"Sozialschmarotzer"

Die Arbeit ist hier aber nicht angekommen. Hier wurden die Gelder eingestrichen und die Arbeitsplätze in Polen, Ungarn und noch weiter östlich geschaffen.
In meiner Heimatstadt gibt es kaum noch einen größeren Betrieb. Das einzige was wir hier noch haben ist Webasto. Die haben Sirokko übernommen, den größten Heizgeräte Hersteller im Ostblock. Zug-, Bus-, KFZ, Schiffs- und auch Stationäre Heizgeräte wurden dort hergestellt. Sirokko hat z.B. LKW Heizungen für VOLVO geliefert. Dort haben mal über 1500 Leute in drei Schichten gearbeitet. Heute sind es glaub ich noch irgendwas um 150 Beschäftigte wovon der Großteil Leiharbeiter sind. Und die Leute sind glücklich das sie überhaupt eine Arbeit haben. Und wenn ich dann diesen Blödsinn höre das mehr gefordert werden muss und die Leute gefälligste jede Arbeit anzunehmen haben ........ nur diese Arbeit gibt es ja nicht. Also was sollen die Leute denn annehmen?
 
Die Summe die jetzt als Ergebnis feststeht ist unsere heutige Ernte. Mit der Wahl der CDU und FDP wählten wir ein mehr dieser leider wirksamen Medizin.
Wie der nicht verurteilte Kohl schon ankündigte, wir müßen den Gürtel enger schnallen.

Carmen, das hat wenig mit den Parteien zu tun und das hat Kohl schon damals richtig erkannt. Es musste schwierig werden. (das westliche Wirtschaftssystem als Grundlage).

Die Bevölkerungzahl hat sich von heute auf morgen deutlich vergrößert. Nur war klar, dass sich die Absatzmärkte nicht auch von heute auf morgen entsprechend vergrößern werden (im Gegenteil). SElbst wenn man also die Produktivität im Osten von heute auf morgen auf Westniveau hätte bringen können, wären keine entsprechenden Absatzmärkte da gewesen. Aber auch der innerdeutsche Konsum konnte sich nicht in kurzer Zeit entsprechend der gestiegenen Bevölkerungszahl vergrößern.

Es sind Fehler gemacht worden, aber das grundsätzliche Problem ist nicht durch die Parteien verursacht sondern durch ein 45 Jahre währendes politisches System im Osten.
 
santanablue schrieb:
...(Zahlungen an die, die niemals etwas einbezahlt haben)...
Wenn du dich schon ständig auf vermeintliche Fakten berufst, dann solltest du sie aber auch in eine realen Zusammenhang stellen.

Wenn es durchgängig das Prinzip gäbe, daß nur derjenige etwas bekommt, der auch einbezahlt hat, dann könnte man gleich alle Schulen dichtmachen - schließlich haben die Kinder nie etwas einbezahlt. Ebenso ist es mit Ausbildungsplätzen, denn auch Auszubildenden haben selten etwas einbezahlt. :D

Ob es um Renten- oder Arbeitslosenbeiträge geht, sie sind keineswegs MEIN eingezahltes Kapital, das ich jederzeit mit Zinsen wieder ausbezahlt kommen kann. Rentenbeiträge sind Teil eines Generationenvertrages, mit dem ich (mit)finanziere, daß derjenige, welcher in Rente geht, etwas bekommt.

Wenn man einen anderen (Teil-)Staat schluckt (etwas anderes war die 'Wiedervereinigung' ja wohl kaum), dann muß man auch die Folgen tragen. Schließlich bekommt man nicht nur das Land und die materiellen Güter, sondern auch die Menschen.

Nur, was das mit Sozialschmarotzern (immerhin Thema dieses Threads) zu tun haben soll erschließt sich mir nicht wirklich.

Einen schönen Sonntag noch, Konradin
 
Wenn man einen anderen (Teil-)Staat schluckt (etwas anderes war die 'Wiedervereinigung' ja wohl kaum)
:hot: Wenn du schon vom schlucken schreibst.Wenn ich ne Pille schlucke, dann doch wohl, damit es mir besser geht. In diesen Fall aber ist das nicht so. Aber man kann auch bittere Pillen schlucken, und das war die Wiedervereinigung ja wohl. Jedenfalls für die meisten Wessis. Selbst der eine oder andere Ossi hat mir schon berichtet, das es ihm vor der Wende besser ging.

Nur, was das mit Sozialschmarotzern (immerhin Thema dieses Threads) zu tun haben soll erschließt sich mir nicht wirklich.

Einen schönen Sonntag noch, Konradin
Da gebe ich dir uneingeschränkt recht. Sozialschmarotzer gibt es in jeder Lebenslage, ich sehe in Hartz-Empfängern in erster Linie arme Menschen, denen es so schwer gemacht wird wie es möglich ist. Dabei sehe ich ein viel grösseres Schmarotzertum bei den Schweizer Bankeinzahlern die den Staat um Steuern betrügen. Genau so bei den Bankern, denen wir diese Krise zu verdanken haben, und die trotzdem noch Boni in Millionenhöhe kassieren.
 
... Wenn ich ne Pille schlucke, dann doch wohl, damit es mir besser geht. In diesen Fall aber ist das nicht so. Aber man kann auch bittere Pillen schlucken, und das war die Wiedervereinigung ja wohl. Jedenfalls für die meisten Wessis. Selbst der eine oder andere Ossi hat mir schon berichtet, das es ihm vor der Wende besser ging. ...

:rolleyes: Jaja, uns Deutschen geht es schon seeehr schlecht.
Wir müssen kilometerweit bis zum nächsten Wasserloch laufen und eine 6 köpfige Familie von einem Brot und ein paar Reiskörnern pro Woche ernähren.

Besonders den Westdeutschen erging es schlecht. Man musste Unmengen an Supermärkten und Discountern im Osten errichten die nun seit Jahren leerstehen. Man musste Mietshäuser im Osten für 'nen Apfel und ein Ei kaufen und solange übermäßige Mieten kassieren bis die Häuser verfallen sind.
Man musste im Osten große Flächen mit Industrie bebauen (es gab ja nicht genug Industriefläche ^^), die Ossis für deutlich weniger als den Wessi arbeiten lassen... aber die Steuern wurden im Westen bezahlt - bei der Hauptniederlassung.
Und die Ossis, die jetzt noch behaupten es ging ihnen zu DDR-Zeiten besser haben den Blick für die Realität verloren. Beim Talkshow-schauen auf den Privaten vergisst man schnell dass soetwas früher undenkbar war, sowohl das Fernsehen selbst als auch die freie Meinungsäußerung).
 
:rolleyes: Jaja, uns Deutschen geht es schon seeehr schlecht.
Wir müssen kilometerweit bis zum nächsten Wasserloch laufen und eine 6 köpfige Familie von einem Brot und ein paar Reiskörnern pro Woche ernähren.

Sehr gut geschrieben.

Es wird hier auf sehr hohem Niveau gejammert. Es gibt nicht viele Länder, in denen es der Bevölkerung so gut geht, wie bei uns, ob mit oder ohne Arbeit.

Und bei der Wiedervereinigung ging es nicht darum, Profit zu machen (auch wenn das einige leider so gesehen haben). Es ging darum, unser Volk wieder zu vereinigen und es ging darum, einem Teil der Bevölkerung die Freiheit zu geben. Ich finde es unmöglich, wenn gejammert wird, weil das Geld gekostet hat und noch kostet.
 
...Es sind Fehler gemacht worden, aber das grundsätzliche Problem ist nicht durch die Parteien verursacht sondern durch ein 45 Jahre währendes politisches System im Osten.
Ich weiß nicht ob es Dir aufgefallen ist, aber wir liegen oft gar nicht so weit weg voneinander.
Es kommt sehr oft auf den Blickwinkel an. Ich bin der Meinung das zum damaligen Zeitpunkt bekannt war welches politisches System 45 Jahre lang herrschte. Westliche "Fachleute" waren davon überzeugt alles besser zu wissen. Die östlichen Fachleute auch. Das unser System besser ist konnte jetzt durch Fakten belegt werden. Jedoch kamen die Fehler dadurch zustande das überhastet gehandelt wurde und die Meinung vertreten wurde das der freie Markt alles bestens reguliert. Die gleiche Ansicht hatten wir bei der deutschen Telekom und allen anderen staatlichen Betriebe die wir in die freie Marktwirtschaft entließen. Beispiellose Massenentlassungen waren die Ernte ohne das der versprochene Leistungs und Preisvorteil beim Volk nutzbar wurde. mir war es noch nie schlüßig weshalb es mir besser gehen könnte, wenn jemand anders das Geld das ich verdienen könnte im Geldbeutel hat. Diese Umverteilung von unten nach oben bewirkt die Armut die wir heute Millionen Menschen bescheiden.
Kurz um, ich bin der Meinung das es besser gewesen wäre wenn der deutsche Staat die Hand über die EX DDR gehalten hätte und dann privatisiert hätte wenn es richtig Geld eingebracht hätte. Zu meinen das es für das Volk gut ist wenn Industrielle weniger Lohn bezahlen (weniger Sozialabgaben sind die Folge) und geringere Ausgaben für Gebäude bezahlen müßen, ist richtig. Der Milliardär und der Spekulant kann es bestätigen wie gut das für ihn war. Dieser hat aber kein Interesse ins Sozialsystem einzubezahlen und Steuern zu entrichten. Deswegen fehlen nicht nur die Werte die die DDR geschaffen hatte, denn diese sind ja zu nicht unerheblichen Anteilen im Privatbesitz, sondern auch die Renteneinnahmen der DDR. Die DDR hatte einen Wert der nicht mit der symbolischen Mark beziffert werden konnte. Alle Werte auch das was ein DDR Bürger an Rente bezog war mit der DDR verbunden die nach der Wende zu Dumpingpreisen verschenkt wurde.
Jetzt frag ich warum die Politiker das wollten? Die Parteien definierten diese Bedingungen. Hätte mich jemand gefragt hätte ich anders bestimmt.

Mir käme es nie in den Sinn, ein Renovierungsbedürftiges Gelände zu verschenken wenn ich die Möglichkeit hätte mit Zeit und Geld daraus etwas besseres zu machen. Stell Dir vor Du könntest wie der Staat beliebig Kredit bekommen und affenlange Laufzeiten bekommen...würdest Du dann etwas gegen paar Glasperlen tauschen? Zukunft wird anders gestaltet. Vom Staat erwartet man Zukunft. Die Parteien sind in Aufsichtsräten gut vertreten. Als ich damals in Leipzig für 20 000 DM ein Gebäude kaufen und für 100 000 DM investieren wollte war ich mit der Kaufsumme in der Hand vom Bürgermeister abgewiesen worden.... egal... Es wurde definitiv gemauschelt.

Aber zum Thema Sozialschmarotzer gehört auch das Thema wie wird alles finanziert. Da hat Deutschland Mißwirtschaft betrieben.

Deutschland hat seither beträchtlich an Weltmarktführerschaft verloren.

Verschenken bringt kein Geld! Also ist es kein Wunder das es jetzt fehlt.

Liebe Grüße
Carmen
 
Ich weiß nicht ob es Dir aufgefallen ist, aber wir liegen oft gar nicht so weit weg voneinander.

Stimmt.


Ich bin auch der Meinung, dass PRivatisierung um jeden Preis das falsche Instrument gewesen ist.

Und ich stimme dir auch zu, dass viele Fehler gemacht worden sind.

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass das grundsätzliche Problem nicht der Fehler westdeutscher Politiker gewesen ist.


Das mit den preiswerten Immobilien:

Es mag sein, dass man da mehr hätte rausholen können. Vielleicht wäre es auch besser gewesen, wenn der STaat sich selber da mehr engagiert hätte. Ziel war es aber, so viel private Investoren, so viel privates Kapital zu mobilisieren, wie irgend möglich. (Das soll nur eine Erklärung sein, ob es richtig war, mag ich nicht zu beurteilen - vor allem, da man nicht weiß, wie es sonst gelaufen wäre).

Wo wir auf jeden Fall beieinander sind, ist, dass jede Arbeit auskömmlich bezahlt werden sollte.
 
Wo wir auf jeden Fall beieinander sind, ist, dass jede Arbeit auskömmlich bezahlt werden sollte.
Dann würde es aber weniger Wachstum geben. Allerdings nur bei bestimmten Gruppen. Auf das bei den Reichen Wachstum ankommt. Schließlich ist Hartz IV ja von langer Hand vorbereitet worden, um Dumpinglöhne zu schaffen, in denen dann die Erwerbslosen hinein gezwungen werden, ansonsten werden sie sanktioniert. Hartz IV ist dafür geschaffen worden um einen Billiglohnsektor zu schaffen. Und das wird ja noch nicht einmal geleugnet. Und nun haben wir noch die Sozialdarwinisten der FDP am Hals, was schlimmeres wie Westerwelle konnte uns nicht passieren.
 
Dann würde es aber weniger Wachstum geben.

Irgendwann hört das mit dem Wachstum sowieso auf. Wachstum als Lösung für alle Probleme ist sowieso eine Sackgasse.

Zurzeit bedeutet Wachstum der INdustrie doch sowieso nur Ausbeutung billiger Arbeitskräfte, Ausbeutung der Resourcen und Ausbeutung der Umwelt bzw. Ignorieren der Umweltschäden. Da wird es ein Umdenken geben müssen.

Und ich bin, wie ich schon mehrfach geschrieben habe, für den Beginn einer Umverteilung von oben nach unten. Allerdings für den Teil am unteren Ende, der sich aktiv in die Gesellschaft einbringt und nicht für die Schmarotzer.

Man kann ja ruhig auf die CDU und die FDP schimpfen, aber deren Rolle ist eben eher die Vertretung der Wirtschaft und der Besserverdienenden. Das momentane Problem liegt meiner Meinung nach am Versagen der SPD und der Gewerkschaften. Die haben nämlich die einfachen Arbeitnehmer verarscht. Die sind ihrer Aufgabe nicht nachgekommen.

Übrigens:

Das Hartz-Konzept ist eine Bezeichnung für Vorschläge der Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“, die in Deutschland unter der Leitung von Peter Hartz tagte und im August 2002 ihren Bericht vorlegte.

Die Kommission wurde von der Bundesregierung unter Gerhard Schröder eingesetzt.
 
Und das gehetze geht weiter :D:D:D

Hartz IV: Sozialleistungen ? So viel gibt der Steuerzahler dafür aus - Politik - Bild.de
Mmh, jetzt möchte ich zugern mal wissen was den Steuerzahler die Politiker kosten.
Die sollten doch wohl mit einem guten Beispiel vorran gehen und die Diäten kürzen, wenn es Deutschland so schlecht ginge


Denke das wird nicht mehr lange dauern bis sich die Deutschen gegenseitig die Köpfe einhauen :depp:
Weiß jemand welcher Politiker mit im Bild Vostand sitzt? Langsam schauts echt danach aus das das hier eine Große Hetzjagd werden soll.
Unsere Obrigkeit schafft es aber immer wieder das Volk (Untertanen) von den eigentlichen Problemen abzulenken.

Vorallem unser Herr Westerwell, auf einmal sollte sich Arbeit wieder lohnen aber er war gegen einen Mindestlohn. :confused::confused::confused:
 
Dann würde es aber weniger Wachstum geben...
Das würde ich gar nicht so sehen. Je mehr Geld im Umlauf ist, desto mehr wird auch ausgegeben. Wenn jeder seine paar Kröten zusammenhält, gibt es auch weniger Bedarf der zu decken wäre. Auch das ist einer der Gründe für die Wirtschaftskrise.
 
Off Topic (@Generale):

Ich glaube nicht dass die Bild-Zeitung eine brauchbare Quelle für dieses Thema ist (oder für überhaupt irgendein Thema).

Für Fußballer gilt: Warum bekommt ein Starkicker 10Mio p.a. in einem deutschen Verein? Weil er, wenn er es nicht bekäme, wo anders spielen würde. Genauso läuft das bei den Managern und bei wohl jedem Arbeitnehmer im Prinzip auch. Gibt es einen Arbeitsplatz bei dem ich zu besseren Konditionen arbeiten kann dann tue ich das auch. Warum sollte man auch für 5€ pro Std. weniger arbeiten wenn es eben anders geht.
Worauf ich hinaus möchte:
Politikerdiäten sind im Gegensatz zu den weltweiten Managergehältern ein Witz. Einige Politker scheinen einen eigenen Idealismus vor Augen zu haben, könnten diese doch mit ihrer Erfahrung und Bildung weitaus besserbezahlte Jobs in der freien Wirtschaft ausüben. Gibst du denen weniger wirst du auch weniger Nachwuchspolitiker finden; zudem würden Fälle von Korruption drastisch ansteigen. Sorry, aber wenn ich in die Politik gehen würde möchte ich, wenn schon mein Name ständig durch den Schmutz gezogen wird, wenigsten gut bezahlt werden.


Back to Topic:
Hier wird immer wieder davon gesprochen den "Wohlhabenden" mehr abzuknöpfen.
Dabei scheint jedoch kaum einen klar zu sein dass dies bereits so gehandhabt wird!
090925-Steuer-und-Einkommensverteilung-1.gif

Ich weiß nicht von wann die Grafik ist aber sie zeigt im Grunde welche Einkommensgruppe wieviel zum Gesamteinkommenssteueraufkommen beiträgt. Und da sieht man deutlich das 47% der Steuerzahler über 90% der Gesamteinkommenssteuer zahlt - demnach wird dies bei den SV-Abgaben vergleichbar ausfallen.
(Eigentlich meine ich sogar mal eine Übersicht gesehen zu haben die darstellte, dass ca. 20% der Steuerzahler über 80% zur Gesamteinkommenssteuer beitragen.)
 
In wieweit jemand seine Nebeneinkünfte in der Steuererklärung angibt ist ihm selbst überlassen... erwischen lassen sollte er sich bei Falschangaben nicht. Was jedoch oft verlangt wird ist, dass Politiker öffentlich bekanntgeben wo sie weitere Nebeneinkünfte erzielen. Aber, warum sollten die dass tun? Oder anders: Würdest du wollen dass du zum gläsernen Mitbürger mutierst?
 
(Eigentlich meine ich sogar mal eine Übersicht gesehen zu haben die darstellte, dass ca. 20% der Steuerzahler über 80% zur Gesamteinkommenssteuer beitragen.)
Glückwunsch, hundert Punkte der Kandidat. Und jetzt überlege mal ganz langsam WARUM die Statistik so aussieht.

Im Moment bezahlen also die Reichen einen Großteil der Steuern. Und das obwohl sie, prozentual gesehen, weniger vom Gesamteinkommen abgeben als die Unter- und Mittelschicht (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!). Wenn also 20% der Leute mit ihren Abgaben 80% der Steuern zahlen - was bedeutet das? Über die Stärke der Besteuerung sagt das relativ wenig aus, es deutet eher auf etwas anderes hin.
 
Mal davon ab dass ich weeeeit weg bin vom großen Wohlstand...

Dass sicher viele, ich denke sogar die meisten, der Wohlhabenden auch entsprechend dafür gearbeitet und einiges riskiert haben um dorthin zu kommen wo sie nun sind scheint offenbar wenige zu interessieren.
Es muss auch irgendwo einen Anreiz geben solche Risiken (meist ein Unternehmen aus den Boden zu stampfen) einzugehen.

Wenn jemand mit einem mtl. Bruttoeinkommen von bspw. 2.500€ ca. 900€ abtreten muss ist das sicher nicht wenig... es sind 36%.
Wenn jemand mit mtl. 20.000€ 8.850€ abgibt sind das rund 44%.
70.000 >>> 32.500€ (46%)

(Mit Gehaltsrechner und Brutto Netto Rechner Gehalt bei nettolohn.de! kurz mal überflogen.)

Klar ist bspw. bei 70.000€ ein Netto von 37.500 € mehr als ausreichend um zu leben aber wenn von den 70.000 am Ende nur 10.000€ bleiben würden (darauf scheinst du wohl hinaus zu wollen Rosenrot) wäre kaum noch einer bereit entsprechende Risiken einzugehen um ein solches Brutto zu erreichen.
Wenn man stattdessen mit 5.000€ als leitender Angestellter nach Hause gehen kann, wäre man da nicht ziemlich blöd wenn man Haus und Hof auf's Spiel setzt um lediglich 5.000€ mehr netto (70.000€ brutto) zu erhalten, verbunden mit keiner Freizeit, keinen bezahlten Urlaub etc. !?
Dafür dass mein Chef mir einen Arbeitsplatz und somit mir mein Einkommen ermöglicht darf er auch gern mehr verdienen als ich - er trägt das weitaus höhere Risiko.

Btw.: Hierzulande darf sich jeder selbständig machen (Einhaltung der aktuellen Gesetzeslage vorausgesetzt) und Millionen scheffeln, auch ohne einen Schulabschluss.

Klar, genauso wie es Sozialschmarotzer bei HartzIV-Empfängern gibt genauso wird es auch bei den Wohlhabenden solche geben die es möglicherweise nicht verdient haben solch ein Gehält zu kassieren... aber auch hier werden es die Ausnahmen sein.
 
Tut mir Leid, ich woltle auf etwas anderes hinaus.

Wenn 20% der Leute 80% der Steuern zahlen haben 20% verdammt viel Kohle (und das obwohl sie, wie gesagt, von ihre Einkommen prozentual weniger abgeben als der Rest!). Nur wenn 20% verdammt viel Kohle haben, was machen wir dann mit den anderen 80% der Bevölkerung? Für die sind dann nämlich nur noch 20% übrig - es herrscht also eine mordsmäßige Arm-Reich-Schere.

Und wenn man von 70.000€ satte 35.000€ abgeben muss (was völlig utopisch ist, es werden wohl eher 30.000€ - 25.000€ sein), so sieht man vor Tränen kaum was übrig bleibt. Und was die armen Aufsichtsräte dann erst zahlen - oh Gott oh Gott...

Ich finde es gerecht wenn man von 70k 35k Steuern zahlt und wenn man von 24k 10k Steuern zahlt. Warum?
bei dem zweiten Bsp. handelt es sich um 10.000 statt 12.000 (die er über den 50% behalten darf) - es fällt also wesentlich stärker ins Gewicht als bei dem Reichen. Kurz gesagt:
2€ mehr oder weniger von 10€ sind deutlich bemerkbar
2€ mehr oder weniger bei 100€ sind... nun, etwas unwichtiger ;)
 
... es herrscht also eine mordsmäßige Arm-Reich-Schere.

Das ist sicher unbestritten.

Und wenn man von 70.000€ satte 35.000€ abgeben muss (was völlig utopisch ist, es werden wohl eher 30.000€ - 25.000€ sein), so sieht man vor Tränen kaum was übrig bleibt.

Naja, 32.500€ aus meiner Rechnung sind nicht so weit weg.
Jemand der auch viel verdient gibt meist auch mehr aus, zumindest wertmäßig gesehen. Da wird eher ein Fahrzeug der Oberklasse gekauft als ein 5 Jahre alter Kleinwagen. Das kann man weiterführen bei Küchengeräten, Unterhaltungselektronik usw. - demnach geht auch mehr Geld in die Wirtschaft und somit als bspw. MwSt in den Staatshaushalt.

Ich finde es gerecht wenn man von 70k 35k Steuern zahlt und wenn man von 24k 10k Steuern zahlt. Warum?...

2.500€ 36% Abgaben --- 20.000€ 44% Abgaben --- 70.000€ 46% Abgaben
Demnach zahlt ein Spitzenverdiener prozentual mehr als jemand im unteren Lohn-/Gehaltssektor.
Und das ist auch gut so. Ich bezweifle nur dass es sinnvoll ist die Spitzenverdiener noch stärker zu "belasten". Wie gesagt, irgendwo muss auch für diese der Anreiz gewart bleiben gewisse Risiken einzugehen. Denn wenn es keinen mehr gibt der gewillt ist ein oder mehrere Unternehmen zu gründen gibt es auch keine Arbeitsplätze.
Imho sollten jedoch Spekulanten und solche, die keinen tatsächlichen Mehrwert schaffen entsprechend zur Kasse gebeten werden. Zudem sollten Steuern dort erhoben werden wo tatsächlich gewirtschaftet wird und nicht in der vermeindlichen Hauptniederlassung im Ausland oder bereits in anderen Gemeinden.
 
2.500€ 36% Abgaben --- 20.000€ 44% Abgaben --- 70.000€ 46% Abgaben
Demnach zahlt ein Spitzenverdiener prozentual mehr als jemand im unteren Lohn-/Gehaltssektor.
Und das ist auch gut so. Ich bezweifle nur dass es sinnvoll ist die Spitzenverdiener noch stärker zu "belasten".
Hä? Das ist der Soll-Zustand...

Ist:
5€ Steuer von 10€ <--- Arm
45€ Steuer von 100€ <--- Reich

Soll:
5€ Steuer von 10€ <--- Arm
55€ Steuer von 100€ <--- Reich

Das ist ja eben das lustige am System. Und wenn Millionäre von ihrem Vermögen über 1mio 1% abgeben müssten, so würden sie daran sicher nicht verarmen - verlangt ja keiner das die Spitzenverdiener alle knapp an Kante H4 leben sollen ;)

Übrigens, zum "stärker belasten":
Unter Kohl lag der Spitzensteuersatz bei rund 52% - dank SPD, Grünen und CDU ist er mittlerweile bei rund 47% angelangt. man kann Kohl vieles vorwerfen, aber linksradikal war er sicher nicht ;)
 

Beliebte Schlagwörter

Du verwendest einen veralteten Browser. Es ist möglich, dass diese oder andere Websites nicht korrekt angezeigt werden.
Du solltest ein Upgrade durchführen oder einen alternativen Browser verwenden.

Zurück
Oben Unten