte Ero Carrera in einer Pressemeldung des Unternehmens. Ein schönes Zitat, so schön, dass man es natürlich dem herbeizitierten Experten in den Mund legen muss. Klappe, Kamera aus, ab damit in den Schnitt. Aus zwei Stunden Rohmaterial wird ein Beitrag von drei Minuten Länge, natürlich ohne das langwierige Geklicke und Geschiebe des Experten, der Quote wegen.

Im fertigen Film verkündet eine bedrohliche Stimme aus dem Off: "Doomboot.A ist gefährlicher als alles, was jemals an Handy-Schädlingen aufgetaucht ist." Vielleicht wird noch Cabir zitiert, seines Zeichens der erste Handy-Wurm überhaupt, aufgetaucht im Frühjahr 2004. Und vielleicht noch die ein oder andere Konserve hereingeschnitten von der kompetenten Cabir-Berichterstattung.

Ach ja, natürlich ist Doomboot nicht allein unterwegs. Im Schlepptau hat er den ebenfalls schwächlichen Commwarrior-Wurm, der sich, man höre und staune, via Bluetooth verbreitet. Dummerweise nur dann, wenn er aktiviert wurde. Und das hängt, genau wie bei Windows-Würmern, hauptsächlich an der Kompetenz des Handy-Nutzers. Und selbst wenn: Bei ausgeschaltetem Bluetooth kann auch Commwarrior nicht viel machen und infizieren ist ebenfalls nicht drin, wenn niemand das Datenpaket annimmt.

Mission geglückt

Das alles verschweigt der Beitrag natürlich. Stattdessen wird sinniert, wie groß die Gefahr ist, sich einen solchen Wurm zu fangen, wenn man auf der Straße unterwegs ist. Redaktioneller Tipp: Die Chance liegt irgendwo bei Null. Das wird freilich verschwiegen, genauso wie der Hauptinfektionsweg, nämlich Internet plus Tauschbörse plus User-Naivität. Aber wir wollen mal nicht so sein.

Wenn der Beitrag dann vorbei ist, weiß der Zuschauer nicht wirklich, ob er sich jetzt fürchten muss oder nicht. Der Beitrag war flott geschnitten und dürfte binnen kürzester Zeit vergessen sein. Auf welchen Wegen der Schädling aufs Handy kommt und vor allem wie er sich entfernen lässt, bleibt im dunkeln, das weiß dann nur der Antiviren-Hersteller. So entstehen moderne Legenden über alleszerstörende Handy-Viren. Dabei ist Doomboot nicht gefährlicher als alle seine Vorgänger.
 
AW: Doomboot.A: Trojaner zerstört Symbian-Handys

Dumm ist nur, wer dummes tut.
habe kein Mitleid für Leute die von der Technik, mit der sie arbeiten, keine Ahnung haben
 
AW: Doomboot.A: Trojaner zerstört Symbian-Handys

sevgut schrieb:
Dumm ist nur, wer dummes tut.
habe kein Mitleid für Leute die von der Technik, mit der sie arbeiten, keine Ahnung haben


Da kann ich nur zustimmen. Aber es war ja klar, dass in absehbarer Zeit Viren, Würmer, Spyware & Co. für Handys auftauchen.

Mal schauen wie lange es dauert bis Nokia, Siemens & Co. auf diese Bedrohung reagiert und Software Updates usw. anbieten.
 

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