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MusterMann
... wie oft hast du/ deine Familie mal eine türkische Familie zu Wheinachten oder Ostern eingeladen?
Its a Heimspiel und du bist GASTGEBER!
Oh ja, ich habe türkische Bekannte, zumeist aus dem Sportverein und wir treffen uns reihum bei uns zuhause. Dennoch ist es bei (gläubigen) Türken dennoch sehr schwer, richtigen Freundeskontakt zu bekommen. Zum einen die Sache mit den Nachrungsmitteln: Schweinfleisch und Produkte, wie Gummibärchen, die Bestandteile des Schweins enthalten (könnten) sind absolut tabu. Ebenso Alkohol. Ich selbst trinke zwar sehr wenig, aber wenn Freunde da sind, ist ein Glas Wein oder Bier in meinen Augen kein Verbrechen. Zum Anderen ist der Unterschied zwischen deutschen/westlichen Frauen und den scheuen Kopftuchträgerinnen noch viel größer. Meine Frau findet da einfach keinen richtigen Kontakt zu den Ehefrauen meiner Sportkameraden - und das liegt kaum an ihr!!
Wie man an den jüngsten Vorfällen in der Türkei gesehen und gelesen hat, ist das Christentum bzw. sind die Christen dort zunehmendem Druck von staatlicher und islamischer/islamistischer Seite ausgesetzt. Und gefährdete Personen beschweren sich oft vergeblich bei der Polizei, die tatenlos bleibt. Während bei uns in Deutschland die Moslems mittlerweile fordern, den Islam als gleichberechtigte Glaubensrichtung (wie die katholische und evangelische Kirche) zuzulassen und generell Islamunterricht in Schulen wollen und teilweise unsere Toleranz auf harte Proben stellen, sind die meisten Türken in DE und in der Türkei recht nationalistisch eingestellt und lehnen das Christentum als gleichberechtigte Religion in der Türkei ab.
Obwohl die Türkei ein laizistischer Staat ist, dank Kemal Atatürk, so versuchen Erdogan und seine Anhänger immer mehr, die Trennung von Staat und Religion aufzuweichen und den Islam sowie dessen Regeln als allgemein bestimmend für die Türkei durchzusetzen. Dazu noch Erdogan als künftiger Staatspräsident wäre garantiert der falsche Weg für eine Annäherung der E.U. und der Türkei.
Die Türkei, bei allen politischen und religiösen Unterschieden zur E.U. ist zudem, wie schon andere hier schrieben, wirtschaftlich ein hoher Risikofaktor in Sachen Subventionen. Nach den heutigen Verteilregeln würde die Türkei bei einem Beitritt in 10 oder 15 Jahren sofort über 30 % der gesamten E.U.-Subventionen erhalten, Deutschland ginge dann komplett leer aus, selbst Frankreich, Italien und Spanien müssten hohe Einbussen bei landwirtschaftlichen Subventionen hinnehmen. Selbst wenn man mal vom Sinn dieser Zahlungen generell absieht, so wäre die Türkei auf viele Jahre hinaus ein Milliardengrab und ehrlich gesagt habe ich keine Lust, mit meinen Steuern den Wohlstand der Türkei zu fördern (mir stinkt das auch jetzt schon, dass bislang regelmäßig Deutschland Subventionsmilliarden an die E.U. bezahlt).
Ich war selber schon in der Türkei und wurde sehr gastfreundlich aufgenommen und bin, wie oben erwähnt, mit einigen Türken befreundet, aber einer Mitgliedschaft des Landes in der E.U. stehe ich äußerst kritisch gegenüber. Dieser Staat müsste erst mal seinen Nationalismus zurückfahren, deutlich demokratischere Strukturen einführen und Minderheiten jeglicher Art respektieren!