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Rohling66
Sex Pistols 5 Alben
Biografie: In den 70ern erschütterte eine Revolte die Musikszene, wie es sie davor noch nicht gegeben hatte - die Sex Pistols traten auf den Plan. Vier britische Bengel schickten sich an, dem gesamten Establishment den blanken Hintern zu zeigen. Was damals mit dem Slogan "No Future" begann, setzt sich in den 90er Jahren mit den Erben fort. Bands wie The Offspring oder auch neuerdings Blink 182 würde es in dieser Form nicht geben, hätten Sid Vicious und Co. damals nicht vorgehabt, dem fetten Bürgertum mal so richtig die Fresse zu polieren. Prügeleien bei Konzerten waren ausdrücklich erwünscht und die vier Mitglieder der Band mischten auch mal gerne tatkräftig mit.
Die Sex Pistols gehen aber gar nicht aus den beiden Oberbengeln Sid Vicious und Johnny Rotten hervor, vielmehr liegen die Wurzeln bei Steve Jones und Paul Cook. Jones hängt die meiste Zeit im Modeladen von Malcolm McLaren und seiner Freundin Vivienne Westwood herum. McLaren, der 1975 bereits die New York Dolls managte, wird später der weitaus erfolgreichere Manager der Pistols und sorgt sich darum, einen Sänger für die Band zu suchen. Fündig wird er bei einem Knilch namens John Lydon. Den Namen "Rotten" nimmt er deshalb an, weil Jones fortwährend Bemerkungen über den Zustand der Zähne von Lydon macht. Der Name "Sex Pistols" ist auch McLarens Idee, der den Namen von einem T-Shirt abschaut, das er verkauft hat. Zu Beginn spielen die Dilettanten an den Instrumenten 60er Jahre-Coverversionen, bevor sie beginnen, eigene Songs zu schreiben.
Am 8. Oktober 1976 unterschreiben die Pistols ihren ersten Plattenvertrag. Die EMI nimmt die Vier unter ihre Fittiche. Kurz danach nehmen sie ihre erste Single "Anarchy In The UK" auf. Eine Nummer, die wohl den Klassiker des Punk darstellt. Am ersten Dezember 1976 lernt Großbritannien die Band zum ersten Mal richtig kennen. In einem Live-Interview will der Journalist Bill Grundy die Band provozieren. Steve Jones lässt sich diese Chance nicht entgehen und feuert eine Schimpfkanonade auf die Zuschauer ab, wie sie das Vereinigte Königreich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt hat. Heutige Nachahmer setzen derartige PR-Gags gezielt ein, um die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben (vgl. Marilyn Manson).
Der Effekt blieb auch damals nicht aus. Jeder, der noch nichts von den Rüpeln gehört hatte, wusste nun Bescheid. Leider findet die EMI das ganze nicht so lustig und wirft die Band kurzerhand wieder aus dem Vertrag. A&M schnappen sich die Pistols, feueren sie aber ebenfalls, nachdem McLaren ausplaudert, was sie doch für einen Haufen Geld bekommen hätten. Virgin erhält nun den Zuschlag und veröffentlicht auch prompt die zweite Single "God Save The Queen", welche nicht unbedingt als Ehrerbietung an das britische Staatsoberhaupt anzusehen ist. Das Debütalbum "Nevermind The Bollocks Here's The Sex Pistols" wandert sehr zum Ärgernis so manches braven Briten an die Spitze der Charts und das trotz des Boykotts vieler Plattenläden, die Scheibe zu verkaufen.
Die Pistols starten eine geheime Tour, um Auftrittsverboten aus dem Weg zu gehen. Danach setzen sie an, Amerika im Sturm zu nehmen. Nach acht Shows wirft Johnny Rotten aber den Brocken hin und verlässt die Band, die zu dem Zeitpunkt gerade mal ein gutes Jahr existiert. Johnny Rotten gründet daraufhin seine eigene Band PIL (Public Image Limited), mit welcher er bis ins neue Jahrtausend hinein Platten veröffentlicht. Sid Vicious stirbt am 2. Februar 1979 an einer Überdosis Heroin. Kurz zuvor wird er noch des Mordes an seiner damaligen Freundin Nancy Spungen angeklagt, nachdem diese im gemeinsamen Hotelzimmer in New York tot aufgefunden wird.
1996 geben die Sex Pistols mit ihrem ursprünglichen Bassisten Glen Matlock eine kleine Reunion-Tour, die sie sich hätten sparen können. Aber dem Reiz, einen ganzen Sack voll Kohle einstecken zu können, können auch die Vorreiter der Anarchowelle nicht widerstehen, und so gibt es einige Konzerte, die so "gut" sind, dass die Bierflaschen und Tomaten nur so fliegen. Zum 50. Thronjubiläum der Queen müssen sie sich natürlich auch wieder melden: Es erscheint eine Neuauflage der 25 Jahre zuvor veröffentlichten Skandalsingle "God Save The Queen". Sie landet wieder in den Top 10 der UK-Charts. Zu diesem Anlass bringt man auch gleich das Album "Jubilee" und eine 3-Box-Set raus, die mit vielen Schmankerln, unter anderem vorher noch nie gesehenen Pistol-Fotos aufwartet.
Im Sommer 2003 lassen die Oldies wieder von sich hören: im August und September wolle man durch die Vereinigten Staaten touren, gibt Sänger Johnny Rotten bekannt. Außerdem plant die Band im Frühjahr 2004 eine Show im vom Krieg gezeichneten Bagdad. Wie Rotten weiter erklärt, solle der Auftritt den Irakern Demokratie "in ihrem vollen Extrem" aufzeigen und ihnen verdeutlichen, dass sie auch über eine "Kehrseite" verfüge. Seine Band könne diese Probleme immerhin hinaus brüllen, so Rotten.
2006 sollen die Sex Pistols - nicht unverdient - in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen werden. Die Band scheißt jedoch auf die ihrer Meinung nach zweifelhaften Ehren. Mit Rechtschreibfehlern garniert tun sie dies auf ihrer Homepage kund: Neben den Sex Pistols sähen der Rock and Roll samt dieser beknackten Hall of Fame eben nur aus wie ein Piss-Fleck. "Wir kommen nicht", sie seien nicht deren "Affen". Wen die Pistols damit ansprechen? Die Vertreter der Musikindustrie, für die sie noch nie ein gutes Wort übrig hatten. Man erinnere sich nur an den netten Song für ihre Plattenfirma: "I can't stand those useless fools: EMI!".
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Biografie: In den 70ern erschütterte eine Revolte die Musikszene, wie es sie davor noch nicht gegeben hatte - die Sex Pistols traten auf den Plan. Vier britische Bengel schickten sich an, dem gesamten Establishment den blanken Hintern zu zeigen. Was damals mit dem Slogan "No Future" begann, setzt sich in den 90er Jahren mit den Erben fort. Bands wie The Offspring oder auch neuerdings Blink 182 würde es in dieser Form nicht geben, hätten Sid Vicious und Co. damals nicht vorgehabt, dem fetten Bürgertum mal so richtig die Fresse zu polieren. Prügeleien bei Konzerten waren ausdrücklich erwünscht und die vier Mitglieder der Band mischten auch mal gerne tatkräftig mit.
Die Sex Pistols gehen aber gar nicht aus den beiden Oberbengeln Sid Vicious und Johnny Rotten hervor, vielmehr liegen die Wurzeln bei Steve Jones und Paul Cook. Jones hängt die meiste Zeit im Modeladen von Malcolm McLaren und seiner Freundin Vivienne Westwood herum. McLaren, der 1975 bereits die New York Dolls managte, wird später der weitaus erfolgreichere Manager der Pistols und sorgt sich darum, einen Sänger für die Band zu suchen. Fündig wird er bei einem Knilch namens John Lydon. Den Namen "Rotten" nimmt er deshalb an, weil Jones fortwährend Bemerkungen über den Zustand der Zähne von Lydon macht. Der Name "Sex Pistols" ist auch McLarens Idee, der den Namen von einem T-Shirt abschaut, das er verkauft hat. Zu Beginn spielen die Dilettanten an den Instrumenten 60er Jahre-Coverversionen, bevor sie beginnen, eigene Songs zu schreiben.
Am 8. Oktober 1976 unterschreiben die Pistols ihren ersten Plattenvertrag. Die EMI nimmt die Vier unter ihre Fittiche. Kurz danach nehmen sie ihre erste Single "Anarchy In The UK" auf. Eine Nummer, die wohl den Klassiker des Punk darstellt. Am ersten Dezember 1976 lernt Großbritannien die Band zum ersten Mal richtig kennen. In einem Live-Interview will der Journalist Bill Grundy die Band provozieren. Steve Jones lässt sich diese Chance nicht entgehen und feuert eine Schimpfkanonade auf die Zuschauer ab, wie sie das Vereinigte Königreich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt hat. Heutige Nachahmer setzen derartige PR-Gags gezielt ein, um die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben (vgl. Marilyn Manson).
Der Effekt blieb auch damals nicht aus. Jeder, der noch nichts von den Rüpeln gehört hatte, wusste nun Bescheid. Leider findet die EMI das ganze nicht so lustig und wirft die Band kurzerhand wieder aus dem Vertrag. A&M schnappen sich die Pistols, feueren sie aber ebenfalls, nachdem McLaren ausplaudert, was sie doch für einen Haufen Geld bekommen hätten. Virgin erhält nun den Zuschlag und veröffentlicht auch prompt die zweite Single "God Save The Queen", welche nicht unbedingt als Ehrerbietung an das britische Staatsoberhaupt anzusehen ist. Das Debütalbum "Nevermind The Bollocks Here's The Sex Pistols" wandert sehr zum Ärgernis so manches braven Briten an die Spitze der Charts und das trotz des Boykotts vieler Plattenläden, die Scheibe zu verkaufen.
Die Pistols starten eine geheime Tour, um Auftrittsverboten aus dem Weg zu gehen. Danach setzen sie an, Amerika im Sturm zu nehmen. Nach acht Shows wirft Johnny Rotten aber den Brocken hin und verlässt die Band, die zu dem Zeitpunkt gerade mal ein gutes Jahr existiert. Johnny Rotten gründet daraufhin seine eigene Band PIL (Public Image Limited), mit welcher er bis ins neue Jahrtausend hinein Platten veröffentlicht. Sid Vicious stirbt am 2. Februar 1979 an einer Überdosis Heroin. Kurz zuvor wird er noch des Mordes an seiner damaligen Freundin Nancy Spungen angeklagt, nachdem diese im gemeinsamen Hotelzimmer in New York tot aufgefunden wird.
1996 geben die Sex Pistols mit ihrem ursprünglichen Bassisten Glen Matlock eine kleine Reunion-Tour, die sie sich hätten sparen können. Aber dem Reiz, einen ganzen Sack voll Kohle einstecken zu können, können auch die Vorreiter der Anarchowelle nicht widerstehen, und so gibt es einige Konzerte, die so "gut" sind, dass die Bierflaschen und Tomaten nur so fliegen. Zum 50. Thronjubiläum der Queen müssen sie sich natürlich auch wieder melden: Es erscheint eine Neuauflage der 25 Jahre zuvor veröffentlichten Skandalsingle "God Save The Queen". Sie landet wieder in den Top 10 der UK-Charts. Zu diesem Anlass bringt man auch gleich das Album "Jubilee" und eine 3-Box-Set raus, die mit vielen Schmankerln, unter anderem vorher noch nie gesehenen Pistol-Fotos aufwartet.
Im Sommer 2003 lassen die Oldies wieder von sich hören: im August und September wolle man durch die Vereinigten Staaten touren, gibt Sänger Johnny Rotten bekannt. Außerdem plant die Band im Frühjahr 2004 eine Show im vom Krieg gezeichneten Bagdad. Wie Rotten weiter erklärt, solle der Auftritt den Irakern Demokratie "in ihrem vollen Extrem" aufzeigen und ihnen verdeutlichen, dass sie auch über eine "Kehrseite" verfüge. Seine Band könne diese Probleme immerhin hinaus brüllen, so Rotten.
2006 sollen die Sex Pistols - nicht unverdient - in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen werden. Die Band scheißt jedoch auf die ihrer Meinung nach zweifelhaften Ehren. Mit Rechtschreibfehlern garniert tun sie dies auf ihrer Homepage kund: Neben den Sex Pistols sähen der Rock and Roll samt dieser beknackten Hall of Fame eben nur aus wie ein Piss-Fleck. "Wir kommen nicht", sie seien nicht deren "Affen". Wen die Pistols damit ansprechen? Die Vertreter der Musikindustrie, für die sie noch nie ein gutes Wort übrig hatten. Man erinnere sich nur an den netten Song für ihre Plattenfirma: "I can't stand those useless fools: EMI!".
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