"Sozialschmarotzer"

ab besten noch für alleinerziehende Mütter?

Jo, diese und der 55-jährige Arbeiter, der nach 54-jähriger Berufstätigkeit arbeitslos wird, müssen immer herhalten. :fuck:

Aber mal ganz offen gefragt:

Wieso ist es so selbstverständlich, dass wir dafür zahlen müssen, dass diese Frau zu blöd ist, zu verhüten? Wieso ist es selbstverständlich, dass wir dafür zahlen müssen, dass diese Frau den Namen des Vaters nicht nennen kann oder will?

Warum ist es so selbstverständlich, dass diejenigen, die selber für ihre Familie sorgen, auch noch für diese Leute mitsorgen müssen?

Denk mal drüber nach.



@ muesli et freefloating.

Sehr guter Gedankenansatz.

Jedes Feudalsystem (und ein solches haben wir, wie ihr erkannt habt), überlebt so lange, so lange es dem überwiegenden Teil der Bevölkerung so gut geht, dass die Furcht vor dem "etwas verlieren können" größer ist als die Verzweiflung, weil es einem so schlecht geht.

Und da sieht es in Deutschland zurzeit halt noch eindeutig aus. Das Jammern geschieht auf einem Niveau, dass die Taten noch lange auf sich warten lassen. ;)

Und selbst Hartz-4 scheint ja noch über dieser Hemmschwelle zu liegen. Würden es sich sonst so viele der Hartz-4-Empfänger in dieser sozialen Hängematte bequem machen?


Ihr habt völlig Recht, wenn ihr fordert, dass "oben" etwas passieren müsste! Aber wer soll dies mit Nachdruck verfolgen?

Und auch von der Politik wird man auf absehbare Zeit in dieser Richtung nichts erwarten können.
 
Zitat McKilroy: "Ihr habt völlig Recht, wenn ihr fordert, dass "oben" etwas passieren müsste! Aber wer soll dies mit Nachdruck verfolgen? Und auch von der Politik wird man auf absehbare Zeit in dieser Richtung nichts erwarten können."

Natürlich, hier würde sich ja die Katze in den Schwanz beissen ;). Leider sind unsere Politiker alles andere als unabhängig - sie sind Interessenvertreter ihrer Brötchengeber, Verwaltungsratsmitglieder und Bonibezüger. Von dort ist keine Hilfe zu erwarten. Der Druck müsste kontinuierlich und massiv vom Volk und von der Presse kommen. Leider war die letzte Finanzkrise offenbar noch zu harmlos. Bereits machen alle wieder weiter, als wäre nichts gewesen.

Gruss freefloating
 
McKilroy schrieb:
Aber mal ganz offen gefragt:

Wieso ist es so selbstverständlich, dass wir dafür zahlen müssen, dass diese Frau zu blöd ist, zu verhüten?
Höre ich da ein ganz kein wenig Sozialdarwinismus heraus und nur der, welcher erfolgreich ist, darf sich vermehren? Sprichts du armen Leuten grundsätzlich das Recht ab, Kinder zu haben? Wie ich finde, ein interessanter Ansatz. :D

Wer sagt dir eigentlich, daß die alleinerziehende Mutter nicht Teil einer erfolgreichen Familie war, ihr Mann arbeitslos wurde und die Ehe dadurch in die Brüche ging? Was ist, wenn die Mutter selbst vorher jahrelang gearbeitet und in den großen Topf eingezahlt hat, hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht?

Aber du scheinst 'alleinerziehende Mutter' ja eher mit 'asoziale Kinderwurfmaschine' zu assoziieren. So etwas finde icht recht menschenverachtend.

Wenn Kinder nicht unsere Zukunft wären, dann könnte ich über deine Ansichten vielleicht noch lachen. Aber es stört dich ernsthaft, Kinder zu unterstützen? Strafen wir sie doch lieber für die 'Sünden' der Eltern. :depp:

Wie wäre es eigentlich, wenn niemand mehr 'zu blöd zum Verhüten wäre' und wir Deutschen keine Nachkommen mehr bekommen würden? Aber zum Glück ist die Geburtenrate hierzulande so niedrig, daß DU MIT DEINEM ERSPARTEN (oder redest du von dem Geld, welches die arbeitende Bevölkerung, also auch diese Frauen, zuvor eingezahlt haben?) nicht allzuviele Kinder unterstützen musst. Es werden allmählich immer weniger.
 
Leider ist es aber so, dass gerade diese Kinder aus der Hartz4-Gemeinde, schlechtere Aussichten auf ein späteres erfolgreiches Berufsleben haben. Obwohl die Eltern doch täglich zu Hause sitzen und Ihre Aufgabe der Kinderereziehung, den Tagesplan ausfüllen könnte.
Sind es die vorgelebten Werte der Erziehenden?
Ist es die mangelnde schulische Leistung auf die Dummheit der Eltern zurückzuführen?
Liegt es an der Gesellschaft, die diese Kinder nicht als gleichberechtigte behandelt?
Oder liegt es an der Aussichtslosigkeit der Eltern, die in einem Sumpf von Behördengängen ihr Selbstwertgefühl verloren haben?

Ich denke es liegt eher daran:
Die durch längere Arbeitslosigkeit, zuhausesitzenden Erziehungsberechtigten, haben ausser ihren Kindern nichts mehr vorzuweisen. In unserer materialistischen Gesellschaft, in der Statussymbole zunehmend an Bedeutung gewinnen, liegt bei diesen Menschen der Fokus auf den eigenen Kindern.
Diesen Menschen gibt das Kind den Halt, den sie in der Gesellschaft verloren glauben (teilweise auch haben). Wer Kinder kennt weiß, dass so etwas von Kindern ausgenützt wird. Sie stehen auf einer Stufe mit den Eltern und bekommen eine Du-hast-mir-nichts-zu-sagen Mentalität. Die Folge: es entsteht eine Null-Bock Generation, die wie Konradin es oben angedeutet hat, immer größer wird.
Die Spirale dreht sich aus meiner Sicht nach unten und wird sich immer mehr beschleunigen. Keiner ist gerne Sozialschmarotzer, auch wenn manche dies in ihrem Bekanntenkreis so von sich geben. Bestimmt würde jeder von denen, lieber durch Ihre Arbeit, ein Geldsorgenfreies Leben leben.
Wie soll in einem Land, eine aufstrebende Wirtschaft blühen, wenn immer mehr Kinder ohne Plan in die Arbeitswelt entlassen werden?
 
@ Konradin

Es ist schon toll, was du in meinen Satz alles reininterpretierst. :depp:

Immer nach dem Motto: Dem anderen was unterstellen und es dann widerlegen. Führ doch direkt ein Selbstgespräch.


Höre ich da ein ganz kein wenig Sozialdarwinismus heraus und nur der, welcher erfolgreich ist, darf sich vermehren? Sprichts du armen Leuten grundsätzlich das Recht ab, Kinder zu haben? Wie ich finde, ein interessanter Ansatz. :D

Die dürfen po**en so viel sie wollen. Die dürfen Kinder kriegen, so viel sie wollen.
Aber dann sollen sie auch selber dafür sorgen. So einfach ist das. Wir tun das ja auch.

Wer sagt dir eigentlich, daß die alleinerziehende Mutter nicht Teil einer erfolgreichen Familie war, ihr Mann arbeitslos wurde und die Ehe dadurch in die Brüche ging? Was ist, wenn die Mutter selbst vorher jahrelang gearbeitet und in den großen Topf eingezahlt hat, hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht?

Klar, die durchschnittliche alleinerziehende Mutter hat 40 Jahre hart gearbeitet und in die Sozialsysteme eingezahlt. :depp:

Diese alleinerziehende Mutter kommt dann selber für sich und ihr Kind auf.


Wie wäre es eigentlich, wenn niemand mehr 'zu blöd zum Verhüten wäre' und wir Deutschen keine Nachkommen mehr bekommen würden?

Ach so, dann gibt es in Deutschland also keine gewollten, geplanten Kinder und nur "Unfälle"? :depp:

Wie gesagt, wer sich vermehrt, soll auch dafür aufkommen. Wieso sollen intakte Familien gegenüber diesen Leuten immer mehr benachteiligt werden?

Aber zum Glück ist die Geburtenrate hierzulande so niedrig,

Tja, wenn die Politiker endlich mal kapieren würden, dass dies wirklich keine Katastrophe ist. Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn man sich die Bevölkerung gesundschrumpfen lassen würde (ohne in Panik zu verfallen und durch unvernünftigen Zuzug diesen sinnvollen Mechanismus zu behindern). Wäre es im Zeitalter der Überbevölkerung nicht wirklich sinnvoll, die Bevölkerung schrumpfen zu lassen?

Konradin schrieb:
daß DU MIT DEINEM ERSPARTEN (...) nicht allzuviele Kinder unterstützen musst.

Ich unterstütze genug Kinder - nämlich meine eigenen und durch meine nicht zu knappen Abgaben noch die Kinder dieser Leutz.
Das reicht. Würden das alle in gleichem Maße tun, dann sähe es für die Kinder besser aus.


kanone64 schrieb:
liegt bei diesen Menschen der Fokus auf den eigenen Kindern.

Leider eben nicht. Es ist nachgewiesen, dass diese Leutz (nicht im Einzelfall aber statistisch gesehen) viel weniger Zeit mit ihren Kindern verbringen als berufstätige Familien. Ist doch irgendwie seltsam, da diese Leutz ne Menge Zeit haben.
Meiner Meinung nach ist das Problem die grundlegende Einstellung zum Leben, welches auch den KIndern vermittelt wird (entspricht ja auch deiner Feststellung).
 
Welche hässliche Gedankenwelt. So Schwarz, so wenig Weiß und gar nichts Buntes...
Das kann gefährlich werden, wenn die eigenen Gedanken und Wertvorstellungen plötzlich nicht mehr erlauben mit sich selbst im Reinen zu sein. Viele Selbstmorde und Krankheiten basieren darauf das man mangelnde Toleranz lebte und diese dann mal für sich so anwendet.

Herr McKilroy, Menschen dürfen poppen so viel sie wollen. Es ist ein Grundrecht das Du nicht verbieten kannst und nicht verbieten wirst, nicht mal Deiner Tochter, die Arme.

Ich finde das Du dich damit abfinden mußt das wir in einer zivilisierten Welt leben, in der ist es selbstverständlich was Du anprangerst.
Mir gefällt es, dass in Deutschland ein Sozialsystem vorhanden ist. Es ist nur zu wenig was der Staat denen zurück gibt die bezahlen, von daher erwarte ich das unsere Steuern und Abgaben zuerst für das Volk verwendet wird und wenn was übrig ist dann für andere. Solang aber in Deutschland Millionen Kinder hungern und sich von der Tafel ernähren, weiß ich das es Menschen wie Dich gibt die es so weit haben kommen lassen. Du warst wahrscheinlich nicht dafür verantwortlich, aber Menschen Deines Schlages sind und manche waren dafür verantwortlich. Das ist das beschämende... die europäische Kuh wird mit 1 € pro Tag subventioniert während Menschen sterben weil sie diesen Euro nicht haben.

ich finde es auch bezeichnend wie Du Konradin angehst. Ich lese sehr viel Hass in den Worten, nicht gegen Konradin, aber als Ursache für Deine Gesinnung.

Selbstverständlich siehst Du das anders.. Du siehst dich objektiv und realistisch, so wie die vielen Negativbeispiele der Geschichte.

Beschäftige Dich mal mit Toleranz und bedingungsloser Liebe, damit kannst Du vieles über Dich lernen. Es gibt nicht nur Null Toleranz und Liebe es gibt viele Stufen dahin und gipfelt in der bedingungslosen Liebe.

Beim Thema Sozialstaat sind wir weit von diesen Extremstufen entfernt..deswegen ist es unverhältnismäßig wie Du Dich darüber äußerst.

Das alles ist übrigens nicht als Angriff gemeint. Es ist nur ein Hinweis... nur ein Hinweis, der helfen kann.

Liebe Grüße
Carmen
 
McKilroy schrieb:
Die dürfen po**en so viel sie wollen. Die dürfen Kinder kriegen, so viel sie wollen.
Aber dann sollen sie auch selber dafür sorgen. So einfach ist das. Wir tun das ja auch.
Richtig, die Arbeitslosen dürfen machen, was sie wollen. Zumindest solange sie noch nicht arbeitslos sind. Und wenn sie dann eines Tags doch arbeitslos werden, dann sollen sie doch gefälligst nicht Leuten wie dir auf der Tasche liegen.

Schließlich weiß jeder, daß sie (fast) ausnahmslos nichts eingezahlt haben und ihre Arbeistlosig selbstverschuldet ist. Oder gar ihrer Lebenseinstellung entspricht. Nicht die Alten sind es, die nicht mehr gebraucht werden, sie erdreisten sich einfach alt zu werden. Nicht die Mitarbeiter von Karstadt und Co sind es, die plötzlich unverschuldet auf der Straße stehen, sondern jeder weiß, daß bei Karstadt und Co nur potentielle Sozialschmarotzer arbeiten, die nun endlich in den Genuß ihrer wohlverdienten Arbeitslosigkeit kommen. Und auch nicht der mangelnde Umsatz ist es, der zu Kurzarbeit und Entlassung der Belegschaft führt, sondern der ausgewiesene Wunsch dort arbeitender Sozialschmarotzer nach dem 'wohlverdienten Ruhestand auf Kosten der Allgemeinheit'. Jeder lügt sich sein Weltbild so zurecht, wie er will. Und du willst hier ernsthaft diskutieren?

Offenbar ist es nicht angesagt, sich auf hier Geschriebenes zu beziehen. Tut man's, dann ist es dir nicht recht und tut man's nicht, dann ist es dir auch nicht recht. Völlig egal, damit kann man leben. An der Einstellung ändert dies allerdings nicht.

McKilroy schrieb:
Wie gesagt, wer sich vermehrt, soll auch dafür aufkommen. Wieso sollen intakte Familien gegenüber diesen Leuten immer mehr benachteiligt werden?
Eigentlich wäre dies ein klarer Grund, das Kindergeld, Erziehungsbeihilfen und am besten öffentliche Schulen gleich ganz abzuschaffen. Wer Kinder bekommt, der soll auch dafür aufkommen (deine Rede). Ist es etwa zuviel verlangt, die Kinder auf eine Privatschule zu schicken? Wer sich das nicht leisten kann, der muß schließlich keine Kinder bekommen. :depp:

Gestatten, Eliten.
 
Wir sind ein Technoligiestaat.
So jedenfalls wurde doch immer argumentiert, von unseren 2 großen Parteien. Es war zu beobachten dass Firmen, die nicht in der Automobilindustrie oder ähnlichem tätig waren, keine Hilfe vom Staat bekommen.

Ich lebe in der Region Schwarzwald/Baar. Deshalb meine Einschätzung zur Lage in dieser Region:
-Wir hatten hier viele Nähereien, von denen keine mehr übrig ist, es gab keine Hilfe, wir haben ja die Automobilindustrie.
-Wir hatten hier viele Schuhfabriken, von denen keine mehr übrig ist, es gab keine Hilfe, wir haben ja die Autobilindustrie.
-Wir hatten hier die Unterhaltungselektronik (z.B.Saba), von denen keine mehr übrig ist, es gab keine Hilfe, wir haben ja ...
-Wir hatten eine große Uhren- und Schmuckindustrie, von denen keine mehr übrig ist, es gab keine Hilfe, wir haben ...
Es gbt bestimmt noch mehr Beispiele, diese hier fallen mir nur gerade ein.

Da aber durch den Verlust dieser Arbeitsplätze, viele Menschen entlassen wurden, die mit der falschen Ausbildung, eine neue Arbeitsstelle suchten, bei einem Beruf den es nur noch im Ausland gab, war es schwer für sie, eine Arbeit zu finden.
Unter Gehaltseinbußen, wurden sie in der Automobilindustrie und deren Zulieferer untergebracht. Dotz herscht jetzt ein reger Kampf um die verbliebenen Arbeitsplätze. Da aber der Verlust dieser Arbeitsplätze nicht die Schuld dieser Menschen ist, sondern von der Regierung so hingenommen wurde, ist der Staat dazu verpflichtet, für diese Menschen aufzukommen. Wie immer von unseren Steuergeldern. In meinen Augen findet die Wirtschaftskrise schon sehr, sehr lange statt. Nur leider war man vorher Blind.

Wo soll uns das alles hinführen?
Durch den Verlust von Arbeitsplätzen für Menschen, die zwar mit ihrer Arbeitskraft, nicht aber mit ihrer Fachkompetenz mithalten können, werden immer mehr Menschen zu Sozialschmarotzern.

Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf an zu stinken, bei uns scheint er schon zu faulen.

Warum in dieser Zeit, gerade diese Menschen, die keine Zukunft haben und auch für ihre Kinder sehen dürften, mehr als andere, die Produktion im eigenen Schlafzimmer ankurbeln, ist mir zwar schleierhaft, doch durch Hartz4 kommen diese Menschen zu keiner aussichtsreicheren Zukunft. Hierzu bräuchten wir Arbeitsplätze die nicht vorhanden sind.
 
Hier eine Klärung dafür, weshalb die Verhütung bei Hass4 Empfängern nicht so klappte.

Hartz IV
Zu arm für die Pille
Bizarr: Empfängerinnen von Arbeitslosengeld II haben keinen Anspruch auf Verhütungsmittel - doch im Fall der Fälle zahlt ihnen der Staat eine Abtreibung.

Sex ist Privatsache, keine Frage. Aber was ist beispielsweise, wenn die Ärmsten in Deutschland kein Geld für Verhütungsmittel haben - ist das dann ihr Problem oder eines des Staates? Und: Kann es der Gesellschaft egal sein, wenn wegen fehlender Verhütung aus Geldmangel ein Embryo heranwächst, der später abgetrieben wird?

Wenn das Geld knapp wird, setzen viele Frauen die Pille ab. Manche Paare nutzen dann Kondome - andere sparen sich jede Verhütung

Tatsache ist: Bevor das Gesundheits-Modernisierungsgesetz im Jahr 2004 in Kraft trat, bezahlten die Sozialämter den Bedürftigen die Verhütungsmittel. Das hat sich geändert.

Seit vier Jahren erhalten Arbeitslosengeld-II-Bezieherinnen nur noch die gleichen Leistungen wie alle anderen Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse. Und das bedeutet: Bis auf sehr seltene Ausnahmefälle erhalten Frauen ab 20 Jahren kein Geld mehr für ärztlich verordnete Verhütungsmittel.

Gleiches Recht für alle - das klingt zunächst gerecht, ist es aber nicht unbedingt. Während Normalverdiener die zehn bis zwanzig Euro pro Monat für Verhütungsmittel leicht bezahlen können, tun sich Hartz-IV-Bezieher schwer, die Summe aufzubringen. In ihrem Regelsatz sind für den großen Bereich der "Gesundheitspflege" weniger als 14 Euro vorgesehen - egal, wie alt die Betroffenen sind, egal ob männlich oder weiblich.
"Wer arm ist, der braucht auch keinen Sex"

Anders ausgedrückt: Geht es streng nach der Rechnung des Bundesarbeitsministeriums, können sich Frauen, die verhüten, darüber hinaus kein Pflaster mehr kaufen und auch nicht zum Arzt gehen. Das würde das Budget überschreiten.

"Das geht nach der Logik: 'Wer schon arm ist, der braucht auch keinen Sex zu haben'", kommentiert Michaela Kleber. Die promovierte Geschäftsführerin von "pro familia" in München kennt das Problem: "Wenn eine Hartz-IV-Empfängerin die Pille will, muss sie sich das vom Munde absparen", erklärt sie.

Klebers Erfahrung nach können oder wollen viele Frauen das nötige Geld nicht zur Seite legen. "Wie soll etwas angespart werden für etwas, für das gar kein Budget vorgesehen ist!?"

Konkrete Zahlen zur Thematik gibt es kaum. Eine Pilotstudie im Rahmen einer Masterarbeit an der Hochschule Merseburg bestätigt jedoch Klebers Einschätzung. Autorin Annelene Gäckle, die mittlerweile für "pro familia" in Köln arbeitet, befragte in verschiedenen Beratungsstellen 69 Frauen zwischen 21 und 45 Jahren nach ihrem Verhütungsverhalten. Zentrale Erkenntnis: Die Quote jener Frauen, die nach eigenen Angaben immer verhüteten, sank mit Eintritt in Hartz IV von 67 auf 30 Prozent...
http://www.sueddeutsche.de/politik/hartz-iv-zu-arm-fuer-die-pille-1.279333

Seit der Einführung von Hartz IV ist die Zahl ungewollter Schwangerschaften offenbar gestiegen. Sollte es für Bedürftige wieder kostenlose Verhütungsmittel geben?

Staatliche Deputation, so heißen im Stadtstaat Bremen Ausschüsse, in denen ein gutes Dutzend Politiker aller Couleur darüber beraten, was sie für ihre Bürger Gutes tun sollten. Weit über eine Stunde hatte die Deputation für Arbeit und Gesundheit schon diskutiert über die Neuordnung des Eichwesens oder die Umstrukturierung im Stahlsektor, da rief Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) den Tagesordnungspunkt elf auf, und fortan ging es um Erkenntnisse aus bundesdeutschen Schlafzimmern.

Rosenkötter präsentierte Mitte Februar eine Vorlage aus ihrer Behörde, der zu entnehmen war, wie es Frauen mit wenig Geld wohl so halten im Bett: Nehmen sie die Pille? Nutzen sie eine Spirale? Oder verzichten sie etwa ganz auf Verhütung? Die Gesundheitssenatorin zitierte aus einer Reihe von Studien, und sie war dabei offenbar so überzeugend, dass sich die Anwesenden parteiübergreifend einig waren: Es muss sich etwas ändern in den Betten des Prekariats. Hartz-IV-Empfängerinnen sollten künftig auch Verhütungsmittel kostenlos empfangen.


Der Bremer Vorstoß, der in einer Bundesratsinitiative münden soll, fällt in eine Zeit, in der in deutschen Parlamenten, TV-Talkrunden und an Stammtischen kein Thema höhere Wellen schlägt als die 2005 so umfänglich reformierte Sozialgesetzgebung. Die Idee, Gratispillen zu verteilen, wirft nun eine besonders heikle Frage auf: Hat Hartz IV dazu beigetragen, dass in Deutschland Tausende Frauen Kinder auf die Welt brachten, die sie eigentlich nicht haben wollten?

Organisationen wie Pro Familia, die Caritas und das Diakonische Werk sind sich da ziemlich sicher. In ihren Schwangerenkonfliktberatungen geben immer mehr Frauen an, dass sie sich eine sichere Verhütung nicht leisten können...
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,683760,00.html

Ich kann mir vorstellen, dass es nicht schön ist auf der einen Seite Besuch vom Gerichtsvollzieher zu haben und auf der anderen Seite regelmäßig Geld für die Pille auszugeben. Wenn Pille, dann regelmäßig! Die Abtreibung wird bezahlt.... wie soll sie es machen, McKilroy?
 
Carmen

Die Pille kostet zwischen 5 und 17 € pro Monat, je nachdem welches Präparat und welche Packungsgröße verordnet wird. Dabei sind Pillen in der 6-Monatspackung deutlich günstiger.

Wenn ich dieses Vergnügen sicher haben will, dann muss ich halt ein paar Euro bezahlen.

Und wenn man davon ausgeht, dass es ja eigentlich 2 Beteiligte gibt (von Selbstbefriedigung wird man kaum schwanger), dann halbiert sich der Preis oben - kapiert?

Das sollte es einem schon Wert sein, wenn man wirklich kein Kind will.


Ansonsten ist man selber Schuld.

Camren schrieb:
Herr McKilroy, Menschen dürfen poppen so viel sie wollen. Es ist ein Grundrecht das Du nicht verbieten kannst

Carmen, bist du zu blöd, zu lesen. Genau das habe ich doch geschrieben! Nur sie sollten mal lernen, die Konsequenzen selber zu tragen.

Carmen schrieb:
Solang aber in Deutschland Millionen Kinder hungern und sich von der Tafel ernähren, weiß ich das es Menschen wie Dich gibt die es so weit haben kommen lassen.

Carmen, in welchem Jahrhundert lebst du eigentlich?
In Deutschland hungern also Millionen Kinder? :löl:
Deine "Argumentieren" wird langsam ziemlich abstrus (obwohl es das eigentlich schon immer wieder mal ist).


Und nochmals, ihr Gutmenschen:

Wieso habe ich noch nie was von eurem freiwilligen Abgabenfond gehört, mit dem ihr die Bedürftigen unterstützt?

Ihr schwafelt nur und lasst keine Taten folgen. Ihr wollt nur das Geld anderer Leute verteilen. Hört sich schlimm an, ist aber so. ;)
 
Die Zahl der Tafelkinder stammt nicht von mir sondern wurde im TV bei den Nachrichten genannt. In Talkshows sprach man von 3 Millionen Kindern. Ich bin nicht in der Lage mich von der Richtigkeit der Zahl zu überzeugen. dazu dürfte ich mich nicht auf Quellen berufen sondern die Zahl selbst ermitteln.

Köln/dpa. Viele Kinder träumen von einem Mountainbike oder einer Playstation zu Weihnachten, andere wünschen sich einfach nur einen vollen Bauch. Kinder mit ständig knurrendem Magen gibt es mitten in Deutschland - in einem der reichsten Länder der Welt haben Suppenküchen in Berlin und Gütersloh oder auch eine Kindertafel in Köln reichlich Zulauf. «Die Kinder haben Hunger, hier wird gut gegessen, denn für manche ist es die einzige Mahlzeit am Tag», sagt die Leiterin des Kölner Caritas-Projekts, Birgit Thielen. Der kleine Nisi aus Ghana hat seine Pizza in Windeseile verputzt: «Darf ich noch mehr?» Auch Adem (11) aus der Türkei haut mächtig rein: «Ich esse hier immer so viel.»

Rund 30 Kinder freuen sich täglich über Linsensuppe, Gemüseauflauf oder Fischgerichte. «Ich mag am liebsten Döner, zu Hause esse ich Reis mit Ketchup», sagt Hersch (7) aus dem Irak. Erstklässlerin Feray isst sich mit Vergnügen satt: «Mir schmeckt es wie in einem Restaurant - ich war schon mal in einem Restaurant.» Blass und schweigend sitzt nur Noah (7) zwischen den hungrigen Kids. Die Kindertafel, die Mittagessen und Hausaufgaben-Betreuung anbietet, liegt in der Wohnung eines Hochhauskomplexes in Köln-Meschenich, in einer der ärmsten Gegenden der Stadt. Finanziert wird das Projekt vor allem mit Spenden einer Biosupermarktkette. Das Angebot reicht aber nicht aus: «Wir können niemanden mehr aufnehmen, der Bedarf ist groß», bedauert Thielen.

Armut unter Kindern breitet sich in Deutschland immer stärker aus. Laut Bundesregierung stieg die Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich an - rund 1,1 Millionen Kinder sind von Sozialhilfe abhängig. Hilfsorganisationen sprechen von zwei bis drei Millionen armen Kindern. Nach den neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes war 2004 jeder achte Bürger arm oder von Armut bedroht, hatte also weniger als 856 Euro im Monat zur Verfügung - darunter waren 1,7 Millionen Jungen und Mädchen unter 16 Jahren...
Rund 1,1 Millionen Kinder sind von Sozialhilfe abhängig - mz-web.de
Nur als Beispiel. In fast allen Städten findet man weitere Beispiele. Stell Dir das mal die vergangen 10 jahre vor dann kommt schon eine Summe zusammen für die ICH mich schäme! Schäme in so einem Land zu sein! Das kann ich ja ändern.
 
Die Frage ist nur, würde sich die Zahl der Hatz4-Kinder richtung Null bewegen, wenn der Hartz4-Satz angehoben wird, oder nicht. Ich persönlich glaube das eher nicht.

Dass es hungernde Kinder in Deutschland gibt, finde ich schrecklich. Müsste das Jugendamt da nicht vielmehr tätig werden?
 
Deutschland müßte in allen Schulen und Kindergärten für eine gute warme Mahlzeit sorgen. Dann wären auch Kinder versorgt dessen Eltern ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Soviel Geld muß übrig sein! Mich hat keiner gefragt ob ich will, das meine Steuergelder so verwendet werden, dass Kinder hungern oder der Schwimmunterricht gestrichen ist! Würde man uns fragen wäre die Mehrheit dafür...?
Deutschlands Bürger wollen das so?
 
Wieso habe ich noch nie was von eurem freiwilligen Abgabenfond gehört, mit dem ihr die Bedürftigen unterstützt?

Den haben wir doch lieber McKilroy.....Steuern!!!

Der einzige der sich hier die ganze Zeit darüber aufregt bist Du. Die Art und Weise wie Du das tust bleibt von mir unkommentiert. Da habe ich schon ein paar mal etwas drüber geschrieben. joungster hat das in Thread #552 schon auf den Punkt gebracht.

@Carmen
Ich schäme mich mit Dir fremd und ich wäre auch für eine völlig andere Verteilung ohne Frage.
 
lolman63 schrieb:
joungster hat das in Thread #552 schon auf den Punkt gebracht.
Auch meine Meinung. Es stimmt, aber man darf es hier wohl nicht sagen.

Vielleicht machen wir besser einen neuen Thread zum Thema 'Sozialdarwinismus auf Kosten der Kinder' auf. Keiner will sie, keiner möchte für sie zahlen und für unsere Zukunft brauchen wir sie sowieso nicht. Schön, wer's glaubt.

Das Grundrecht auf's Poppen steht übrigens selbst 'Einwohnern' der geschlossenen Psychiatrie zu, auch wenn man gern auf deren Nachwuchs verzichtet. Aber natürlich könnte man eine rigide Bevölkerungspolitik betreiben und die menschliche Fortpflanzung unter Strafe stellen. Ausnahmen gibt es dann nur noch für Spitzenverdiener und ihre Lakaien. Das ist zumindest einfacher, als die Menschheit ausreichend mit Verhütungsmitteln zu versorgen.

Natürlich ist es unangemessen, wenn Minderjährige selbst schon Kinder bekommen, aber gerade dort sieht man recht deutlich, zu was die Einstellung 'wer poppen kann der kann auch zahlen' führt. Wovon sollen diese Mütter (und Väter) denn zahlen, haben sie in ihrem Alter doch wohl kaum eine ausreichende Ausbildung oder gar einen halbwegs zukunftssicheren Job. Doch dieses Problem löst man weder durch Schimpfen noch dadurch, daß man den Kindern staatliche Zuwendungen entzieht.

Wenn wir alles nicht mehr zahlen würden, worüber irgendjemand jammert, dann würde sehr bald keiner überhaupt noch etwas zahlen und das Steueraufkommen wäre gleich null. Auch eine nette Idee. :)

Gruß Konradin
 
Nö, es darf nur die einseitige Meinung gesagt werden. Manches kann man nicht umschreiben sondern muß mal unverblümt gesagt werden dürfen. Dazu haben wir die Sprache.
Das Menschenverachtung definiert jeder auf seine Art. Wenn jemand der Meinung ist das er auf Unrecht dieser Art gestoßen ist... muß er die Freiheit haben dies, auch öffentlich, so beim Namen nennen zu dürfen.
Menschen die unter Hitler leiden mußten oder Verluste hinnehmen mußten, haben dafür eine andere Sensibilität als Unbetroffene.
Zivilcourage hätte damals geholfen. In den Schulen wurde diese Geschichte gelehrt um aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen.
Deswegen setze ich mich gerne dem Risiko aus, auch gesperrt zu werden.

Das Moderator Zweistein, joungster gesperrt hat, weil er (joungster) es nicht mehr ertragen hat und deswegen seine nachvollziehbare Meinung gesagt hat..ist falsch! Diese Aussage ist von McKilroy provoziert und deswegen von vielen Lesern ähnlich gedacht wie es joungster formuliert hat. Das aber hätte man diskutieren müßen und können...so gibt es einen Maulkorb.
Man hätte youngsters Aussage auch als etwas aufrüttelndes verstehen können, wenn man es denn verstehen wollte. Im Wesen einer Diskussion, wäre es möglich gewesen eine andere Überzeugung durch überzeugen herbeizuführen.

Es wäre angebracht die Sperrung von joungster aufzuheben!
 
könnte man/frau mal wieder zum thema kommen ? ich diskutiere hier bestimmt nicht, ob ich irgendwen sperre, verwarne oder sonst was.
 
Der Ausdruck "Heitla!!!" unseres *Freundes* joungster, eines übrigens Lehrers! an deutschen Schulen der Neuzeit, der auch Eure Kinder unterrichten könnte... war eindeutig genug! :rot: MfG J&S
 
Jäger&Sammler schrieb:
Der Ausdruck "Heitla!!!" unseres *Freundes* joungster...
Ich denke, Entscheidungen der Mods werden hier nicht diskutiert?

Außerdem ist es für diese Thema völlig irrelevnt, ob er nun 'Helau!' oder 'Heissa!' geschrieben hat. Wenn alles, was sich vor irgendjemandem assoziieren ließe, nicht ok wäre, dann könnten wir uns das Schreiben eigentlich ersparen.

Um den Faden wieder aufzugreifen, ich war übrigens derjenige, welcher den Begriff 'Sozialdarwinismus' in diese Diskussion hineingetragen hat, weil mich eine bestimmt Art der Argumentation fatal daran erinnerte. Denn Selektion findet nicht nur durch (positive) Auswahl statt, sondern ebenso dadurch, daß bestimmte Leute sich nicht mehr fortpflanzen dürfen.
Inzwischen sind wir in dieser Diskussion aber soweit, daß scheinbar ein Konsens darüber besteht, daß Fortpflanzung nicht unterbunden wird. Lediglich die Konditionen, zu denen dies zu geschehen hat (z.B. 'solange man ihn versorgen kann'), sind strittig.

Denn nur eines ist heutzutage sicher. Nämlich der Fakt, daß niemand sicher ist. Jeden kann es erwischen, daß er plötzlich unverschuldet arbeitslos wird oder ein Familienangehöriger pflegebedürftig wird und und das ersparte Eigenheim dafür verlassen werden muss oder andere Widrigkeiten des Lebens, welche die Vermögens- oder Einkommenssituation nachhaltig negativ verändern.

Bei diesen Betroffenen pauschal von 'Sazioalschmarotzern' zu reden halte ich für äußerst gewagt. Aber selbst wenn, was können eigentlich deren Kinder dafür?

Gruß Konradin
 

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